• Von Domainzahlen und Perversitäten.

    Robert fürchtet in einem überraschend wenig differenzierten Artikel, dass immer mehr registrierte Domainnamen eine Verknappung des Gutes auslösen würden und damit sich die Preise verteuern, wie es bei bereits registrierten Domainnamen ja schon der Fall wäre. Im Jahre 2003 waren rund 171 Millionen Domains (in allen Top-Level-Domains) weltweit registriert, jetzt immer hin schon 541 Millionen. „Perverse Entwicklung“?

    Nein, nicht wirklich. Zum einen sind rund 600 Millionen registrierte Domainnamen in einem Namensraum, der aus hunderten von Top-Level-Domains mit jeweils 63 Zeichen großen Domainnamen, die die Buchstaben A bis Z, die Zahlen von 0 bis 9, das Minuszeichen und dann auch noch einen IDN-Namensraum beinhalten, gewaltig groß. So rein ökonomisch gesehen. Von einem knapper werdenden Gut werden wir also im DNS vermutlich auch in einigen tausend Jahren wohl kaum sprechen können. Technisch gesehen.

    Praktisch gesehen ist es natürlich so, dass generische Begriffe kaum noch zu haben sind, das war aber schon vor fünf Jahren nicht sonderlich besser. Für zusammengesetzte Kunstnamen ist der Raum allerdings noch sehr ergiebig, ich habe in einem Test nach wie vor überhaupt keine Probleme, gar nicht so sonderlich abstrus klingende Namen in allen gängigen Top-Level-Domains registrieren zu können. Man muss natürlich suchen und experimentieren, wenn man einen neuen Firmennamen entwickeln will, aber das musste man auch schon vor dem Internet-Zeitalter.

    Bei Domainnamen, die für horrende Geldsummen die Besitzer wechseln, ist es so, dass es einige wenige, generische Begriffe sind, die wirklich horrende Preise erzielen. Der Groß aller Domainnamen wechselt nie den Besitzer, schon gar nicht für mehr als vierstellige Beträge. Selbst dann nicht, wenn hinter dem Domainnamen ein mitzuverkaufendes Projekt steckt, das liegt in der Regel wie Sauerbier herum.

    Sorry Robert, ich kann deine Panik nicht teilen. 🙂

  • Kommentartuning.

    Ich habe in meiner Kommentar-Policy ein leichtes Tuning vorgenommen. Nun sind alle Artikel erst einmal 90 Tage lang frei kommentierbar und werden danach für weitere Kommentare gesperrt. Ist in einem Artikel mindestens ein Kommentar gegeben worden, verlängert sich der Zeitraum von 90 auf 120 Tage. „Populäre“ Artikel, die mindestens zehn Kommentare vorweisen, bleiben ein Jahr nach Artikelveröffentlichung kommentierbar. Trackbacks sind von alledem ausgenommen, die werden gesondert behandelt.

    Sorry für das, aber ich will es mal Kommentar-Spammern etwas schwerer machen, Nährböden zu finden. Wer unbedingt auf einen zur Kommentierung bereits geschlossenen Artikel einen Kommentar abgeben muss, meldet sich halt, dann schalte ich das kurzfristig frei. 😉

  • Microsoft ./. Yahoo, next step.

    Nun scheint es ja richtig ans Eingemachte zu gehen. Nachdem gestern das Management von Yahoo die Kaufofferte von Microsoft anscheinend hat verstreichen lassen, hat Microsoft für diesen Fall eine feindliche Übernahme in Aussicht gestellt. Will heißen: Anstatt sich freundlich von Management zu Management über einen Preis zu einigen, wird mit der feindlichen Übernahme nicht das Yahoo-Management angesprochen, sondern die Eigentümer, also die Aktionäre. Und das funktioniert schlicht und einfach durch einen Kaufpreis für Yahoo-Aktien: Je mehr dieser ein Mondpreis ist, desto eher werden genügend Aktionäre schwach. Die Entscheidung, ob die Kaufofferte für Yahoo gut oder schlecht ist, übernimmt also bei einer feindlichen Übernahme mehr oder weniger nicht mehr das Management selbst, sondern die Aktionäre.

    Bleibt mal abzuwarten, was Microsoft jetzt tut und mit welchem Mondpreis sie die Aktionäre zu überzeugen versuchen, wenn sie eine feindliche Übernahme starten.

  • Logitech QuickCam Pro 9000.

    Nach sechs Jahren habe ich meine alte QuickCam Web aufs hochverdiente Altenteil geschickt und mir eine aktuelle Webcam gekauft. Die Logitech QuickCam Pro 9000 ist zwar nicht billig, wenn sie allerdings mindestens genauso lange hält, wie die alte, ist sie eine gute Geldanlage.

