Welcome back, Firefox.

Erstaunlich lange habe ich es mit Google Chrome ausgehalten, nachdem ich letztes (oder vorletztes) Jahr Mozilla Firefox aufgegeben habe. Richtig warm geworden bin ich mit Chrome allerdings noch nie und auch nicht, als ich dann täglich auf mehreren Geräten damit arbeitete. Zu nervig sind Dinge in Chrome, beispielsweise die ständig nervig unten erscheinende Download-Leiste. Dass ich einen Download beendet habe, kann man auch dezenter melden, ohne den Benutzer so zu ärgern.

Ärgerlich ist auch, dass Google Chrome in Sachen Erweiterungen nur sehr bescheiden praktische Erweiterungen bereitstellt. Offenkundig ist die Community zur Entwicklung von Erweiterungen unter Chrome nur sehr bescheiden. Das konnte Mozilla mit Firefox schon immer besser (und anfangs leider „viel zu gut“, weil praktisch Wildwest).

Den letzten Ausschlag gab dann tatsächlich etwas ganz anderes, nämlich eine virtuelle Maschine, auf der ich eine wirklich extrem alte Windows-95-Installation pflege und dort unter anderem Netscape 4.11 installiert habe. Warum, weiß ich nicht mehr, denn Netscape 4 kann nichts, was heute im Web Standard ist. Aber Netscape war spätestens seit dem nicht gut für Netscape verlaufenden Browserkrieg einfach Rebellentum. Wer im Web etwas auf sich hielt, surfte mit Netscape und die echten Geeks hatten sogar eine richtig gekaufte Lizenz.

Es ist nun auf allen Geräten, die ich so nutze, wieder Mozilla Firefox. Ich bin wieder zu Hause.

Der 2. Januar 1996 im ZDF

Während meines Praktikums blieb mir vor allem ein Tag besonders in Erinnerung: Der 2. Januar 1996, ein Dienstag. 9 Uhr, Besim hat auf dem Matte zu stehen, also vor genau 25 Jahren. Das Problem war nämlich, dass ich seit meinem Praktikumsbeginn im September nur schlappe 5 Tage Urlaub hatte. 5 Tage. Ich begann nämlich mein Praktikum verspätet und nach Absprache mit der Personalabteilung rechneten wir einen Großteil meiner Urlaubstage auf diese Besim-noch-nicht-im-ZDF-Tage und dafür bekam ich mein Praktikantengehalt von 700 Mark auch schon für den September. Zurück zum 2. Januar 1996, ein Dienstag.

Was natürlich das Problem ist, wenn man am 2. Januar 1996 beim ZDF in Mainz das neue Jahr beginnt – es sind bedeutend weniger Mitarbeiter im Haus und damit auch viel weniger Kamerakollegen, denen ich irgendwie hätte zur Hand gehen können.

Mein Kamerachef kam dann irgendwann auf mich zu und brummelte etwas ratlos, ich solle doch einfach mal auf Entdeckungstour im Haus gehen. Einfach fragen, brav den Praktikantenausweis zeigen und den Leuten nicht übermäßig auf den Zeiger gehen.

Kurzum: Es war der mit Abstand eindrücklichste Tag in meiner Zeit auf dem Lerchenberg. Denn tatsächlich ging ich einfach überall hin, klopfte an die Tür (wenn sie überhaupt verschlossen war), zeigte brav meinen Praktikantenausweis und löcherte die Kollegen. Und tatsächlich waren ausnahmslos alle Mitarbeiter, die ich so anquatschte, sehr auskunftswillig und froh, dass man zumindest mal ein kleines Schwätzchen halten konnte. Bis in die Regieräume der Studios schaffte ich es, selbst in die eigentlich wirklich penetrant bewachte Regie des Nachrichtenstudios, damals noch in der Mitte des Sendezentrums. Oder in den Bereich der Sendeabwicklung, wo man gar nicht erst einfach so hinein konnte, weil zwar vor dem Eingang unerklärlicherweise ein Sofa stand, die Türen aber außen keinen Türgriff hatten. Dort zu sehen, wie buchstäblich das Programm gefahren wird, war schon einer der wenigen Momente in meinem Berufsleben, wo ich wirklich Ehrfurcht empfand. Einfach mal frech auf den Eject-Knopf eines laufenden Zuspielers drücken (damals kamen die Programmteile vom Band) und schon wäre das ZDF-Programm (zumindest für ein paar Sekunden) kaputt gewesen. Mein Praktikum in diesem Moment dann allerdings wohl auch.

