• Hardware-Aufrüstungen.

    Über’s Wochenende, gestern und heute war es an dieser Stelle ruhig, was auch daran liegt, dass einige hardware-spezifische Entscheidungen zu treffen und umzusetzen waren. Angenehmerweise ließen sich die meisten Dinge zueinander aufbauend regeln und entscheiden.

    Windows 7 auf dem PC

    Die Lizenz war schon vor einigen Wochen gekauft und wartete eigentlich nur darauf, endlich einmal installiert zu werden. Am Samstag ergab sich dann die Chance deshalb, weil ich plötzlich mit meinem vor drei Jahren installierten Windows Vista ein unangenehmes Problem bekam – die meisten Elemente der Systemsteuerung verursachten beim Aufruf den Absturz der explorer.exe. Das sind dann sehr elementare Probleme, den die explorer.exe ist der Fenstermanager von Windows und der stürzt eigentlich nur dann ab, wenn ihm irgendein anderes Programm oder ein Dienst in die Quere kommt. Fehleranalyse ist, wenn die Ereignisanzeige nichts besagt, quasi aussichtslos. Eine Wiederherstellung eines früheren Wiederherstellungspunktes fiel flach, weil – klar – eben auch genau dieser Programmpunkt in der Systemsteuerung nicht mehr starten wollte.

    Kurzum, die Windows-7-Lizenz brachte sich freundlich in Erinnerung. Der erste Gedanke, einfach ein Upgrade auf die bestehende Vista-Installation zu machen und dann weitgehend (hoffentlich) keine Probleme zu haben, ließ ich gleich fallen, denn das beobachtete Problem mit der explorer.exe ließ mich misstrauisch werden und außerdem bin ich immer noch ein Fan von frischen und sauberen Windows-Installationen, zumindest bis zur Installation von iTunes. 😉

    Speicherplatzmangel auf der Festplatte

    Den Speicherplatzmangel hatte ich eigentlich schon beim Versuch, das Upgrade von Windows 7 zu starten, denn das ging mit meiner Konstellation insofern nicht, da das Setup gern 16 Gigabyte freien Speicherplatz auf der Systempartition sehen wollte, was ich jedoch nicht hatte. Kurzfristige Verschiebeaktionen führten nur bedingt zum Ziel, so dass bei der Gelegenheit zwei Lösungsmöglichkeiten zur Wahl standen: Neue Festplatte oder endlich mal die Anschaffung einer NAS, einem Network Attached Storage.

    Es lief dann auf letzteres hinaus. Das hatte nicht nur seinen Grund mit quasi unendlich viel Speicherplatz (aus heutiger Sicht), sondern vor allem auch mit dem Damoklesschwert der sicheren Speicherung von Daten. Bisher habe ich mir immer damit ausgeholfen, dass ich die wichtigsten Daten auf meiner Festplatte in einer eigenen Partition und in streng organisierten Verzeichnisstrukturen abgelegt habe, die ich dann manuell auf diverse USB-Sticks wegsicherte. Das funktionierte mehr schlecht als recht, denn manuelle Backups macht man nie und im Ernstfall wäre Datenverlust höchstwahrscheinlich unumgänglich gewesen.

    Eine NAS

    Also eine NAS gekauft, und zwar eine Buffalo Link Station Duo 2 TB. Zwei 3,5-Zoll-Festplatten mit je 1 Terabyte Speicherplatz, die zusammen in einem RAID-1-Array organisiert werden können, sich also spiegeln. Fiele eine Platte aus, wäre die andere noch da und da beide alle abgelegten Inhalte spiegeln, gibt es theoretisch keinen Datenverlust.

