• Application Starter für USB-Sticks.

    Da ich ja eine Reihe von Programmen auf meinem USB-Stick haben und entsprechend auf (vertrauenswürdigen) Rechnern direkt vom Stick aus starte, habe ich mich mal umgeschaut, was die Szene der installationsunabhängigen Application Starter so an Spielzeug für mich zur Verfügung stellt. Ein Application Starter ist in etwa so etwas wie das Startmenü eines Betriebssystems, nur dass dieses Startmenü nicht Inhalte vom PC, sondern nur die startbaren Programme auf dem USB-Stick anzeigt.

    Für Windows habe ich drei Werkzeuge getestet, nämlich PortableApps, PStart und Portable Start Menu. Eine vierte Software nennt sich Ceedo, fällt bei mir allerdings gleich von der Rampe, weil es Geld kostet.

    Zuerst habe ich mit PStart herumgespielt. Im Grunde genommen funktioniert PStart so, dass man es aufruft und es aus zwei Bereichen besteht. Links wird das zu startende Programm auf dem USB-Stick gesucht und rechts können Startparameter hinzugefügt werden. Das kann man dann auf dem USB-Stick in einer Konfigurationsdatei abspeichern. Funktioniert zwar zuverlässig, sieht aber altbacken aus. Ich will nicht aus einer Liste suchen, sondern das Icon meiner gewünschten Anwendung sehen und das dann starten.

    PortableApps ist da schon bunter und vielleicht etwas zu bunt. Auch hier ist die Installation einfach, man verschiebe einfach das Programm und seine Verzeichnisse auf den USB-Stick und ordne die Ordner mit den eigenen Programmen innerhalb des PortableApps-Ordner an.

    Allerdings hat PortableApps ein ganz anderes Problem: Es schert sich nicht um Dateinamen, sondern liest den Namen aus der Programmdatei selbst heraus. Da beispielsweise bei GnuPG alle Programme die gleichnamige Programm-ID „GnuPG“ haben, sehe ich in PortableApps fünf mal „GnuPG“ für verschiedene Anwendungen. Super…

    Also gut, habe ich mir gedacht, drehst du das Ding einfach herum und legst anstatt der Programme nur Programmverlinkungen in den PortableApps-Ordner hinein. Überraschung: PortableApps findet nichts, weil es nur EXE-Dateien kennt. Dateinamen mit der Endung „.lnk“ kennt das Ding nicht. Na, spitze.

    Gut, ran an Portable Start Menu. Auch hier ist die Installation sehr einfach, das Programm kann an eine beliebige Stelle eines USB-Sticks installiert werden. Beim ersten Aufruf fragt das Programm dann auch freundlicherweise noch, ob es auf dem Laufwerk eine Autostart-Datei setzen soll. Nach dem Starten lassen sich sogleich Applikationen in das Startmenü einbinden und netterweise auch in eigenen Unterverzeichnissen gruppieren. Hat man seine auszuwählenden Programme hinzugefügt, wird auf OK geklickt und schon findet sich Portable Start Menu unter den Symbolen von Windows. Mit einem Klick darauf öffnet sich dort dann das Auswahlmenü.

    Das wirklich Geniale an Portable Start Menu ist jedoch, dass die zu startenden Programme gar keine Programme sein müssen, sondern beispielsweise auch auf dem USB-Stick abgelegte HTML-Dateien sein können, die dann beim Aufruf mit dem Standard-Webbrowser des Systems geöffnet werden. Damit lassen sich herrlich einfach TiddlyWiki-Dateien öffnen, ohne in die jeweiligen Verzeichnisse springen zu müssen.

  • Mailarchivierung, professionell.

    Kundin ruft an und hat ein Problem: Sie hat nämlich versehentlich E-Mails in Ihrem Mailprogramm gelöscht. Genau genommen ihre gesamten Mailarchive, nachdem sie versehentlich im Kontextmenü auf den Menüpunkt geklickt hat, den Ordner zu löschen.