Diese Offenheit der Kollegen, selbst gegenüber einem völlig belanglosen Praktikantenkollegen, war das, was an diesem Tag dafür sorgte, „das Haus“ zu verstehen. Das ist nicht einfach nur ein Fernsehsender, das ist auch nicht einfach nur der Zuschussgeber für ein verbilligtes Mittagessen oder der Finanzier der späteren Pension, sondern das ist Auftrag und der Auftraggeber sitzt zu Hause vor dem Bildschirm.

2020

Auch für 2020 gehört sich ein Jahresrückblick. Und ich versuche mal, das Jahr nicht zu verdammen, wie es viele gerade tun. Das Jahr ist ja nicht nur Corona und darüber will ich nun wirklich nicht viel verlieren an dieser Stelle.

Geschäftlich

Es hätte schlimmer kommen können, aber am Ende war es gar nicht ganz so schlimm. Der Umsatz von 2019 war nicht zu erreichen, allerdings habe ich das Jahr ausgiebig dazu genutzt, meine eh schon nicht sehr hohen Kosten noch weiter zu drücken. Ich bin halt dahingehend ein echtes Sparschwein. Zudem waren die Anschaffungen in diesem Jahr eigentlich nur ein Google Pixel 3a, also ein recht billiges Smartphone, das mir aber immer noch jeden Tag die Freude bereitet, wie nur wenige Smartphones davor.

Das Beratungsgeschäft war in diesem Jahr dann deutlich stärker, als das Webdesign-Geschäft. Die Änderung dieser Ausrichtung schon im letzten Jahr hat sich damit bestätigt. Schön ist, dass ich vor allem auch meine Kompetenz in Sachen Lokalblogs inzwischen einbringen und verkaufen kann. Das will ich weiterhin forcieren, weil es hier kaum Leute gibt, die Technik und Inhalt zusammenbringen. (Die Wettbewerberkritik sei mir erlaubt.)

Demzufolge ist auch mein Lokalblog PF-BITS immer noch ein Quell großer Freude, weil es Relevanz erzeugt. Die Corona-Zeit hat mir eine Menge Informationsarbeit beschert und auch ein Serverupgrade war fällig, aber das war alles gut und wichtig und die Zugriffszahlen haben sich in diesem Jahr verdreifacht im Durchschnitt, an wirklich krassen Tagen auch mal verzwanzigfacht, was eine echte technische Herausforderung ist, die aber auch extrem spannend daherkommt.

Information sucht sich seine Leser und wenn viele Leser Information suchen, hat man diese auch zu liefern. Und so habe ich ein Teil der Zeit, die ich im Frühjahr mangels Aufträge zu viel hatte, dann für Redaktionsarbeit genutzt.

Gesundheitlich

Aktuell wieder prächtig, im Sommer gab es dann aber doch noch etwas zu tun. Schon im April zeigte sich, dass meine bis dato gut im Griff gehaltenen Herzrhythmusstörungen wieder verstärkt auftraten, bis hin zu ICD-Therapien, die notwendig wurden. Die kommen natürlich immer zu Unzeiten und daher nicht sehr lustig. Nachdem ich dann Ende Mai gleich zweimal das Unvergnügen hatte, musste ich, so die ärztliche Anweisung für die Fälle, den Notarzt rufen.

Praktischerweise war dann eh ein Krankenhausaufenthalt notwendig, weil mein ICD nach über acht Jahren nun ausgetauscht werden sollte. Und so wurde der Besuch im Karlsruher Klinikum dazu genutzt, eben ein neues Modell einzubauen und auch gleich per Herzkatheter eine neue Ablation zur Verödung der Herzrhythmusstörungen zu probieren. Auch die Prognose war recht gut, denn dieses Mal war der Eingriff erfolgreich und, toitoitoi, der Herzrhythmus ist richtig gut und ein echter Quell der Freude.

Es sieht also gut aus und all das, was in Sachen Herz eh auf der Agenda lag für dieses Jahr, wurde auch gut erfüllt.

