• Adieu, kleines Auto.

    Denjenigen, die mich lange Jahre mit meinem kleinen, schwarzen smart identifiziert haben (und ja, es war in den Modellen vor dem Jahr 2001 ein wirklich tolles, kleines Auto), sei gesagt: Ich habe es vor zwei Stunden verkauft. Ein nettes, fröhliches und eigentlich auch recht unproblematisches Kapitel Auto schließt sich damit heute nach genau 2.437 Tagen, 54.779 Kilometern, 3,3 Tonnen Superbenzin, Wahlkampfmobil, einem Einsatz als Faschingswagen (mit 75 Kilo Bonbons, einer Beifahrerin und einem echten Polizeiblaulicht an Bord, siehe Foto) und einmal Andrea Nahles als Beifahrerin von Walldorf nach Pforzheim.

    Es hat Spaß gemacht. Danke, kleines Auto. 🙂

  • Larry machts nun selbst.

    Als ich heute in der einschlägigen Fachpresse lass, dass eine gewisse Firma namens Anagran einen neuartigen Router vorstellt, der angeblich besser als die Konkurrenz verschiedene IP-Datenströme leiten will (was bei zeitkritischen Anwendungen wie z.B. Voice over IP nicht ganz unwichtig ist), musste ich schmunzeln, als ich las, wer der Chef von Anagran ist. Das ist nämlich Lawrence „Larry“ Roberts. Als ich das las, wusste ich gleich, dass Anagran nicht einfach nur eine Firma sein kann und nicht einfach nur Router herstellt.

    Larry Roberts zählt zu den Vätern des Internet, genauer: dem Vorgänger ARPANet. Er kam Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts mit Bob Taylor in Verbindung, der seinerseits Chef einer Abteilung für Informationstechnik der ARPA war. Taylor brauchte zu dieser Zeit dringend jemanden, der das Vernetzungskonzept des noch aufzubauenden ARPANet entwickeln sollte und fand, dass Roberts da die richtige Person sein könnte. Roberts hatte sich bis dato mit Computergrafik beschäftigt, gehörte aber zu dieser Zeit schon zu den Leuten, die es geschafft haben, zwei Rechner auf unterschiedlichen Kontinenten miteinander kommunizieren zu lassen.

    Larry Roberts ist wohl genau das, was man sich unter einem etwas verschrobenen, dennoch ungemein genialen Computerfreak vorstellen kann. Bob Taylor erzählte in kleinen Kreisen gern, dass er zwar Roberts kannte, aber eigentlich doch irgendwie nicht. Selbst seine Mitarbeiter wussten wenig über ihn, außer dass sie alle entsetzt über seine Effektivität waren. Im Buch ARPA Kadabra findet sich eine amüsante Personenbeschreibung Roberts‘, die ihn als einen Computerwissenschaftler darstellt, der bis spät in die Nacht arbeitete und rasend schnell lernte. Mitarbeiter erklärten ihm ein Problem, an dem sie arbeiteten und Roberts konnte oft schon innerhalb dieses Zeitraumes das Problem analysieren und hatte sofort eine Lösung parat, die funktionierte.

    „Ein Kollege von Roberts berichtet, dass dieser einmal an einem Schnelllesekurs teilgenommen habe. In kürzester Zeit verdoppelte er sein ohnehin schon schnelles Lesetempo, doch das war ihm nicht genug. Er vergrub sich in die Fachliteratur zum Schnelllesen und ruhte nicht eher, als bis er mit zehn Prozent ’selektiver Aufmerksamkeit‘, wie er es nannte, die phänomenale Geschwindigkeit von etwa 30.000 Wörtern in der Minute schaffte. Nach ein paar Monaten lag der begrenzende Faktor nicht mehr in seinen Augen oder seinem Gehirn, sondern in der Schnelligkeit, mit der er die Seiten umblättern konnte.“
    – Aus ARPA Kadabra –

    Dass Roberts in Sachen Routen und Prioritäten setzen schon vor ARPANet-Zeiten höchst erfahren war, zeigt ein weiterer Ausriß aus ARPA Kadabra über Roberts erste Zeit im Pentagon 1967, als er dort bei der ARPA im Büro für Informationstechnik arbeitete:

    „Larry Roberts war 29, als er als neuester Rekrut der ARPA das Pentagon betrat. Er fügte sich rasch ein. Seine Abneigung gegen ungenutzte Zeit wurde legendär. Binnen weniger Wochen hatte er das Gebäude – eines der weitläufigsten, verschlungensten der Welt – im Kopf. Sich darin zurechtzufinden und ans Ziel zu kommen, wurde noch dadurch erschwert, dass bestimmte Korridore gesperrt waren, da sie zum Geheimbereich gehörten. Roberts besorgte sich eine Stoppuhr und nahm die Zeit auf verschiedenen Wegen zu den Zielen, die er am häufigsten aufzusuchen hatte. Bald war ‚Larrys Route‘ als der schnellste Weg zwischen zwei beliebigen Punkten im Pentagon bekannt.“
    – Aus ARPA Kadabra –

    Oh ja, wenn Larry Roberts Router baut, dann können es nur Router sein. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass seine heutigen Mitarbeiter immer noch nicht viel über ihren Chef kennen, wie Roberts‘ damalige Kollegen. 😉

  • Playstation 3.

    Sicherlich, ich hätte noch ein paar Tage/Wochen/Monate warten können, bis sich der Preis der PS3 in harmonischere Gefilde bewegt, dennoch gefiel mir das Angebot des Starter Kit, das seit 1. August erhältlich ist, ziemlich gut. Neben der PS3 in der 60-GB-Ausgabe (eine andere gibt es de facto in der PAL-Version in Europa auch nicht) liegt zum mitgelieferten Gamepad noch ein zweiter dabei und zusätzlich noch zwei Spiele, nämlich Motorstorm und Resistance – Fall of Man. Da mir gerade Motorstorm gefällt, sind da letztendlich mindestens 60 Euro gespart.

    Äußerliches.

    Schick kommt sie daher, zumindest optisch gesehen. Und so lange man sie nicht anfasst, denn was da aussieht wie Klavierlack, ist glänzender Kunststoff, der wirklich jeden Fingerabdruck und jedes Staubkorn sichtbar macht. Nach 15 Jahre Playstation-Expertise ist das ein klassischer Griff ins Klo, denn wenn ein Gerät wie ein Schmuckstück ausgestellt werden soll, dann sollte es wenigstens einigermaßen praktikabel herzeigbar sein. Nun gut…

    Angeschlossen ist der immerhin 5 Kilo schwere Kawenzmann konsolen-like einfach. Anschlusskabel für die Glotze liegt bei (allerdings auch nur fürs analoge), ebenso ein USB-Kabel, das für das Gamepad gebraucht wird. Weshalb an dieser Stelle Sony einen maximal einstelligen Eurobetrag für ein zweites USB-Kabel spart, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Denn ganz so unwichtig ist das Kabel nicht, da darüber das Gamepad geladen und einmalig am System angemeldet werden muss, da die eigentliche Datenübertragung später via Bluetooth läuft. Und das übrigens richtig gut und richtig sparsam.

    In Sachen Fernsehnorm muss man sich übrigens kaum Gedanken machen. Die PS3 erkennt den angeschlossenen Fernsehtyp (also analog oder digital, bei letzterem dann auch entsprechend mit der Auflösung und der Wiederholrate) und versorgt ihm mit den weitgehend richtigen Signalen. Zumindest beim Digitalbetrieb ergibt sich das für den Schnellkäufer auch gleich von einer anderen Seite, denn ein HDMI-Kabel liegt ärgerlicherweise nicht bei und muss zusätzlich gekauft werden. Wehe dem, der die PS3 samstagabends gekauft hat.

    Mangels hochauflösendem Fernseher muss ich mir leider derzeit noch Äußerungen über die Hochauflösung verkneifen.