    Auf die Link Station Duo bin ich eigentlich darauf gekommen, dass sie mit schlappen 220 Euro die billigste NAS in der Kapazitätsklasse ist und von einem Markenhersteller kommt. No-Name-Ware kommt mir bei Datenspeicherung grundsätzlich nicht ins Haus und bei einigen fernöstlichen Marken halte ich bei dieser Thematik auch freundlichen Abstand. Am liebsten wäre mir ja aus Systemadministratorzeiten ja ein Gerät von QNAP gewesen, allerdings liegt selbst das Einsteigermodell beim mehr als Dreifachen des Preises der Link Station Duo und da sind dann noch keine Festplatten dabei …

    Was bei der Buffalo Link Station Duo spontan auffällt, ist die atemberaubend schlechte Web-Oberfläche, die mit der Beta 2 von Firefox 4.0 einfach mal gar nicht läuft – sofort nach dem Login wird gemeldet, dass die Sitzung abgelaufen wäre. Mit dem IE 8 sieht das schon besser aus, allerdings ist die Oberfläche derart zäh, dass es keine Freude ist, die Box zu konfigurieren. Dazu kommt, dass dem Gerät keine Anleitung beiliegt (eine grassierende Unart, muss man echt mal so sagen) und das Handbuch nur umständlich über die Web-Oberfläche zu bekommen ist, da immerhin mit einem Link auf die japanische Website von Buffalo.

    Ansonsten glänzt das Gerätchen mit Schnelligkeit und vieeeeeel Platz. Nach Auslagern meiner Musikbibliothek und meiner Fotos mit insgesamt 20.000 Dateien sind gerade mal 4,7 Prozent des Speicherplatzes belegt. Und die Anzeige, dass die Speicherkapazität insgesamt 984.697.667.584 Bytes betrüge, macht einfach etwas her. 🙂

    Detailierter Bericht zu dieser NAS folgt.

    Ein Switch, ein Switch!

    Ich habe mir heute tatsächlich einen Switch gekauft! Jetzt echt mal. Um dieses Thema habe ich mich nun erfolgreich siebzehn Jahre drücken können, aber heute war es mit der Lieferung der NAS unumgänglich. Ein D-Link 5-Port-Switch mit 10/100-MBit-Ports – und das war eine dämliche Entscheidung, denn ohne Gigabit-Switch macht der Datentransfer zwischen PC und NAS – zumindest beim initialen Verschieben von Daten – absolut keine Laune. Nun gut, für den ersten eigenen Switch meines Lebens sind die 20 Euro gut angelegt.

    Aber nennt es gern den Treppenwitz des Jahres, dass ein ehemaliger Systemadministrator, Internet-Fachmensch und Computerbesitzer seit 21 Jahren erst nach genau diesen 21 Jahren seinen ersten Switch gekauft hat.

    Apple Protection Plan für iPad

    Und weil ich Ende letzter Woche so in Geberlaune war, habe ich die Garantieerweiterung für mein iPad gekauft. Das gab es als Schnäppchen anstatt für 99 Euro für schmale 81 Knödel. Ein richtig freiwilliger Kauf ist das allerdings nicht, denn ich ahne, dass mein jetziges iPad nicht mein ewiger Begleiter sein wird und demnächst eine Reise zur Reparatur/zum Austausch antreten wird. Schon nach zwei Wochen fand sich hinter der Displayscheibe und vor dem eigentlichen Display die ersten Staubteilchen, was sehr für eine eher miese Verarbeitung spricht. Und tatsächlich sitzt der Feind zwischen Glasscheibe und dem Alurahmen, denn das, was da als Dichtungsring verbaut ist, hat ein Spaltmaß, dass es einem die Barthaare aus der Backe zieht.

    Was noch?

    Nichts mehr. Der Festplattenkauf am PC hat sich nun glücklicherweise erledigt und da man mit Windows 7 inzwischen sehr komfortabel Partitionen erweitern kann, konnte ich nun der Systempartition endlich den Platz gönnen, den sie mittelfristig brauchen wird.

    Ansonsten sollte nun bitteschön alles laufen und möglichst wenig Ärger machen, denn die Hardwareinvestitionen sind jetzt am Limit.

  • Kleine Entwarnung in Sachen Kontakte-Sync via Google Contacts.

    Nur der Form halber: Blog-Leser Benjamin (danke nochmal!) hat die Meldung durchgegeben, dass die vor einigen Tagen beschriebene Problematik der falschen Geburtstage bei der Synchronisation zwischen Google Contacts und synchronisierenden Gerätschaften wie z.B. dem iPhone nun behoben sind. Ich habe mich da auch nochmal im Google-Forum informiert, so dass nun sicher ist, dass seit Mittwoch die Synchronisation wieder korrekt läuft und Geburtstage nicht mehr verfälscht werden.