Persönlich

Immer noch ledig und immer noch kein Kind gezeugt (also jedenfalls nicht dass ich wüsste). Persönliche Verluste gab es auch, allen voran mein Hausarzt, Kumpel und Genosse Ralf Fuhrmann. Immerhin, so wie ich heute lesen konnte, kamen auf einen Spendenaufruf zur Beisetzung schlappe 10.000 Euro für die Pforzheimer Aidshilfe zusammen, in der Ralf seit vielen Jahren tätig war. Das ist schon eine sehr große Leistung und zeigt zumindest ansatzweise, wie wichtig Ralf für wirklich viele Menschen in Pforzheim war.

Kopfmäßiges

In Sachen Buch habe ich dieses Jahr deutlich geschwächelt. Letztes und vorletztes Jahr bekam ich über 30 Bücher gelesen, in diesem Jahr sind es gerade einmal 11. Ehrlich gesagt fehlte mir abends sehr oft die Muße, ein Buch zu lesen, wenn ich schon den ganzen Tag am Lesen und Schreiben war. Der Kopf ist zwar nicht geplatzt, aber dennoch – es geht nicht ständig da etwas hinein.

Ich habe (da ist wohl auch einiges an Zeit vergangen) in diesem Jahr wieder angefangen, mehr Podcasts zu hören und könnte eigentlich noch viel mehr hören, hätte ich noch mehr Zeit. Da ist es tatsächlich unpraktisch, nicht zu pendeln, denn das ist die perfekte Umgebung für Podcasts.

Highlight

Tatsächlich nicht viel besonders intergalaktisches, sondern tatsächlich die einfachen Dinge. Nach dem ersten Lockdown beispielsweise sich mit Bekannten zu treffen – grandios. Eine echte Wohltat, die wir sehr schätzen sollten, auch wenn irgendwann die Corona-Pandemie wieder vorbei ist.

Ansonsten habe ich mir endlich einen Traum erfüllt und meinen Benzin-Auto gegen ein Elektroauto ausgetauscht. Das ist im Leasing nur bedingt teurer, mit allen Nebenkosten fast gleichauf. Leider gibt es noch in Sachen Wallbox zu Hause einiges zu tun, allerdings ist das Laden außerhalb gar nicht so schlecht. Dazu blogge ich dann auch mal getrennt.

Ein Highlight, das ich schon Ende 2019 angekündigt hatte, ist dann leider zu keinem Projekt geworden, da hat leider auch Corona dran Schuld. Das hätte ein Blogprojekt werden können, was einen großen Bezug zu meinem ersten Arbeitgeber (die mit den Mainzelmännchen) gehabt hätte und wäre eine richtige Gaudi gewesen. Nunja, irgendwann kommt eine neue Chance, einen würdigen Deckel auf meine Fernsehzeit zu setzen.

2021?

Ich gehe tatsächlich ohne große Vorsätze ins neue Jahr. Ich freue mich sehr, dass ich meinem Vater die Corona-Schutzimpfung am 4. Januar buchen konnte, da wird einer der wichtigen Vorsätze gleich im Januar erledigt. Ansonsten will ich das Geschäftsmäßige weiterhin kritisch infrage stellen und zwar in der Form, dass ich mich ständig frage, was ich da eigentlich tue und ob ich es nicht besser kann. Ich habe in diesem Jahr doch immer wieder mal gemerkt, dass ich in Leerlauf kam und es meinen Kopf nicht anstrengte. Langeweile ist echt nicht, damit kann ich überhaupt nichts anfangen.

Let‘s phone (Corona-Edition).

Da sitzen wir nun alle zu Hause, halb im Lockdown, halb in der üblichen Weihnachtslethargie, die dieses Jahr wohl deutlich früher anfangen und auch länger dauern wird.

Nun wissen ja die geneigten Leser, dass ich auch so ein Risikopatient mit meinem ICD und meiner recht anschaulichen Herzgeschichte bin, auch wenn ich schon einschlägige Corona-Erfahrungen habe. Zumindest mit einem Geschwisterchen der regelrechten Corona-Arschlochfamilie hatte ich im Februar 2018 das zweifelhafte Vergnügen und das war wahrlich kein Spaß. Der ausgefallene Geruchssinn war da fast noch das kleinste Problem, denn die ersten zwei richtigen Krankheitstage der zwei kranken Wochen war eine Art Himmelfahrtskommando. Will man nicht haben. Und die Lungenprobleme danach, die bei mir ein paar Monate anhielten, auch nicht.