    Bedienung

    Die Benutzerführung der PS3 ist überraschend aufgeräumt und intuitiv, immerhin ist das ja nun keine einfache Spielekonsole mehr, sondern ein ausgewachsener Blu-Ray-Player, ein DVD-Player, ein CD-Player, ein Player für viele verschiedene Audioformate und Pipapo. Nun, das mag alles sein, als erstes ist zumindest eine Softwareaktualisierung fällig, die selbst mit 6 MBit/s Bandbreite gut und gerne fünf Minuten braucht.

    Das Einrichten der Gamepads geht kurz und schmerzlos vonstatten: Per USB-Kabel anschließen, auf den Playstation-Knopf des Gamepads drücken und schon sind wir da. Bleibt das Gamepad angeschlossen, wird der eingebaute Akku gleich geladen.

    Sehr angenehm ist, dass man bei Sony in Sachen Sitzung gelernt hat. Will man ein Spiel beenden, muss man nicht zur Konsole laufen und einen Reset vornehmen, sondern hält die Playstation-Taste am Gamepad gedrückt und kann aus einem Menü dann aus dem Spiel springen oder gleich die Konsole herunterfahren. Schön gelöst, wenn auch das zumindest einmal nicht geklappt hat. Ist aber höchstwahrscheinlich einfach ein Softwareproblem.

    Mein Interesse lag vor allem darin, sofort per UPnP auf meine Audiodatenbank meines PC zugreifen zu können. Das funktioniert zwar soweit auch, allerdings schafft es die PS3 nicht, eine vollständige Auflistung aller meiner Audiodateien anzuzeigen. Ob das nun an der Zahl der Dateien liegt oder an meinem eher bescheidenen Zyxel-Router, der mit dem höheren Datentransfer in meinem Hausnetzwerk offenbar gelegentlich überfordert ist, weiß ich nicht, es ist jedenfalls enttäuschend. Ebenso enttäuschend ist der Media Player der PS3, der außer abspielen eigentlich nichts weiter kann. All die lustigen und mühsam gepflegten Mediendatenbankinformationen werden nicht abgerufen, was die PS3 im jetzigen Softwarezustand als Mediencenter nicht sonderlich praktisch macht. Zugegeben, selbst der Media Center unter Windows ist von komfortabler Bedienung und Zugriff auf komplexe Medieninformationen weit entfernt, dennoch mag mir das bei der PS3 derzeit wirklich nicht gefallen.

    Was auch nicht gefällt, ist der fehlende Zugriff auf die Festplatte der PS3. Ich will ja gar nicht das Filesystem hacken, sondern ich würde gern Audiodateien auf die PS3 verschieben, was nur über den Umweg des direkten Importes über einen Datenträger geht. Das ist mindestens ebenso ein Ärgernis, denn ich habe ja gerade alle Audiodateien zentral auf einem Rechner, damit ich nicht mit Datenträger zu jedem CD-Player latschen muss.

    Networking

    Kurzum: Funktioniert, und das überraschend gut. An der Konsole selbst gibt es einen Ethernet-Anschluss (10/100/1000) und per DHCP gab es von meinem Router anstandslos eine IP-Adresse. WLAN funktioniert in den europäischen Modellen ebenfalls, allerdings habe ich bei meinem WLAN leider gelegentlich Netzwerkabbrüche, deren Ursache ich noch evaluiere. Ich mag da derzeit keinem Gerät die Schuld einfach unterjubeln.

    Über das Internet bekommt die PS3, wie gesagt, Softwareaktualisierungen, aber zum Beispiel auch die Systemzeit. Es gibt auch einen gar nicht so üblen Webbrowser und den angeschlossenen Playstation-Store. Und der hat es in sich, denn hier kann man Demos, Trailer und auch komplette Spiele herunterladen oder kaufen. Gerade für mich, der nicht unbedingt jeden Monat ein Spiel im Laden kauft, ist das eine nette Angelegenheit, wenngleich die im Onlinestore angebotenen Spiele nicht gerade absolute Simulationshighlights sind. Aber das kann ja noch werden, jedenfalls ist der Online-Vertriebsweg interessant und idiotensicher. Für 4,99 Euro habe ich mir dann zu Nostalgiezwecke gleich mal Wipe Out der Ur-Playstation gekauft und die 93 Megabyte heruntergeladen. 🙂

