2019

Ein launischer Jahresrückblick, wirklich sehr kurz und knapp.

Geschäftlich

Okay, würde ich so sagen. Das Jahr 2018 und vor allem 2017 habe ich nicht eingeholt, das stand aber auch nicht zur Debatte. Ziemlich stolz bin ich darüber, dass ich vor allem auf der Ausgabenseite erheblich optimieren konnte, unter anderem mit größerem Aufräumen und Migrieren auf der Server- und Webhosting-Front. Jetzt ist alles auf einem einzigen Cloud-Server und der läuft wie geschnitten Brot.

In Sachen Geschäftsausrichtung merke ich mehr und mehr, dass es immer stärker weggeht vom klassischen Webdesign, was mir gar nicht so unrecht ist. Die Kommunikation im Gesamten ist gefragt und ich bin recht angetan davon, dass man mit Verfassen von wirklich guten Inhalten auch Kunden begeistern kann und das deutlich nachhaltiger, als einfach nur hübsche Websites basteln.

In Sachen PF-BITS gehe ich weiter auf Monetarisierung, was zwar mühselig ist – nie etwas anderes behauptet – aber doch ermutigend. Auch hier lassen sich Werbetreibende überzeugen. Ein klassisches Anzeigengeschäft, wo der Anzeigenverkäufer einfach nur das Bestellformular vorlegen musste, ist es nicht, aber auch das wollte ich so nie.

Gesundheitlich

Ebenfalls alles im Normalzustand. Wir mussten zwar im Herbst etwas an der Medikation drehen, aber die Gründe dafür waren alle erklär- und absehbar. An Bord ist nach über 7,5 Jahren immer noch mein erster ICD, dessen Batterieerschöpfung eigentlich für Mitte des Jahres geplant war. Aber da er so selten gebraucht wird, wird er wohl 7,75 Jahre schaffen, im nächsten Frühjahr wird dann der Gerätetausch fällig.

Persönlich

Auch dieses Jahr gab es Verluste im Bekannten- und Freundeskreis, die mich teilweise sehr berührt haben, da vor allem der Tod von Claus Kuge, einem guten Freund und Geschäftspartner, von dessen Organisations- , Projekt- und Kommunikationstalent ich viel gelernt habe. Sein Tod war es dann auch, das mich dazu bewogen hat, meine erste Aufbahrung zu besuchen. Wirklich hässlicher Anlass für einen sehr wertvollen Besuch.

Kopfmäßiges

Ich muss schon zugeben, dass ich in einigen Sachen inzwischen sehr nachdenklich geworden bin, vor allem beim Thema Klimawandel. Einige Bücher habe ich dazu gelesen und bei keinem habe ich wirklich gute Laune empfunden. Der Klimawandel kommt nicht – er ist schon längst da und er wird wohl in einigen wirklich üblen Ausprägungen auch viele Jahrzehnte hier bleiben. Wir, ich sage es sehr deutlich, ficken gerade unseren Planeten tot.

Dementsprechend allergisch reagiere ich inzwischen auf Plastik und kaufe immer häufiger Dinge nicht, weil sie so umständlich verpackt sind oder eigentlich nicht notwendig wären. Es nervt mich regelrecht, weil es so gedankenlos ist, was wir tagtäglich machen. Gedankenlosigkeit ist so unglaublich müßig, es ist eine Plage.

In Sachen Bücher, wo wir gerade dabei sind, ist etwas Stagnation eingetreten und es waren dieses Jahr nur 33 Bücher anstatt 37 wie letztes Jahr. Dafür habe ich mir angewöhnt, jeden Tag mindestens den Artikel des Tages der deutschen Wikipedia zu lesen. Kann ich nur empfehlen.

Highlight

Klingt jetzt wirklich wie eine Lappalie, aber der ZDF-Fernsehgottesdienst, der in Pforzheim im April Station gemacht hat, war ein echtes Highlight. Gottesdienste sind jetzt für mich als Kind, das in einen evangelischen Kindergarten gegangen ist und zumindest in der Kindheit fest im Singen von Kirchenliedern und Aufsagen von Gebeten war, keine völlig unbekannte Veranstaltung, aber es ist schon etwas ganz anderes, in der Kirche zu sitzen, die man schon als kleines Kind kennt und da dann Fernsehen gemacht wird von ehemaligen Kollegen, von denen ich sogar zwei noch von meiner Fernsehzeit kannte.