Nun, das ist nicht das Thema hier, sondern unsere „Vereinzelung“. Vermutlich jeder von uns hat derzeit ein massiv eingeschränktes Sozialleben und daher sollten wir zumindest mal telefonieren. Nun habe ich ein gut gefülltes Telefonbuch, aber besonders spaßig sind Leute, die mich teilweise seit vielen Jahren lese und die ich hiermit motivieren möchte, dass wir mal via Skype telefonieren. Einfach so. Egal zu welchem Thema, 20 Minuten lang, bei Bedarf verlängern wir es. Ich erzähle dir Märchen, beantworte deine Fragen, gehe dir auf die Nerven und du kannst das genauso machen. Frage mich zu meiner Gesundheitsgeschichte, zu meiner Arbeit, zu meinem Lokalblog PF-BITS oder sonstirgendwas. Open subject.

Interessant? Dann geht es hier zu Calendly und zu meinem dortigen „Besim-Talk-Kalender“ Bitte bei deiner Anmeldung deine Skype-Kennung mitgeben.

„End of life“

Nein, nicht bei mir, sondern bei meinem ICD, meinem implantierten Defibrillator, der seit 2012 in meiner Schulter eingebaut war. Bis zum 4. Juni 2020, nun ist er in Rente und ein kleines Souvenir, das nicht jeder nach einer Berlin-Reise besitzt:

Der ICD hat dabei durchaus eine beachtliche Leistung an den Tag gebracht. Eigentlich ist die durchschnittliche Batteriedauer bei dieser Generation bei 7 Jahren, meiner schaffte 8 Jahre und einen Monat und war dabei nur ganz kurz vor dem vom Gerät empfohlenen Austauschsignal. Das spricht dafür, dass der ICD bei mir relativ wenig zu tun hatte in den letzten Jahren. Aber doch mit großer Wahrscheinlichkeit zwischendurch mein Leben gerettet hat. Daher habe ich zu dem kleinen Kästchen, das nun außer Betrieb ist, eine ganz besondere Beziehung.

Dass der ICD noch vor dem prognostizierten Austauschdatum (das war eigentlich für den Herbst geplant), hatte allerdings einen akuten Grund – ich hatte nämlich in den letzten Monaten wieder ernstere Herzrhythmusstörungen an den Tag gebracht. Das ist so erst einmal nichts wirklich verwunderliches, da sich jedes schlagende Herz im Laufe des Lebens ändert und damit auch der Herzrhythmus. Bei jedem Menschen schlägt es bis ins hohe Alter immer langsamer. Und bei Menschen, die potentiell Herzrhythmusstörungen haben, steigt damit auch das Risiko, dass zusätzliche Extraschläge Probleme auslösen können, weil schlicht und einfach zwischen den Herzschlägen mehr Zeit ist, dass seltsame elektrische Dinge im Herzen den Rhythmus durcheinanderbringen.

Das ist mir ab April dann auch mehrmals passiert und „mein“ Kreislauflabor ahnte schon, dass da wohl demnächst ein Eingriff notwendig werden könnte, nämlich ein zweiter Anlauf für eine so genannte Ablation. Das ist eine Untersuchung, bei der per Herzkatheter das Herz elektrisch vermessen wird und Bereiche im Herzmuskel erkannt werden können, die elektrische Anomalitäten auslösen. Das hat man dann tatsächlich auch gefunden und mit einer „Kryo-Behandlung“ per Katheter soweit fixen können. Und das alles per Katheter durch die Leiste durch und röntgenkontrolliert. Vor 25 Jahren wäre so etwas noch pure Science-Fiction gewesen.

Sprich: Es bestehen realistische Chancen, dass meine Herzrhythmusstörungen dauerhaft behoben sein könnten, was man allerdings erst in einigen Wochen und Monaten endgültig sagen wird können. Das wäre eine sehr gute Nachricht, denn dann könnte ich möglicherweise auch eine ganze Reihe von Medikamenten, die ich nehme, nach und nach dauerhaft absetzen und praktischerweise sind das die Medikamente, die auch die potentiell schwereren Nebenwirkungen auslösen können.

