2. Mai 2008
SPIEGEL-Online-Redakteur Konrad Lischka hat gestern einen netten Artikel über die Spam-Historie geschrieben und einige neue Aspekte über den ersten Spam-Run eingebracht. Während wir alte Internet-Hasen nämlich nach wie vor glauben, dass die erste Spam 1994 von der inzwischen fast schon legendären Anwaltskanzlei Canter & Siegel stammt und auf die Green-Card-Lotterie verwies, schreibt Lischka, dass die erste Spam bereits 1978 von einem Mitarbeiter der Digital Equipment Corporation ins damalige ARPANet gesendet wurde. An immerhin 600 Empfänger und damit an immerhin ein Fünftel aller Netzbenutzer weltweit. Ja, das waren noch Zeiten damals, als ich im Alter von drei Jahren vermutlich gerade mein Interesse an den Zeichentrickfolgen der Biene Maja entwickelte…
Da ich diese Geschichte noch nicht kenne, werde ich das mal näher recherchieren. Zumindest viele Fakten kann man zeitlich klären: 1978 gab es noch kein SMTP und gemailt wurde konsequent per - FTP. Genauer gesagt, durch eine Erweiterung von FTP um zwei Befehle, die das ganze dann zu “FTP Mail” machten. Ziemlich eklige Angelegenheit aus unserer Sicht, funktionierte allerdings damals und hatte Beschränkungen, die uns bei der Spam-Flut heutzutage mehr als recht wären.
Den geschichtlichen Part muss ich mir nochmal anschauen, dankbarerweise hat Lischka einige Quellen verlinkt. Das Thema ist es aber auf jeden Fall wert, näher recherchiert zu werden.
Kategorie HistoryWelt | 0 Kommentare »
2. Mai 2008
Ja, ich weiß, ich habe gestern die Kette unterbrochen und habe nun einen fehlenden Tag im Blog. Sorry dafür. Wie immer war der 1. Mai und wie immer ist unser SPD-Ortsverein traditionell der Futterlieferant für die örtliche DGB-Maikundgebung. Ich bin zwar ungefähr 10 Lichtjahre davon entfernt, in eine Gewerkschaft einzutreten, allerdings ist das eine derart traditionelle Verpflichtung, dass ich als OV-Vorsitzender vermutlich einen Anschiss vom Parteivorsitzenden bekommen würde, wenn ich diese Traditionsbezeugung in Pforzheim tatsächlich einmal vermasseln würde - heute mindestens so deutlich, wie zu August Bebels Zeiten.
Allerdings ist Organisation die halbe Miete. Es hat wieder alles gepasst und selbst das wechselhafte Wetter wollte uns nicht so recht ein Strich durch die Rechnung machen.
Kategorie SonstigeWelt | 0 Kommentare »
30. April 2008
Muss man eigentlich ganz groß schreiben, weil ich heute radikal viel Unsinn gelesen habe. Die einen juchzen munter in Artikeln, das World Wide Web sei heute 15 Jahre alt geworden, die anderen ganz Verdunkelten schreiben gar, das Internet sei heute 15 Jahre alt geworden. Alles beide geschriebener Kappes.
Was heute vor 15 Jahren passierte, war eine typisch institutionelle Angelegenheit. Das CERN, also das europäische Kernforschungszentrum in Genf, hatte Tim Berners-Lee, dem Erfinder des World Wide Webs, ein Schreiben zukommen lassen, in dem das CERN auf die Geltendmachung von Rechten auf die World-Wide-Web-Technologie (für Techies: Rechte auf die libwww) verzichtete. Dieses Dokument brauchte Tim Berners-Lee dringend, um so eine Firma namens Hewlett-Packard davon zu überzeugen, die WWW-Technologie einzusetzen. HP wollte das nämlich erst mit so einer Freistellung der Rechte, da sie selbst schon schlechte Erfahrungen mit dem Internet-Dienst Gopher gemacht hatten, bei dem die University of Minnesota irgendwann auf den Trichter kam, eben Lizenzgebühren zu verlangen (was ihnen jedoch bekanntlicherweise bzw. unbekanntlicherweise nichts genutzt hat). Das World Wide Web bzw. die Technologien und Programme dahinter, waren zu diesem Zeitpunkt, also am 30. April 1993, bereits im Internet verfügbar und das Internet weitgehend noch eine akademische Angelegenheit.
