• Wo Datenmisthaufen sind, da sind auch Datenkäfer.

    Es gibt ein ganz einfaches Gesetz beim Bilden von Vorratsdatenhaltungen: Sammle Daten wie ein Weltmeister und du wirst Freunde gewinnen, von denen du später weißt, dass du sie in diesem Zusammenhang am besten nie kennengelernt hättest. Das müssen sich vor allem Leute heutzutage fragen, die in der Ära Mehdorn in der Führungsriege der Deutschen Bahn gearbeitet haben.

    Immer wieder erstaunlich ist dabei, wer da alles in welchen Daten herumgeschnüffelt hat und es offenbar lange Zeit null Widerstände oder ein „unangenehmes Bauchgefühl“ bei Verantwortlichen gab. Die hübscheste Randnotiz dabei ist das, was der Heise-Newsticker heute schreibt, nämlich dass in den Jahren 1994 und 1998 die Deutsche Bahn im Auftrag der Gewerkschaft (!) Transnet überprüft hat, ob Mitarbeiter der Deutschen Bahn, die in Transnet gewerkschaftlich organisiert sind, auch satzungsgemäße Gewerkschaftsbeiträge abführen, die sich grundsätzlich nach der Gehaltshöhe orientieren.

    Und das ist dann eine sehr spannende Verquickung, denn die Gewerkschaften sind im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG vertreten und zudem eigentlich auf der anderen Seite des Managements und auf Seiten der Mitarbeiterschaft. Wenn es aber gilt, den eigenen Hintern einpudern zu lassen, dann gibt es offenkundig keine Skrupel mehr.

  • Wo Gabi hinkommt, wächst kein Gras mehr.

    Das zumindest habe ich mir gedacht, als ich die neueste Lokalposse aus Pforzheim gelesen habe, die so eigentlich auch nur in Schilda Pforzheim passieren kann.

    Gabriele Pauli, die Holzfällerin für selbsternannte, bayerische CSU-Edelhölzer, stattet Pforzheim am 25. Mai einen Besuch ab. Das macht sie nicht einfach deshalb, weil Pforzheim eine besonders sehenswerte Stadt oder zu diesem Zeitpunkt die an Pforzheim vorbeiführende Autobahn gesperrt wäre, sondern weil sie im Wahlkampf ist. Genauer: Im Europawahlkampf. Sie ist nämlich Spitzenkandidatin der Partei der Freien Wähler, was insofern schon mal sehr bemerkenswert ist, weil sich die Freien Wähler eigentlich eher nicht als zentral organisierte Partei verstehen. Zumindest außerhalb Bayerns.

    Das muss man deshalb etwas vorausschicken, da die lokale Truppe der Freien Wähler in Pforzheim derzeit ebenfalls im Wahlkampf ist, allerdings eher mit dem Schwerpunkt auf der Kommunalwahl. Sprich: Europa ist schön und nett, man hat als Freie Wähler in Pforzheim allerdings einen Kampf ganz anderer Natur zu kämpfen, als der schönen Gabi den Platz im Europaparlament zu sichern. Und aus diesem Grund – und auch aus dem Grund, dass außerhalb Bayerns die Freien Wähler mit Gabriele Pauli eher nichts anfangen können und wollen – hat man sich vom Besuch von Gabriele Pauli in Pforzheim doch tatsächlich öffentlich mit einer Pressemeldung distanziert.

    Nun fragt man sich natürlich in so einem Zusammenhang, wie das denn zusammenpasst. Wer hat den Gabriele Pauli eigentlich eingeladen, wenn es offensichtlich die Freien Wähler nicht sein können, wenn sie sich öffentlich davon distanzieren? Des Rätsels Lösung ist eine Wählervereinigung in Pforzheim, die so genannten Unabhängigen Bürger. Und diese Truppe ist im Gemeinderat pikanterweise mit den Freien Wählern in einer Fraktionsgemeinschaft im Pforzheimer Gemeinderat.