ICD Nr. 2

Dennoch: Das Batterieende des obigen ICD hat mir einen würdigen Nachfolger beschert, von dem ich leider noch kein Foto habe. Das einfach aus dem Grund, dass ich trotz der erfolgreichen Ablationsbehandlung, die im Städtischen Klinikum Karlsruhe durchgeführt wurde, immer noch ein höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen habe, als ein völlig herzgesunder Mensch. Da ist ein ICD letztlich eine Lebensversicherung für den Fall der Fälle und da musste man nicht wirklich lange davon überzeugen.

Der Nachfolger ist nun wieder ein deutsches Gerät vom Hersteller Biotronik, wurde in einer halbstündigen, völlig problemlosen OP eingebaut und beschert mir nun eine wirklich hübsche Narbe, da sich dieses Mal der Chirurg wirklich Mühe gegeben hat. Was allerdings auch daran liegen könnte, dass bei der OP zwei Mitarbeiter des obigen Herstellers anwesend waren, die sich so einen Wechsel einmal anschauen wollten und sich auch sehr anerkennend darüber amüsieren konnten, dass ich ein Patient bin, der vorab schriftlich hat festlegen lassen, dass das nächste Gerät wieder unbedingt ein Biotronik-Gerät sein muss. 🙂

Alles in allem kam der 12tägige Krankenhausaufenthalt zwar akut, aber dennoch absehbar. Immerhin ist es gut, ein gutes Kreislauflabor zur ICD-Nachsorge zu haben, einen guten Arzt, der auf Augenhöhe spricht und eine sehr gute herzchirurgische Abteilung, die weiß, was sie tut. Es ist keinesfalls ein Fehler, sich vorab über Krankenhäuser zu erkundigen und im Zweifel eine Klinik zu wählen, die mehr Erfahrung mit Behandlungen der jeweiligen Altersklasse hat. Gerade beim Thema Herz kann das wirklich sehr entscheidend darüber sein, wie danach die Lebensqualität ist.

Musikbewertungen auf iTunes in beliebige Player exportieren

Wer eine größere Audiodatenbank in iTunes verwaltet, dort im Laufe der Jahre seine Musiksammlung mit der internen Bewertung bewertet hat, kennt das Problem: Man kann zwar alle Musikstücke exportieren, aber nicht die Musikbewertungen. Denn die werden nicht in den einzelnen Musikdateien gespeichert, sondern in der iTunes-Datenbank selbst. Und da liegen sie zwar schön, aber proprietär. Denn es ist nicht ohne weiteres möglich, die Bewertungen so exportiert zu bekommen, dass man sie einfach wieder in einen anderen Player importieren könnte.

Dabei ist der Weg herzlich einfach und vor allem universell…

Make some playlists!

Zuerst einmal ist es wichtig, die Musikdatenbank physisch dort zu lassen, wo sie ist. Der Dateistandort ist nämlich nicht ganz unwichtig, wenn es darum geht, später Playlists zu ex- und in das neue Programm zu importieren.

Und dann geht es auch schon los:

  1. Im neuen Musikprogramm die Musikstücke zunächst einmal importieren und die dortige Audiodatenbank erstellen lassen. Das kann, je nach Größe der Musiksammlung einige Minuten bis sehr viele Minuten dauern. Einfach laufen lassen.
  2. Auf iTunes nun fünf Playlists anlegen: „1-Sterne-Playlist“, „2-Sterne-Playlist“, „3-Sterne-Playlist“, „4-Sterne-Playlist“, „5-Sterne-Playlist“.
  3. Nun die Ansicht der Alben/Musikstücke auf Liste umstellen und nach den Wertungen sortieren. Auch das dauert einen Moment.
  4. Wenn nun nach den Wertungen sortiert ist, lassen sich die fünf Sterne-Bertungsgruppen sehr bequem markieren und zur jeweiligen Playlist hinzufügen. Die Musikstücke ohne Bewertung müssen in keine eigene Playlist, denn standardmäßig haben im neuen Player alle Musikstücke ja keine Bewertung.
  5. Nun die fünf Playlists auf iTunes exportieren und in den neuen Player importieren.
  6. Und dort dann den umgekehrten Weg gehen. Gewünschte Playlist auswählen und alle dort befindlichen Musikstücke mit der jeweiligen Sternebewertung versehen. Ist das mit allen fünf Playlists passiert, können diese auch schon wieder gelöscht werden. Fertig!

2019

Ein launischer Jahresrückblick, wirklich sehr kurz und knapp.