Man muss in seinem Leben die verschiedenen Lebenslinien mutig miteinander kreuzen lassen, auch wenn das Zeitgenossen vielleicht gar nicht so lebenswert finden. Und man muss für wirklich berührende Sachen nicht unbedingt ans andere Ende der Welt fahren, nur um das Bild zu machen, das eine Million Menschen davor auch schon gemacht haben.

2020?

In 2020 gehe ich relativ entspannt hinein. Ein paar wirklich (liebenswürdig) bescheuerte Blog-Ideen habe ich im Hinterkopf und bei einer wirklich ganz besonders bescheuerten Blog-Idee wird sich im Januar möglicherweise entscheiden, ob sie etwas wird oder nicht. Dazu müssen wirklich einige Menschen – inklusive mir – über ihre Schatten springen, aber meine wirklich besten Arbeiten stammen aus einstigen „Schnapsideen“ und niemand musste dafür leiden. Ein Teil meines Freundeskreises bekommt da sicher Augenlidzucken, aber so ist das nun mal. Halbe Sachen sind echt nicht mein Ding, das können andere besser.

Ansonsten bliebe nur zu sagen, dass ich mich bei allen Freunden und Feinden herzlich dafür bedanken möchte, dass sie mich mögen oder hassen. Geht halt nicht anders, bleibt weg, wenn ihr das nicht aushaltet. 🙂

Koalitionsfarben.de

Sozusagen als kleines Weihnachtsprojekt ist mein Mini-Projekt „Koalitionsfarben.de“ in diesem Jahr entstanden. Der Grund war ein ganz banaler: Ich wusste nicht, was die „Papaya-Koalition“ ist. Nämlich gleichbedeutend wie die „Spezi-Koalition“ und damit die Regierungskoalition zwischen der CSU und den Freien Wählern in Bayern.

Da war dann der Weg zur Domain nicht weit und ein WordPress mit dem formidablen Theme Twenty Twenty war auch schnell installiert.

Daher… here we go:

Erreichbar unter https://www.koalitionsfarben.de/ und selbstverständlich darf und muss dieser Link kräftig unters Volk gebracht werden!

Mailarchiv-Tweaking in Thunderbird mit maildir anstatt mbox.

Meine ältesten Mailarchive stammen aus dem Jahre 1997, damals noch erstellt mit dem Netscape Navigator bzw. der darin eingebetteten Mailfunktion. Und auch heute noch nutze ich Mozilla Thunderbird, das (zumindest ideell) ein Kind des Navigators ist.

Traditionell nutzte der Netscape Navigator und später auch Mozilla Thunderbird für das Mailarchiv das so genannte „mbox“-Format. Das sieht so aus, dass für jeden Ordner, der im Mailprogramm angelegt ist, eine Datei im Dateisystem angelegt wird. Liegen Mails in diesem virtuellen Mailordner, werden diese alle in dieser einen Datei gespeichert.

Das funktioniert so lange prächtig, wie man relativ wenig Mails und dann auch noch vor allem sehr kleine Mails darin archiviert. Nur ein Beispiel: Mein Mailarchiv aus dem Jahre 2001 besteht aus gut 4.000 Mails und die sind zusammen gerade einmal 11 Megabyte (!) groß. Die rund 10.000 Mails aus dem Jahre 2018 brauchen schlappe 2,2 Gigabyte. Und die sind alle tatsächlich in einer Datei gespeichert, wenn man diese Mails in einem einzigen virtuellen Verzeichnis hat.

Demzufolge ist das mbox-Format zwar immer noch funktional, aber fehleranfällig und vor allem langsam. Es gibt zwar in Thunderbird eine Indexdatei zum Auffinden der einzelnen Mails in den riesigen Dateien, aber richtig praktisch ist das nicht mehr, weil für jede neue Mail die gesamte Datei angefasst werden muss. Neue Mails werden zwar nur angehängt und alte so markiert, dass sie erst bei einem Bereinigungsvorgang entfernt werden, dennoch ist das alles mühselig. Und im übrigen im Zeitalter von SSD-Festplatten ein Hort für viele unnötige Schreiboperationen.

maildir als moderne Antwort

Daher gibt es das so genannte „maildir“-Format, dass im Prinzip nicht mehr alle Mails eines virtuellen Verzeichnisses in eine Datei packt, sondern als einzelne Dateien in ein echtes Dateisystemverzeichnis. Heute brauchen wir uns um Zugriffsgeschwindigkeiten nicht mehr sonderlich scheren und können den direkten Dateizugriff auf einzelne Mails locker leisten. Zwar gibt es auch bei maildir einen Index, aber der Zugriff auf einzelne Dateien und Mails ist erheblich schneller und vor allem stabiler.