    Es darf also wieder munter synchronisiert werden, wobei die Arbeit, jetzt mal alle Geburtstage manuell zu prüfen, erst anfängt. Man glaubt es nicht, was man für ein Geschäft mit Adressen und Kontaktdaten haben kann. Echt wahr.

  • Virales Marketing, made by Siemens… *gähn*

    Was Microsoft kann, kann Siemens schon lange. Wird man sich wohl so bei Siemens gedacht haben, als man dieses Machwerk fabriziert hat. Eine Art Spiderman, der allein mit der Kraft eines Staubsaugers eine Staumauer hochklettern möchte und das natürlich schafft.

    Das war es. Nur dieser eine Film. Wir fragen uns, ob es vielleicht ein (ebenfalls gefaktes) Filmchen über die Vorbereitung gibt? Oder wenigstens eine Microsite, die es dem Besucher ermöglicht, den beworbenen Staubsauger nicht unter www.siemens.de suchen zu müssen? Vielleicht wenigstes unter Facebook eine kleine Seite? Oder dann wenigstens eine auf die Kampagne abgestimmte YouTube-Sonderseite? Oder wenigstens eine Anzeige? Pustekuchen.

    Nur dieser eine Film. Und ich nöhle ja nicht wirklich über die Realitäten: Wie würde ein halbwegs tragbare Akku aussehen, mit dem man einen 1.200-Watt-Staubsauger mindestens eine halbe Stunde lang betreiben will. Und der dann die 1.200 Watt Leistung auf vier Rohre verteilen soll. Und wie man auf einer Staumauer, die ja nicht glatt wie ein Babypo ist, sondern eine eher unregelmäßige Oberfläche aufweist, mit einer Saugvorrichtung hochklettern will. Wolfgang, das wäre alles in einem Gedankenexperiment eine Berechnung wert. Und das wäre dann das hochwertigste an der ganzen Kampagne.

  • Mäzenatentum als Ersatz für den Staat?

    Ich sehe jetzt mal als klassisches Sommerlochthema an, dass sich ausgerechnet Politiker der Grünen und der SPD auf das Eis begeben und „deutsche Reiche“ dazu auffordern wollen, ein Teil ihres Vermögens ebenfalls so zu spenden, wie die US-Amerikaner Warren Buffett (der das immerhin erst einmal ankündigte) und Bill Gates (der schon eifrig stiftet, was das Zeug hält). Ich hätte tatsächlich so eine Aufforderung am ehesten von der FDP erwartet, die mit so einer Äußerung wieder einmal ein Zeichen für hervorragende Klientelpolitik setzen könnte. Haben sie aber nicht. Während die FDP offensichtlich gut beraten ist, die Klappe zu halten, bei den Grünen mir jegliches Verständnis für deren moderne Politik im Dunklen bleibt, frage ich mich aber doch, was der SPD respektive den Genossen Joachim Poß, immerhin stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, und Carsten Schneider, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, da wohl eingefallen ist. Reine Sozialdemokratie kann es ja wohl kaum sein.

    Ich halte gar nichts davon. Ich unterstelle hier reichen Menschen, die einen Teil und meinetwegen auch einen Großteil ihres Vermögens spenden wollen, keineswegs eine nur gespielte Barmherzigkeit oder ähnliches. Tatsächlich ist der Mensch lernfähig und es wird sicherlich viele reiche Menschen geben, die irgendwann in ihrem Leben das Gefühl entdecken, dass Geld nicht alles ist. Vielmehr: Dass Geld eigentlich nichts ist, wenn man es elementar betrachtet. Der Herzinfarkt kommt zu Reich und Arm gleichermaßen und dank eines noch funktionierenden Gesundheitssystems sind die Überlebenschancen für Reich und Arm weitgehend gleich, weil im Ernstfall in Deutschland an der Notaufnahme keiner nach der Kreditkarte fragt.