    Gameplay

    Gut, muss man nicht viel dazu sagen, kann man vermutlich auch noch nicht. Motorstorm ist eine grafisch toll gemachte Simulation, die etwas darunter krankt, dass es zu wenig Strecken und zu wenig Fahrzeuge gibt. Ich sehe Motorstorm auch zunächst einmal einfach als „Showroom“ der PS3 an, denn erfahrungsgemäß kommen erst im Laufe der Zeit Spiele, die immer mehr die Möglichkeiten einer Konsole ausreizen. Der Mercedes der Fahrsimulationen, Gran Turismo 5, ist leider noch in der Mache, die Demo, die im Playstation-Store heruntergeladen werden kann, lässt zumindest einen Einblick gewähren. Es hat mich zwar nicht wirklich umgehauen, allerdings hat das bei Polyphony, dem Hersteller von Gran Turismo, noch nicht unbedingt viel zu bedeuten. Mit Sicherheit wird Gran Turismo 5 wieder auf seine Weise die Messlatte für Fahrsimulationen nach oben legen.

    Die Abwärtskompatibilität zu PS2 oder PS-Spielen ist durchwachsen, da leider die europäischen PS3-Modelle nicht mehr die PS2-Hardware besitzen, wie es in den japanischen Modellen anfänglich der Fall war. Nun emuliert die PS3 im Bedarfsfall eine PS2, was jedoch wohl eine Anpassung der PS2- und PS-Spiele zur Folge hat und nach und nach über Softwareaktualisierungen nachgeliefert wird. Das ist leider ein gehöriger Nachteil, denn ausgerechnet Gran Turismo 3 und 4 laufen auf der PS3 leider unangenehm. Wie man gerade die Gran-Turimo-Titel ausklammern konnte, ist mir ein Rätsel, denn es gibt genügend Playstationierer, die ausschließlich wegen Gran Turismo eine Playstation haben.

    Stromverbrauch

    Der Stromverbrauch ist passabel, während des Spielens von Resistance zog die PS3 rund 160 Watt aus der Leitung, was zwar um einiges mehr ist, als man von der PS3 gewohnt ist, aber im Gegensatz zu High-End-PC-Hardware eher unteres Mittelmaß darstellt. Berücksichtigen muss man hierbei, dass Resistance vermutlich nicht gerade die Maschine auslastet. Das sieht schon anders aus mit Folding@Home, das im aktiven Zustand über 500 Watt Stromverbrauch auslöst. Das ist schlicht inakzeptabel, selbst für ein gemeinnütziges Projekt, denn 500 Watt kosten mich pro Stunde rund 10 Cent und eine Projektdatei von Folding@Home soll rund 8 Stunden Rechenzeit erfordert. Kann man so nicht verantworten, denn diese Distributed-Computing-Projekte können andere Rechner deutlich stromsparender. (In Wirklichkeit sind es maximal rund 200 Watt, die für Folding@Home verbraucht werden. Macht also einen Verbrauch von 0,2 kWh und bei meinem Stromtarif also 4 Cent pro Stunde.)

    Im Stand-By saugt die PS3 9 Watt aus der Leitung. Da kann man darüber streiten, ob das nötig ist oder nicht, jedenfalls gibt es hinten an der Netzsteckdose einen bewährten Kippschalter, der die PS3 komplett ausschaltet. Das ist meine Welt.

  • Digital Living.

    Ich habe schon eine Weile Möglichkeiten gesucht, das Thema der Heimvernetzung, Heimkino, Multimedia im Haus, RFID etc. pp. irgendwie vernünftig in netplanet zu integrieren. Das hätte ich in technischer Hinsicht machen können, was jedoch dazu führen würde, dass all diese Dinge, die eben miteinander auf der Ebene „Digitales Leben“ zusammenhängen, weit verteilt herumliegen und nicht in ihrem viel interessanteren Zusammenhang daherkommen würden. Zugegeben, das hängt alles auch etwas mit dem Kauf einer PS3 und den eher ernüchternden, ersten UPnP-Erfahrungen zusammen, aber irgendwo muss man ja anfangen mit dem Predigen und Orakeln.

