• Leichengeruch …

    … ist der wirklich ziemlich furchtbarste Geruch, den man so riechen kann. Ich wunderte mich schon Mitte der Woche, welche Gerüche mein an sich nagelneues Dienstfahrzeug so umrundeten. Zuerst dachte ich, dass irgendwo ein ziemlich saftiger Hundehaufen vor sich hingammeln musste, allerdings wurde der Gestank immer schlimmer … SCHLIMMER.

    Gestern nachmittag überkam mich dann der dringende Verdacht, dass da eventuell etwas unter der Motorhaube vor sich hinwelkte. Der Verdacht, dem ich umgehend auf dem Firmenparkplatz mit unserem Firmenkapitän nachging, bestätigte das dann: Auf dem Motorblock lagen diverse, nicht mehr zu identifizierende Körperteile und Skelettteile, der Gestank kaum noch zu überbieten. Ein Anruf bei unserem Lieblingsautohaus ließ dort die Alarmglocken schrillen, ich möge doch bitte gleich morgen früh in der Werkstatt vorstellig werden, weil man bei Tierbefall unter der Motorhaube so ziemlich alles an Unglück haben kann, was die moderne Autotechnik so bietet.

    Nachdem heute morgen dann der Chef de Partie die Leichenteile höchstpersönlich entfernte und den Motorraum „auskärcherte“, ist jetzt zumindest der gröbste Gestank hinfort, allerdings ist es erstaunlich, wie nachhaltig die Dämpfe in der Nase bleiben. Mutter Natur hat sich bei Leichengeruch als Warnsignal, die Finger vom Verursacher zu lassen, wirklich nicht lumpen lassen.

  • Geschäftliche Anschaffung: Playstation.

    Eigentlich bin ich in Sachen Definition, was eine geschäftliche Anschaffung ist und was nicht, durchaus Angehöriger der Fraktion der Mutigen. Seit Wochen überlege ich nun, ob ich die PS3 als Geschäftsausgabe definieren soll oder nicht. Eigentlich wäre es ein mittlerer Skandal und völlig indiskutabel, eine Spielekonsole anzusetzen, allerdings ist es ja nicht so, dass ich damit nichts vernünftiges machen würde. Ich erwirtschafte (zumindest ziemlich indirekt) Erlöse durch das Schreiben damit. Zweifellos landen Besucher, die nach PS3-Begriffen suchen, hier im Blog und später auch in netplanet. Und nicht zuletzt habe ich immerhin eine CD mit einem Linux-Image zum Installieren, sozusagen als Premium-Spiel. *duck*

    Ich denke, ich lasse es trotzdem. Ich müsste das gute Stück als Anlagevermögen auf drei Jahre abschreiben und mir auch noch eine anteilige Privatnutzung gefallen lassen. Und irgendwie ist es mir doch etwas zu warm, meinen an sich bisher guten Leumund beim Finanzenamt mit einer Spielekonsole aufs Spiel zu setzen. Wenn ich allerdings daran denke, dass mir über 82 Euro Vorsteuer flöten gehen, ist das schon etwas bitter. Ich hätte in den letzten Monaten vielleicht etwas mehr das Thema Digital Living behandeln sollen. 🙁

  • Das Ende von BIND… 8.

    Zugegeben, ich musste schon kurz schlucken, als ich in der einschlägigen Online-Tickerei las, dass angeblich der Support von BIND eingestellt werden solle. Ein zweites Lesen ergab dann, dass lediglich BIND in der Version 8 kurzerhand am Ende des Supports angelangen soll. Was aber ist eigentlich BIND und warum soll uns das interessieren?

    Nun, BIND steht für Berkeley Internet Name Daemon und ist eine DNS-Nameserver-Software. Eigentlich müsste man sagen: Die DNS-Nameserver-Software, denn sie gilt als Referenzimplementierung für Nameserver, deren Wurzeln tatsächlich aus der frühesten DNS-Geschichte ab 1983 kommen. BIND ist zwar nicht die erste DNS-Nameserver-Software (das war eine Software namens JEEVES), dafür aber eine Weiterentwicklung, die ursprünglich an der University Berkeley in Kalifornien (daher das „B“ im Namen) begonnen wurde. Danach landete die offizielle BIND-Entwicklung kurzfristig bei der Digital Equipment Corporation und dann bei Paul Vixie im Unternehmen Vixie Enterprises – kein wirklich Unbekannter, denn Vixie war schon zu diesem Zeitpunkt einer der Hauptakteure in der BIND-Entwicklung und gehörte Anfang der 1980er Jahre zu den Koryphäen der Internet-Bewegung. Seit 1997 ist die BIND-Entwicklung nun bei einer non-kommerziellen Unternehmung namens Internet Software Consortium (ISC), an der auch Vixie beteiligt ist.

