Ich denke, da hat sich ein Wettercomputer mal ganz gehörig im Wetter geirrt: Das Wetter-Widget in der Windows Sidebar zeigt als aktuelles Wetter dichten Schneeschauer an – bei 14 Grad Celsius und Sonnenschein, wenn ich aus dem Fenster schaue.
-
Klar…
-
Onlinedurchsuchungen mal sanft beleuchtet.
Ursächliches Problem
Das ursächliche Problem, weshalb Onlinedurchsuchungen gefordert werden, ist relativ simpel. Kommunikation, die mit einer starken Verschlüsselung gesichert ist, läßt sich „unterwegs“ nicht öffnen oder zumindest nicht in einer reellen Zeit. Will man also verschlüsselte Kommunikation mithören, bleibt nicht viel mehr übrig, als dies vor der Verschlüsselung oder nach der Entschlüsselung zu tun. Das ist bei einer vernünftigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Rechner des Absenders oder des Empfängers, oder im Fachjargon eine Man-in-the-Middle-Attacke.
Abhören? Oder durchsuchen? Oder abhören und durchsuchen?
Hier beginnen schon die Definitionen aus der „alten Welt“ zu kranken. Was ist eine Onlinedurchsuchung eigentlich? Eine Abhöraktion? Das wäre einleuchtend, denn es geht darum, Kommunikationswege nachzuvollziehen und ggf. verschlüsselte Kommunikation mitlesen zu können. Doch der Weg zur Durchsuchung ist nicht weit, denn eine Software, die eine Man-in-the-Middle-Attacke durchführen soll, muss inmitten des Kommunikationsweges eingesetzt und damit auf den betreffenden Rechnern unmittelbar vor bzw. hinter der Verschlüsselung positioniert werden. Will man nähere Informationen zur Verschlüsselung erfahren, muss die Festplatte durchsucht werden. Das Kernproblem ist jedoch, dass eine Onlinedurchsuchung in der Regel heimlich erfolgt und damit ein Grundsatz des Rechtsstaates wegfällt, nämlich die Transparenz staatlichen Handelns.
Der Status der Festplatte
Hier stellt sich die Frage: Was ist die Festplatte? Absolute Privatsphäre, die bei einer Abhöraktion nicht angetastet werden darf? Dann ist eine Onlinedurchsuchung von vorneherein weitgehend unbrauchbar. Oder soll eine Onlinedurchsuchung auch den Status einer Festplatte insofern aushebeln, dass darauf zugegriffen werden darf? Diese Frage ist schon allein dadurch zu klären, dass eine Software zum Abhören im Idealfall auf eben dieser Festplatte des Rechners installiert werden muss. Das tangiert dann gleich eine ganze Menge von Gesetzen und hebelt diese aus, beispielsweise das Verbot von Datensabotage und vieles mehr.
Willkürlichkeit
Bei der ganzen Aktion stellt sich die Frage, ob das nicht alles willkürlich ist und ob Onlinedurchsuchungen generell überhaupt Sinn machen. Das fängt schon an mit Rechnern, die nicht so ohne weiteres zugänglich sind und geht hin bis zu Systemen, die das Installieren von „serienmäßigen“ Anwendungen wie dem viel gescholtenen „Bundestrojaner“, der suggerieren soll, dass er eine serienmäßige Anwendung sei), weitgehend unmöglich machen. Zudem steht auch im Raum, dass es selbst für Nicht-Fachleuten relativ einfach ist, beispielsweise Nachrichten auf einem nicht online angebundenen Rechner oder gar Taschencomputer zu schreiben, sie dort zu verschlüsseln, das Kryptogramm auf eine Speicherkarte zu laden und auf diese Weise sicher in das absendende System zu übernehmen. Damit entstünde die Frage, ob Onlinedurchsuchungen überhaupt wirksam sind, tatsächlich Verbrechen im frühen Stadium zu bekämpfen.