    Dass das aber so bleibt, das ist die große Kunst. Und genau deshalb müssen wir aufpassen, wie Vermögensströme laufen. Ich sage auch hier nicht, dass Reichtum böse ist und abgeschafft gehört (was mich jetzt vermutlich viel Sympathie bei Linken kostet), aber ich sage, dass Reichtum verpflichtet und zwar von Anfang an. Und zwar nicht in Form von Barmherzigkeit – das macht jeder mit sich selbst aus – sondern in Form von etwas ganz einfachem: Dem Steuerzahlen und der Beteiligung an den sozialen Sicherungssystemen. Jeder hat etwas von seinem Verdienst abzugeben. Wer wenig verdient, eben weniger und wer viel verdient, eben mehr. Genau dieses von allen entrichtete Geld aber ist das, was frei von Barmherzigkeit und Gutmenschentum ist, auch jeden von entsprechendem Verdacht freispricht und vor allem aber nicht zweckgebunden ist.

    Wir als Gemeinschaft, die diesen Staat bilden, müssen es selbst schaffen, die Probleme dieses Landes und des Planeten in die Hand zu nehmen. Hier im Zweifelsfall einfach die Reichen anzubetteln, das ist unwürdig. Den Reichen gegenüber, den Empfängern und auch den Bettlern. Gute und notwendige Taten dürfen nicht zu Hobbyprojekten von Milliardären werden, die sich mal eben einen Sportverein kaufen. „Tue gutes und rede darüber“, das ist schon richtig. Aber ich hätte gern, dass wir globale Probleme gemeinsam lösen und nicht Dinge offensichtlich so überteuert kaufen müssen, dass einige wenige Menschen einen beträchtlichen Teil des Kapitals an sich binden und dann denen geben, von denen sie glauben, dass denen möglicherweise die Nase besser im Gesicht hängt, als anderen. Geld wird nicht dadurch besser, dass es durch möglicherweise gute Hände gegangen ist. Geld wird dadurch gut, in dem es den Menschen in den Taschen gelassen wird, sie dazu die korrespondierenden Steuern und Abgaben zahlen und sie dann frei darüber verfügen können. Stecken sie es dann verstärkt in den Konsum, haben wir alle etwas davon.

    Shareholder-Value: Ja, gern. Es darf aber nicht sein, dass Shareholder-Value über alles geht und der Rest danach kommt. Auch nicht dann, wenn das angehäufte Kapital irgendwann für „gute Zwecke“ eingesetzt werden soll. Bis dahin zahlt die Gesellschaft drauf.

  • WordPress aus dem Maintenance-Mode holen.

    Das automatische Aktualisieren von Plugins, Themes und des WordPress-Kernes ist seit der Version 3.0 hübsch und einfach. Es lädt quasi dazu ein, seine WordPress-Installation aktuell zu halten und genau das ist auch das Ziel der ganzen Aktion. Auch wenn das alles nun so einfach geworden ist, gebietet es nach wie vor eine gewisse Sorgfalt, dieses Updaten.

    Denn auch wenn man auf die „Aktualisieren“-Seite im WordPress-Dashboard springt und aktualisiert, sollte man tunlichst das Ergebnis dieser Aktion abwarten. Tut man dies nicht und springt während dem Update auf eine andere Seite, wird das jeweilige Update zwar fertiggestellt (im besten Falle), allerdings kann es passieren, dass der Hinweis auf den Maintenance-Mode, der immer dann eingeblendet wird, wenn ein Update vorgenommen wird, fälschlicherweise bestehen bleibt. Das zeigt sich dann an der Meldung: „Briefly Unavailable for Scheduled Maintenance.“

    Dummerweise erscheint diese Meldung nach jeder WordPress-Aktion, also selbst beim Versuch, wieder zurück auf das Dashboard zu kommen. Maintenance ist Maintenance.

    Die Lösung ist einfach, wenn man sie kennt: Per FTP ins Root-Verzeichnis der WordPress-Installation und dort die Datei „.maintenance“ löschen. Diese Datei wird immer dann angelegt, wenn eben der Maintenance-Modus aktiviert wird und dann danach auch wieder gelöscht. Bricht man auf der „Aktualisieren“-Seite den Vorgang ab, in dem man beispielsweise auf eine andere Seite springt, wird diese „.maintenance“-Datei nicht mehr gelöscht.

  • Adieu, Google Wave.