    Deshalb wird das Digitale Leben eben zu einer eigenen Rubrik und das wird gleichzeitig mein Herbstthema. Über Umfang und genauen Rubrikaufbau gibt es noch keinen Plan, aber die 150-Kilobyte-Obergrenze für reinen HTML-Text ist vermutlich locker erreicht.

    Zunächst pulsiert aber immer noch der RPC-Artikel, der unbedingt noch in den nächsten Tagen online gehen muss. Der schimmelt schon viel zu lange vor sich herum.

  • Vipdijdswagqdpvibmhcxra.

    Aus einer Spam:

    Vipdijdswagqdpvibmhcxra.

    Zugegeben, es hat sich jemand dabei angestrengt und vermutlich unbemerkt Steganografie betrieben (wenn auch sehr stümperhaft).

  • DECT-Telefon MIT Schnur.

    Ich komme mir vor, wie jemand, der einen alten Röhrenempfänger sucht.

    Folgendes Problem: Ich habe eine DECT-Basisstation als kleine Telefonanlage und zwei schnurlose Mobilteile. Für einen weiteren Flur suche ich jetzt aber ein richtiges Telefon mit Hörer an der Schnur und richtiger Stromversorgung, allerdings eben ein Telefon, dass ebenfalls per DECT an die Basisstation gebunden wird. Und genau das scheint es nicht zu geben.

    Was ich gefunden habe, ist das Siemens Gigaset 2000T, das schon länger nicht mehr gebaut wird und deshalb selbst in gebrauchtem Zustand noch über 50 bis 70 Euro kostet. Für den Preis bekomme ich einen Hasenstall voll DECT-Mobilteile!

    Jemand eine Idee? Und nein, Antworten in Form von „Mach an das Mobilteil eine Kette!“ werden nicht angenommen.

  • “Secure your Sphere”, Teil 5: Komfortarbeiten.

    Wir haben nun KeePass und TrueCrypt soweit auf der Speicherkarte am Laufen, haben jedoch nur noch das Problem, dass der Komfort etwas leidet. Richtig Sinn macht das alles nämlich nur, wenn sowohl die Passwortrecherche, als auch der Zugriff auf den verschlüsselten Datenspeicher möglichst schnell vonstatten geht.

    Aus diesem Grund habe ich mir auf meiner Speicherkarte noch ein Verzeichnis angelegt, in dem ich nur Verknüpfungen auf die Programme abgelegt habe und die per Mausklick alle erforderlichen Dinge tun. Im Falle von KeePass ist das ganz einfach, den KeePass speichert in seiner Konfigurationsdatei (liegt im KeePass-Programmordner) die letzte Passwortdatei, auf die es in der letzten Sitzung zugegriffen hat. Im Idealfall ist also mit dem Aufruf der Verknüpfung sofort die Passwortabfrage für den verschlüsselten Datenspeicher da. Ansonsten kann in KeePass auch recht einfach die Passwortdatei ausgewählt werden, die Endung einer KeePass-Passwortdatei lautet „kdb“. Optional kann in KeePass in den Optionen auch die Verknüpfung für kdb-Dateien mit KeePass registriert werden, dann genügt ein einfacher Doppelklick auf die Passwortdatei, um diese mit KeePass zu öffnen. Das ist aber unter Umständen bei bestimmten Benutzerkonstellationen nicht möglich oder auch nicht gewünscht.

    Bei TrueCrypt ist es ein kleinwenig komplexer; es sind zwei Verknüpfungen notwendig. Die eine Verknüpfung öffnet (mounten) einen verschlüsselten Datenspeicher, die andere schließt (demounten) ihn wieder. Zwei Dinge müssen wir bei beiden Verknüpfungen bearbeiten: Das Verzeichnis, in dem die Verknüpfung ausgeführt wird (normalerweise ist das nämlich immer das Verzeichnis, in dem sich das Programm befindet) und den Aufruf des Programms, da wir noch einige Parameter übergeben müssen. Beide Einstellungen ändern Sie in den Eigenschaften der Verknüpfung.