Die allgemeine Diskussion über Onlinedurchsuchungen
Keine Frage ist jedoch, dass die öffentliche Diskussion über Onlinedurchsuchungen inzwischen völlig aus dem Rahmen gefallen ist – nicht zuletzt durch die oft genug unqualifizierten Aussagen des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble selbst, bei dem es bei Nachfrage schon am Wissen mangelte, was ein Trojaner eigentlich ist. Sicherlich muss ein Bundesinnenminister nicht alles auf dieser Welt wissen (selbst wenn er vorgibt, Dinge zu wissen, die andere nicht wissen), sicherlich ist es auch in Ordnung, dass nicht er der Forcierer von Onlinedurchsuchungen ist, sondern bestimmte Referate seines Ministeriums und mit Sicherheit werden wir uns zwangsläufig darüber Gedanken machen müssen, wie wir mit verschlüsselten Nachrichten umgehen – allerdings muss das alles sachlich gehen. Ohne Drohungen, ohne ständige Versuche, die Sicherheitslage völlig madig zu reden und ohne hanebüchenen Taktierereien, schrittweise Dinge über Hintertüren und in Trippelschritten einzuführen.
-
Artikel aus der Halde.
Einen angeschriebenen Artikel habe ich noch in den netplanet-Docks gefunden, nämlich zum Thema Entwicklungsarbeit innerhalb der IETF bzw. den „Netheads“. Der ist zu etwa 40 % fertig und ich weiß gar nicht so recht, wieso ich den eigentlich nie fertig geschrieben habe und mich währenddessen an den RPC-Artikel heranmachte. Dieser neue Artikel wird also die recht anschauliche Entwicklungszyklen beleuchten und auch etwas Licht in die Welt der RFC-Dokumente bringen. Basis für den Input ist vor allem der IETF-Tag der Internet Society gewesen, der vor zwei Jahren in Frankfurt/Main stattfand. Da habe ich einige Notizen mitgeschrieben, die mir bei der Reorganisation meiner netplanet-Ordner wieder in die Hände gefallen sind. Tjaja, ich will wirklich keine Kommentare dazu hören, was das geregelte Aufräumen doch für einen Nutzen haben kann…
Wie auch immer, dieser Artikel wird nun der Digital-Living-Rubrik vorgezogen und fertig ausgebrütet. Ich mag keine Dauerkandidaten im netplanet-Dock sehen, außerdem ist das Thema im Gegensatz zum RPC-Artikel leichte Kost.
-
Zum Tode von Colin McRae.
Es hat schon genügend Tragik im Untertitel, wenn in meinem Nachrichtenfeed, der alle Nachrichten zu bestimmten Autosimulationen der Playstation enthält, in den letzten Tagen jede Menge Zeilen erscheinen, dass letzten Freitag die PS3-Version von Colin McRae DIRT erscheint und am Samstag dann die Nachricht, dass der legendäre Ralleyfahrer Colin McRae bei einem Hubschrauberabsturz in Schottland ums Leben gekommen ist, mit 39 Jahren. Mit an Bord des Helikopters, der wohl bei schlechtem Wetter beim Landeanflug abgestürzt ist, war ein Sohn und zwei Freunde, die allesamt ebenfalls umgekommen sind.
Traurige Geschichte. Sehr übel.
-
Fritz Vogt in Pforzheim.
Es trug sich im Jahre 2005 zu, dass ich meinen erweiterten und sicherlich nicht vollständigen Freundeskreis zu meinem 30. Geburtstag ins Kommunale Kino Pforzheim zu einer privaten Filmvorführung einlud und mit einem Kinofilm beglückte. Zu sehen gab es nichts, was man von mir ohne weiteres hätte erwarten können, sondern einen Film namens Schotter wie Heu, der von der kleinsten Bank Deutschlands, der Raiffeisenbank Gammesfeld, berichtet.
Heute konnten wir, wieder im Kommunalen Kino Pforzheim, Fritz Vogt live begrüßen, der zusammen mit seiner Frau einer Vorführung des Filmes beiwohnte. Ein sehr angenehmer Herr, der geduldig Fragen beantwortete, eindringlich davor warnte, dass uns mit der modernen Banklandschaft das hohe Gut des Vertrauens verloren geht und die Idee von Muhammad Yunus und seiner Grameen Bank, Kleinstkredite vor allem an arme Menschen zu vergeben, pries. Wir bräuchten mehr Bankdirektoren vom Kaliber Fritz Vogt, die sehr anschaulich darstellen können, dass die Millionenabfindungen, die Direktoren von Großbanken erhalten, auch zuerst jemand verdienen muss.