In diesem Sinne dürfen also die Geburtstagskerzen einfach wieder eingepackt werden. Gibt sicherlich andere Anlässe, die besser klingen.
Kategorie HistoryWelt | 0 Kommentare »
29. April 2008
Ich habe mir heute endlich mal die aktuelle Distribution von Yellow Dog Linux (6.0) heruntergeladen, um diese mal auf meine PS3 zu installieren. Gestern habe ich das mit Ubuntu probiert, allerdings relativ bald wieder aufgegeben, nachdem ich doch von einigen Problemen gelesen habe, deren Lösung wohl diverse Frickelarbeit bedeutet. Da ich als Linux-Noob nun nicht gleich bei meiner jemals ersten Linux-Installation gleich eine Dissertation schreiben möchte, habe ich mit Yellow Dog Linux auf das zurückgegriffen, was Sony selbst empfiehlt. Also ISO-Image gezogen, auf DVD gebrannt und mal in die PS3 eingeworfen. Den nötigen Platz auf der PS3-Festplatte hatte ich bereits letzte Woche mit einem Systembackup und einer Neupartitionierung freigeräumt. Die zwingend notwendige Tastatur für Texteingaben habe ich auch schon seit einer Weile und ebenso einen Full-HD-Fernseher, da ein normaler SD-Fernseher in Sachen Auflösung absolut nicht herankommt.
Die grundlegende Installation nach der Kurzanleitung ist absolut problemlos und weitgehend menügeführt. Idealerweise sollte die PS3 dabei per Ethernet-Kabel am Netzwerk angeschlossen sein, per DHCP erhält sie dann problemlos vom Netzwerkrouter IP-Adresse und restliche Netzwerkparameter. Einer der ersten Dinge, die dann nach der Installation gemacht werden sollten/müssen, sind die Anpassungen bezüglich der Zeichengröße der Benutzeroberfläche, das muss unbedingt größer.
Nach der Installation zeigt sich eine hübsch aufgeräumte Benutzeroberfläche und bereits ein paar vorinstallierte Anwendungen wie Firefox, Thunderbird und OpenOffice. Unter der Benutzeroberflächenhaube finden sich allerlei Krempel, den ich noch eruieren muss. Ich bin jetzt allerdings erst einmal beschäftigt, dem Linux beizubringen, per WLAN ins Netz zu gehen. Wer aber Anfang der 90er Jahre es schon geschafft hat, einen SoundBlaster unter Windows 3.1 zum Laufen zu bekommen, sollte hier nicht völlig dumm herumstehen wie eine Kuh, wenn es donnert.
Kategorie GamingWelt | 3 Kommentare »
29. April 2008
Es ist schon erstaunlich, wie nun die Mobilfunkkonzerne mit aller Gewalt den nächsten Anlauf nehmen, auf Biegen und Brechen Mobile-TV auf Mobiltelefone zu bringen. Nun muss bei Vodafone aktuell die Fußballeuropameisterschaft herhalten. Angeboten wird unter anderem ein Paket mit dem Mobiltelefon HB620T von LG. Schauen wir uns doch mal den Fernsehgenuss mal näher an.
Der Bildschirm hat eine Auflösung von 320×240 Pixel bei einer Bildschirmdiagonalen von 2 Zoll. Das sind 5,08 Zentimeter. Das Bildschirmformat ist bei 320×240 Pixel logischerweise 4 zu 3. Nun liefert die UEFA die Fernsehbilder bei der Europameisterschaft in HDTV, also zwangsläufig in 16 zu 9. Umgerechnet auf unser kleines Beispiel erscheint das Bild dann in der Auflösung 320×180 Pixel. Da sich durch die Bildformatänderung auch die sichtbare Bilddiagonale ändert, liegt diese nun auch nicht mehr bei 5,04 Zentimeter, sondern bei etwa 4,63 Zentimeter bei 16 zu 9 - sagenhafte 1,8 Zoll, Frank Ribéry das erste Mal in Originalgröße.
Fußballgenuss vom Feinsten wartet da also auf die Glücklichen, die für den elektronischen Schwachsinn schlappe 400 Euro ohne Vertrag auf den Tisch legen wollen. Lupe geht extra.