    Das bedeutet also unterm Strich, dass eine Wählerinitiative eine Spitzenfunktionärin einer anderen Partei bzw. Wählervereinigung eingeladen hat, mit der man in einer Fraktionsgemeinschaft gemeinsam im Gemeinderat sitzt. Nicht dass das so viele Menschen sind, dass man da mal etwas vergessen könnte, gemeinsam zu diskutieren: Sechs Menschen teilen sich da in der Fraktionsgemeinschaft den Fraktionstisch, zwei von den Freien Wählern, zwei von den Unabhängigen Bürgern und zwei Stadträte von zwei weiteren Wählerinitiativen. Da könnte man ja durchaus mal den Terminkalender miteinander grob synchronisieren.

  • Raritäten.

    Okay, ich gebe zu, ich bin derzeit etwas unter Druck in Sachen Bloggen und mache mich gerade etwas rar. Um präziser zu sein: Etwas unter Druck in Sachen privatem Bloggen. Wir sind nämlich hier in Baden-Württemberg und im speziellen in Pforzheim in der nun heißen Wahlkampfphase zur Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl. Für beide Wahlkämpfe laufen zwei Kampagnenplattformen im Web, wobei der derzeitige Arbeitsschwerpunkt derzeit eindeutig auf der Website des OB-Kandidaten Gert Hager liegt. Das Ding hatte ich ja Anfang Januar gestartet, flankierend zur Ankündigung von Gert Hager, als Oberbürgermeister in Pforzheim zu kandidieren.

    Ich gebe zu, meine damalige These, dass kommunale Wahlkämpfe das eigentliche Zuhause von Politik 2.0 sind, war damals gewagt und hatte mehr mit dem Prinzip Hoffnung zu tun, als mit den Tatsachen, die es nach wie vor kaum gibt. In der Zwischenzeit habe ich meine Lektionen gelernt und alle, wirklich ausnahmslos alle Lektionen bestätigen meine Thesen dermaßen deutlich, dass ich Respekt vor meiner Kühnheit habe, die ich da vor rund fünf Monaten an den Tag gelegt habe.

    Politik 2.0 ist in der Kommunalpolitik ein hochspannendes Werkzeug, das problemlos einige Dinge massiv auf den Kopf stellen kann, wenn man es vom Kopf aus beginnt. Gerade in der Kommunalpolitik herrscht auch nach wie vor die Arbeitsweise vor, dass man vornehmlich eine Pressemeldung schreiben und adäquat in der Lokalpolitik unterbringen muss, um publik zu werden – mit allen daraus resultierenden Vor- und Nachteilen.

    Politik 2.0 mit dem Paradigma der engen Wahlkampfbegleitung sprengt diese Fesseln auf eine schwer widerstehliche Art, wenn man sich darauf einläßt. Man kann als Politiker im Web das ausdrücken, was man tatsächlich tut bzw. gemacht hat und der Wähler kann sich darauf einlassen, Aspekte von politischer Arbeit aus direkten Quellen zu erfahren. Das hört sich oft genug gestelzt an und eben auch nach „Wahlkampf“, aber auch genau da sind wir ja auch. Es müssen in der Politik zuvorderst Menschen überzeugt werden und Politik 2.0 bietet genau hier eine ultraschnelle Verbindung zum Wähler und das in direktester Luftlinie.

    Es fängt träge an, man zweifelt am Anfang durchaus und bekommt vor allem von den beteiligten Wahlkampfmanagern fast schon mit ein wenig Mitleid Terminankündigungen und ein paar Bilder zur Zweitverwertung auf der Website. Da aber Politik 2.0 und vor allem ein Weblog nicht nur von aktuellen Nachrichten, sondern auch von allen anderen, bis dato dort veröffentlichten Texten und Bildern lebt, kommt der Punkt der „kritischen Masse“ zwar gemächlich, dafür dann aber mit Warp 8. So deutlich, dass  sich sogar die Kampagnenleiter, die sich schon im gesetzteren Alter befinden und eine Menge traditioneller Wahlkampferfahrung an den Tisch bringen, dabei von mir erwischen lassen, dass sie die Wahlkampfaktivitäten plötzlich so mehrgleisig medial planen, wie man es ein paar Ebenen höher kennt. Plötzlich sind Bilder bereit, Stichworte geliefert, der Kandidat bloggt zwischen Tür und Angel einen Entwurf, der Terminkalender wird zentral mit Google Calendar verwaltet und fallweise ins Weblog importiert. Die Masse an Content erzeugt den Wunsch, noch mehr Content zu liefern und genau damit läuft der Reaktor.

