• Einfuhrabgaben.

    Ich wage mal zu behaupten, dass die Anhebung der Wertgrenze für Kleinsendungen bei der Erhebung von Einfuhrabgaben nur deshalb angehoben wird, weil die Jungs bei den Zollämtern im Laufe der letzten Jahre heillos überfrachtet wurden mit aus dem Internet bestellten Waren und es einfach nicht mehr ertragen konnten, mit Leuten die große Diskussion anzufangen, die ziemlich pampig werden konnten, wenn der für 50 Euro gekaufte Krempel bei eBay.com nun plötzlich auch noch Zoll kosten sollte.

    Richtig hanebüchen wurde es immer dann, wenn die wackeren Zöllner eine Rechnung oder eine Bestellung verlangt haben, aus der der Preis ableitbar ist, der dann zur Berechnung der Einfuhrabgaben herangezogen wurde. Oft genug kann man sich das ja eben nur aus seinen E-Mails heraus ausdrucken und ich wette einen Lastwagen voll Bier, dass genügend Käufer nur beim ersten Mal die Rechnung uneditiert ausgedruckt haben. Das wussten auch oft genug die Zollbeamten, die zähneknirschend die Ware herausgerückt haben.

    Nun denn, ab 1. Dezember 2008 ist die Wertgrenze nun bei 150 Euro. Heise hat da schon Recht, wenn man da Goldene Zeiten heranziehen sieht.

  • Der nackte Überwachungsstaat.

    Es ist in meinen Augen mehr als bezeichnend, dass ausgerechnet in Großbritannien, inzwischen die Mutter aller Überwachungsstaaten, andauernd irgendwelche Disketten und CD mit Millionen Datensätzen von Bürgern verloren gehen. Ich glaube fest, dass das eine mit dem anderen fundamental zusammenhängt.

    Das fängt mit dem Fast-Naturgesetz an, dass Datensammlungen Nutznießer anziehen wie das Licht die Fliegen.  Und endet damit, dass genau die Leute, die eigentlich auf diese Daten aufpassen sollen, immer laxer damit umgehen und offenkundig überhaupt kein Gefühl oder eine Achtung vor solchen Daten mehr haben. Ich sage und schreibe es immer wieder: Die Datensammlung selbst ist in so einem Fall nicht mehr das Problem, sondern der Umgang damit. Das Social Engineering… „Du, kannst du mal kurz schauen, ich habe da so ein Problem mit meinem Nachbarn.“

    Alle wollen sie immer mehr Daten sammeln. Aber immer weniger wollen sagen, was sie genau sammeln, wer darauf genau Zugriff hat und vor allem möchte niemand die Verantwortung für die Datensammlungen mehr übernehmen. Sehr massive Probleme, die allesamt nur entstehen, wenn Vorratsdatenhaltungen hoffähig werden. Erschreckend ist, dass es offenbar keine Sau mehr wirklich interessiert, wenn Disketten und CD einfach mal so verschütt gehen.

  • Nachwirkungen von elektronischen Signaturen.

    Tja, da hat man nun eine Signaturkarte zum rechtsverbindlichen, elektronischen Unterschreiben und hat nun auch für nicht wenig Geld eine Software, um PDF-Dateien mit einer Signatur zu versehen und kann das nun auch im Produktivbetrieb machen und hat das nun auch gemacht und wird doch nicht richtig glücklich.

    Denn jetzt, nach dem ersten Versand von so unterschriebenen Rechnungen kommen nun die ganzen Rückfragen, was denn der komische, große Kasten in der PDF-Datei wäre und dass die PDF-Datei ja überhaupt irgendwie kaputt sei, weil lustige Fehlermeldungen kämen. Das sind natürlich keine Fehlermeldungen, sondern Hinweise darauf, dass in der PDF-Datei ein Zertifikat ist, dass der jeweilige Rechner sinnvollerweise noch nicht kennt. Kann man aber ändern, wenn man sich diesen komischen Kasten in der PDF-Datei einmal näher anschaut.

    Dabei fällt mir auf: Ich habe für die Signaturkarte ja noch gar keine Rechnung erhalten.

  • Bounces through the night.

    Hach ja, so macht das doch Spaß. Morgens Outlook aufmachen, noch gar kein Kaffee intus und gleich eine Batterie voll Bounces, eingebrockt von einem geilen Spammer, in dessen Absenderroulette mal wieder meine E-Mail-Adresse vorgekommen ist.

    Heute scheint überhaupt so ein spam-aktiver Tag zu sein, denn der deutsche Spammer, der (allein heute) so tolle Sachen wie USB-Schallplattenspieler, Mini-Stereoanlagen, Lavalampen, Seifenblasenautomaten, Chefsessel, Taschenlampen, Samoware, Lichtschläuche, Terrassenheizer und was nicht noch alles, schickt seine Pamphlete derzeit im Minutentakt. Vielleicht hat er seine Quartalszahlen nicht erreicht und muss nun klotzen.