    Okay, das ist natürlich auf den ersten Schreck hin dumm, aber im Normalfall kein Beinbruch, denn in so einem Fall findet sich der gelöschte Ordner im Papierkorb des Mailprogramms wieder und kann einfach wieder dahin zurückgeschoben werden, wo der Ordner ursprünglich lag. Nein, meinte sie, das ginge nicht, denn im Papierkorb wäre dieser Ordner nicht zu finden, denn da lag er ja. Wie meinen, fragte ich zurück?

    Die gute Frau hat doch tatsächlich ihre Mails die ganze Zeit über im Papierkorb archiviert und wundert sich jetzt tatsächlich, dass das Leeren des Papierkorbes und das Löschen einzelner Elemente im Papierkorb genau die gleiche Wirkung haben. Ja wozu heißt denn der Papierkorb auch Papierkorb?

    Sowas dummdreistes habe ich in meiner langen Zeit im Support schon lange nicht mehr gehabt. 🙁

  • Online-Banking.

    Eigentlich, so sollte der geneigte Besim-Kenner meinen, müsste ich jemand sein, der schon seit Jahren eingefleischt einer Bank das Vertrauen schenkt, von der sie noch nie einen Mitarbeiter jemals in Real gesehen hat und mit der sie nur online kommuniziert.

    Sollte man meinen. Doch irgendwie habe ich es nie zu diesem Schritt geschafft, obwohl ich seit nun über zehn Jahren meine Bankgeschäfte ausschließlich online verrichte. Und seltsamerweise hat es die Sparkasse Pforzheim 1997 geschafft, mich als internet-affinen Menschen an sich zu binden, weil sie zu dieser Zeit einen eigenen Internet-Zugang anbot. Das mit der Sparkasse ging auch dann noch gut, als ich längst nicht mehr diesen Internet-Zugang nutzte, aber ein guter Bekannter dort Berater war und natürlich nicht einfach so die Kundschaft weglaufen lässt. Da dieser Freund aber nun seit einer Weile nicht mehr dort beschäftigt ist und die Sparkasse es dann auch noch fertigbrachte, das eigens kostenlose Online-Girokonto mit abstrusen Konditionen kostenpflichtig zu machen, marschierte ich zur GE Money Bank, die das kostenlose Gehaltsgirokonto wenigstens noch mit Guthaben versüßt – allerdings eben auch noch eine Filialbank ist, die es auch nach zwei Jahren irgendwie immer noch nicht geschafft hat, mir einen Dispositionskredit so zuzusichern, dass das dann auch im entsprechenden Feld auf meinem Kontoauszug steht. Abgesehen davon, dass sie treu und gütig regelmäßig versuchen, mir eine Lebensversicherung aufs Auge zu drücken, aber nicht imstande sind, eine Haftpflichtversicherung zu vermitteln.

    Letzte Woche habe ich mich spaßeshalber bei der Comdirect Bank angemeldet, weil mich das Wertpapierdepot lockte. Das ist auch so ein Thema: Entweder man verwaltet seine Wertpapiere oder lässt es bleiben. Es ist aber nicht einzusehen, dass ich wegen jeder Transaktion zu meiner Bank trottele oder das am Telefon in Auftrag gebe und dann doch nicht alle Wertpapiere nutzen kann. Von den teilweise wirklich unverschämten Preisen für Wertpapiertransaktionen ganz zu schweigen.

    Jetzt muss ich erstaunt feststellen, was eine echte Direktbank tatsächlich für Konditionen anbietet: Kostenloses Girokonto, Wertpapierdepot, Tagesgeldkonto. Dazu kostenlos die Maestro-Karte und auch kostenlos die Visa-Karte, mit der darüber hinaus kostenlos im Ausland an jedem Geldautomat Geld abgehoben werden kann. Und ab einer gewissen Anlagensumme sinken die Handelskosten für Wertpapiere um schlappe 35 %. Wertpapiere können kostenlos von Depots bei anderen Banken geholt werden, das Geldabheben funktioniert kostenlos an Bankautomaten von zig Banken und dort ist selbst das Geldkartenaufladen kostenlos. Selten habe ich so kopfschüttelnd ein Preisverzeichnis gelesen. Äh, warum sehe ich das alles eigentlich erst jetzt?

  • Upgraded.