    Dass Google nun Wave einstellt, kam nicht ganz so überraschend, wenn man Google und seine Arbeitsweise bei Beta-Projekten kennt. Da werden neue Funktionen über Nacht eingespielt, gerne mal die UI ohne Vorankündigung geändert und eine vernünftige Dokumentation sucht man für Beta-Projekte auch oft genug. Das war bei Google Wave schon seit längerem nicht mehr der Fall und das war durchaus als eine Vorankündigung zu verstehen. Dass es nun vorerst nur noch bis Ende des Jahres weitergeht, ist schade. Immerhin ist die Begründung von Google so auffallend wischi-waschi, dass man davon ausgehen kann, dass die Idee woanders eingebaut wird oder zumindest nicht einfach wegstirbt.

    Google Wave ist so ein Werkzeug (ich sage mit Bedacht nicht, dass es das Werkzeug ist), mit dem Collaboration, also die Idee der gleichberechtigten Zusammenarbeit, funktioniert. Und das völlig unabhängig vom Zeitrahmen. Ob nun zeitversetzt oder in Echtzeit – die Kommunikation funktioniert und jeder Beteiligte sieht, was gerade passiert. Google hat mit der Veröffentlichung von Wave einfach nur ein paar bestehende Werkzeuge wie z.B. Instant Messaging und Rich Mail zusammengeworfen und daraus ein Ding gemacht, dass jede teure Groupware, die quasi alle mit dem Buzzword Collaboration angepreist werden, quasi nackt stehen lassen und entlarvt.

    Google Wave ist von der Idee her einfach, macht sich aber logisch erst dann, wenn man es mit mehreren Leuten benutzt. Immerhin ging das Verständnis für Google Wave schneller, als das Telefonieren, denn da verstehe ich den häufig praktizierten Medienbruch immer noch nicht. Warum muss man telefonieren und dabei Dinge vorlesen, die der Empfänger dann wieder aufschreiben muss? Ich bin mir sicher, dass viele Missverständnisse auf dieser Welt deshalb entstehen, weil bei diesem Medienbruch je nach Teilnehmer eine Menge an Information verfälscht oder schlicht verloren geht.

    Die E-Mail ist für schnelle, konzentrierte und projektbezogene Konversation wiederum gar nicht zu gebrauchen – ich hasse E-Mail dahingehend abgöttisch. Ein Unternehmen ohne sinnvolle Dokumentation missbraucht gern E-Mail dazu, über den großen Rundverteiler einfach alle verfügbaren Dokumentationsfragmente (es dokumentieren ohne Dokumentationspflicht ja eh nur dir wenigsten) und einzelne Fragmente sind so alleinstehend, dass man es praktisch auch gleich lassen kann. Funktionieren tut das aber am Ende nur dank der Volltextsuche und das ist immer nur ein Notnagel. Und vor allem nur ein kurzes Intermezzo, denn die Blindfahrt in Richtung Mauer geht trotzdem immer weiter.

    Ich mag die Begrifflichkeit des „Informationsjunkies“ nicht sonderlich, aber nichts anderes ist das, was ich tue. Ich lese Nachrichten (also offizielle), ich muss Informationen anderer Leute aufnehmen und ich muss Informationen so kanalisieren, damit ich daraus wieder andere Informationen erstellen kann. Mit einer simplen ToDo-Liste funktioniert das schon lange nicht mehr. ToDo-Listen sind Relikte aus einer Zeit, in der Informationen von Hand verschoben wurden und ohne größeren Aufwand nicht mehr wiedergefunden werden konnten. Da ist es praktisch, wenn man Aufgaben abhaken kann.

    Ich merke das sehr stark beim Bloggen mit verschiedenen Weblogs und verschiedenster, mir eigentlich fremder Thematik. Ich sammle Themen on the fly als Laie und muss später dann Wissen aufbauen, um die Fragestellung als „Pseudo-Gelehrter“ beantworten zu können. Schnell (!) Wissen beizubringen, funktioniert nicht, in dem ich in die Bücherei gehe, sondern dass muss aus möglichst mehreren Quellen beigebracht und zu einem Artikel geschrieben werden. Mit To-Do und Tasks abhaken hat das alles nichts mehr zu tun. Wir stehen nicht mehr am Bahnsteig und warten auf einen Zug, sondern wir sind schon längst in der Notwendigkeit, einen veritablen Rangierbahnhof an Informationen bedienen zu müssen. Wer den Zettel hervorkramt oder den Telefonhörer als primäre Informationsbasis einsetzen will, verliert, weil er sich „verzettelt“. „Verquatscht“. Ihr kennt die Begriffe. Erst jetzt bekommen sie ihre wahre Bedeutung.