Kleiner Nachteil: Das Kopieren von wirklich großen Mailarchiven dauert deutlich länger, weil viele einzelne Dateioperationen nötig sind, als nur das verschieben von sehr großen mbox-Dateien. Aber das ist aus meiner Sicht tolerierbar, da ich – inzwischen – selten wirklich große Mailarchive kopiere.

maildir aktivieren

Wollte ich hier eigentlich erklären, aber Mozilla hat hierzu einen inzwischen sehr umfangreichen und guten Artikel:

Sehr wichtig: maildir funktioniert zwar bei mir stabil und problemlos, ist aber tatsächlich immer noch eine experimentielle Implementierung. Daher ist es unumgänglich, vorher (!) das gesamte (!!) Mailarchiv wegzusichern. Das sollte man sowieso regelmäßig machen, egal ob durch das Kopieren der Mails oder durch eine zentrale Systemsicherung.

Ich schreibe es sicherheitshalber nochmal: Mache eine Datensicherung vorher!

7,5 Jahre ICD.

Das praktische an einem Weblog ist ja, dass man Dinge wirklich lange begleiten und betrachten kann. Das gilt so auch für meinen ICD, einen Implantierbaren Kardioverter/Defibrillator, den ich seit 2012 zur Überwachung meines Herzens habe. Wer sich die wirklich umfassende ICD-Geschichte in diesem Weblog durchlesen will, möge auf diesen Satz klicken.

Dass ich ausgerechnet nach 7,5 Jahren meiner ICD-Implantierung einen Artikel dazu schreibe, ist wohl nur für den Fachmann erkennbar. Etwas deutlicher wird es, wenn ich die aktuelle Batteriekapazität nenne, die liegt nämlich zum heutigen Tage bei 13 %. Überhaupt nicht kritisch, sondern eher überraschend, denn eigentlich ist die Batterielaufzeit meines ICD, ein Berliner Qualitätsprodukt, mit durchschnittlich sechs bis sieben Jahren Laufzeit angegeben. Wir sind also im Bonuslevel und das ist vor allem ein erfreuliches Ergebnis.

Damit ist auch schon der nähere Zeitraum eingegrenzt, wann ein Austausch fällig wird. Zur nächsten Untersuchung, die nun sicherheitshalber nicht mehr halbjährlich, sondern vierteljährlich erfolgt, wird die Batterielaufzeit voraussichtlich bei 8 % sein und dann ist ein Austausch angebracht. Dann hätte der metallene Kollege 7,75 Jahre durchgehalten.

Batterie aufladen?

Diese Frage höre ich häufig, ist aber auch sehr einfach zu beantworten. Ein ICD und auch ein Herzschrittmacher sind Geräte, die überaus lange laufen müssen. Mit einem Akku, der mit beträchtlicher Selbstentladung kämpfen muss, ist das nicht zu bewerkstelligen. Daher haben solche Gerätschaften fest eingebaute Batterien, die darüber hinaus auch sehr lange funktionieren müssen.

Der Austausch hört sich kompliziert an, ist es aber üblicherweise nicht. Bei einer örtlichen Narkose wird die Narbe zum alten ICD geöffnet, die beiden Elektroden vom ICD abgenommen, der neue ICD eingesteckt und angeschlossen. Eine Geschichte, die in einer Dreiviertelstunde erledigt werden kann und zu Routineangelegenheiten im Krankenhaus gehört.

Richtig spannend wird es bei den aktuellen Geräteserien, denn da wird deutlich, was für Innovationsdruck herrscht: Der nächste ICD wird nicht nur kleiner sein, sondern Batterielaufzeiten von 10 bis sogar 15 Jahren mitbringen. Wir reden von einer schlappen Verdoppelung der Batterielaufzeit.