Geschäftlich

Okay, würde ich so sagen. Das Jahr 2018 und vor allem 2017 habe ich nicht eingeholt, das stand aber auch nicht zur Debatte. Ziemlich stolz bin ich darüber, dass ich vor allem auf der Ausgabenseite erheblich optimieren konnte, unter anderem mit größerem Aufräumen und Migrieren auf der Server- und Webhosting-Front. Jetzt ist alles auf einem einzigen Cloud-Server und der läuft wie geschnitten Brot.

In Sachen Geschäftsausrichtung merke ich mehr und mehr, dass es immer stärker weggeht vom klassischen Webdesign, was mir gar nicht so unrecht ist. Die Kommunikation im Gesamten ist gefragt und ich bin recht angetan davon, dass man mit Verfassen von wirklich guten Inhalten auch Kunden begeistern kann und das deutlich nachhaltiger, als einfach nur hübsche Websites basteln.

In Sachen PF-BITS gehe ich weiter auf Monetarisierung, was zwar mühselig ist – nie etwas anderes behauptet – aber doch ermutigend. Auch hier lassen sich Werbetreibende überzeugen. Ein klassisches Anzeigengeschäft, wo der Anzeigenverkäufer einfach nur das Bestellformular vorlegen musste, ist es nicht, aber auch das wollte ich so nie.

Gesundheitlich

Ebenfalls alles im Normalzustand. Wir mussten zwar im Herbst etwas an der Medikation drehen, aber die Gründe dafür waren alle erklär- und absehbar. An Bord ist nach über 7,5 Jahren immer noch mein erster ICD, dessen Batterieerschöpfung eigentlich für Mitte des Jahres geplant war. Aber da er so selten gebraucht wird, wird er wohl 7,75 Jahre schaffen, im nächsten Frühjahr wird dann der Gerätetausch fällig.

Persönlich

Auch dieses Jahr gab es Verluste im Bekannten- und Freundeskreis, die mich teilweise sehr berührt haben, da vor allem der Tod von Claus Kuge, einem guten Freund und Geschäftspartner, von dessen Organisations- , Projekt- und Kommunikationstalent ich viel gelernt habe. Sein Tod war es dann auch, das mich dazu bewogen hat, meine erste Aufbahrung zu besuchen. Wirklich hässlicher Anlass für einen sehr wertvollen Besuch.

Kopfmäßiges

Ich muss schon zugeben, dass ich in einigen Sachen inzwischen sehr nachdenklich geworden bin, vor allem beim Thema Klimawandel. Einige Bücher habe ich dazu gelesen und bei keinem habe ich wirklich gute Laune empfunden. Der Klimawandel kommt nicht – er ist schon längst da und er wird wohl in einigen wirklich üblen Ausprägungen auch viele Jahrzehnte hier bleiben. Wir, ich sage es sehr deutlich, ficken gerade unseren Planeten tot.

Dementsprechend allergisch reagiere ich inzwischen auf Plastik und kaufe immer häufiger Dinge nicht, weil sie so umständlich verpackt sind oder eigentlich nicht notwendig wären. Es nervt mich regelrecht, weil es so gedankenlos ist, was wir tagtäglich machen. Gedankenlosigkeit ist so unglaublich müßig, es ist eine Plage.

In Sachen Bücher, wo wir gerade dabei sind, ist etwas Stagnation eingetreten und es waren dieses Jahr nur 33 Bücher anstatt 37 wie letztes Jahr. Dafür habe ich mir angewöhnt, jeden Tag mindestens den Artikel des Tages der deutschen Wikipedia zu lesen. Kann ich nur empfehlen.

Highlight

Klingt jetzt wirklich wie eine Lappalie, aber der ZDF-Fernsehgottesdienst, der in Pforzheim im April Station gemacht hat, war ein echtes Highlight. Gottesdienste sind jetzt für mich als Kind, das in einen evangelischen Kindergarten gegangen ist und zumindest in der Kindheit fest im Singen von Kirchenliedern und Aufsagen von Gebeten war, keine völlig unbekannte Veranstaltung, aber es ist schon etwas ganz anderes, in der Kirche zu sitzen, die man schon als kleines Kind kennt und da dann Fernsehen gemacht wird von ehemaligen Kollegen, von denen ich sogar zwei noch von meiner Fernsehzeit kannte.