    Der Ruf von BIND ist legendär und es ist keinesfalls übertrieben, zu sagen, dass Nameserver, die mit BIND betrieben werden, buchstäblich die Grundsäulen des DNS bilden, denn genügend Root-Server und deren einzelne Instanzen laufen mit BIND-Software, aber auch genügend Nameserver-Instanzen bei Internet Service Providern und Firmen weltweit. Gerade aus diesem Grund läuft die Weiterentwicklung und Pflege von solch eminent wichtiger Software eher behutsam bis konservativ. Die Support-Zyklen für Hauptversionen sind relativ lang, dementsprechend wurde die Hauptversion 8 bis vor kurzem trotzdem noch offiziell gepflegt, obwohl es schon seit längerem die Hauptversion 9 gab.

    Richtiggehend geknallt hat es in der BIND-Community im Juli, als in BIND 8 ein schwerer Fehler gefunden wurde, er es ermöglichte, den so genannten DNS-Cache zu manipulieren. Dieser DNS-Cache enthält in einem Nameserver die bereits aufgelösten DNS-Namen und IP-Adressen für einen bestimmten Zeitraum, um bei gleichen Anfragen diese aus dem DNS-Cache bedienen zu können. Essentiell ist es deshalb, dass dieser DNS-Cache fälschungssicher sein muss und nur vom DNS-Server selbst gefüllt werden darf. Genau hier gab es in BIND 8 eine derart schwere Sicherheitslücke, die es mit relativ geringem Aufwand ermöglichen konnte, Einträge im DNS-Cache beliebig zu manipulieren. Nameserver-Administratoren, die BIND einsetzen, waren deshalb in selten so dringendem Maße aufgefordert, ihre BIND-Installationen zu patchen, allen voran die Administratoren der Root-Server, um die Integrität des gesamten Domain Name Systems nicht vorübergehend massiv beeinträchtigen zu lassen. Interessanterweise tauchte dieses Sicherheitsproblem auch bei BIND 9 auf, dort allerdings in einem erheblich kleinerem Umfang.

    Die jetzige Ankündigung, den Support für BIND 8 praktisch sofort einzustellen, wird deshalb mit „grundlegenden architekturellen Problemen“ begründet und mit einer dringenden Empfehlung versehen, umgehend auf BIND 9 zu wechseln. Das hört sich sehr danach an, als ob gewissen Leuten die Situation ziemlich peinlich ist.

  • Wiki für Freaks: TiddlyWiki.

    In der Zwischenzeit ist TiddlyWiki, das kleine Open-Source-Wiki, das komplett in einer HTML-Datei und JavaScript daherkommt, recht erwachsen und stabil geworden. Wir zählen zur Zeit die Version 2.2.5 und TiddlyWiki hat in der Zwischenzeit richtig professionelle Funktionen. Dazu gehört zum Beispiel das Synchronisieren von TiddlyWikis untereinander, was erstaunlich stabil und zuverlässig läuft.

    Ich mache weiterhin die einzig vernünftige und zeitnahe Übersetzung ins Deutsche. Zugegebenermaßen vor allem noch deshalb, weil es mich dank der inzwischen ausgefeilten Codeverwaltung und der sehr moderaten Änderungen der Benutzerschnittstelle nur noch sehr wenig zu Übersetzen gibt. Die letzten zwei Monate habe ich gerade mal drei Zeilen zu übersetzen gehabt.

    Da der jetzige Code stabil ist, kann ich auch endlich das tun, was ich schon immer machen wollte, ich mich aber bisher aufgrund der vielen Aktualisierungen nicht so recht traute: Eine richtige Download-Version mit komplett installierter Übersetzungsdatei bereitstellen. Den Link findet ihr hier:

  • Von Olivers und Franks.

    Beim Kalendersynchronisieren (ja, ich schaue mir auch alte Kalenderdaten an) sind mir zwei nette Kalendereinträge aufgefallen.

