Providerwechsel Nr. 2

Im Sommer letzten Jahres wechselte ich von Domainfactory zum Webhoster WebGo. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Das Webhosting war mit undokumentierten Einschränkungen versehen (z.B. beschränkte REST-Zugriffe, die den Einsatz der offiziellen WordPress-App unmöglich machte), hatte im Laufe der Zeit immer häufiger Performance-Probleme zu bestimmten Zeiten (die sich nach mehrmaligen Supportgesprächen über Monate hinweg als Überlastungen durch einen anderen Kunden herausstellten) und einen Support, der mich mehr verärgerte, als er mir helfen konnte.

Mehr will ich zu WebGo gar nicht verlieren, immerhin entließen sie mich nach einer Bitte um vorzeitige Vertragsauflösung ohne Murren einen Monat vor Vertragsende und erstatteten mir zudem die letzte bezahlte Monatsgebühr.

Lession learned: An einem eigenen Server geht kein Weg vorbei

Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen: Mit Webhosting kann ich keinem Kunden und auch meinen Webprojekten wirklich dienen. An einem dedizierten Server störte mich aber lange Zeit die ökologische Sinnlosigkeit, einen Server vor sich hingurken zu lassen, der die meiste Zeit nichts tut und ein kleinwenig das Thema, dass ich mich um die Administration eines eigenen Servers nicht kümmern kann und auch nicht will.

Dennoch: Keine Wahl. Die Optionen für einen Managed Server sind zwar bei einigen Providern gegeben, aber deutlich in einer anderen Kostenklasse. Muss man sich leisten können und/oder entsprechend auf Kundenpreise draufschlagen.

Im Endeffekt ist es nun ein vServer, ein virtueller Server, geworden, der bei 1&1 stationiert ist. Über 1&1 kann man prinzipiell streiten, allerdings habe ich dort schon Exchange-Konten von Kunden im Hosting, da war der Weg nicht weit. Der vServer kommt mit der Administrationsoberfläche Plex Onyx daher und ist weitgehend gut auch für Laien und vor allem für Leute, die nicht ständig an der Kiste basteln können, geeignet.

Die nicht zu unterschätzende Lernkurve

Kein Providerwechsel ohne Lernkurven. Dennoch ist ein eigener Server nochmal eine andere Kategorie. Ich habe es erfolgreich geschafft, 24 Jahre ohne nennenswerte Unix/Linux-Kenntnisse durch das Internet zu kommen und habe jetzt schlicht keine Zeit und keine Muße, mich größer in die Administration einzuarbeiten.

Plesk zu administrieren, ist am Anfang nicht ganz einfach und ohne Grundkenntnisse in Dateiorganisation und Netzwerk nicht zu bewerkstelligen. Die Grundausstattung der vServer von 1&1 ist nicht ganz verkehrt und die Dokumentation stimmt soweit auch, um nach einem Wochenende eine gut funktionierende Umgebung zu haben. Erschwerend kam bei mir hinzu, dass ich bestehende WordPress-Installationen umzuziehen hatte und davon mehrere Installationen Multiuser-Umgebungen sind, die in Sachen Domainmapping vollständig manuell eingerichtet werden müssen. Dem Umstand bin ich mir bewusst und auch dem Vorteil moderner Administrationsumgebungen wie Plesk, WordPress-Installationen aus vordefinierten Paketen zu erstellen und einzurichten. Meine Multiuser-Umgebungen kommen halt teilweise auch Zeiten, wo es solche Sachen mit dem heutigen Komfort eben noch nicht gab. Trotzdem: Never change a running system.

Kosten

Mein vServer kostet im Monat 30 Euro zuzüglich Domains und da bin ich dann wieder in etwa in der Preisklasse meines früheren Domainfactory-Webhostings. Das stört mich aber inzwischen weniger, als letztes Jahr, weil ich gelernt habe, dass ein billiger Webhoster die faire Chance hat, auch ein schlechter Webhoster zu sein. Mit Müll-Hosting kann ich keinem Kunden kommen.

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