So richtig bange ist es mir daher gar nicht. Zum einen lässt sich die Restlaufzeit von ICD sehr gut überwachen und zum anderen kann man kaum böse darüber sein, dass nach fast acht Jahren ein komplett neues Stück Technik eingebaut wird.

Claus Kuge (1948-2019)

Claus lernte ich 2009 kennen, zum damaligen Pforzheimer Oberbürgermeisterwahlkampf für Gert Hager. Gert hatte mich schon ein paar Wochen früher für die Online-Kampagne engagiert, die ich damals in einem angelehnten Stile des Obama-Wahlkampfes durchführen wollte, mit einem richtigen Weblog. 2009 noch eine richtige Sache und Herausforderung, inklusive des damals fast schon obszönen Paradigmas, dass ein Blogger – in diesem Fall der Kandidat – ja aus seiner Sicht spricht und das auch in seinem Blog macht.

Claus Kuge betreute die Werbung des Wahlkampfes und bekam von Gert Hager den Auftrag mit der Maßgabe, dass das Thema Internet von mir weiter betreut werden solle und er, Kuge, sich da mit mir kurzschließen solle. Also rief mich an einem kalten Wintertag Claus Kuge an und lud mich in die Räume seiner Werbeagentur ein.

Ein skurriler Nachmittag folgte. Claus erzählte mich, für welche Firmen er bisher tätig war, dass seine Agentur einst zu den Top 200 in Deutschland gehörte und in seinem wirklich weitgehend blanken Besprechungsraum hingen zwei Bilder von Fotomodels. Auf einem Bild waren sie angezogen und auf einem anderen, exakt gleich inszenierten Bild waren sie alle nackt. Mein Verdacht nach diesem Gespräch war, dass das nix werden würde, rein gar nichts. Einem Werbemann der alten Schule kann ich das Thema Web 2.0 nicht erklären.

Doch es funktionierte und das sogar wahlentscheidend. Denn Claus Kuge hatte die Begabung, aus dem Stegreif umfangreiche Kommunikationsstrategien zu entwickeln und die perfekt in jedes Medium einzupassen. Beim Thema Weblog war er zunächst entsetzt darüber, dass unser gemeinsamer Schützling aus der Ich-Perspektive berichten soll, aber dann bauten wir alle Wahlkampfaktivitäten entsprechend um dieses Paradigma herum. Wir lebten das Bloggen innerhalb weniger Tage und richteten den Wahlkampf danach aus.

Ein sehr guter und enger Freund ist mir Claus Kuge danach geworden, trotz unseres Altersunterschieds von 28 Jahren. Claus konnte – und wollte – zuhören, er wusste für alle kommunikativen Probleme eine Strategie und war professionell genug, sie dann auch zu vertreten. Einen Erfolg fuhr er liebend gerne ein, einen Misserfolg trug er problemlos mit und konnte fair mit Kritik umgehen.

In seiner Aufgabe als einer der sogenannten Obermeister der „Löblichen Singer von 1501“ in Pforzheim, einer der ältesten Bürgerinitiativen Deutschland, war seine Aufgabe vor allem die des Vermittlers. Vermittler gegenüber den Mitgliedern, den Freunden, aber auch gegenüber Skeptikern. Und das in einer kaum nachahmlichen Art in großer Vertrauenswürdigkeit und Autorität, egal ob Jung oder Alt. Ein Mensch, dem Freundschaft viel bedeutete.

Nun starb er Mitte Juli urplötzlich. Die Formulierung „aus dem Leben gerissen“ trifft es erschreckend exakt, denn natürlich hatte er viele Projekte noch im Hinterkopf, viele Gespräche wollten noch weitergeführt werden, an vielen Ideen hatten wir noch nicht fertig gearbeitet. Nicht weil er faul gewesen wäre, sondern weil sie einfach noch nicht fertig gedacht waren und reifen mussten. Guter Wein muss reifen.

Die Lücke, die Claus in Pforzheim hinterlässt, ist zur Zeit bei vielen Menschen – zuallererst bei seinen Angehörigen und seinen Freunden – unermesslich, was sich in der Trauerfeier mit mehreren hundert Gästen ansatzweise zeigte. Immer wieder will man zum Telefon greifen, sich für einen schnellen Kaffee anmelden und etwas kurz besprechen, bei dem man wusste, dass man danach der Lösung schon ein gutes Stück näher war. Das wird fehlen.