Kategorie MedienWelt | 0 Kommentare »
29. April 2008
Robert fürchtet in einem überraschend wenig differenzierten Artikel, dass immer mehr registrierte Domainnamen eine Verknappung des Gutes auslösen würden und damit sich die Preise verteuern, wie es bei bereits registrierten Domainnamen ja schon der Fall wäre. Im Jahre 2003 waren rund 171 Millionen Domains (in allen Top-Level-Domains) weltweit registriert, jetzt immer hin schon 541 Millionen. “Perverse Entwicklung”?
Nein, nicht wirklich. Zum einen sind rund 600 Millionen registrierte Domainnamen in einem Namensraum, der aus hunderten von Top-Level-Domains mit jeweils 63 Zeichen großen Domainnamen, die die Buchstaben A bis Z, die Zahlen von 0 bis 9, das Minuszeichen und dann auch noch einen IDN-Namensraum beinhalten, gewaltig groß. So rein ökonomisch gesehen. Von einem knapper werdenden Gut werden wir also im DNS vermutlich auch in einigen tausend Jahren wohl kaum sprechen können. Technisch gesehen.
Praktisch gesehen ist es natürlich so, dass generische Begriffe kaum noch zu haben sind, das war aber schon vor fünf Jahren nicht sonderlich besser. Für zusammengesetzte Kunstnamen ist der Raum allerdings noch sehr ergiebig, ich habe in einem Test nach wie vor überhaupt keine Probleme, gar nicht so sonderlich abstrus klingende Namen in allen gängigen Top-Level-Domains registrieren zu können. Man muss natürlich suchen und experimentieren, wenn man einen neuen Firmennamen entwickeln will, aber das musste man auch schon vor dem Internet-Zeitalter.
Bei Domainnamen, die für horrende Geldsummen die Besitzer wechseln, ist es so, dass es einige wenige, generische Begriffe sind, die wirklich horrende Preise erzielen. Der Groß aller Domainnamen wechselt nie den Besitzer, schon gar nicht für mehr als vierstellige Beträge. Selbst dann nicht, wenn hinter dem Domainnamen ein mitzuverkaufendes Projekt steckt, das liegt in der Regel wie Sauerbier herum.
Sorry Robert, ich kann deine Panik nicht teilen. 
Kategorie DNS | 0 Kommentare »
28. April 2008
Ich habe in meiner Kommentar-Policy ein leichtes Tuning vorgenommen. Nun sind alle Artikel erst einmal 90 Tage lang frei kommentierbar und werden danach für weitere Kommentare gesperrt. Ist in einem Artikel mindestens ein Kommentar gegeben worden, verlängert sich der Zeitraum von 90 auf 120 Tage. “Populäre” Artikel, die mindestens zehn Kommentare vorweisen, bleiben ein Jahr nach Artikelveröffentlichung kommentierbar. Trackbacks sind von alledem ausgenommen, die werden gesondert behandelt.
Sorry für das, aber ich will es mal Kommentar-Spammern etwas schwerer machen, Nährböden zu finden. Wer unbedingt auf einen zur Kommentierung bereits geschlossenen Artikel einen Kommentar abgeben muss, meldet sich halt, dann schalte ich das kurzfristig frei. 
Kategorie Interna | 0 Kommentare »
28. April 2008
Nun scheint es ja richtig ans Eingemachte zu gehen. Nachdem gestern das Management von Yahoo die Kaufofferte von Microsoft anscheinend hat verstreichen lassen, hat Microsoft für diesen Fall eine feindliche Übernahme in Aussicht gestellt. Will heißen: Anstatt sich freundlich von Management zu Management über einen Preis zu einigen, wird mit der feindlichen Übernahme nicht das Yahoo-Management angesprochen, sondern die Eigentümer, also die Aktionäre. Und das funktioniert schlicht und einfach durch einen Kaufpreis für Yahoo-Aktien: Je mehr dieser ein Mondpreis ist, desto eher werden genügend Aktionäre schwach. Die Entscheidung, ob die Kaufofferte für Yahoo gut oder schlecht ist, übernimmt also bei einer feindlichen Übernahme mehr oder weniger nicht mehr das Management selbst, sondern die Aktionäre.
Bleibt mal abzuwarten, was Microsoft jetzt tut und mit welchem Mondpreis sie die Aktionäre zu überzeugen versuchen, wenn sie eine feindliche Übernahme starten.
