• "Selbst schuld, wer beschnüffelt wird."

    Nun hängt also auch die Lufthansa mit einem eigenen Schnüffelskandal in den Seilen. Hier ging es um einen Redakteur der Financial Times Deutschland, der sich im Jahre 2001 verdeckt mit einem Aufsichtsratsvertreter getroffen hat und der offensichtlich in das Visier des Konzerns kam, da er über Vorstandsvorlagen unterrichtet war.

    Man überwachte, nach SPIEGEL-Online-Recherchen, einen Aufsichtsrat, den man im Verdacht hatte und beobachtete ihn, wie er sich in Hamburg in der Lufthansa-Lounge mit einem Gesprächspartner traf. Beobachter erkannten den Aufsichtsrat und daraufhin wurde sein Gesprächspartner aus den Passagierdaten ermittelt, der sich als der betreffende Redakteur der Financial Times entpuppte.

    Der eigentliche Skandal im Skandal sind die aktuellen Reaktionen der Lufthansa, die SPIEGEL Online zusammengefasst hat:

    „Bei uns ist nichts Illegales geschehen“, versichert er. Da dem Aufsichtsrat damals hochkarätige Wirtschaftsvertreter angehörten, habe man den Kreis der potenziellen Informanten zunächst eingrenzen müssen. Die ausgewerteten Passagierdaten stünden intern ohnehin mehreren tausend Mitarbeitern zur Verfügung und würden deshalb weniger gut geschützt als Angaben über Telefonverbindungen.

    Außerdem müssten Kunden, die einen Lufthansa-Jet besteigen, ohnehin damit rechnen, von Mitreisenden gesehen und erkannt zu werden. Der enttarnte Informant des „FTD“-Journalisten gab kurze Zeit später sein Aufsichtsratsmandat auf und wechselte in den vorgezogenen Ruhestand – „aus gesundheitlichen Gründen“.

    Journalisten als geschützte Berufsgruppe mit Zeugnisverweigerungsrecht? Möglicherweise moralische Bedenken? Corporate Governance? Eine Entschuldigung? Ach was! In diesem ganzen Sumpf mag das auch so klingen, ich schreibe es mal in meinen Worten:

    Sorry, ihr Journalisten, wenn ihr von uns etwas wissen wollt, nicht am Presseschalter fragt, sondern Informanten treffen wollt, dazu mit unserer Gesellschaft fliegt und euch in unseren Lounges trefft, dann kriegen wir euch! Pech.

    Da, lieber Wolfgang Schäuble, da sehen Sie, wie es läuft und da sehen Sie, was mit unserem Staat passiert. Und da sehen Sie auch die Vorboten, die Sie mit ihrer „Kultur der Daten“ immer weiter befeuern: Ein Land voller Überwachungskameras, einer ungezwungenen Überwachungskultur, mit Bergen voller auf Vorrat gehaltenen Daten und einer so genannten Wirtschafts- und Politikerelite, die durch eine Phalanx von Schnüffelfirmen gegen Terroristen und sonstige Bürger abgesichert wird, oft genug mit reichlich merkwürdigen Annahmen.

    Wehe dem Moment, wenn wieder ein Führer das Land erlösen soll. Mit diesen Wegbereitungen, die wir derzeit machen, installieren wir die nahezu ideale Umgebung für ein totalitäres Herrschaftssystem.

  • Proleterei aus erster Hand.

    Auch wenn ich die Website unserer guten, alten Pforzheimer Zeitung nach wie vor nicht sonderlich mag – eine Sache ist inzwischen meine heimliche Lieblingslektüre geworden: Das Forum mit den Kommentaren zu den veröffentlichten PZ-Artikeln. Wer den klassischen, bruddelnden Pforzheimer, anachronistisch herumproletend, auffallend mit gesegnetem Al-Bundy-Chauvinismus versehen, stockkonservativ, etwas „ausländerunfreundlich“ und absolut kompetent in allen Bereichen des Lebens sucht, wird dort fündig.

    Mein absoluter All-Time-Favourite: Der „Ostwestfale„. Schreibt nicht mit zu starker Frequenz, dafür sehr einfach in der Schreibweise, nachvollziehbar in der Auswahl der zu kommentierenden Artikel und damit ideale Lektüre zwischen zwei morgendlichen Rülpsern.

  • In zehn Jahren keine Zeitungen mehr?

    Steve Ballmer, CEO von Microsoft, hat in einem Interview mit der Washington Post eine gar kühne Behauptung aufgestellt: In zehn Jahren gäbe es die klassischen Zeitungen nicht mehr. Alle Medien würden seiner Meinung nach über IP-Netzwerke übertragen werden und im Internet aufgehen. Das deshalb, weil eine elektronische Auslieferung schlicht einfacher und rationeller ist, als der klassische Druck und die Distribution auf Papier.

    Nun, pardon, das haben viele gesagt und die wenigsten wirklich sinnvoll begründet. Nur weil der Buchhändler Amazon ein Lesegerät namens „Kindle“ mit einem ausgesprochen hässlichen Design vertreibt und dieses Lesegerät erstaunlich bessere Verkaufszahlen an den Tag legt, als frühere Versuche, ist das noch lange kein Grund. Aber vielleicht eine Position, deren Effekt nicht wirklich vorhersehbar ist. Ich habe dazu eigene Thesen, die durchaus streitbar sind und vielleicht auch daneben gehen, who knows. Ist jetzt mal kurz runtergeschrieben, wer will, darf sich in den Kommentaren mit Ergänzungen und Kritik anhängen:

    Antithese Eins: Wer keine Nachrichten liest, liest sie weder aus der Zeitung, noch aus dem Internet. Die Frage ist, ob geschriebene Nachrichten überhaupt im Mainstream eine große Zukunft hat oder ob es immer spezialisierter wird und nur noch ein, zwei große Leitmedien gibt. Dann hätte nämlich auch die Regionalzeitung einen relativ sicheren Hafen.