  • Flugangst.

    Mein Vater und seine zwei Brüder gehören nicht unbedingt zur der Gattung von Zeitgenossen, die sich abenteuerlich in für sie kaum kalkulierbare Dinge stürzen, wobei die Grundlage der Kalkulation für Außenstehende oftmals wenig nachvollziehbar ist. Dazu gehört es, dass alle drei beispielsweise gern Auto fahren und hier auch teilweise Fahrweisen an den Tag legen, die sozialökonomisch betrachtet nicht produktiv für eine Gesellschaft sind. Das sieht anders aus, wenn es um das Fliegen geht.

    Der älteste Bruder entgeht diesem Problem elegant, in dem er sich einfach nicht von seinem Dorf in der Türkei fortbewegt, zumindest nicht in merkbaren Geschwindigkeiten. Der Aktionsradius bewegt sich in etwa 50 Kilometer um das Dorf namens „Of“ an der Schwarzmeerküste, was die große Hafenstadt Trabzon einbezieht, in der es spätestens dort praktisch alle Annehmlichkeiten modernen Daseins gibt, inklusive einem modernen Universitätsklinikum.

    Mein Vater, schon etwas todesmutiger, setzt sich zumindest in ein Flugzeug bzw. lässt sich in ein Flugzeug tragen, wenn es unbedingt sein muss und die Güterabwägung klar für das Flugzeug spricht. Das ist beispielsweise bei der Frage so, ob man nun rund 2.600 Kilometer in drei Tagen bis an die entferntesten Zipfel der türkischen Schwarzmeerregion mit dem Auto selbst fährt oder sich in rund 4 Stunden hinfliegen lässt. Das Argument zählt und lindert die Flugangst zusammen mit der Abgabe bestimmter Mittelchen auf ein erträgliches Maß herunter.

    Der dritte, jüngste Bruder ist selbst davon nicht zu überzeugen, für ihn sind Flugzeuge die letzten Höllenmaschinen auf Erden. Bei seinem ersten (und letzten) Flug von Trabzon nach Istanbul, der eh schon nur etwas mehr als eine Stunde dauert, wurde danach seine Maßgabe herausgegeben, dass in nichts mehr eingestiegen werden kann, das Feuer aus dem Hintern herauslässt. Nun gut, das tun Autos ja auch irgendwie, deshalb wurde diese familiäre Verordnung später dahingehend präzisiert, dass das Einstiegsverbot für Gerätschaften, die Feuer aus ihrem Hintern herauslassen, gilt, die sich außerhalb der üblichen zwei Dimensionen bewegen. Und so wird er nun voraussichtlich die 2.600 Kilometer im Laufe der nächsten Monate im Bus abspulen – in der Hoffnung, dass dieses Gefährt auch in den zwei Dimensionen bleibt, die es normalerweise nur befahren sollte.

  • Bezahlte Werbung hier im Blog.

    Ich hatte gestern endlich mal jemanden an der Strippe, der hier im Blog werben wollte. Gar nicht mal mit schnödem Textlink oder nach der Trigami-Masche mit von mir verfasstem Singsang, sondern richtig mit Grafik rechts in der Navigation. Ich musste allerdings kurzfristig das Telefongespräch vertagen, da ich gar keine belastbaren Zahlen für das Blog vorweisen kann. Ich habe zwar eine separate Webalizer-Statistik laufen, die auch die Feed-Abrufe zählt, aber ich habe mir bis dato nie die Mühe gemacht, auch mal die Zahlen des Blogs einigermaßen sinnvoll aufzubereiten (wohingegen das für netplanet selbst schon seit einer ganzen Weile existiert und gepflegt wird).

    Ich habe ihm jetzt aber dann doch gänzlich abgesagt, weil ich beschlossen habe, im Blog vorläufig gar nicht zu werben. Ich bin so realistisch genug und weiß, dass hier nicht die Millionen fließen und für 200 Euro im Jahr mache ich hier kein weiteres Fass auf und klatsche unter jeden Artikel und jeden fünften Kommentar keinen Google-Banner hinein. Ich kann mir doch tatsächlich den Luxus erlauben, hier nicht werben zu müssen.

    Darf sich übrigens auch jeder selbst diese Frage stellen. Sind es die paar Kröten (wenn man nicht zu den sagenumwobenen „A-Bloggern“ gehören, die munter ihre Verdienstsummen ausplaudern und hoffen, dass die Leserschaft das auch glaubt) wert, so dass weitgehend unsteuerbare Werbebanner mit tollen „eBook-Angeboten“ auf MLM-Projekte erscheinen? Bei mir lohnt es schon das Nachdenken kaum, deshalb: Werbefreie Zone.

  • Word-Vorlagengekrätz.

