• ICANN und die SU-Domain.

    Eigentlich gehört die Top-Level-Domain „.su“ zu den Relikten aus ganz dunkler Zeit, sie ist nämlich die ehemalige Top-Level-Domain der Sowjetunion und auch heute noch in Betrieb, weil die russische Registrierungsstelle vorgibt, unter dieser Domain immer noch Domainregistrierungen zu haben. Während ICANN schwer daran interessiert ist, dass dieses Relikt aus Gründen der Nichtexistenz des dazugehörigen Staates so schnell wie möglich aus dem Internet haben möchte und „.su“ seit Jahren als „being phased out“ behandelt, denken die Russen offensichtlich gar nicht daran.

    Im September letzten Jahres riss ICANN der Geduldsfaden und die Betreiber der „.su“-Top-Level-Domain wurden aufgefordert, dafür zu sorgen, dass keine Neuregistrierungen mehr angenommen werden sollten. Die Antwort der „.su“-Registry war eindeutig, wenn auch anders, als von ICANN erwartet, denn die Preise der bis dato sehr teuren „.su“-Domain wurden stark herabgesetzt und nahe an die Preise der russischen „.ru“-Top-Level-Domain angenähert. Mit dem Ergebnis, dass die Domainzahlen von damals rund 10.000 Stück auf heute 45.000 anstiegen. Dazu kamen Gerüchte in letzter Zeit, dass die „.su“-Registry plant, für die „.su“-Zone IDN-Domains einzuführen, also Domainnamen mit Sonderzeichen. Das macht man alles für gewöhnlich sicherlich nicht mit einer Top-Level-Domain, bei der man gedenkt, sie demnächst zurückgeben zu wollen.

    Ganz im Gegenteil, denn Andrei Vorobyov, der Pressesprecher des „Regional Network Information Center“, das die „.su“-Domain verwaltet, sagte, dass man für die Zukunft Pläne habe, die Sprachen, die innerhalb der „.su“-Top-Level-Domain für IDN-Namen verwendet werden können, zu erweitern, inklusive aller Sprachdialekte, die in Russland gesprochen würden.

    Dürfte sehr spannend werden, wie das nun weiterläuft. Rein technisch gesehen könnte ICANN problemlos die Top-Level-Domain „.su“ aus der Root-Zone und damit aus den Root-Servern und damit faktisch aus dem DNS werfen. Politisch gesehen wäre das jedoch neuer und noch nie erprobter Sprengstoff, bei dem dann abzuwarten wäre, wie der „russische Bär“ auf so eine Provokation des Imperialismus reagiert. 😉

  • PS3-Update 2.30.

    Ich muss doch noch etwas nachbloggen, den Sony Entertainment Europe hat das PS3-Update 2.30 heute an den Startplatz geschoben. Über die Inhalte habe ich ja schon vor ein paar Tagen gebloggt, allerdings bleibt zu sagen, dass der Relaunch des Playstation Store wirklich gelungen ist. Übersichtlich, schnell (da nun die wichtigsten Elemente vorinstalliert sind und nur die Inhalte heruntergeladen werden) und einfach zu bedienen. Endlich führt nun der Kreis-Knopf auch tatsächlich jeweils nur einen Schritt zurück und will nicht jedes Mal komplett den Store beenden.

    SCEE, lass dich ausnahmsweise mal knuddeln: Habt ihr gut gemacht!

  • Bitte vorspulen.

    Dieser Tag ist nichts für ein Blog. Um Punkt 11:01 Uhr ist im Büro die Hauptanbindung ausgefallen, praktischerweise auch gleich die Backup-Anbindung, so dass wir bis um 15:41 Uhr ohne Internet dastanden. Für einen Internetprovider ein recht bedenklicher Zustand und darauf wollten uns natürlich auch so ziemlich alle Kunden hinweisen. Dementsprechend viel gab es zu telefonieren und leider gibt es auch ein paar Diskussionspunkte, die wir mit unserem Upstream-Provider zu klären haben.

    So deshalb.. bitte weitergehen, hier gibt es heute nichts mehr. Morgen wieder.

  • Demo 2.0.