    Deshalb: Schade, Google Wave war sicherlich nicht „fertig“ und verstanden haben es vielleicht auch nur die wenigsten Menschen. Aber es ist ein nahezu perfektes Werkzeug für das zeitlose Vermitteln von Information, für die Zusammenarbeit von verteilten Teams. Und es steht am Anfang dessen, was es einmal wirklich wird, da bin ich mir ziemlich sicher. Die Zeit von Wave ist eigentlich da – die Akzeptanz der Methodik wird schon noch kommen.

  • Pizzalieferung im Blitzbetrieb.

    Im Gegensatz zum Pforzheimer Mainstream bestelle ich, wenn ich denn mal Pizza bestelle, nicht beim Standardservice in der Christophallee (zu fettig und zu teuer) und auch nicht beim Super-Duper-Franchisenehmer in der Bleichstraße (von der Größe und dem Preisleistungsverhältnis eher etwas fürs Kanapee), sondern seit einigen Monaten bei der Pizzeria Orchidea in der Holzgartenstraße. Und das hat eine durchaus fein gewürzte Ironie, denn eigentlich lebte ich jahrelang genau gegenüber dieser Pizzeria und habe nie dort bestellt und musste offensichtlich erst wegziehen, um zu merken, dass die vernünftige Pizza machen können.

    Heute habe ich das wieder einmal gemerkt. Um 19:32 Uhr habe ich per Pizza.de dort bestellt und um Punkt 19:49 Uhr klingelte es an der Türe und die Pizza war da. 17 Minuten. Zubereiten, backen, verpacken, ausfahren. Allein für die Strecke zu mir herauf sind locker 5 Minuten drin. Der Fahrer meinte glaubhaft, dass er bei der Lieferzeit jetzt eigentlich keine Besonderheit sehe, wäre halt so. Bitte wie? Normal? Ja, schön wäre es, wenn das auch bei der Konkurrenz Normalzustand zur Primetime wäre.

    Doch, mein Lieber, das ist besonders. Die Konkurrenz braucht gern mal 45 Minuten und mehr. Bei 17 Minuten muss ich mich ja schon fast beeilen, Teller und Besteck herauszuholen und auf den Tisch zu drapieren.

  • Unversichert.

    Vor einigen Jahren: Frau, Mitgeschäftsführerin in einem Unternehmen, hat zu Hause Probleme mit dem Internet-Zugang. Der quält sich schon mit einem T-DSL Light in die Prärie, weil die Familienresidenz draußen in der Pampa steht. Signal: Ein T-DSL-Anschluss, der mehr eiert, als läuft und im funktionierenden Zustand dann auch noch ausgesprochen lahm ist.

    Tag 1: Besim installiert einen DSL-Router. Standardware eines taiwanesischen Herstellers, die auch von den hiesigen DSL-Anbietern verkauft wird. Anfänglich funktioniert alles. Der stationäre PC ist eine XP-Kiste, die per Kabel an den Router geht und sofort läuft. Das Notebook ist ein Klapperkasten mit Windows 2000, kommt aber per WLAN auch ans Netz. Der Zweit-PC ist eine alte Windows-98-Mühle, die sich gerade so durch ihre Existenz schleppt. Die Netzwerkkarte funktioniert aber, so dass das Ding auch ins Netz kommt. Dem Herr des Hauses das fertige Werk vorgeführt, er ist zufrieden.

    Tag 2: Aufgeregter Anruf der Frau, die einen Schwall von Boshaftigkeiten herunterdekliniert. Die Windows-98-Mühle würde nicht mehr laufen, der Rechner sei nicht mehr funktionsfähig. Das Internet wäre auch nicht wirklich stabil. Gegenrede von mir, dass es mit T-DSL light halt so seine Tücken gibt, das aber nicht in meiner Verantwortung liegen kann. Keinerlei Einsicht von der Frau und eine klare Ansage, dass sie die Rechnung nicht zahlen werde, wenn das nicht wieder gerichtet würde. Zugesagt, morgen mal vorbeizuschauen.

