• “Standardisierung im Internet”

    Das ist der Titel eines weiteren netplanet-Artikels in der Organisationsrubrik. Neben dem bereits bestehenden Artikel, der beleuchten soll, welche große Entwicklerfraktionen in der technischen Weiterentwicklung von Internet-Technologien beteiligt, soll dieser Artikel explizit die Entwicklungsarbeit der so genannten Netheads beschreiben. Die ist nämlich ungemein interessant, weil sie sich von Anfang an gehörig von der Entwicklungsarbeit in anderen Bereichen unterscheidet. Das fängt damit an, dass Netheads ungern Krawatten tragen und geht hin bis zu Abstimmungen, bei denen es nicht um Sieg oder Niederlage geht, sondern um einen groben Konsens.

    Eingebettet wird hier unter anderem ein Exkurs, was eigentlich RFC sind und welche Geschichte sie haben. Da habe ich nämlich lange darüber nachgedacht, wo ich denn das am besten ansiedle. Hier passt es meiner Meinung nach am besten und deshalb kann ich dann auch mit gutem Gewissen von einigen anderen Stellen in netplanet auf diesen Artikel verweisen, wo es genau für einen entsprechenden Verweis Bedarf gibt.

    Den Artikelfortschritt würde ich aktuell mal auf konservative 60 % schätzen, der Text gehört zu einigen Überbleibseln aus dem Bereich meiner Artikelpipeline, den ich wahrlich als vergessene Sackgasse bezeichnen könnte. Da fängt man Dinge an und weiß dann lange Zeit gar nichts mehr davon.

  • eBay-Urteil: Kommando zurück!

    Na also: Die nächsthöhere Instanz des Amtsgerichts Pforzheim, das Landgericht Karlsruhe, hat das mittelgroße Skandalurteil, in dem ein eBay-Käufer eines auf die Nase bekommen hat, weil er unwissentlich Hehlerware gekauft hat, glatt einkassiert und die kleine Amtsgerichtswelt wieder zurechtgebogen.

    Und tatsächlich sind die größten Kritikpunkte in die Urteilsaufhebung eingeflossen. Ein Startpreis von 1 Euro kann nicht viel über eine legale Herkunft eines Produktes aussagen und auch der Versandort nicht, selbst wenn dieser in Polen liege. Ausnahmen gibt es, beispielsweise wenn der Sofort-Kaufen-Verkaufspreis, der ja eine verbindliche Preiszusage darstellt, auffällig niedrig sei.

    Sprich: Beim Landgericht hat sich jemand eBay angeschaut, beim Amtsgericht nicht. Im Namen des Volkes.

  • Google wird 9 Jahre alt.

    Wer heute schon Google besucht hat… okay, anders: Wer heute während permanentem Aufruf von Google auch mal auf das Google-Logo geschaut hat, dem wir aufgefallen sein, dass das zweite „g“ zu einer 9 umgestaltet ist. Und wer mit dem hoffentlich vorhandenen Mauszeiger auf das Google-Logo fährt, erfährt es dann als Tooltip aus erster Hand: Google hat heute Geburtstag.

    Ist ein richtiger, kleiner Wonneproppen geworden, so mit 175 Milliarden US-Dollar Börsenwert. aber immerhin ist netplanet 58 Tage älter. 😉

  • Combots streckt die Waffen.

    Wie schnell sich doch der Planet dreht: Auch die Combots-Verantwortlichen haben es nun begriffen, dass es bereits funktionierende und auch schon proprietäre VoIP-Software gibt und es vielleicht tatsächlich keinen so rechte Sinn macht, hier zu konkurrieren, vor allem wenn man nicht konkurrenzfähiges hat. Schade, am Ende kosten solche Managementverirrungen letztendlich viel Nerven, eine Menge Geld und Arbeitsplätze.

  • WordPress 2.3

    Ich habe dieses Blog gerade mal, todesmutig wie ich bin, auf WordPress 2.3 aktualisiert. Die neue Version soll ja jetzt von Hause aus Tagging-Support mitbringen und das will ich mal begutachten. Noch läuft alles nach dem Upgrade so sauber, dass ich es noch nicht bedauern muss, kein Backup gemacht zu haben. 😉

  • Bauchschmerzen mit den Plänen für einen Personalausweis.