    Äußerst interessant, was sich da mit der so genannte Anonymous-Bewegung, die eine weltweite, sehr intelligent wirkende und vor allem dezentral organisierte Kampagne auf die Beine gestellt hat, aktuell gegen Scientology. Hatte man sich ursprünglich auf eher sinnfreie Gags beschränkt, beispielsweise fremde Webforen auf fast schon dadaistischen Zügen zuzumüllen, so ist der Kampf gegen Scientology geradezu ein Sinnbild für „2.0“ – für das Mitmach-Web. Das ist schon ein derartiger Knaller, dass sogar das heute journal vorhin darüber berichtet hat, übrigens sogar angenehm wertefrei.

    Sehr schön an dem Beitrag ist, dass die ZDF-Redakteurin sehr treffend erkannt hat, dass Scientology in vielen Augen ein „tolles“ Ziel ist – Ziele könnten sich aber ändern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Idee des Mitmach-Webs hier weiterentwickelt. Und ich bin auch mal gespannt, wie lange es dauert, bis das Mitmach-Web in die Parteienlandschaft fällt und vielleicht auch hier eine selbstverständlich weltumspannende, dezentrale und auf global Themen forcierte Entwicklung bildet.

    (Einen Link zum ZDF-Mediathek-Stream liefere ich morgen nach, der ist noch nicht online.)

  • Webalizer – Second Shot.

    Praktischerweise hat Stone Steps gestern eine neue Webalizer-Version mit der Nummer 3.3.1.6 veröffentlicht. Und die (kurze) Liste der Bugfixes lässt aufhorchen, denn es wurde in der Windows-Version ein Fehler behoben, der offenbar bei diversen Nicht-Intel-Prozessoren dafür sorgte, dass der Webalizer schlicht nicht startete bzw. sofort wieder endete, so wie ich das in meinem Test auch hatte. Nun hat unser Webserver zwar Intel-Prozessoren, allerdings gehören die zur Xeon-Baureihe und sind auch schon etwas älter, so dass ich auf jeden Fall einen neuen Anlauf ausprobieren wollte.

    Und siehe da: Nun läuft es. Zur Zeit zwar noch sehr lahm, das liegt aber daran, dass ich aus allen Webstatistiken die History-Dateien (webalizer.current) löschen musste, da der Webalizer seit der Version 3.x ein anderes Datenformat dafür verwendet. Und da die Nachberechnungen nun sicherlich bis heute Abend durchrechnen werden, war das ein Grund, weshalb ich das eigentlich gleich Anfang des Monats machen wollte. Aber man kann nicht alles haben.

  • Schon wieder Mailbounces ohne Ende.

    Das finde ich jetzt eigentlich nur noch bedingt witzig: Letzte Woche hatte ich ja schon mal das „Vergnügen“, dass ein Spammer einer meiner E-Mail-Adressen für das Reply-to seiner Pamphlete missbraucht hat, jetzt ist das über das Wochenende allerdings schon wieder passiert.

    Weil ich unseren Bayes-Filter nicht unnötig mit Mail-Bounces beschmutzen möchte, Outlook aber blöderweise in seinem Spam-Filter eine Reihe von diesen Bounces hineingeladen hat, muss ich jetzt den Spam-Ordner grob nach Mailbounces durchforsten. Sehr unliebliche Arbeit und großes ToDo: Lokalen Filter für Bounces schreiben.

  • Der Welterklärer.

    In SPIEGEL ONLINE ist heute wieder ein neuer Broder zum Thema Casting-Shows erschienen, also ein Artikel von Henryk M. Broder. Und wie bei einem echten Broder üblich ist es nur schwer einzuschätzen, ob das nun ein Artikel, ein Kommentar, eine Satire oder eine Glosse sein soll, wenn sich darin beispielsweise ein solcher Absatz findet:

    „Mit anderen Worten: Sie wissen nicht was sie tun und müssten vor sich selber geschützt werden. Für diese Theorie gibt es zwar keine Belege, aber sie klingt gut, weil sie von Fürsorge zeugt. Zu Ende gedacht, würde sie bedeuten, dass man den Jugendlichen jede Konkurrenz- und Prüfsituation ersparen müsste, um sie nicht über Gebühr zu belasten. Noch besser wäre es nur noch, die Untergrenze der Volljährigkeit heraufzusetzen, am besten gleich auf 30 Jahre oder noch höher, da 18-Jährige kaum die nötige Reife haben, um die Folgen ihrer Entscheidungen zu überdenken – zum Beispiel in der Wahlkabine. Dazu würde auch passen, dass es vor kurzem eine ernst gemeinte Initiative gegeben hat, ein Familienwahlrecht einzuführen, bei dem die Eltern stellvertretend für ihre Kinder abstimmen würden. Eine Familie mit drei Kindern hätte dann fünf Stimmen.“