    Am 10. August hatte ich den Eintrag „Mit Oliver zu Franks Geburtstagsparty“ und am 11. August den Eintrag „Mit Frank zu Olivers Geburtstagsparty“. Nun könnte man denken, dass das ja ein toller Zufall ist, dass Oliver und Frank ein Tag nacheinander Geburtstag feiern, aber es sind jeweils zwei unterschiedliche Olivers (Oliver 1 und Oliver 2) und zwei unterschiedliche Franks (Frank 1 und Frank 2). 🙂

    Eigentlich wäre eine Hitliste der Vornamen ein netter Zeitvertreib, schön aufgebaut in Form einer Tag-Wolke. Und da ist es endlich mal sinnvoll, dass mein Name so selten ist, dass ich als Kind doch gelegentlich etwas traurig darüber war, dass fast alle Kinder eine Kaffeetasse oder einen Schlüsselanhänger mit ihrem Namen kaufen konnten und ich nicht.

  • Brennpunkt.

    Man beachte die allerfeinste Ironie:

    „Zu den Waldbränden in Griechenland sendet die ARD um 20.15 Uhr einen Brennpunkt.“

    Und so etwas bei der prüden ARD. Daran hat sicher Harald Schmidt Schuld.

  • Stromverbrauch der PS3.

    Die höchst unterschiedlichen Angaben zum Stromverbrauch der Playstation 3, die im Internet zu finden sind, haben mir dann doch keine Ruhe gelassen und ich habe mal meinen Energiezähler dazwischen gehängt, um vernünftige Zahlen zu haben. Zum Vergleich habe ich meine Playstation 2 noch ausgepackt und auch da mal gemessen. Es sei angemerkt: Die angegebenen Werte sind Näherungswerte, mein Messgerät hat eine angegebene Toleranz von plusminus 10 %:

    Aktion PS3 zum Vergleich: PS2
    Stand-By 9 Watt nicht messbar (vermutlich so um die 4 Watt)
    Hauptmenü 166 bis 168 Watt 30-36 Watt
    Spielen (Gran Turismo 4, Motorstorm, Resistance) 170 bis 190 Watt 35 bis 45 Watt
    CD, DVD abspielen 170 bis 175 Watt 38 bis 42 Watt
    Via UPnP Musik anhören, Bilder oder Videos anschauen 170 bis 180 Watt
    Folding@home 180 bis 200 Watt

    (Zu beachten ist bei der PS3, dass hier die Gamecontroller drahtlos mit Akkus arbeiten, diese also im laufenden Betrieb nicht berücksichtigt sind.)

    Nun ja, ist nicht alles wirklich so der Bringer. Ich finde den Stromverbrauch bei eher leistungsärmeren Anwendungen, also beispielsweise das Abspielen von Musik oder Filmen oder das einfache Verharren auf dem Hauptbildschirm, nicht unbedingt sehr prickelnd. Gerade das Anschauen von DVD ist mit der PS3 nun wahrlich kein guter Schachzug, das können dedizierte DVD-Player auch schon mit gut einem Zehntel dieses Stromverbrauchs.

  • Star Trek und die Schiffssicherheit.

    Schon einige Wochen lang schaue ich mich durch die alten Folgen von Star Trek: The Next Generation. Da habe ich mir in einem punktuellen Wahnsinn mal eben kurz eine ganze Batterie von DVD-Boxen gebraucht gekauft und habe es in knapp sechs Wochen mit Ach und Krach gerade mal auf die erste Staffel gebracht. Sechs weitere Staffeln warten noch…

    Man könnte ja jetzt meinen, das Volk auf der USS Enterprise wäre im 24. Jahrhundert etwas weiter mit der inneren Sicherheit in einem Schiff. Aber irgendwie klappt das nicht. Da werden Gefangene gemacht und natürlich an dem Ort im Schiff verhört, wo man das am besten machen kann – auf der Brücke. Und vergessen kann man dann natürlich auch, beim Empfang der Besucher einfach mal zu vergessen, zu fragen, ob jemand Schusswaffen bei sich trägt.