    Da geht was, Folks. Was genau, ist schwierig zu definieren und auch die Frage steht noch unbeantwortbar im Raum, wohin uns das alles hinführt. Aber wir haben mit der Kampagnenseite im Januar bei genau Nullkommanull angefangen und haben jetzt mehr Visits, als mein gar nicht ganz so selten gelesenes Blog. Wer sich dahinterklemmt und seine Aufgabe in der Kommunalpolitik als „Aufgabe“ erkennt, die er immer im Konsenz mit anderen angehen muss und die er gern mit der interessierten Bevölkerung diskutieren möchte, der ist immerhin schon mal da, wo wir im Januar angefangen haben.

    Für den nächsten Schritt muss man entweder experimentieren und durchaus auch Spass dabei haben. Oder bald zwei Leute fragen, die sich damit auskennen und tragfähige Konzepte liefern. 😉

  • Was ist Polka?

    Das hier. Ihr dreht am besten mal eure Lautsprecher ordentlich auf, denn dieses Video der Gruppe Los Colorados aus der Ukraine ist fast besser, aber auf jeden Fall unterhaltsamer, als das Original. Ich habe Tränen gelacht:

    (Ja, ich habe das mal vor Monaten getwittert, finde es aber nicht mehr. Deshalb wird es hiermit verbloggt.)

  • PS3-Update 2.76.

    Verstehe einer mal das Versioning von Sony Computer Entertainment an dieser Stelle, denn die Version 2.76 der PS3-Firmware, die nun ausgeliefert wird, folgt direkt auf die Version 2.70, die Anfang April veröffentlicht wurde. Was mit 2.71, 2.72, 2.73, 2.74, 2.75 passiert ist… niemand weiß es.

    Und auch mit der Version 2.76 passiert, laut dem US-Playstation-Blog, nicht sonderlich herzlich viel, denn es wird nur die “Abspielqualität von einigen PS3-Titeln verbessert”. Na denn, lassen wir die Firmware halt eben verbessern.

  • KeePass für das iPhone: Ein Schritt weiter.

    Mitte April gab es wieder einen kleinen Ruck für iKeePass, dem KeePass-Client für das iPhone, der zwar bis dato weitgehend fertig ist, allerdings von Apple noch nicht für denn App-Store freigegeben wurde, was in der ein klein wenig polizeistaatlich organisierten Softwarewelt des iPhone-Universums bedeutet, dass es sich niemand herunterladen und installieren kann.

    Immerhin hat sich nun etwas kleinlaut herausgestellt, dass man von einem Apple-Mitarbeiter, der sich um die Exportregularien für Verschlüsselungssoftware kümmert, kontaktiert wurde, man darauf aber nicht habe reagieren können, da man umgezogen sei und in den letzten Monaten keinen richtigen Internet-Zugang gehabt habe. Nun denn. Jedenfalls ist man übereingekommen, zunächst eine Veröffentlichung von iKeePass in den USA und in Kanada zu avisieren, weil für eine Veröffentlichung in diesen Staaten keine Exportregularien für Verschlüsselungssoftware zu beachten sind und der so genannte BIS-Prozess, ein Audit des US-Handelsministeriums, das für zu exportierende Verschlüsselungssoftware durchgeführt werden muss, offenbar noch nicht gänzlich durchgeführt wurde.

    Das Thema KeePass für das iPhone ist also noch nicht abgefrühstückt und zumindest noch augenscheinlich in der Pipeline.

  • TrueCrypt 6.2.