Providerwechsel Nr. 2

Im Sommer letzten Jahres wechselte ich von Domainfactory zum Webhoster WebGo. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Das Webhosting war mit undokumentierten Einschränkungen versehen (z.B. beschränkte REST-Zugriffe, die den Einsatz der offiziellen WordPress-App unmöglich machte), hatte im Laufe der Zeit immer häufiger Performance-Probleme zu bestimmten Zeiten (die sich nach mehrmaligen Supportgesprächen über Monate hinweg als Überlastungen durch einen anderen Kunden herausstellten) und einen Support, der mich mehr verärgerte, als er mir helfen konnte.

Mehr will ich zu WebGo gar nicht verlieren, immerhin entließen sie mich nach einer Bitte um vorzeitige Vertragsauflösung ohne Murren einen Monat vor Vertragsende und erstatteten mir zudem die letzte bezahlte Monatsgebühr.

Lession learned: An einem eigenen Server geht kein Weg vorbei

Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen: Mit Webhosting kann ich keinem Kunden und auch meinen Webprojekten wirklich dienen. An einem dedizierten Server störte mich aber lange Zeit die ökologische Sinnlosigkeit, einen Server vor sich hingurken zu lassen, der die meiste Zeit nichts tut und ein kleinwenig das Thema, dass ich mich um die Administration eines eigenen Servers nicht kümmern kann und auch nicht will.

Dennoch: Keine Wahl. Die Optionen für einen Managed Server sind zwar bei einigen Providern gegeben, aber deutlich in einer anderen Kostenklasse. Muss man sich leisten können und/oder entsprechend auf Kundenpreise draufschlagen.

Im Endeffekt ist es nun ein vServer, ein virtueller Server, geworden, der bei 1&1 stationiert ist. Über 1&1 kann man prinzipiell streiten, allerdings habe ich dort schon Exchange-Konten von Kunden im Hosting, da war der Weg nicht weit. Der vServer kommt mit der Administrationsoberfläche Plex Onyx daher und ist weitgehend gut auch für Laien und vor allem für Leute, die nicht ständig an der Kiste basteln können, geeignet.

Die nicht zu unterschätzende Lernkurve

Kein Providerwechsel ohne Lernkurven. Dennoch ist ein eigener Server nochmal eine andere Kategorie. Ich habe es erfolgreich geschafft, 24 Jahre ohne nennenswerte Unix/Linux-Kenntnisse durch das Internet zu kommen und habe jetzt schlicht keine Zeit und keine Muße, mich größer in die Administration einzuarbeiten.

Plesk zu administrieren, ist am Anfang nicht ganz einfach und ohne Grundkenntnisse in Dateiorganisation und Netzwerk nicht zu bewerkstelligen. Die Grundausstattung der vServer von 1&1 ist nicht ganz verkehrt und die Dokumentation stimmt soweit auch, um nach einem Wochenende eine gut funktionierende Umgebung zu haben. Erschwerend kam bei mir hinzu, dass ich bestehende WordPress-Installationen umzuziehen hatte und davon mehrere Installationen Multiuser-Umgebungen sind, die in Sachen Domainmapping vollständig manuell eingerichtet werden müssen. Dem Umstand bin ich mir bewusst und auch dem Vorteil moderner Administrationsumgebungen wie Plesk, WordPress-Installationen aus vordefinierten Paketen zu erstellen und einzurichten. Meine Multiuser-Umgebungen kommen halt teilweise auch Zeiten, wo es solche Sachen mit dem heutigen Komfort eben noch nicht gab. Trotzdem: Never change a running system.

Kosten

Mein vServer kostet im Monat 30 Euro zuzüglich Domains und da bin ich dann wieder in etwa in der Preisklasse meines früheren Domainfactory-Webhostings. Das stört mich aber inzwischen weniger, als letztes Jahr, weil ich gelernt habe, dass ein billiger Webhoster die faire Chance hat, auch ein schlechter Webhoster zu sein. Mit Müll-Hosting kann ich keinem Kunden kommen.

Rivva.de braucht Hilfe und du kannst helfen.