Man muss in seinem Leben die verschiedenen Lebenslinien mutig miteinander kreuzen lassen, auch wenn das Zeitgenossen vielleicht gar nicht so lebenswert finden. Und man muss für wirklich berührende Sachen nicht unbedingt ans andere Ende der Welt fahren, nur um das Bild zu machen, das eine Million Menschen davor auch schon gemacht haben.

2020?

In 2020 gehe ich relativ entspannt hinein. Ein paar wirklich (liebenswürdig) bescheuerte Blog-Ideen habe ich im Hinterkopf und bei einer wirklich ganz besonders bescheuerten Blog-Idee wird sich im Januar möglicherweise entscheiden, ob sie etwas wird oder nicht. Dazu müssen wirklich einige Menschen – inklusive mir – über ihre Schatten springen, aber meine wirklich besten Arbeiten stammen aus einstigen „Schnapsideen“ und niemand musste dafür leiden. Ein Teil meines Freundeskreises bekommt da sicher Augenlidzucken, aber so ist das nun mal. Halbe Sachen sind echt nicht mein Ding, das können andere besser.

Ansonsten bliebe nur zu sagen, dass ich mich bei allen Freunden und Feinden herzlich dafür bedanken möchte, dass sie mich mögen oder hassen. Geht halt nicht anders, bleibt weg, wenn ihr das nicht aushaltet. 🙂

Koalitionsfarben.de

Sozusagen als kleines Weihnachtsprojekt ist mein Mini-Projekt „Koalitionsfarben.de“ in diesem Jahr entstanden. Der Grund war ein ganz banaler: Ich wusste nicht, was die „Papaya-Koalition“ ist. Nämlich gleichbedeutend wie die „Spezi-Koalition“ und damit die Regierungskoalition zwischen der CSU und den Freien Wählern in Bayern.

Da war dann der Weg zur Domain nicht weit und ein WordPress mit dem formidablen Theme Twenty Twenty war auch schnell installiert.

Daher… here we go:

Erreichbar unter https://www.koalitionsfarben.de/ und selbstverständlich darf und muss dieser Link kräftig unters Volk gebracht werden!

Mailarchiv-Tweaking in Thunderbird mit maildir anstatt mbox.

Meine ältesten Mailarchive stammen aus dem Jahre 1997, damals noch erstellt mit dem Netscape Navigator bzw. der darin eingebetteten Mailfunktion. Und auch heute noch nutze ich Mozilla Thunderbird, das (zumindest ideell) ein Kind des Navigators ist.

Traditionell nutzte der Netscape Navigator und später auch Mozilla Thunderbird für das Mailarchiv das so genannte „mbox“-Format. Das sieht so aus, dass für jeden Ordner, der im Mailprogramm angelegt ist, eine Datei im Dateisystem angelegt wird. Liegen Mails in diesem virtuellen Mailordner, werden diese alle in dieser einen Datei gespeichert.

Das funktioniert so lange prächtig, wie man relativ wenig Mails und dann auch noch vor allem sehr kleine Mails darin archiviert. Nur ein Beispiel: Mein Mailarchiv aus dem Jahre 2001 besteht aus gut 4.000 Mails und die sind zusammen gerade einmal 11 Megabyte (!) groß. Die rund 10.000 Mails aus dem Jahre 2018 brauchen schlappe 2,2 Gigabyte. Und die sind alle tatsächlich in einer Datei gespeichert, wenn man diese Mails in einem einzigen virtuellen Verzeichnis hat.

Demzufolge ist das mbox-Format zwar immer noch funktional, aber fehleranfällig und vor allem langsam. Es gibt zwar in Thunderbird eine Indexdatei zum Auffinden der einzelnen Mails in den riesigen Dateien, aber richtig praktisch ist das nicht mehr, weil für jede neue Mail die gesamte Datei angefasst werden muss. Neue Mails werden zwar nur angehängt und alte so markiert, dass sie erst bei einem Bereinigungsvorgang entfernt werden, dennoch ist das alles mühselig. Und im übrigen im Zeitalter von SSD-Festplatten ein Hort für viele unnötige Schreiboperationen.

maildir als moderne Antwort

Daher gibt es das so genannte „maildir“-Format, dass im Prinzip nicht mehr alle Mails eines virtuellen Verzeichnisses in eine Datei packt, sondern als einzelne Dateien in ein echtes Dateisystemverzeichnis. Heute brauchen wir uns um Zugriffsgeschwindigkeiten nicht mehr sonderlich scheren und können den direkten Dateizugriff auf einzelne Mails locker leisten. Zwar gibt es auch bei maildir einen Index, aber der Zugriff auf einzelne Dateien und Mails ist erheblich schneller und vor allem stabiler.