    Ein paar Gedanken dazu:

    • Scheckkartengröße
      Eine sehr sinnvolle Angelegenheit, denn in vielen Geldbörsen und Brieftaschen ist der Personalausweis inzwischen der einzige, wirklich große Lappen geblieben. Von der Änderung dieses Formfaktors hat dann vermutlich auch gleich die Lederindustrie einen Vorteil…
    • Integrierte Digitale Signatur
      Auch sehr sinnvoll, denn an sich ist der Personalausweis schon von Hause aus eine Art Signatur. Die Digitale Signatur mit dem Personalausweis zu verheiraten, ist das Logischste, was passieren kann. Niemand besser als eine ausweisausgebende Behörde kann meine Legitimation besser nachweisen (zumindest rein rechtlich betrachtet).
    • Integrierte biometrische Daten
      Neben dem Passfoto sollen digitalisierte Fingerabdrücke der beiden Zeigefinger integriert werden. Das läßt sich vermutlich im Paranoiawahn eines Bundesinnenministers kaum verhindern, wobei hier unbedingt die Frage geklärt muss, was mit den Fingerabdrücken geschieht. Wenn sie rein auf der Karte bleiben und die Abbilder nach der Produktion der Karte beim Kartenhersteller bzw. bei der Behörde gelöscht werden, ließe sich darüber diskutieren, denn letztendlich ist es mit dem Passfoto ja nicht anders. Zentrale Datensammlung ist jedoch inakzeptabel.
    • Integrierte RFID zum Speichern der Fingerabdrücke
      Das wiederum ist ein absolutes K.O.-Instrument. Die RFID ermöglicht kontaktfreies Auslesen des Inhaltes und die kryptografische Verschlüsselung ist, wie in vielen Fällen bereits beim Reisepass nachgewiesen, mehr als mangelhaft. Da der Personalausweis in den meisten Fällen das Ausweispapier ist, mit dem sich ein Mensch ausweist, ist er praktisch überall dabei und das Auslesen der Inhalte ist weitgehend unkontrollierbar. Unbemerkbaren Ausweiskontrollen wäre Tür und Tor geöffnet, das transparente Handeln des Staates wäre extrem erschüttert. Wobei auch hier der Dumme der brave Staatsbürger ist. Der Terrorist von Welt ist einfach kein Deutscher oder wickelt seinen RFID-verunstalteten Personalausweis einfach in ein paar Lagen Alufolie.
  • Warum man Information doch schmuggeln muss.

    Hatten wir es nicht vor ein paar Tagen noch davon, dass es etwas abstrus klingt, Informationen auf Speicherkarten zu schmuggeln, die hinter Geldmünzen versteckt werden? Nun, so schnell kann es gehen, denn offenbar spähen US-Behörden beim Grenzeintritt und bei einer genaueren Durchsuchung unter anderem die Reiselektüre von Touristen aus und speisen all diese Informationen in Anti-Terror-Datenbanken ein. Es kann also durchaus sinnvoll sein, bei der Einreise in die USA die Anleitung für den Bau einer Atombombe nicht gerade in der gedruckten Fassung im Handgepäck dabeizuhaben, sondern vielleicht eben doch auf einer Speicherkarte, die hinter einer Fassade von Geldmünzen geklebt ist und im Geldbeutel liegt.

    Vergleicht die Paranoia der Amerikaner eigentlich noch jemand mit Orwells 1984? Braucht man eigentlich nicht, denn das ist bereits Orwells 1984 in Reinform.

  • Presseleuten bei der Arbeit zugeschaut.

    Es hat mich bisweilen im Pressebereich des Landesparteitages ja schon erstaunt, wie so manch Journalist von bedeutenden Zeitungen und Agenturen seinen Beitrag in die Zeitung bekommt.

    Technisch am ehesten modern waren da noch die Bildjournalisten, die selbstverständlich digital fotografierten und regelmäßig ihre Bilder am eigenen Laptop anschauten und selektierten. Das machten sie mit Photoshop und bearbeiteten die Bilder nach vordefinierten Profilen. Die selektierten Bilder überspielten sie dann entweder via mitgebrachter UMTS-Karte oder dank des lokal vorhandenen Internet-Zuganges in die Agentur. Da kamen gelegentlich dann auch Rückrufe von ihrer Zentrale, bestimmte Fotos zu liefern. Das war schon recht interessant, den Jungs bei ihrer Arbeit zuzuschauen und gelegentlich für das ein oder andere Bild den Namen des Delegierten zuzuflüstern.