    Hauptsächliches Kaufargument dieses Formates ist, dass ich keine Lust mehr auf die logitech-typische Augapfelform mehr hatte, die so gar nicht sinnvoll an Flachbildschirme zu heften ist. Ich habe mir dann irgendwann damit beholfen, dass ich ein kleines Tischstativ gekauft und die Webcam auf das Stativ montiert habe. Allerdings war das auch nicht wirklich sinnvoll, denn das Stativ habe ich dauernd umgeworfen und bin mit dem Stativ im Handgepäck grundsätzlich niemals ohne nähere Untersuchung durch die Flughafenkontrolle gekommen. Weiß der Geier, wie das Ding im Röntgenbild ausgehen hat. Die Konstruktion der QuickCam Pro 9000 sieht zwar nicht sehr stabil aus und ist es wahrscheinlich auf Dauer auch nicht, allerdings lässt sich die Kamera schön an den Bildschirm hängen und damit ist Ruhe.

    In Sachen Bildqualität hat sich in den letzten Jahren gewaltiges getan. Der CCD-Chip liefert 2 Megapixel (von den dahergeredeten 8 Megapixel ist nur nach Interpolation etwas sehr Schwammiges zu sehen) und damit sind wir bei einer Bildauflösung von 1600 mal 1200 Pixel. Das ist für Bewegtbild absolut in Ordnung, denn die meisten Anwendungen werden so eine Auflösung als Bewegtbild kaum verarbeitet bekommen. Für Skype in „HD“, also dem doppelten Bildformat von 640 mal 480, ist die Kamera mehr als ausreichend.

    Eigentlich sogar richtig gut, denn der Lichtverstärker namens „RightLight“ ist bemerkenswert gut und erzeugt selbst bei dunklerem Raumlicht ein gutes Bild, was darauf schließen lässt, dass beim Bau der Kamera eben genau die Reserven berücksichtigt wurden, die bei billigen Kameras genau dann fehlen. Die wenigsten werden zu Hause ein mit mindestens drei Lampen ausgeleuchtetes Korrespondentenstudio haben, sondern mit Umgebungslicht der Schreibtischlampe und dem abgestrahlten Licht des Monitors beleuchten.

    Was wie üblich mehr oder weniger für die Katz‘ ist, ist die beigelegte Software, wobei Logitech inzwischen gelernt hat und die Option bietet, entweder nur die Treiber oder die Treiber und zusätzliche Software zu installieren. Letzteres ist wirklich müdes Spielzeug, außer man kann sich damit ergötzen, sich elektronisch einen Bart ins Bild wachsen zu lassen oder mit seinem Gesicht mehr oder weniger synchron ein Krokodilskopf zu steuern.

  • Der Siemens-Schmiergeldskandal.

    Schon sehr krass, wie im Hause Siemens jahrzehntelang der Filz nur so blühte und das Vergeben von so genannten „Provisionen“ über ein ausgeklügelt weitreichendes Netz an Banken und Konten abgewickelt wurde und wie schamlos es Despoten fertigbrachten, selbst auf einer Deutschlandreise mal eben so in der Siemens-Zentrale aufzutauchen, um sich etwas Urlaubsgeld abzuholen. Es hat fast schon Klasse, ein Produkt so teuer zu preisen, dass es nur mit Bakschisch über den Ladentisch geht und die überteuerten Preise dann indirekt auch dazu verwendet werden müssen, den Bakschisch wieder zu refinanzieren.

    Der Artikel im SPIEGEL diese Woche beschreibt das alles sehr schön und detailliert und vergleicht diese ehrenwerte Gesellschaft vortrefflich mit dem Original, der italienischen Mafia. Wirtschaftskriminalität auf dem besten Niveau, flankiert von deutscher Genauigkeit. Und am Ende weiß keiner von nichts.

  • Altlasten im Wertpapierdepot.

    Eine wirklich lästige Altlast hat mir mein Vater überschrieben. Ursprünglich einmal ein kleines Vermögen wert, sind sie inzwischen regelrechte Rohrkrepierer, bei denen man gar nicht mehr so recht weiß, wohin es nun gehen soll. Eigentlich ist ja die Deutsche Telekom einer der solidesten Läden, den das Land überhaupt hat und wenn man den Geschäftsbericht anschaut, wird man staunend feststellen, dass der magentafarbene Konzern in den letzten Jahren fast 10 Milliarden Euro Schulden abgebaut hat. Freilich warten da noch weitere 50 Milliarden auf Tilgung, aber Hallo.. da sind schon ganz andere Unternehmen ganz anders rosig abgebildet worden und hätten es vermutlich noch nicht mal auf eine Eigenkapitalquote gebracht, dessen Äquivalent die Telekom vermutlich in der Handkasse für Parkquittungsauslagen aufbewahrt.

    Wie dem auch sei, die Teile sind nun 11 Euro pro Stück wert und kosten meinen Vater nun immerhin wenigstens keine Depotgebühren mehr. Und ich schaue mal zu, dass ich die Dinger in einem günstigen Moment kurzfristig um die Ecke bringe. Das ist quasi monetäres Heimlich-Altölentsorgen im Wald.