    Broder abstrahiert schneidig und untermauert die Argumente, die ihm gefallen, derartig lautstark, dass sich nur wenige trauen, diese Argumente genauer zu sezieren und ihm Kontra zu liefern. Diese Methode Broders ist inzwischen altbewährt, wenn sich jemand traut, sein regelmäßiges Islam-Bashing, seine unterschwellige Auslebung seiner offenkundigen Kulturoffenheits-Antipathie, zu dem er sich offenbar berufen fühlt, oder schlicht seine gelegentliche journalistische Schlampigkeit zu parieren. Das zeigt sich nicht zuletzt durch seine inzwischen legendär gewordene Reaktion auf das Internet oder auf die Blogosphäre, die Broder auf ausgesucht rüde Weise beantwortete. So als ob genau an diesem Punkt seine Taifune der Argumentationswinde ausgefallen wären und seine wahre Hilflosigkeit gegenüber schwer beantwortbaren Gegenargumenten und Kritik an der eigenen Person aufzeigten. Gerade damit muss man gut auskommen können, wenn man ständig austeilt und Beschimpfungen sind dabei die denkbar schlechtesten Reaktionen.

    Sicherlich ist es in diesem Zusammenhang notwendig, dem Islam gegenüber nicht nur aufgeschlossen entgegenzutreten, sondern auch im Selbstbewusstsein seiner eigenen Religion. Das jedoch mit dem genauen Gegenteil zu untersetzten und zu fordern, dem Islam keinen Zentimeter Raum im Abendland zu schenken, produziert das genaue Gegenteil von Toleranz und führt zur altbekannten, jämmerlichen Diskussion, wieso man den Bau von Moscheen im Abendland gestatten solle, wenn der Bau von Kirchen im Morgenland verboten sei. Genau diese Diskussion, wieso man beispielsweise in der Türkei kirchenfeindlich eingestellt ist, wird schon von dortigen Medien regelmäßig thematisiert, selbst von so konservativen Kampfblättern wie der Hürriyet. Es ist alles eine Frage der Toleranz und die unterstützt man – hüben wie drüben – durch Aufklärung und gegenseitiger Darlegung von Argumenten, nicht durch Hetze, egal ob offenkundige oder unterschwellige.

    Aber um wieder auf den aktuellen Text von Broder in SPIEGEL ONLINE zu kommen: Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Menschen in unserer Gesellschaft ständig von Maßstabsmessungen und Prüfungen umgeben sind und deren Ergebnisse sich durchaus auch negativ auf ihre eigene Position auswirken können. Es ist jedoch immer noch ein gewaltiger Unterschied, ob man sich als junger Mensch in einer Schulklasse vor 30 Leuten zum Affen macht oder vor einem Millionenpublikum. Und auch wenn man als Außenstehender in die gefährliche Versuchung kommen könnte, zu glauben, dass dieser Umstand den Teilnehmern bewusst wäre, so ist dabei immer zu beachten, dass der Mensch sich, so intelligent er auch immer erscheinen mag, sich jederzeit blenden lassen kann. Und damit meine ich nicht das Gegenlicht beim Autofahren.

    In diesem Sinne ist Henryk M. Broder weiterhin für mich ein journalistischer Kotzbrocken erster Güte, dessen Artikel ich jedoch dennoch respektiere, weil sie zum Nachdenken anregen und Diskussionen als Basis dienen, wie es nur wenige Artikel und Autoren können oder auch schlicht als Basis zur umweltfreundlichen Bekämpfung von Zornattacken dienen. Es wäre aber schön wenn Herr Broder mal wieder langsam von seinem gut eingemauerten Schimpftürmchen herunterkommen könnte und nicht permanent so verbal hyperventiliert. Vergleiche von Äpfel und Birnen lassen sich nicht dadurch vermeiden, in dem Einzelne ständig Birnen für nicht existent erklären.

  • Social Engineering im/am Hotel.