    Die wunderbare Open-Source-Verschlüsselungssoftware TrueCrypt ist gestern in einer neuen Version veröffentlicht worden und hört nun auf die Versionsnummer 6.2. Das Update ist weitgehend ein Wartungsupdate, das nur ein paar kleinere Neuerungen mitbringt:

    • Der Bootloader unterstützt nun Motherboards mit BIOS-Versionen, die größere Speicherbereiche für Systemfunktionen reservieren, in der Regel für integrierte RAID-Controller. Unter Windows Vista ist es an dieser Stelle notwendig, dort das Service Pack 1 zu installieren (was grundsätzlich nicht falsch ist).
    • Das automatische Mounten soll nun erheblich schneller ablaufen, da nun Partitionen mit unverschlüsselten File-Systemen übersprungen werden.
    • Wenn Volumes schreibgeschützt oder als auswerfbar gemountet und als bevorzugte Volumes gespeichert werden, werden sie als schreibgeschützt und als auswerfbar gemountet, wenn die Funktion zum Mounten von bevorzugten Volumes benutzt wird.
    • Es gibt zudem eine Änderung beim sicheren Löschen von Inhalten mit Algorithmen, die in Mehrfachdurchgängen eingesetzt werden; hier werden die Header zunächst gelöscht, bevor die verschlüsselten Header auf das Laufwerk geschrieben werden.
    • Sonstiges, übliches Bugfixing.

    Wie auch bisher lässt sich TrueCrypt autonom auf einem USB-Stick ablegen und von dort aus starten. Nie war TrueCrypt so wertvoll wie heute.

  • Einfallslosigkeiten beim Wahlkampf-Claim.

    Ich bin nun wirklich keiner, der kleineren Wahlkampfscharmützeln ständig aus dem Weg gehen muss – ganz im Gegenteil: Wahlkämpfe beinhalten das Wort “Kampf” und wenn man hierbei streng bei verbalen Kämpfen bleibt, kann klug und fair geführter, verbaler Wahlkampf für alle Beteiligten und auch für den Wähler sehr spannend sein. Politik lebt vom Wort und von Argumenten und wenn man das noch mit einer Prise Witz würzen kann, kann auch der eher ungeliebte Teil des Wahlkampfes, das richtige Wording, noch richtig Spaß machen.

    Unsere SPD-Liste für die Gemeinderatswahl in Pforzheim läuft unter dem Motto “Kluge Köpfe für Pforzheim”. Das hat sich schon vor einigen Monaten unser Kreisvorsitzende ausgedacht und das wurde auch – weil es ein wirklich guter Claim ist – sehr schnell von den Entscheidungsgremien der Parteiführung angenommen und frühzeitig in die Wahlkampfstrategie gegeben.

    Umso erstaunter war ich, als ich heute morgen das erste Mal eine Zeitungsanzeige der CDU Pforzheim gesehen habe und nun tatsächlich einmal das Presswerk der Konkurrenz sehen konnte, über das sich die Genossen schon seit einigen Tagen lustig machen. Denn dort grinsen doch tatsächlich die CDU-Kollegen mit dem Slogan “Helle Köpfe für Pforzheim” aus der Zeitung, obwohl der eigentliche CDU-Slogan superbrillant unter dem Slogan “Team40” läuft. (Dass man die offenbar besonderen Teamfähigkeiten der CDU immer wieder besonders herausstreichen muss, hat mich ja schon vor einer Weile bei der Analyse des Claiming der Bundes-CDU amüsiert.)

    Nichts gegen Ironie im Nahkampf! Ich hätte noch Verständnis gehabt und der Konkurrenz die Schadenfreude gegönnt, wenn sie unseren Claim irgendwie zugespitzt hätten und das noch halbwegs sinnvoll klingt, also beispielsweise “Noch klügere Köpfe für Pforzheim” oder sowas ähnliches. Aber einfach unseren Claim zu nehmen, ein praktisch gleichwertiges Synonym für “klug” zu nehmen und bei der Umsetzung jegliche Ironie vermissen zu lassen, das ist nicht mehr sonderlich originell, das ist schlicht plump geklaut.