Und eine gute Nachricht aus erster Hand: Die Nachfolge der Raiffeisenbank Gammesfeld ist geregelt und eingetütet. Am 6. Oktober wird der Nachfolger offiziell eingeführt und es wird weiterhin keinen Computer und auch keinen Geldautomaten geben. Und auch zukünftig gibts bei der Raiffeisenbank Gammesfeld nur dann ein Konto oder einen Kredit, wenn man Gammesfelder ist. Das ist gut so. Denn tatsächlich ist es so, dass die Raiffeisenbank Gammesfeld die einzige Bank Deutschlands ist, bei der die Kontobewegungen ihrer Kunden nur der Bank selbst bekannt sind. Niemand, selbst nicht die Bankenaufsicht, kann die Kontobewegungen in Echtzeit nachverfolgen, wie es bei jeder anderen Bank im Verdachtsfall funktioniert. Und auch das ist ein Ergebnis von 40 Jahren Bankdirektorentum von Fritz Vogt.
-
Datensicherungsplanung.
Mit dem Kauf meiner mobilen Festplatte, mit der ich eigentlich primär die PS3 sichere, kommt nun auch mal etwas Bewegung in die Datensicherung von meinem normalen PC und meinen bisherigen Ablässen. Das ist irgendwie nicht wenig, sondern brutal viel. Zum einen der ganze netplanet-Krempel inklusive alter Logfiles, das inzwischen auf rund 400 Megabyte angewachsen ist. Dann kommen noch meine E-Mail-Archive dazu, das sind nochmal rund 300 Megabyte. Schließlich noch ein Archiv einiger Programme, die ich unbedingt brauche und vermutlich nur mit äußerster Anstrengung im Internet wieder finden würde, das sind nochmal rund 150 Megabyte. Nicht eingerechnet sind eine Menge Fotos, mein Adressbuch und mein völlig chaotisches Dokumentenarchiv.
Ich muss mir mal erheblich gute Gedanken machen, das auf die mobile Festplatte so anzuordnen, dass ich die einzelnen Bereiche ohne große Sortierarbeiten wiederum auf andere Medien als Sicherung kopieren kann. Ich werde mir mal den heutigen Abend ein paar grundsätzliche Gedanken dazu machen und den morgigen Vormittag, an dem ich die Stadtwiki-Jungs bei der Neuinstallation des Pfenz-Servers „beaufsichtige“, einige Taten vollstrecken. Hoch lebe der Remote-Zugang nach Hause.
-
Alexa.com versendet Newsletter mit web.de-Absenderadresse.
Ich glaube, bei den Jungs von Alexa, dem Webstatistiker aus dem Hause Amazon.com, pfeift es gehörig zwischen den Ohren. Versenden die Brüder doch tatsächlich einen Newsletter, in dem sie auf ein neues Add-On für Mozilla-Browser verweisen und auch tatsächlich auf die Add-On-Site von Mozilla verlinken, mit der Absenderadresse „alexatoolbar123@web.de“. Sehr vertrauenswürdig.
Da erzählt man den Leuten jahrelang, sie sollen vorsichtig mit E-Mail sein und so misstrauisch wie möglich sein beim Empfang von offiziell aussehenden E-Mails und dann spaziert ein an sich nun wirklich nicht mehr sehr junger Laden wie Alexa daher und baut einen solchen Mist. So nicht, Folks.
-
My Day.
Was für ein toller Tag für das Internet. Zuerst dürfen wir alle unseren ersten Morgenkaffee mit der Nachricht beginnen, dass ein gewisser Günter Freiherr von Gravenreuth vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Betruges zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde. Und dann dürfen wir miterleben, dass die Homepage von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nicht mehr funktioniert, weil im DNS der www-Eintrag auf 127.0.0.1 und damit auf den eigenen Rechner verweist.
Dieser tolle Tag wird auch nicht dadurch vermiest, dass Wolfgang Schäubles Homepage vermutlich in den nächsten Tagen funktionieren dürfte und Günni vermutlich Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird. Wobei die zuständige Richterin schon sehr deutlich wurde in der Urteilsbegründung: Die Allgemeinheit müsse vor ihm geschützt werden. Die Erkenntnis hat nun wirklich lange gedauert.
-
Mission accomplished.
Könnte man so sagen, zumindest in Sachen Resistance: Fall of Man. Das Geballere hat gestern mit der Zerstörung des Chimären-Turmes in London anno 1951 geendet. Am Ende war es dann doch nicht ganz so kompliziert, mit der richtigen Wahl der Waffen und einem ordentlichen Draufhalten auf die Mischwesen konnte jedes Problem beseitigt werden. Das ist jetzt der erste missionsbasierte Ego-Shooter gewesen, den ich überhaupt einmal bis zum Ende durchgespielt habe.