Der Online-Dienst Rivva.de ist mir ehrlich ans Herz gewachsen. Als ein Graswurzel-Nachrichtenprojekt von Frank Westphal gestartet macht es seit zwölf Jahren immer noch genau das: Nachrichten als einen stetigen Fluss sehen und nicht als See. Alles, was ich in Sachen Online-Nachrichten gelernt hatte, war auch ein Stück aus der Kultur von Rivva.de heraus gesehen.

Gebloggt habe ich in diesem bescheidenen Blog jedenfalls regelmäßig über Rivva.de und es ist vieles noch aktuell.

Nun ist Rivva.de immer noch ein Projekt von Frank Westphal und ich habe – so wie viele Nachrichtenjunkies auch – Rivva.de immer noch in meinem Newsreader. Rivva.de hatte in der Vergangenheit immer wieder mal Kooperationen mit Werbe- und Medienpartnern, nun aber braucht es eine neue, nachhaltigere Finanzierung.

Westphal stellt sich ein Abo-Modell vor, das über den Online-Abo-Vermittlungsdienst Steady abgeschlossen werden kann. Das möchte ich jedem Leser an dieser Stelle sehr ans Herz legen, so wie ich jedem Leser Rivva.de selbst ans Herz legen will. Und das nicht nur meinen Nachrichten- und Journalistenkollegen, sondern wirklich allen. Was Google News im Groben ist, ist Rivva.de im Feinen.

Hier geht es lang: Hilfe benötigt: Bitte unterstützt Rivva über Steady

Wechsel der Buchhaltungssoftware und Spaß haben.

Schon Mitte letzten Jahres hatte ich mich entschieden, zum Ende des Jahres die Buchhaltungssoftware zu wechseln. Bis dato nutzte ich Lexware BüroEasy. Beziehungsweise ärgerte mich darum herum. BüroEasy ist das, was früher einmal die deutsche Version von Intuit QuickBooks war und seit 1999 von Lexware vertrieben wird. Und in Sachen Grafik und Bedienung auch ungefähr da stehengeblieben ist.

Da ich buchhalten kann, wäre mir das eigentlich noch relativ egal gewesen, aber leider schleppte Büro Easy eine Reihe von Abstürzen mit sich und die Einbindung von OpenOffice zum Rechnungsausdruck ist bescheiden. Zum Support möchte ich gar nichts mehr schreiben und sagen – der hat eigentlich nur dafür gesorgt, im Dezember endgültig den Schlussstrich am 31. Dezember zu ziehen, den Wartungsvertrag zu kündigen und das neue Jahr mit einer neuen Software zu beginnen.

In meinem Fall ist das nun WISO MeinBüro Plus. Es ist zwar ebenfalls nicht das schnellste Programm auf dem Planeten und leidet etwas in der Auflösung der Ansicht, die mit HiDPI-Bildschirmen nichts anfangen kann, aber ansonsten gibt es rein gar nichts zu meckern, weil sich Leute offenkundig darüber Gedanken machen, eine Buchhaltungs- und Fakturasoftware für Menschen zu entwickeln, die auch lernfähig ist.

Nur ein Beispiel: Die Buchung von Bewirtungsbelegen ist etwas, die BüroEasy nicht automatisch kann. Man bucht also einen Bewirtungsbeleg und bucht als zweiten Vorgang manuell einen Buchungssatz zum Abzug der 30 % nicht abzugsfähigen Kosten. Vorlagen für diesen Standardbuchungssatz gibt es nicht, man muss sich das alles selbst anlesen und jedes Mal daran denken. In WISO MeinBüro gibst du den Beleg an und so bald „Bewirtungskosten“ ausgewählt wird, denkt die Software automatisch daran und bucht alles notwendige. Zwei Minuten geschenkte Zeit.

Und so geht es dann durch und durch, bis hin zur Rechnungserstellung. Obwohl ich lange Jahre ein Feind von Formulareditoren war und lieber mit einem Export auf Office meine Rechnungen machte, nutze ich den eingebauten Formulareditor liebend gern. Denn der funktioniert und hat von Anfang an ein vernünftiges Aussehen mit allen notwendigen Informationen. Allein hier spare ich mir jeden Monat mindestens eine halbe Stunde Zeit. Der Kontenabruf funktioniert ebenfalls und bei der Zuordnung schlägt WISO MeinBüro auch entsprechende Buchführungskonten vor. Kennt der BüroEasy-Kunde so auch nicht.