    Noch haarsträubender ist die Folge Die Neutrale Zone, in der Menschen aus der Vergangenheit, die sich haben einfrieren lassen, mal eben so in der medizinischen Station aufgetaut werden. Vielleicht mal sicherheitshalber eine Quarantäne einrichten? Oder diese Menschen zwar in einem angenehm möblierten Raum festhalten, aber vielleicht mal die Türe zu schließen? Nee, warum denn? Kaum ist Captain Picard damit beschäftigt, auf der Brücke mit ernster Konversation die unfreundlich wirkenden Romulaner in Schach zu halten, spaziert einer der Menschen aus der Vergangenheit auf die Brücke und verlangt, mit seinem Börsenmakler aus der Vergangenheit verbunden zu werden (!). Und nebendran steht Commander Worf, frisch gebackener Sicherheitsoffizier, und packt sich den Frevler noch nicht mal. Hallo, Commander Worf?

    Nun gut, ich bin bei der ersten Staffel, bei der ich mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen durfte, dass ich nur maximal zwei Folgen davon tatsächlich einmal im Fernsehen gesehen habe.

  • Home-Networking.

    Ich habe relativ schnell gemerkt, dass mein kleiner WLAN-fähiger DSL-Router mit den gestiegenen Anforderungen eines Hausnetzwerkes so langsam überfordert ist. Am Sonntag habe ich vergeblich versucht, 3,5 Gigabyte Videorohdaten vom Notebook zum PC zu übertragen, denn der DSL-Router, der mit seinem eingebauten Switch genau dazwischensteht, stürzte nach 2 Gigabyte irgendwann einmal ab. Ich muß also zuschauen, Switching, Routing und WLAN-Bridging voneinander zu trennen. Das allein schon deshalb, weil die notwendigen Übertragungsbandbreiten im LAN eher nicht weniger werden, wenn z.B. nicht nur mir im Haushalt der flexible Zugriff auf meine Musikbibliothek gefällt.

    Ich werde also zuschauen, den DSL-Splitter im Keller zu installieren und dort einen einfachen DSL-Router anzuschließen. Von dort aus geht es per Powerline-Adapter ins Wohnzimmer auf einen dortigen Switch mit WLAN-AP. Am Switch ist die Playstation und ggf. fernsehtechnisches Gedöhns angeschlossen, per WLAN-AP wird dann das Wohnzimmer WLAN-technisch versorgt und ggf. Mediengerätschaften der drahtlose Zugriff ins LAN ermöglicht. Ein weiterer Powerline-Adapter steht dann in meinem Arbeitszimmer und hinter dem zusätzlich dort installierten Switch hängt dann der PC und die Docking-Station für das Notebook.

    Das könnte so gefallen, denn so habe ich als größten Vorteil den DSL-Router nicht mehr in der Mitte, weil ich ihn nicht mehr als Switch mißbrauchen muss.

  • Ein irrsinniges US-Patent von vielen irrsinnigen US-Patenten.

    Es ist ja eigentlich zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Im Februar 2004 hat die US-Patentbehörde einer Firma namens Ideaflood in Fresno/Kalifornien ein Patent zugesprochen, mit dem dieser Firma die Idee des Subdomaining zugesprochen wird. Man glaubt es kaum, tatsächlich damit die Möglichkeit gemeint, beispielsweise unter dem Domainnamen netplanet.org einen Hostnamen namens www und blog zu haben. Und diese Firma Ideaflood, in dessen Mitarbeiterteam niemand zu finden ist, der auch annähernd an der Entwicklung des Domain Name System zu finden, will von sich sagen, sie habe das erfunden. Was natürlich völliger Unsinn ist. Das Subdomaining ist fester Bestandteil des DNS, sonst gäbe es ja schon netplanet.org nicht, da in diesem Beispiel genau genommen „netplanet“ schon eine Subdomain von „org“ ist.

    Das Fatale ist, dass diese Firma schon angefangen hat, vornehmlich kleine Firmen in den USA abzumahnen. Und genau das ist wohl auch die Masche: Man versucht als kleine Firma, der US-Patentbehörde einfach einmal eine angeblich neue Idee unterzujubeln und darauf zu hoffen, dass sich schon ein überforderter Ingenieur finden lässt, der das als neuartiges Patent anerkennt und mache sich gleich danach heran, möglichst kleine und unauffällige Firmen abzuklappern und Lizenzkosten einzutreiben. Selten wird sich jemand finden, der die Mühen und Kosten nicht scheut, das Patent einmal entsprechend überprüfen zu lassen, wie es in Fall des Subdomaining-Patens nun die Bürgerrechtsorganisation EFF tut, besser bekannt als Mutterhaus der Blue-Ribbon-Kampagne.

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