    Mann, mann, mann! Ich will eigentlich nur einen Satz Word-Vorlagen machen und stelle mich irgendwie an, wie ein Novize vorm Schaltkasten. Ich schnalle auch nach mehreren Anläufen nicht wirklich, wie man in Word 2007 eine Grafik so importiert, dass sie, ähnlich wie in einer Textbox, frei positionierbar ist. Das ist sie nämlich nach dem Import mal und mal auch wieder nicht. Ob das an der fortgeschrittenen Uhrzeit liegt? Möglich. Allerdings machen mich solche Unzulänglichkeiten in der Softwarebedienung wirklich wahnsinnig. Und ich habe zu allem Unglück auch noch kein Bier im Haus. 🙁

    Erwähnt sei aber zur meiner Verteidigung, dass Word und das Vektorgrafikformat EPS keine wirklich dicken Freunde sind. Und ich muss in meiner kleinen, schmutzigen Backup-Lösung unbedingt auch die Einstellungsparameter von Adobe Illustrator regelmäßig wegsichern, denn es ist wirklich ein Kreuz, sich den Illustrator nach einer Neuinstallation wieder so zu konfigurieren, dass man damit persönlich arbeiten kann.

  • Karteileichen.

    Es war wirklich dringend notwendig, mal etwas in den Listen meines Instant Messengers und in Skype zu wildern. Die Liste in letzterem war inzwischen so lang, dass die Mobile-Version auf meinem MDA eine Weile gebraucht hat, um diese aufzulisten, was wohl ein bekanntes Problem ist – die einzige Antwort, die ich im Support-Bereich von Skype dazu finden konnte, lautete, die Liste einfach zu kürzen, dann würde es besser werden…

    In meinem Instant Messenger sah es weit unangenehmer aus, weil ich mit Miranda einen Multimessenger habe, also in vier IM-Netzwerken gleichzeitig online bin. Und gerade in der Liste der ICQ-Kontakten sind eine Menge Einträge von Benutzern, bei denen ich mir teilweise gar nicht so sicher bin, ob sie überhaupt noch in ICQ weilen. Zur Entwarnung: Ich habe keinen der gelöschten Kontakte gesperrt. Beim letzten Mal, als ich ein Aufräumen angekündigt hatte, gab es regelrechte Aufruhre. 😉

  • Der Editor in WordPress 2.5.

    Der Editor gefällt wirklich gut, es macht Spaß, darin einen Artikel zu verfassen. Neben dem von Grund auf neuen Editorfenster sind es vor allem die Details, die auffallen. Beispielsweise die Möglichkeit, den Permalink zu verändern, was vor allem bei Artikeln, die ohne endgültige Überschrift zwischengespeichert wurden, Sinn macht. Schön gelöst sind auch die Funktionen zum Hinzufügen von Bildern, Video, Audio und Dateien. Das hatte alles früher einen, sagen wir es freundlich, etwas verwegenen, organischen Eindruck. Nun ist es schön Streamline.

    Was nicht ganz praktikabel gelöst ist, ist die Kategorienauswahl. Die war früher direkt rechts und schnell greifbar, ist aber nun unter dem Editorfenster. Man hat also etwas herunterzuscrollen, wenn eine Kategorie ausgewählt werden soll.

  • Eine Aktienorder seziert.

    Jetzt wollte ich es aber dann doch mal genau wissen: Sieht man es tatsächlich, wenn ich in Echtzeit trade oder nicht? Kurzum: Ja, man sieht es. Und zwar überraschend deutlich. Um das zu beweisen, muss ich allerdings von einer kleinen Grundregel abweichen, nämlich über Geld sprechen. Zumindest indirekt, man sieht jedenfalls, was ich bezahlt habe.

    In meinem Beispiel habe ich um 11:33 Uhr 100 Papiere meiner Hausbank gekauft. Da ich das genauer sehen wollte, bei der Wertpapierbörse Stuttgart, bei der bis dato heute schon 173 Stücke gehandelt wurden. In der so genannten „Tradermatrix“, das ist bei der Comdirect Bank ein Realtime-System, wurde der Kauf zwei Sekunden später sichtbar, in dem der Handelszähler auf 273 Stück sprang.

    Im Handelsbuch der Wertpapierbörse Stuttgart war der Handel dann einige Minuten später auch ersichtlich. Der Kaufpreis pro Stück lag bei 8,14 Euro pro Stück, der Kurs ist daraufhin an der Wertpapierbörse Stuttgart auf 8,17 Euro gestiegen.

    Selbstverständlich muss der Kursanstieg nicht unmittelbar mit meiner Order zusammenhängen. Allerdings ist im Gegenzug das Handelsvolumen für diese Aktie an diesem Tag in Stuttgart gering, der Handel deshalb überschaubar. Zudem gab es heute keine Nachrichten aus dem Hause.

    Das ist letztendlich auch gar nicht der Punkt, denn ich will nur darstellen, dass Aktienkurse in der Tat direkte Pulsmessungen sind und Echtzeit-Order auch tatsächlich sichtbare Beeinflussungen auslösen können.

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