Hinter den Kulissen funktioniert WISO MeinBüro Plus mit einem richtigen, kleinen Datenbankserver und benutzt bei so Leuten, die so wie ich eine Einnahmen-Überschussrechnung machen müssen, einen vereinfachten Kontorahmen, der sich nach den Feldern des Formulars EÜR der Steuererklärung richtet. Das ist bei Lexware BüroEasy ein echtes Manko, denn dort bucht man auch als Kleinunternehmer mit einem Kontenrahmen für die doppelte Buchführung und hat da auch noch das Problem, dass eine Vielzahl von Konten gar nicht voreingerichtet sind und manuell eingerichtet werden müssen.

Unterm Strich kostet mich WISO MeinBüro Plus rund 40 Euro mehr im Jahr. Die zahle ich aber liebend gern, weil das Ding echte Zeitersparnis für mich bedeutet.

Rückblick auf das Jahr 2018.

Alles in allem war es ein ganz ordentliches Jahr. Geschäftlich gibt es nichts zu klagen, ich konnte das Vorjahresergebnis fast wieder erreichen und das Geschäftsjahr 2017 war wirklich enorm gut. Ein paar interessante Projekte gingen auch 2018 an den Start und an unserem kleinen Nachrichtenprojekt PF-BITS haben wir weiter ordentlich gebastelt und Content erzeugt. Immerhin gab und gibt es die ersten ernsthaften Wirkungen in Sachen Relevanz, aber dazu schreibe ich ein anderes Mal ausführlich.

Geschäftlich auch hochinteressant war die eher spontane Anschaffung eines 3D-Druckers für ein Kundenprojekt, für das ich dieses Jahr ziemlich genau einen Kilometer Filament verarbeitet habe. Das gehört ganz zweifellos zu den Projekten, die als völlig bescheuerte Besim-Idee anfangen, dann aber doch ihre Wirkung zeigen und die Kundschaft zu echten Höchstleistungen motiviert. Auch darüber müsste ich einmal ausführlicher schreiben.

Was mich dieses Jahr im November betroffen gemacht hat, war der plötzliche Tod von Robert Basic. Wir hatten zwar außer regelmäßigen Diskussionen auf Facebook gar nicht sonderlich viel zu tun, aber es ist dann doch sehr bestürzend, wenn praktisch gleichaltrige Menschen an Folgen eines Herzinfarktes sterben müssen. Da Robert in seiner unnachahmlichen Art auch seinen Krankenhausaufenthalt in Facebook dokumentierte, war der plötzliche Tod umso dramatischer. Man hört bei solchen Sachen dann doch genauer hin auf das Herz, da habe ich ja eine besondere Verbindung hin.

In Sachen Gesundheit kann ich mich selbst nicht beklagen, auch wenn das Jahr zunächst etwas unangenehm begann und ich in den ersten Tagen das zweifelhafte Vergnügen hatte, dass mein ICD einmal tätig werden musste. Das blieb jedoch glücklicherweise eine Ausnahme und war ein Ansporn, meine Medikation genau im Auge zu behalten und anzupassen. Es macht Sinn, nicht einfach nur auf den Doc zu hören, sondern in Absprache mit ihm genau auf Symptome zu achten und die Medizin anzupassen. Seitdem ist mein Herzrhythmus aber sehr erfreulich regelmäßig und das obwohl ich immer noch verhältnismäßig wenig dosieren muss.

Planmäßig ist 2019 dann der erste Tausch des Defis angesagt, da die prognostizierte Batterielaufzeit von sieben Jahren erreicht ist. Immerhin: Die potentiellen Nachfolgegeräte (wir sind da schlappe sieben Generationen weiter) haben eine Batterielaufzeit von dann elf Jahren. In der Schrittmacherbranche läuft’s. 🙂

In Sachen Technikgadgets war dieses Jahr eigentlich eher ruhig. Kein neues Smartphone, mein Google Pixel 2 XL erfüllt seinen Zweck völlig anstandslos und macht mir tatsächlich jeden Tag Freude. Mit einem Lenovo Tab 4 kam ein neues Tablet an den Start. Sicherlich kein Highend-Gerät, aber doch sehr solide. Ach, und mit „Red Dead Redemption II“ habe ich endlich wieder ein superlanges Videospiel auf der PS4, das dem Ruhm der GTA-Reihe in nichts nachsteht. Nach zwei Monaten habe ich gerade einmal die Hälfte der Haupthandlung gespielt und es ist immer noch aufregend wie am ersten Tag.