    Tag 3: Windows-98-Mühle vor Ort angeschaut, die kommt tatsächlich nicht mehr sofort hoch, sondern nur unter Fehlermeldungen. Die allerdings zeigen, dass jemand massiv an den Netzwerktreibern herumgefummelt hat. Den Herrn des Hauses geholt und ihn durchaus mal darauf angesprochen, dass das ja eigentlich vorgestern ging.

    Herr: “Hmja, also ja, irgendwie ging es. Aber irgendwie ging es danach nicht mehr.”

    Besim: “Meine Kurzanalyse besagt, dass jemand an den Netzwerktreibern gespielt hat, die Installation ist nicht mehr vollständig und es sind auch ein paar Systemdateien nicht mehr vorhanden, die von Windows beim Systemstart gesucht werden.”

    Herr: “Nee, also das kann nicht sein, ich habe da gar nichts daran gespielt.”

    Die Netzwerkkarte neu installiert, funktioniert. Dann noch den vorhandenen DSL-Router gegen einen anderen gebrauchten Router ausgetauscht, der in meinem Gebrauchtgerätebestand herumlag.

    Tag 4: Frau ruft an. Also das mit dem Router, das sei ja eine Frechheit. Jetzt habe sie ein Gebrauchtgerät und das wolle sie nicht. Auf die Ansage von mir, dass das Gebrauchtgerät faktisch kostenlos ist und ich ja den zuerst gelieferten DSL-Router kulanterweise zurücknehmen würde, obwohl der ja nun auch nicht mehr neuwertig sei, kam nichts. Sie sehe nicht ein, dafür zu bezahlen.

    Tag n+X Tage: Irgendwann wird die Rechnung bezahlt, zum Zeitpunkt der Zahlung brach bereits die übernächste Jahreszeit an. Ein Dank dafür, dass ich ihrem Stecher den Hintern gerettet habe? Oder dass sie nun einen funktionsfähigen DSL-Anschluss hätten? Pustekuchen. Und das bei einer Frau, die einer größeren, mittelständigen Maschinenfabrik vorsteht und einem Mann, der andere Firmen dazu berät, wie man ethisch im Geschäftsleben arbeitet. Beide in verschiedenen Verbänden organisiert und auch in einer Partei unterwegs, die nicht rot oder grün als Hausfarbe hat.

    Die, die Wasser predigen, dass sind die, die Wein saufen und dann noch darüber jammern, wie schlecht die Welt doch ist. Und das sind dann Menschen, die ich zufällig in der Stadt treffe, sie mir leider nicht den Gefallen tun, einfach weiterzulaufen und auf meine Frage, wie es ihnen denn ginge, antworten, dass am Hang, an dem sie ihre Luxushütte hätten, vor einigen Wochen ein Abwasserrohr gebrochen sei und die Scheiße der Leute des halben Hanges ein Wochenende lang durch ihr Haus floss, während sie mit dem Familienkahn im Lago di Lugano kreuzten. Schaden im Haus: 120.000 Euro. Unversichert.

    Ich musste spontan laut lachen und bin weitergegangen. Ich bin mir sicher, dass sie mich nicht mehr mögen werden und nicht verstehen, warum ich sie niemals mochte.

  • iPhone-Jailbreaken für Anfänger.

    Mit dem ersten „richtigen“ Jailbreak für das iPhone-OS 4.0 hat es nun eine Weile gedauert. Zwar gab es schon für das iPhone 3G und frühere Modelle des 3GS mit altem Bootrom schon die Möglichkeit, über Ultrasn0w ein iPhone mit Cydia zu bekommen, allerdings arbeitet Ultrasn0w auf Basis eines eigenen Wiederherstellungspaketes und funktioniert nur dann, wenn das iPhone eben hinreichend alt ist. Neuere iPhone 3GS und Nutzer des iPhone 4 schauten aber bis dato noch in die Röhre.