Kategorie E-Business | 0 Kommentare »
27. April 2008
Nach sechs Jahren habe ich meine alte QuickCam Web aufs hochverdiente Altenteil geschickt und mir eine aktuelle Webcam gekauft. Die Logitech QuickCam Pro 9000 ist zwar nicht billig, wenn sie allerdings mindestens genauso lange hält, wie die alte, ist sie eine gute Geldanlage.
Hauptsächliches Kaufargument dieses Formates ist, dass ich keine Lust mehr auf die logitech-typische Augapfelform mehr hatte, die so gar nicht sinnvoll an Flachbildschirme zu heften ist. Ich habe mir dann irgendwann damit beholfen, dass ich ein kleines Tischstativ gekauft und die Webcam auf das Stativ montiert habe. Allerdings war das auch nicht wirklich sinnvoll, denn das Stativ habe ich dauernd umgeworfen und bin mit dem Stativ im Handgepäck grundsätzlich niemals ohne nähere Untersuchung durch die Flughafenkontrolle gekommen. Weiß der Geier, wie das Ding im Röntgenbild ausgehen hat. Die Konstruktion der QuickCam Pro 9000 sieht zwar nicht sehr stabil aus und ist es wahrscheinlich auf Dauer auch nicht, allerdings lässt sich die Kamera schön an den Bildschirm hängen und damit ist Ruhe.
In Sachen Bildqualität hat sich in den letzten Jahren gewaltiges getan. Der CCD-Chip liefert 2 Megapixel (von den dahergeredeten 8 Megapixel ist nur nach Interpolation etwas sehr Schwammiges zu sehen) und damit sind wir bei einer Bildauflösung von 1600 mal 1200 Pixel. Das ist für Bewegtbild absolut in Ordnung, denn die meisten Anwendungen werden so eine Auflösung als Bewegtbild kaum verarbeitet bekommen. Für Skype in “HD”, also dem doppelten Bildformat von 640 mal 480, ist die Kamera mehr als ausreichend.
Eigentlich sogar richtig gut, denn der Lichtverstärker namens “RightLight” ist bemerkenswert gut und erzeugt selbst bei dunklerem Raumlicht ein gutes Bild, was darauf schließen lässt, dass beim Bau der Kamera eben genau die Reserven berücksichtigt wurden, die bei billigen Kameras genau dann fehlen. Die wenigsten werden zu Hause ein mit mindestens drei Lampen ausgeleuchtetes Korrespondentenstudio haben, sondern mit Umgebungslicht der Schreibtischlampe und dem abgestrahlten Licht des Monitors beleuchten.
Was wie üblich mehr oder weniger für die Katz’ ist, ist die beigelegte Software, wobei Logitech inzwischen gelernt hat und die Option bietet, entweder nur die Treiber oder die Treiber und zusätzliche Software zu installieren. Letzteres ist wirklich müdes Spielzeug, außer man kann sich damit ergötzen, sich elektronisch einen Bart ins Bild wachsen zu lassen oder mit seinem Gesicht mehr oder weniger synchron ein Krokodilskopf zu steuern.
Kategorie ComputerWelt | 2 Kommentare »
27. April 2008
Schon sehr krass, wie im Hause Siemens jahrzehntelang der Filz nur so blühte und das Vergeben von so genannten “Provisionen” über ein ausgeklügelt weitreichendes Netz an Banken und Konten abgewickelt wurde und wie schamlos es Despoten fertigbrachten, selbst auf einer Deutschlandreise mal eben so in der Siemens-Zentrale aufzutauchen, um sich etwas Urlaubsgeld abzuholen. Es hat fast schon Klasse, ein Produkt so teuer zu preisen, dass es nur mit Bakschisch über den Ladentisch geht und die überteuerten Preise dann indirekt auch dazu verwendet werden müssen, den Bakschisch wieder zu refinanzieren.
Der Artikel im SPIEGEL diese Woche beschreibt das alles sehr schön und detailliert und vergleicht diese ehrenwerte Gesellschaft vortrefflich mit dem Original, der italienischen Mafia. Wirtschaftskriminalität auf dem besten Niveau, flankiert von deutscher Genauigkeit. Und am Ende weiß keiner von nichts.
Kategorie FinanzWelt | 2 Kommentare »