Gelesen habe ich dieses Jahr wieder eine ganze Latte von Büchern, nämlich schlappe 37 Stück. Und inzwischen alle elektronisch auf dem Kindle. Besonders beeindruckt haben mich die Bücher „Homo Deus“, „Die Physik der Zukunft: Unser Leben in 100 Jahren“, „Gun Love“ und „Nationales Sicherheitsamt“. In Sachen Science-Fiction bin ich dieses Jahr einmal etwas ruhiger gefahren und habe mir nur wenig Indie-Bücher gekauft, aber ich muss mich ja nicht jedes Jahr ärgern.

Die Crux mit den Messengern

Ich gebe zu, dass ich auch nach über 20 Jahren Online-Nutzung immer noch ein Kind der guten, alten E-Mail bin. E-Mail ist für mich Relevanz (mit Ausnahme von Spam natürlich), Authentizität, Archivierbarkeit. Ohne E-Mail läuft es bei mir weder in meiner privaten, noch in meiner geschäftlichen Kommunikation.

Mit Messengern hatte ich viele Jahre lang kein Problem, weil ich Messenger nur für private Kommunikation gebraucht habe und ich bei keiner dieser Kommunikation auf Authentizität achten musste. Schnell etwas getippt – wunderbar.

Immer häufiger komme ich nun aber in meiner geschäftlichen Kommunikation mit Kunden in Berührung, die ausschließlich via Messenger kommunizieren wollen. Das ist schon mal insofern ein Problem, weil geschäftsrelevaten Kommunikation eigentlich zehn Jahre lang archiviert werden muss. Wer bitte archiviert zehn Jahre lang seine Messenger-Kommunikation? Und vor allem: Wer will ich solchen Archiven nach bestimmten Inhalten suchen?

Dazu kommt – und das macht mich wirklich schwer kirre inzwischen – der Einsatz von Emojis. Kurzum: Ich hasse Emojis wie die Pest. Es gibt nichts, was mit Emojis wirklich besser wird. Nichts, rein gar nichts.

Ganz im Gegenteil: Geschäftliche Messenger-Kommunikation zusammen mit exzessiver Emoji-Kommunikation ist das gräßlichste, was dieser Planet in Sachen Kommunikation hervorgebracht hat. Nicht nur kann ich in Messenger-Logs nicht vernünftig suchen und zuordnen, sondern nun ist auch noch alles voll mit lachenden, weinenden, grübelnden, kotzenden Gesichtern.

Dazu kommt diese ewige Bestätigerei mit dem ewigen Daumen nach oben oder nach unten. Ich muss nicht wirklich zu jeder Äußerung in einem Messenger-Text wissen, ob der angekommen ist oder nicht. Wirklich nicht. Es juckt mich oftmals nicht, ob es jemand versteht oder nicht. Und noch viel schlimmer: Wenn ich keine Daumen-nach-oben verschicke, unterstellen mir inzwischen Leute, ich hätte etwas nicht verstanden.

Mit Emojis ist es noch an einer anderen Stelle katastrophal, nämlich beim Einsatz von Sprache. Ich habe in meinem Auto Android Auto und kann damit recht gut arbeiten und sogar chatten. Das ist allerdings kaum mehr möglich, wenn jemand mehr Emojis als Text verwendet. Denn Android Auto liest Emojis vor. Und so entstehen folgende gesprochene Monologe:

„Ja, danke! Lachendes Gesicht. Daumen nach oben. Daumen nach oben. Daumen nach oben. Daumen nach oben. Rotes Herz. Daumen nach oben. Lachendes Gesicht.“

Dass ich mit solchen Chats nichts anfangen kann und wenig Spaß habe, dürfte einleuchten.

Aber es geht alles noch viel schlimmer. Ich sage nur: Sprachnachrichten, Bilder und Videos. Denn die kann ich weder sinnvoll archivieren, noch durchsuchen.

Wie konnte es jemals so weit kommen?