    Jetzt ausnahmsweise wieder richtig klassisch, mit einer echten Vista-Ultimate-Lizenz, die auch für eine komplette Neuinstallation eingesetzt werden kann. Und jetzt läuft das Ding endlich auch so, wie ich mir das vorgestellt habe.

    Schon wirklich sehr lange her, dass ich innerhalb einer Woche Windows mindestens fünfmal auf dem gleichen Rechner neuinstalliert habe. 😉

  • Unglaublich lustige Klingeltöne.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass ich vorhin das Handy mit dem frivolsten Klingelton erlebt habe. Und zwar sass ich mit einem Bekannten in einem hiesigen Café und brainstormte so vor mich herum, als am Nachbartisch ein Handy anfing, auf sich aufmerksam zu machen. Und zwar mit dem Titelsong der Sesamstraße.

    Das Titellied ist geschlagene 2:15 Minuten lang. Und es hat zwei Oktavenwechsel. Und ist bei offenkundig maximaler Lautstärke so schrecklich anzuhören, dass ich aufstehen musste, um das Telefon abzustellen, da der Besitzer des Handys leichtsinnigerweise auf der Toilette war. Der Besitzer fand das nach seiner Rückkehr übrigens nicht witzig und wollte diskutieren, allerdings bekundete der Wirt, der sich die Rettungsaktion gegen die Lärmverschmutzung vom Tresen aus anschaute, überraschend spontane Solidarität mit mir und bezeugte, dass es eine Entsetzlichkeit ist, ein Handy mit so einem Klingelton zu malträtieren und die Sesamstraße derartig in den Schmutz zu ziehen.

    Samson hätte dazu vermutlich nur eines gesagt: „Uiuiuiuiui!“

  • Der gute Ton des Finanzamtes.

    Das Finanzamt schreibt mir heute:

    Ihre Umsatzsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr hat nicht mehr 6.136 € betragen. Sie sind deshalb verpflichtet, Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung vierteljährlich abzugeben. Geben Sie bitte erstmalig für das 1. Kalendervierteljahr 2008 eine Voranmeldung ab.

    Dazu muss man wissen, dass das mitnichten eine Mahnung ist, sondern der Umstand, dass ich die letzten zwei Jahre meine Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich abgeben musste und dies nun, eben wegen der niedrigen, zu entrichtenden Umsatzsteuer-Vorauszahlungen, nur noch vierteljährlich zu tun habe.

    Ich denke, da ist noch viel Raum, Briefe in einem freundlicheren Ton zu schreiben, wenn es an sich um nichts weltbewegendes geht.

  • Vista-Anytime-Upgrade zum Dritten: Nix für Bastler.

    So, das Vista-Anytime-Upgrade hat sich erledigt, es ist definitiv nicht dazu geplant, frisch installiert zu werden. Wir erinnern uns, die Stand-Alone-Installation wird nicht gemocht, der Ultimate-Lizenzschlüssel lässt dies nicht zu. Sprich: Das upzugradende Betriebssystem muss zwingend installiert sein und da heraus muss das Anytime-Upgrade auch gestartet werden.

    Nun bietet zwar das Setup nach Eingabe des Anytime-Lizenzschlüssels die komplette Neuinstallation an, das geht aber schon mal nicht, wenn man nur eine Partition auf der Festplatte hat. Also sind zwei erforderlich. Hat man zwei Partitionen (was natürlich wieder eine vollständige Installation des upzugradenden Betriebssystem erfordert), geht das aber auch nicht wirklich gut, denn wenn man dann Vista Ultimate endlich auf der zweiten Partition hat, wird man mit Entsetzen feststellen, dass dessen Systemlaufwerk nicht C: heißt, sondern D:. Das, mit Verlaub, ist eine derart verdummte Verkettung von Installationshürden, bei der man die Befürchtung haben könnte, dass Microsoft zum ersten Mal ein Betriebssystem ausliefert.

    Ergo: Eine Neuinstallation einer Anytime-Installation ist offensichtlich nicht erwünscht und wird mit Händen und Füssen abgewehrt. Es taugt tatsächlich nur dazu, ein bestehendes Vista zu aktualisieren. Schade drum, mit dem Krampf macht sich Microsoft wirklich keine Freunde.