    Und wenn man das dann noch im Rahmen dessen sieht, dass die CDU Pforzheim auf ihrer Kampagnenseite ihr Wahlprogramm hübsch in verschiedene Themen eingeteilt hat, dabei jedoch ein Drittel der Themen noch in Bearbeitung sind und fehlen, dann muss ich konstatieren, dass die Kollegen da gewisse Mängel an Kreativität und Fleiß an den Tag legen und das offensichtlich noch nicht mal mehr gut verstecken. So macht das wirklich keinen Spaß, Freunde.

  • Windows Mobile 6.5.

    Just heute ist der Tag, an dem Windows Mobile 6.5 “ready to manufacture” ist, also ausgeliefert wird. Wie üblich nicht direkt an Endkunden, sondern an Hersteller von Gerätschaften, die Windows Mobile enthalten sollen und die dann das Betriebssystem für ihre Zwecke anpassen und erweitern. (Erfahrungsgemäß arbeiten zwar die meisten Hersteller schon mit Beta-Versionen recht früh an ihren Adaptionen, allerdings wird es vermutlich wieder drei bis sechs Monate dauern, bis erste neue Smartphones mit Windows Mobile 6.5 herauskommen.)

    Das ist einerseits eine gute Sache, weil Windows Mobile ja nicht einfach nur ein Betriebssystem für Smartphones ist, sondern als Betriebssystem für ganze Gattungen von mobilen Geräten: Tragbare Media-Center-Geräte, Navi-Systeme, Autoinformationssysteme, Spezialgeräte etc. Hersteller können mit eigenen Anpassungen sehr genau auf die Einzelheiten ihrer Geräte eingehen.

    Andererseits ist der OEM-Weg auch eine schlechte Sache, weil es abhängig vom Hersteller macht, ob man mit seinem Smartphone die nächste Windows-Mobile-Version bekommt oder nicht. Zumindest in der Vergangenheit waren Hersteller und Anbieter von Smartphones mit Windows Mobile in dieser Richtung äußerst konservativ und boten nur in seltensten Fällen ein Update oder kostenpflichtiges Upgrade an.

    Das ist gerade beim Weg von Windows Mobile 6.1 auf 6.5 essentiell schade, denn die größte Neuerung ist der Weg von einer stiftbasierten zu einer touch-fähigen Benutzeroberfläche. Das wurde bisher fast ausschließlich mit zusätzlichen Applikationen bewerkstelligt, da Windows Mobile 6.1 nur auf die Bedienung per Stift vorbereitet ist. HTC hat als größter Hersteller von Windows-Mobile-Smartphones hier sicherlich große Reputation, allerdings bekommt der geneigte Leser ja regelmäßig hier mit, dass ich nicht unbedingt die beste Meinung über HTC habe.

    Über ein Forum, das ich jetzt hier mal nicht nennen möchte, das aber jeder findet und, wenn er sich näher mit Windows Mobile beschäftigt und über das ich auch schon mal geschrieben habe, habe ich eine der letzten Arbeitsversionen von Windows Mobile 6.5 geladen und auf meinen HTC Touch Pro installiert. Da das keine wirklich so richtig autorisierten Pakete sind, muss man die Software des Telefones mit anderen Tools etwas dahingehend „aufknacken“, das auch inoffizielle Upgrade-Pakete aufgespielt werden können, das ist jedoch kein allzugroßes Hexenwerk.

    Ein schon größeres Hexenwerk ist eher das Suchen eines richtigen Paketes, da es nämlich mehrere Freaks gibt, die unabhängig voneinander an Windows-Mobile-6.5-Paketen arbeiten und das auch noch für verschiedene Geräte. Da muss man sich letztendlich massiv einlesen und vor allem die Erfahrungsberichte anschauen. Funktioniert zwar weitgehend viel, aber nicht alles, der Stromverbrauch ist teilweise gar nicht optimiert und so manch Projekt ähnelt von der Softwarezusammenstellung eher einem wilden Basar, als einem Betriebssystem mit vernünftiger Zusammenstellung. Selbstverständlich – und das muss man sehr deutlich sagen – ist das alles Experimentalsoftware und auch nicht wirklich sehr legal. Und man muss sich im klaren darüber sein, dass die Haussprache englisch ist.