    Nun eben nicht mehr, mit jailbreakme.com können alle Geräte mit installiertem iOS 4.0 (und auch 4.0.1) gejailbreaked werden. Und das mit einer Leichtigkeit, die jegliche Sicherheitskompetenz Apples in Schutt und Asche fallen lässt, denn dieser Jailbreak muss nicht umständlich über ein am Computer verkabeltes iPhone vorgenommen werden, sondern funktioniert rein im MobileSafari des iPhones. Einfach mit dem iPhone die obige Website aufrufen, den Schieber nach rechts schieben, warten und nach ein, zwei Minuten ist das iPhone gejailbreaked und Cydia installiert. So einfach war es noch nie.

    Was man mit einem Jailbreak und mit Cydia alles machen kann, bleibt jedem selbst überlassen. Ich habe ein paar Anwendungen, die vorzüglich einige Designmängel und Steve-Jobs-Privatprobleme beheben… FiveIconDocks, SBSettings, PrivaCy etc. Vor einer Weile habe ich mal meine Top-7 gebloggt, die probiert aber jede auf eigene Gefahr aus (Backgrounder und SMS Helper kann man sich übrigens inzwischen sparen).

  • Warum gerade die Telekom beim Thema Netzneutralität die Luft anhalten sollte.

    Bei der ganzen Debatte, die die Deutsche Telekom ständig um das Thema Netzneutralität und „Refinanzierung ihrer Internet-Dienstleistungen durch Diensteanbieter“ entfacht, lassen die pinkfarbenen Jungs und Mädchen ständig einen großen Punkt im Argumentationsportfolio weg, der mit ziemlicher Sicherheit nicht unterfinanziert ist – dem mobilen Internet via Mobilfunk. Und da sind alle Mobilfunkprovider ganz vorne dabei, nämlich beim Geldverdienen.

    Das fängt in den günstigsten Situationen an, nämlich bei Kunden, die keinen Internet-Tarif haben und minutenweise für Online-Nutzung zahlen. Hier sind Tarifierungen von zehn Cent pro Minute (!) keine Seltenheit und damit um einiges teurer, als noch im Schnürles-Telefonnetz vor zehn Jahren. Wenn optionale Internet-Pakete hinzugebucht werden, wird es zwar meist günstiger, jedoch keinesfalls übersichtlicher. Bei der Telekom ist man je nach Vertrag monatlich 40 bis 50 Euro los für eine Pseudo-Flatrate mit UMTS-Tempo, die jedoch nach bestimmten Gigabytes gedrosselt wird. Im Gegensatz zu den verkabelten DSL-Kunden besteht jedoch bei Mobilfunknutzung dank einschlägig abgesperrten Geräten eher seltener das Problem, dass ein vorhandener Zugang für mehrere Rechner oder Telefone genutzt wird, so dass man hier dem Reingewinn deutlich näher ist.

    Es sind aber gar nicht so sehr die heutigen Tarife, die der Mobilfunkwelt und vor allem der Deutschen Telekom das Geschäft mit dem mobilen Internet so vergolden, sondern eigentlich genau diejenigen, die die Deutsche Telekom zusätzlich zur Kasse bitten würde – die Inhaltsanbieter. Ohne Google, Twitter, Facebook, ohne Netzwerkspiele, ohne iTunes und vieler anderer Handy-Anwendungen wäre mobiles Internet noch das, was es noch vor fünf Jahren war: Eine trockene Spielwiese für Blackberrys und weitgehend homöopathischen Online-Anwendungen, die allesamt eine Gemeinsamkeit haben – sie brauchen kaum Bandbreite, weil sie von Hause aus äußerst sparsam mit der Bandbreite umgehen.

    Ohne Social Networks, ohne Web 2.0 wäre das mobile Internet nichts weiter als eine Hinterhofveranstaltung. Das, lieber René Obermann, das bitte solltest du gelegentlich einmal beachten. Ohne das iPhone und die damit verbundenen Dienstleistungen, die auch ein großes Stück damit zu tun haben, dass iPhone-Besitzer Facebook und Google mobil einsetzen, hättest du einige hunderttausend Benutzer, die phantastische Preise für ihre Internet-Nutzung bezahlen, weniger.

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