  • Spargel.

    Um alle Gerüchte und Vermutungen auszuräumen – es gibt nur eine wirklich adäquate und ausgesprochen wohlschmeckende Weise, wie man Spargel isst:

    Man nehme ein Eieromelette, lege es aus. Darauf eine Scheibe Schinken, gerne Putenschinken. Darauf dann zwei Stangen Spargel, der wiederum in einer Sauce Hollandaise auf Temperatur und in Saft gekommen ist. Darauf noch ein Löffel Sauce extra und dann wird diese Komposition vorsichtig in das Eieromelette eingewickelt, so dass das Ding aussieht wie ein Gemüse-Yufka. Und dann wird es genossen.

    Die badische Variante kommt etwas legerer daher, da wird das Eieromelette nämlich zu Flädle verarbeitet (in dem sie einfach in dünne, längliche Stücke zerschnitten werden) und als Beilage serviert. Die Eieromelette-Variante ist aber einfach sinnlicher.

  • Blonde Logik.

    In einer der berühmten Quizsendungen, in denen man aus vier Fragen die richtige Frage auswählen muss, wurde die Frage gestellt, in welchem Buch der Weltliteratur die Zeit „632 Jahre nach Ford“ steht. Vier gab es zur Auswahl: Schöne neue Welt, 1984, Uhrwerk Orange und Fahrenheit 451.

    Das Tolle dabei: Ich habe alle vier Bücher gelesen.

    Das Unschöne dabei: Ich kann mich nicht erinnern.

    Das junge Blondchen, 21 Jahre alt und unerträglicherweise hörbar aus dem Fränkischen, gab an, dass sie alle vier Bücher nicht gelesen habe, aber immerhin doch zu 50 % (!) sicher sei, dass es „Schöne neue Welt“ sei. Ich tippte auf „Fahrenheit 451“, vermutlich weil mich das Buch doch ziemlich entsetzte.

    Und die wirkliche Schweinerei an der ganzen Geschichte: Sie hat 15.000 Euro damit eingeheimst, weil sie Recht hatte. Und freute sich, ganz das Understatement, einfach mal so, als ob sie es natürlich gewusst hätte.

    Blonde Weibchen stehen unter besonderem Schutz des Herrn. Ich weiß es genau!

  • blogoscoop.

    Zugegeben, der Name ist gewöhnungsbedürftig und liest sich schöner, als er ausgesprochen klingt. blogoscoop ist, um es mal in einem Satz für Blogger zu sagen, eine Art Technorati in Deutsch, derzeit noch in der geschlossenen Alpha-Phase. Man versucht sich als Blogverzeichnis, in das Blogger sich erst einmal grundsätzlich eintragen und dabei ihr Blog mit den grundlegenden Parametern versehen: Standort, Geburtstag des Blogs, Tagwords, Beschreibung, Adressen des Artikel- und Kommentar-Feeds.

    Nächste Stufe sind dann die „technischen“ Parameter, die blogoscoop selbst heraussucht und hinzufügt: Google Pagerank, Verlinkungen zu Technorati, Google und Blogato und statistische Auswertungen über Seitenaufrufe, Artikel- und Kommentarzahl. Letztere leben halt leider auch erst mal davon, dass diese Zahlen in der Blogosphäre ohne Auswertung der Feeds weitgehend unbrauchbar sind. Aber egal.

    Der nächste Step sind dann Möglichkeiten für Besucher, Blogs „menschlich“ zu kategorisieren. Da gibt es vier Punkte: „Eigener Eindruck“ (wohl für den Gesamteindruck gemeint), „Nachricht“ (damit wird gemeint, ob Artikel im Blog themenzentriert sind oder nicht), „Meinung“ (Bewertung nach Tendenzen zu eher kritischen Meinungen oder nicht) und „Verlinkung“ (wohl ob das Blog einen starken Grad der Verlinkung besitzt oder nicht, wobei das mir nicht wirklich klar ist, wie das ein Benutzer sinnvoll entscheiden soll).

    Ich bin mir nicht sicher, ob diese „menschlichen“ Bewertungsmöglichkeiten das Gelbe vom Ei sind. Müsste man mal abwarten, wie sich das entwickelt. Immerhin ein ambitionierter Versuch, ein weiteres Blogverzeichnis auf die Welt zu bringen. Ich unterstütze das mal vorerst mit, rechts (auf der Website natürlich, nicht im Feed) findet sich im „Spielzeug“-Widget deshalb ein blogoscoop-Webbug, der mitzählt. Vielleicht werde ich ja superreich dadurch und bekomme einen gelben SLK geschenkt.

  • Wie sieht die Realität aus?

    Auf der ansonsten eher mauen Playstation-Website gibt es einen netten Vergleich mit Bildschirmfotos aus der London-Strecke von Gran Turismo 5 Prologue und gleichen Bildausschnitten aus der so genannten Realität.

    Verblüffend, man muss durchaus zweimal schauen.

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