    Dennoch: Es gefällt, was da kommt. Man sollte durchaus eine Windows-Mobile-6.5-Zusammenstellung ohne HTC-Aufsätze (also ohne Touch3D etc.) ausprobieren, um so zu sehen, wie Microsoft die eigene Oberfläche und Bedienung so sieht. Die frühen Bilder, die man sich beispielsweise bei Golem anschauen kann, bestätigen sich weitgehend, so sieht das Ding tatsächlich aus, auch wenn beispielsweise die Informationsleiste oben inzwischen deutlich hübscher daherkommt.

    Und sie wollen tatsächlich weg vom Stift. Die erste Seite, in der sich Windows Mobile traditionell mit einer “Heute”-Seite breitmachte, ist einer ähnlichen Seite gewichen, die gleichzeitig als Application Launcher dient, also von der aus direkt Programme gestartet werden können. Die Bedienung geschieht mit einem transparenten Slider. Nicht ganz so eingängig, allerdings überaus übersichtlich. Den obligatorischen Start-Button gibt es immer noch, dahinter verbirgt sich aber nicht mehr eine eher schwer bedienbare Programmleiste, sondern tatsächlich Programmbuttons. Und die nun auch nicht mehr streng nebeneinander, sondern versetzt, so dass das Anvisieren mit dem Finger kein Problem mehr darstellt (die ursprünglich geplanten wabenförmigen Rahmen gibt es allerdings nicht mehr). Nicht wirklich so recht gelungen ist das grafische Feedback auf das Tippen, das hat Apple auf dem iPhone mit dem Nachbilden eines Button-Drückens besser gelöst. Dafür gibt es die Möglichkeit für taktiles Feedback in Form des Vibrationsmotors, der dann kurz in Aktion tritt, wenn irgendetwas auf dem Bildschirm erfolgreich gedrückt wurde.

    In Sachen Connectivity und deren Steuerung gibt es nur wenig Änderungen, das funktioniert aber bereits auf einem hohen Niveau. Neu ist, dass explizit UMTS ausgeschaltet werden kann und die Netzsymbole auf der Informationsleiste oben nun vereinheitlicht sind. Auf meinem Touch Pro sind die zwar fitzelig klein, aber gerade noch erkennbar. Bluetooth funktioniert mit meiner Freisprecheinrichtung im Auto übrigens sauber, was es mit der originalen Windows-Mobile-6.1-Installation nicht wirklich zuverlässig tat.
    Funktioniert leider nach wie vor nicht sauber.

    Windows Mobile 6.5 ist, wie auch Microsoft selbst sagt, nur ein Zwischenschritt zu Windows Mobile 7. Der Weg scheint aber zu stimmen, so kann man wenigstens mal vernünftig ein Smartphone bedienen und Softwareentwicklern ein einheitliches Bedienkonzept in die Tüte packen. Raum für Verbesserungen gibt es sicherlich noch genügend, aber ich glaube, dass wir in Sachen Mobile Computing noch lange nicht den Idealzustand gefunden haben.

  • WordPress ist spätestens jetzt Industriestandard …

    … da seit 6. Mai nun auch der industriemäßig bloggende Jörg Kantel alias „Der Schockwellenreiter“ nun per WordPress veröffentlicht – eine höhere Adelung kann WordPress wohl kaum passieren.

    Und dabei hat Herr Kantel, der immerhin schon seit dem Jahr 2000 bloggt und damit zu den allerersten Bloggern im Land gehört, auch noch die ganz große Büchse geöffnet und das alte Design in die Ewigen Theme-Gründe geschickt. Wobei man jedoch als geneigter Leser durchaus kritisch anmerken darf, dass das jetzige Design des Schockwellenreiters der gewaltigen Historie überhaupt nicht gerecht wird. Jörg, das kann man auch durchaus edler machen. Deine Aura verträgt’s problemlos. 😉

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