Zugegeben, der Ego-Shooter ist nicht mein Revier, nach wie vor nicht. Auf andere Leute zu schießen, war noch nie mein Ding. Auf virtuelle Chimären, also Mischwesen zwischen Mensch und Maschine, ballern, macht die Sache vielleicht gedanklich etwas anders, allerdings ist mir das doch alles zu plump, weshalb ich zum Beispiel die Online-Funktionen nicht wirklich mag, in denen letztendlich tatsächlich hinter jedem Vieh ein Onliner sitzt. Missionsbasierte Ego-Shooter fordern zwar an vielen Stellen durchaus genügend Strategiedenken und mit dem Geballere kann man seine Reaktionsfähigkeiten ausbauen, aber Geballere ist Geballere.
Ziemlich interessant fand ich, wie einem selbst bei einem doch ziemlich zweidimensionalen Computerspiel die Nackenhaare vor Horror aufgestellt werden können. Höhenangst, Angst vor dunklen Räumen, Spinnenphobien… all das funktioniert auch in einem Computerspiel. Als es darum ging, den Protagonisten über Energieleitungen balancieren und an den Knotenpunkten von Leitung zu Leitung hüpfen zu lassen, während von ziemlich allen Seiten Feuerstösse kommen – da musste ich schon nicht wenig mit meiner Höhenangst kämpfen.
-
UPnP mit der Playstation 3.
Am Samstag hatte Frank Scholz und seinen Sohn Sebastian zu Besuch, um eine Reihe von Testbeds durchzuführen. Zum einen hat Sebastian meine Ps3 getestet, bis Frank sein Notebook hochgefahren hatte (reichte immerhin für zwei komplette Stages Motorstorm) und zum anderen hat Frank seine UPnP-Phalanx in Zusammenspiel mit meiner Audiodatenbank und der PS3 getestet.
Das, was Frank mit seinem selbst geschriebenen UPnP-Framework Coherence entwickelt hat, ist ein erstaunlich tolles Stück Software. Letztendlich geht es darum, auf Mediendaten universell zuzugreifen. Das funktioniert so, dass ein Gerät – in diesem Fall war es sein kleiner Nokia-UMPC – als so genannter Control Point fungiert und erst einmal auf freigegebene Mediendaten auf einem Media Server zugreifen kann. Startet man über den Control Point eine Mediendatei, beispielsweise ein Musikstück, so liefert der Media Server an den Control Point die Mediensignale (in diesem Fall also einen Audiostream) und dieser Control Point fungiert dann zusätzlich als Media Renderer.
Richtig nett wird die ganze Sache aber, wenn Frank über den Control Point angibt, dass der Audiostream nicht direkt an seinem Gerätchen, sondern an einem anderen Media Renderer abgespielt werden soll. Das funktioniert zumindest mit Geräten, die das können und dazu gehört (was er aber schon vorher wusste) nicht die PS3 und auch keine andere Spielekonsole. Immerhin konnte er mir das mit seinem Notebook vorführen, dass dann den Audiostream zugewiesen bekam und tatsächlich die Musik abspielte.
Auch interessant ist noch, dass die PS3 problemlos auf seine Mediendatenbank an seinem Notebook zugreifen konnte (das kann ich soweit auch), dort aber auch die hinterlegten Albumgrafiken und den gesamten Inhalt seiner Mediendatenbank anzeigt. Das funktioniert bei mir mit dem Windows Media Player und dem darin integrierten Windows Media Connect nach wie vor nicht. Es gibt also noch genügend zu tun bei Sony.
Schade ist, dass noch viel zu wenig Geräte die Geschichte mit dem Media Renderer verstehen, obwohl das in UPnP schon seit Jahren integraler Bestandteil ist. Dabei ist das eine hochinteressante Technik, die mit wenig Aufwand den zentralen Zugriff auf eine Mediendatenbank ermöglicht, ohne für jeden Raum und für jedes Familienmitglied eine eigene Version einer CD zu kaufen oder zu brennen.
Das Thema ist interessant und ich habe mit Frank besprochen, dazu mindestens einen Artikel in der Digital-Living-Rubrik zu reservieren. Denn genau das ist einer der zentralen Punkte davon.