    Apropos Internet-Zugang: Zwar gab es WLAN über WLAN-Provider, dennoch wurde der Pressebereich mit einem richtigen Switch und Kabelsalat verkabelt. Da ging dann ein Mitarbeiter der Stadthalle durch, nahm die Bestellungen für Internet auf und verkabelte in Seelenruhe die Arbeitsplätze. Das war dann schon recht professionell, weil der Internet-Zugang auch hinreichend idiotensicher konfiguriert war.

    Erstaunlich fand ich, wie doch genügend Journalisten zwar professionell an ihren Laptops arbeiteten, bisweilen mit Newsroom-Software sogar am vorläufigen Layout der Zeitung, sie dann aber abenteuerlich via mit Kabel angebundenem GSM-Handy und Direkteinwahl in die Redaktion ihre Beiträge loswerden mussten. Gut, GSM gibt es praktisch überall, aber ich hätte gedacht, dass es für Arbeitsplätze, die direkten Internet-Zugang via Ethernet anbieten, wenigstens die Option gibt, den per VPN zu nutzen. Die Handhabung wäre jedenfalls bedeutend einfacher, vor allem das Zähneklappern am Ende, wenn gegen Kurz vor Knapp der Artikel gesendet werden muss. Da war der Kollege einer großen, „Stuttgarter Zeitung“ gestern kurz vor einem Nervenzusammenbruch, bevor er nach dreimal Laptop neu starten dann seinen Artikel doch noch hochbekam.

    Immerhin, sollte man sagen: Anno 1997 gab es noch genügend Journalisten, die doch tatsächlich noch einen Akustikkoppler mit sich herumtrugen und ein bereitgestelltes Telefon und zur Not auch mal eine Telefonzelle malträtierten, um ihre Zeitung bzw. Agentur zu bestücken. Wenn ich mir dann mal so die Theorien des Embedded Journalist anschaue, sind das Welten.

  • Livebloggen live.

    Zugegeben, es macht mächtigen Spass. Eine 70minütige Rede von Ute Vogt live zu bloggen, ist zwar eine massive Herausforderung, aber es ist einfach ein gutes Gefühl, dass man nach einer Rede seinen bereits mitgeschriebenen Text endgültig ins Blog absendet und aufsteht, während die „richtigen“ Kollegen der Presse nebendran gerade anfangen, die erste Zeile zu tippen. Der Kollege rechts von mir ließ sich zur spontanen Frage hinreißen, wie denn das funktioniert.

    Okay, okay, ich habe ihn aufgeklärt und darauf hingewiesen, dass diejenigen, die ihren Text schon während einer Rede anfangen und schreiben, am Ende immer diejenigen sind, die den ersten Kaffee draußen bekommen. 😉

  • Livebloggen vom Parteitag.

    Eigentlich habe ich mich bisher immer recht elegant von Liveblogging-Events drücken können. Einerseits deshalb, weil richtiges Liveblogging richtig harte Arbeit ist und einer Korrespondententätigkeit in nur wenig Punkten nachsteht und andererseits, weil ich selbst Livegeblogge nur ungern lese. Zu unfertig sind solche Dinge oft, zu schlecht die Fotos und zu rätselhaft das Geschriebene.

    Nun hat es mich für den Freitagnachmittag und -abend jedoch selbst getroffen, weil sich ein fest eingeplanter Blogger kurzfristig eine happige Erkältung eingefangen hat (gute Besserung an dieser Stelle, Markus!) und meine Mitgenossen der Internet-Projektgruppe selbst Delegierte sind und sich um ihr Antragsbuch und die Vorstandswahlen kümmern müssen. Also gut, werde ich mich halt wieder in die engen Reihen der Pressevertreter einreihen, wieder ein paar alte Kollegen aus meiner ZDF-Zeit treffen und ihnen dreimal erklären, für wen ich da schreibe („Ein Block? Was für ein Block?“). Nachzulesen wird das dann auf dem SPD-BaWü-Blog.

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