    Das Verzeichnis, in dem TrueCrypt ausgeführt werden soll, sollte das sein, in dem sich der verschlüsselte Dateicontainer befindet. Hätte ihre Speicherkarte beispielsweise den Laufwerksbuchstaben „K:“ und hieße das Verzeichnis, in dem sich der verschlüsselte Dateicontainer befindet, „krypto“, würde im Feld „Ausführen in:“ der Verknüpfungseigenschaften genau „K:krypto“ eingetragen werden.

    Die Zeile „Ziel“ in den Verknüpfungseigenschaften müssen wir als nächstes auch noch anpassen. Hier befindet sich das aufzurufende Programm und hier müssen noch einige Parameter hinzugefügt werden:

    M:SOFTWARETRUECRYPTTrueCrypt.exe /v dateicontainer /ls /q /f /e
    Aufruf für das Mounten (den Eintrag „dateicontainer“ gegen den Namen Ihres verschlüsselten Dateicontainers austauschen)

    M:SOFTWARETRUECRYPTTrueCrypt.exe /d /q
    Aufruf für das Demounten

    Und nun wird das Ding nämlich sehr komfortabel: Nach einem Klick auf die erste Verknüpfung wird TrueCrypt automatisch mit dem Aufruf Ihres angegebenen, verschlüsselten Dateicontainers gestartet und fordert Sie nur noch zur Passworteingabe für den Zugriff auf. Wenn Sie das korrekt eingeben, wird automatisch Ihr Dateicontainer gestartet, der ursprünglich vergeben Laufwerksbuchstabe gemountet und schon ist der Inhalt des Dateicontainers verfügbar. Der Aufruf der zweiten Verknüpfung demountet den Dateicontainer sofort wieder.

  • Nachts, draußen auf dem dunklen Weg.

    Fast kam ich mir vor, wie im Roman Felidae von Akif Pirinci: Heute morgen gab es vor meinem Fenster ein Gezeter wie aus dem Bilderbuch. Das kann man sich akustisch am besten vorstellen, wenn Sie ein Hörbuch ungefähr mit sechsfacher Geschwindigkeit abspielen – wenn zwei Katzen sich streiten, ist das durchaus eine Angelegenheit, die nicht leise geflüstert, sondern mit viel Engagement und Theatralik geführt wird. Der Grund der Meinungsverschiedenheit ist – im Gegensatz zu den Protagonisten in Felidae – leider unbekannt, aber es kann sich eigentlich nur um Weibchen, Futter oder die Fernsehfernbedienung gehandelt haben. Vielleicht hat Kater A auch einfach nicht die Visage von Kater B gepasst, wer weiß das alles schon.

    Gelöst wurde das Gezeter auch anders, als im Roman: Nicht ein Gustav zog Jalousinen hoch und räusperte sich hörbar aus dem Fenster heraus, sondern mein Vater. Und prompt war Ruhe auf dem Weg, die beiden Katzen verzogen sich fluchtartig und vergaßen ihre pupertären Blutwallungen. Erinnert mich an ähnlich gelagerte Vorfälle aus meiner Jugend.

  • Ein Gerichts(vor)urteil in Sachen eBay-Käufe.

    Es gibt mal wieder ein neues, bemerkenswertes Urteil zum Kauf von Waren über eBay, diesmal netterweise von unserem hiesigen Amtsgericht in Pforzheim.

    Das befand nämlich einen eBay-Käufer der Hehlerei schuldig, der von einem polnischen Händler ein Navigationsgerät gekauft hatte, dessen Startpreis ursprünglich 1 Euro betrug und der endgültige Verkaufspreis etwa zwei Drittel unter dem des normalen Verkaufspreises. Genau das, so das Gericht, hätte den Käufer, zusammen mit dem Standort des Verkäufers, davor eindringlich warnen müssen, dass die Ware allen Anschein nach Hehlerware sein müsste. Da reicht es auch nicht, dass der Verkäufer Powerseller ist und mehrere tausend positive Bewertungen trägt. Die Navigationssysteme stammten wohl allesamt aus Einbrüchen, wurden aber als „toplegal“ und „nagelneu“ gepriesen.