  • Die wahre Geschichte des Internet um den Mauerfall.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Government Leaders Forum in Europe am 22. Januar 2008 in Berlin eine zugegebenermaßen recht interessante These aufgestellt. Das Internet seit es gewesen, dass im Herbst 1989 die Mauer zwischen der DDR und der Bundesrepublik zu Fall gebracht habe. Der Mauerfall sei nämlich das „Produkt der kulturellen Revolution durch die Informations- und Telekommunikationstechnologie“.

    Wäre schön, wenn das so gewesen wäre, ist aber leider wunderschön an den Haaren herbeigezogen und gequirlter Unsinn.

    Das Internet war anno 1989 sehr weitgehend noch eine rein wissenschaftliche Veranstaltung. Das EUNet, später einer der ersten kommerziellen Internet Provider in Deutschland und zu diesem Zeitpunkt noch ein Projekt der Universität Dortmund, hatte gerade mal rund 200 Kunden und eine sagenhafte Standleitungsbandbreite von 19,2 Kilobit pro Sekunde. In der DDR gab es überhaupt keine landesweiten Netzwerke, die mit TCP/IP arbeiteten, sondern lediglich einige kleinere Netze, die auf einzelne Institutionen beschränkt waren. Die einzige Standleitung in den Westen lief zwischen der Humboldt-Universität in Ost- und der Freien Universität in West-Berlin. Und auch darauf lief X.25.

    Einer der wenigen, wirklich verbrieften, historischen Zeugnisse ist der erste Thread über den Mauerfall im Usenet, übrigens ein wirklich sehr ergreifendes Stück Zeitgeschichte.

    Das stärkste Argument gegen Merkels These ist aber, dass die kulturelle Revolution durch das Internet – wenn man das in der kurzen Lebenszeit des Internet tatsächlich so schon in den Mund nehmen mag – erst mit dem Aufkommen des World Wide Web begann – und das hat Tim Berners-Lee am CERN in Genf erst 1991 erfunden.

    Ich hätte eigentlich von einer Bundeskanzlerin und einer Wissenschaftlerin etwas bessere Geschichtsrhethorik erwartet.

    [Input via Golem.de]

  • Der Haken am Vista Anytime Upgrade.

    Eigentlich kein wirklich großer, allerdings dumm für meine Ungeduld – es muss nämlich das zu aktualisierende Betriebssystem installiert sein, in meinem Fall also Vista Home Premium. Da ich in nun unweiser Voraussicht Ultimate vorinstalliert hatte, ist das für die Katz‘ gewesen, denn der im Anytime-Upgrade mitgelieferte Lizenzschlüssel verweigert die Anerkennung. Immerhin muss man danach nicht zwingend upgraden, sondern kann nach der Prüfung frisch installieren, was ich dann auch machen werde.

    Gut, dass ich noch die Recovery-DVD vom Notebook habe, so dass das Zurückspielen von Home Premium relativ schnell über die Bühne geht. Tja, nicht immer nur der Letzte wird von den Hunden gebissen, manchmal ist es auch umgekehrt.

  • Funkuhrensynchronisation.

    Schon mal gewundert, wieso Funkuhren (also Uhren, die per Funk über das DCF-Signal mit der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig synchronisiert werden) meist immer zur vollen Stunde seltsam blinkende Zeichen auf dem Display haben?

    Alle Funkuhren sind an sich normale Quarzuhren, haben also einen eingebauten Quarz-Kristall, dessen Schwingungen dazu genutzt werden, den Takt der Uhr vorzugeben. Gängige Quarz-Kristalle sind da schon recht genau und schaffen es ohne Probleme, dass sie nur wenige Sekunden Fehllauf pro Jahr produzieren.

    Um Strom zu sparen, sind praktisch alle gängigen, batteriebetriebenen Funkuhren nicht ständig auf Empfang, sondern nur in zeitlichen Abständen, um mit dem so empfangenen Zeitdatagramm die eigene Quarzuhr zu synchronisieren. Das passiert normalerweise eben stündlich oder dann, wenn man die Uhr manuell neu synchronisieren möchte.

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