    Es ergab sich gestern, dass ich vereinsmäßig nach Esslingen am Neckar berufen wurde und dort übernachten sollte. In einem Hotel, dessen Namen ich sicherheitshalber hier nicht nennen werde. Und das deshalb:

    Ich rief um ca. 18 Uhr im Hotel an und kündigte an, dass ich vermutlich ein Spät-Checkin auf das Parkett legen würde, weil es mir zeitlich eben nicht reicht. Kein Problem, meinte die Dame an der Rezeption am Telefon im breitesten Schwäbisch, sie sei bis zehn Uhr da und danach könnte ich am so genannten Hotelomat vor der Türe elektronisch einchecken. Dazu würde sie mir jetzt ein Passwort vergeben und mir nennen, das müsste ich dann am Touchscreen einfach eingeben und schon würde da eine Magnetkarte herausspringen, mit der ich in mein Zimmer kann. Toll, dachte ich, das ist ja mal richtig modern, wenn man schon keine durchgängig besetzte Rezeption hat.

    Nun, Theorie ist eine Sache, Praxis wieder eine andere. Ich stand um genau 2 Uhr morgens (also wirklich ein sehr spätes Spät-Checkin) vor dem Hotel und auch vor dem Hotelomat, dessen Bildschirm jedoch dunkel war. Und auch dunkel blieb, wenn ich darauf herumtippte. Darauf einschlug. Sogar in blinder Verzweiflung mit meiner Amex am Karteneinzug herumhampelte und dem Automaten meine Ankunft schmackhaft machen wollte. Nichts.

    Meine mitgereisten Kollegen kicherten sich einen ab, weil sie ja einen Zimmerschlüssel hatten und ich nicht, und fanden an der Türe schließlich einen handgeschriebenen Zettel, auf dem ein „Herr Karanowsky“ gebeten wurde, eine Telefonnummer anzurufen. Und zwar die Telefonnummer der Dame, die vor vier Stunden ihren Dienst an der Rezeption beendet hatte und selig aus dem Schlaf geweckt wurde, als ich anrief.

    Sie entschuldigte sich (was ich schon mal sehr angenehm empfand, damit ich mich nicht entschuldigen musste) und erklärte mir, dass der Automat just heute ausgefallen wäre. Aber sie hätte mitgedacht. Ich solle bitte beim Automaten links unten an den Boden fassen, dort wäre eine Erhebung. Ja, da war eine Erhebung und darunter befand sich der festgeklebte Zimmerschlüssel.

  • USB-Kommunikationsprobleme.

    Meinen heiligen USB-Stick schließe ich zu Hause sinnvollerweise an meinem Computer an. Bisher jedoch nicht direkt, sondern über meinen Monitor, der praktischerweise als USB-Hub arbeiten kann, wenn dieser selbst per USB am PC angeschlossen ist. So weit, so gut, das funktioniert. Meistens.

    Gestern hat es irgendwann mal nicht mehr funktioniert. Plötzlich meldete mein Instant Messenger, dass seine Datenbank kaputt sei und er nun beenden muss. Ich habe daraufhin das Datenbankreparierwerkzeug gestartet, das konnte jedoch nichts finden, also startete ich ihn wieder und alles lief.

    Anscheinend gab es aber doch größere USB-Probleme, denn eine Reihe von anderen Programmen, die ebenfalls geöffnet waren, sind defekt bzw. die jeweiligen Konfigurationen sind flöten gegangen. Nun schreiben gottlob genau diese Programme Konfigurationsänderungen nicht einfach über die bestehende Konfiguration, sondern kopieren die alte zunächst in eine Backup-Datei, so dass man diese wiederherstellen kann. Allerdings ist das doch alles nicht sehr schön.

    Aus diesem Grund werde ich als Sofortmaßnahme das USB-Hubbing wieder einmotten, mir ein USB-Verlängerungskabel kaufen und den USB-Stick zukünftig wieder direkt an den PC stecken. Für Experimente sind mir meine Daten dann doch etwas zu wertvoll.

  • PS3-Update 2.30 in der Pipeline.

    Im PS3-Blog gibt es einen aktuellen Artikel, der die Neuerungen des PS3-Updates 2.30 vorstellt. Im Grunde genommen gibt es nur zwei große Änderungen, nämlich ein Relaunch des Playstation Store (dazu gibt es ein Walkthrough als Video, das doch sehr ansehnlich ist) und die Möglichkeit der Ausgabe DTS-HD Master Audio bei entsprechend ausgestatteten Bluray-Discs.

    DTS-HD Master Audio soll – wenn man denn eine entsprechende Heimkinoanlage hat – gewaltige Soundkapazitäten nach Hause bringen, die so ziemlich alles in den Schatten stellen, was an sich gängig ist. Wer also die Bude wackeln lassen will, hat wieder ein neues Spielzeug.

    Veröffentlichungsdatum des PS3-Update 2.30 ist noch unbekannt.

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