    Wie man als Käufer aber einen Riecher dafür bekommen soll, ob eine zum Verkauf stehende Ware aus einem Diebstahl stammt oder aus einem Lagerverkauf und mit welchem guten Gewissen man grundsätzlich 1-Euro-Startpreise von polnischen Verkäufern als bedenklich einstufen soll, das bleibt das Amtsgericht schuldig.

  • Combots mit der Sicht auf den Boden.

    Combots, die Firma des WEB.DE-Verkäufers Michael Greve, macht derzeit Schlagzeilen, dass es bei der Hauptversammlung der Combots AG angeblich nicht ganz so kaffeekränzerisch umhergegangen sein soll, weil offenbar einigen nicht mehr so klar ist, was eigentlich der Unternehmenszweck ist. Wir erinnern uns: Vor gut zwei Jahren entstand die Combots AG, die nichts weiteres als die „Personal Digital Communication“ forcieren wollte, mit einem Client, der noch aus der Telefoniegeschichte Com.Win herauswachsen sollte, die noch unter WEB.DE-Zeiten gewachsen ist. „Drag’n’Drop-Kommunikation“ ist mir noch im Gedächtnis, problemlos solle es mit Combots möglich sein, Daten zwischen Rechnern und Benutzern auszutauschen.

    Die Merkwürdigkeiten begannen schon mal damit, dass es eine kontrollierte Betaphase gab. Will heißen: Man durfte sich mit seiner E-Mail-Adresse registrieren, hatte dann ein paar Tage/Wochen/Monate zu warten und plötzlich bekam man eine E-Mail mit dem Download-Link. Und dann: Nichts weiter. Nun, fragt sich der geneigte Internet-Nutzer, was bringt mir ein Instant Messenger ohne mir bekannte Empfänger? Oder anders gefragt: Wie soll ich bitteschön telefonieren, wenn ich niemanden kenne, den ich anrufen könnte und alle meine Freunde weiterhin auf ihren Telefonanschluss warten? Klassischer Marketing-SuperGAU: Die „Early Adopter“, also diejenigen, die sich frühzeitig für das Produkt interessierten, standen nach der „exklusiven“ Registrierung in einer großen, leeren Halle.

    Interessanterweise störte das bei Combots offenbar auch niemanden wirklich. Die Website gab schon damals ungefähr so viel Hilfestellung zum Produkt, wie eine Bedienungsanleitung auf einem Ticketautomaten, einen richtigen Guide suchte man vergebens. Lediglich Avatare, das absolute Buzzword der Second-Life-Gesellschaft, konnte man für Bares schon mal kaufen, gnädigerweise in der Betaphase kostenlos dahergeschoben.

    Ergo: Deinstallieren war so ziemlich das sinnvollste, was man mit Combots anfänglich machen konnte. Und sich fragen, weshalb jemand glaubt, zu Zeiten von zig Instant-Messenger-Netzwerken, zu Zeiten von kostenlosen Multi-Messengern wie Miranda oder Gaim und zu Zeiten von Skype, das im Gegensatz zu Combots eine Kleinigkeit von über 100 Millionen Downloads verzeichnen konnte, das Thema Instant Messaging und P2P-Dateiaustausch neu zu erfinden.

    Nun scheint die Luftblase tatsächlich Löcher zu bekommen. Man hat erkannt, dass sich zu wenig Leute registrieren und noch weniger Leute den Dienst weiterempfehlen. Man wolle sich deshalb anderen Netzen gegenüber öffnen. Aha. Immerhin: Lange hat es gedauert. Andere Luftschifffahrer sind schon bedeutend schneller auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet, obwohl sie zumindest ein paar Euro erwirtschafteten und teilweise sogar halbwegs tolle Ideen hatten.

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