Kleiner Nachteil: Das Kopieren von wirklich großen Mailarchiven dauert deutlich länger, weil viele einzelne Dateioperationen nötig sind, als nur das verschieben von sehr großen mbox-Dateien. Aber das ist aus meiner Sicht tolerierbar, da ich – inzwischen – selten wirklich große Mailarchive kopiere.

maildir aktivieren

Wollte ich hier eigentlich erklären, aber Mozilla hat hierzu einen inzwischen sehr umfangreichen und guten Artikel:

Sehr wichtig: maildir funktioniert zwar bei mir stabil und problemlos, ist aber tatsächlich immer noch eine experimentielle Implementierung. Daher ist es unumgänglich, vorher (!) das gesamte (!!) Mailarchiv wegzusichern. Das sollte man sowieso regelmäßig machen, egal ob durch das Kopieren der Mails oder durch eine zentrale Systemsicherung.

Ich schreibe es sicherheitshalber nochmal: Mache eine Datensicherung vorher!

7,5 Jahre ICD.

Das praktische an einem Weblog ist ja, dass man Dinge wirklich lange begleiten und betrachten kann. Das gilt so auch für meinen ICD, einen Implantierbaren Kardioverter/Defibrillator, den ich seit 2012 zur Überwachung meines Herzens habe. Wer sich die wirklich umfassende ICD-Geschichte in diesem Weblog durchlesen will, möge auf diesen Satz klicken.

Dass ich ausgerechnet nach 7,5 Jahren meiner ICD-Implantierung einen Artikel dazu schreibe, ist wohl nur für den Fachmann erkennbar. Etwas deutlicher wird es, wenn ich die aktuelle Batteriekapazität nenne, die liegt nämlich zum heutigen Tage bei 13 %. Überhaupt nicht kritisch, sondern eher überraschend, denn eigentlich ist die Batterielaufzeit meines ICD, ein Berliner Qualitätsprodukt, mit durchschnittlich sechs bis sieben Jahren Laufzeit angegeben. Wir sind also im Bonuslevel und das ist vor allem ein erfreuliches Ergebnis.

Damit ist auch schon der nähere Zeitraum eingegrenzt, wann ein Austausch fällig wird. Zur nächsten Untersuchung, die nun sicherheitshalber nicht mehr halbjährlich, sondern vierteljährlich erfolgt, wird die Batterielaufzeit voraussichtlich bei 8 % sein und dann ist ein Austausch angebracht. Dann hätte der metallene Kollege 7,75 Jahre durchgehalten.

Batterie aufladen?

Diese Frage höre ich häufig, ist aber auch sehr einfach zu beantworten. Ein ICD und auch ein Herzschrittmacher sind Geräte, die überaus lange laufen müssen. Mit einem Akku, der mit beträchtlicher Selbstentladung kämpfen muss, ist das nicht zu bewerkstelligen. Daher haben solche Gerätschaften fest eingebaute Batterien, die darüber hinaus auch sehr lange funktionieren müssen.

Der Austausch hört sich kompliziert an, ist es aber üblicherweise nicht. Bei einer örtlichen Narkose wird die Narbe zum alten ICD geöffnet, die beiden Elektroden vom ICD abgenommen, der neue ICD eingesteckt und angeschlossen. Eine Geschichte, die in einer Dreiviertelstunde erledigt werden kann und zu Routineangelegenheiten im Krankenhaus gehört.

Richtig spannend wird es bei den aktuellen Geräteserien, denn da wird deutlich, was für Innovationsdruck herrscht: Der nächste ICD wird nicht nur kleiner sein, sondern Batterielaufzeiten von 10 bis sogar 15 Jahren mitbringen. Wir reden von einer schlappen Verdoppelung der Batterielaufzeit.

So richtig bange ist es mir daher gar nicht. Zum einen lässt sich die Restlaufzeit von ICD sehr gut überwachen und zum anderen kann man kaum böse darüber sein, dass nach fast acht Jahren ein komplett neues Stück Technik eingebaut wird.