    These Eins: *schulterzuck*

    Antithese Zwei: Das Lesen einer elektronischen Zeitung ist nach wie vor etwas grundlegend anderes, als das Lesen einer papiernen Zeitung. Eine papierne Zeitung lese ich am Esstisch, auf dem Sofa, im Garten oder in der Badewanne. Orte, wo ich mit elektronischen Geräten nichts am Hut haben will, deren Akkus leer sein könnten oder das Display kaputt. Die Zeitung und die Zeitschrift geht immer.

    These Zwei: Frage ist, wie sich der Weg hin zum Häppchenjournalismus entwickelt, welche Redaktion den Trend dahin am fähigsten erfasst und umsetzt, wie sich der Trend zur immer stärkeren Mobilität fortsetzt und wer am Ende mit den neuen Vertriebswegen Geld verdienen kann. Diejenigen, die davon leben, teure Anzeigen zu verkaufen und eine große Druckmaschine abzuschreiben haben, sehen potentiell schlechter aus, als diejenigen, die mit fünf PC vernetzt einen Server mit einem freien CMS beschicken und die Werbeflächen verkaufen.

    Antithese Drei: Die Zeitungswelt ist in Deutschland grundlegend anders, als in den Staaten. Während es in den Staaten einige große, überregionale Zeitungen gibt und einen verhältnismäßig schwachen regionalen Zeitungsmarkt, ist es in Deutschland so, dass der Zeitungsmarkt traditionell sehr stark regional liegt. Sprich: Wenn es hochkommt, informieren sich Menschen hier online weitgehend zu überregionalen und internationalen Themen und regional eher über die lokalen Zeitungen. Zumindest noch.

    These Drei: Eine Frage der Zeit, bis sich die Lokalisation immer stärker auch online abbildet, die Beginne sieht man schon. Die Frage hierbei ist vor allem, die flexibel die altehrwürdigen Regionalzeitungen darauf reagieren können, dass sie Konkurrenz von der „Graswurzel“ bekommen. Dazu kommt auch noch die Entwicklung, dass Regionalzeitungen traditionell aus kleinen Verlagshäusern bestehen und sich, der Lauf der Zeit, aufkaufen lassen und damit ihren Halt in der Region verlieren, wenn Lokalredaktionen ihren Stand verlieren und nur noch ein Lokalfenster haben und keinen großen Lokalteil.

    Antithese Vier: Der Zeitungsmarkt steht und fällt mit dem Anzeigenmarkt. Bricht dieser in der jeweiligen Zielausrichtung der Zeitung weg, killt das die Zeitung. Überregionale Zeitungen mögen da stärker betroffen sein, als regionale.

    These Vier: Noch haben regionale Zeitungen einen Heimvorteil, dass regionale Anzeigenmärkte im Internet noch eher die Ausnahme sind. Noch. Moderne Werbeformen wie Google AdSense haben grundsätzlich das Potential, das zu ändern. Ich glaube aber, dass da zukünftig noch weitere Werbeformen dazukommen werden, die regionale Anzeigemärkte im Internet geradezu befeuern. Wie die aussehen, weiß ich auch nicht, aber da ist sicherlich der stärkste Saft drin.

  • Der basic Basic-Hack.

    Manche Leute halten ihr WordPress nicht aktuell, ihr Blog wird gehackt und sie sind weg vom Fenster. Robert Basic verwendete bis heute doch tatsächlich noch WordPress 2.0.7, wurde heute gehackt und erscheint damit bei rivva.de in den Top-Schlagzeilen.

    Sorry, Robert, da musst du jetzt durch. Du hast praktischerweise selbst erkannt, dass du bei dieser hausgemachten Schlamperei nicht laut schreien kannst. 🙂

  • Traumatherapie.

    Es werden noch Vorschläge angenommen, wie ich meinem Vater heute abend berichte, dass ich mich von seinem chronischen Trauma des Besitzes eines Berges von Aktien der Deutschen Telekom (wie witzig.. zwei grundverschiedene Blog-Artikel über die Deutsche Telekom heute) kurzerhand zu zwei Drittel getrennt habe und das mal auf andere, besser laufende Papiere umgeschichtet habe. Vermutlich ist das ein gleicher Schmerz, wie wenn man ein fest eingewachsenes Organ ohne Narkose entfernt oder so etwas.

    Egal, jedenfalls ist der Stapel der T-Aktien nun auf einen erträglichen Wert heruntergestrippt. Ich kann das Elend im Depot ja wirklich nicht auf Dauer ertragen. Für den Interessierten: K+S AG. Zwar derzeit sehr teuer, sehr volatil und mir ein Stückweit mit diesen Parametern auch suspekt, allerdings ist die Rendite da an manchen Tagen so hoch, wie bei der T-Aktie in einem Jahr. Und wer braucht schon keinen Dünger.

  • Mein Freund, die Hotline.

    So viel, wie ich gestern und heute mit dem Businessservice der Deutschen Telekom telefoniert habe, telefoniere ich für gewöhnlich in einem halben Jahr. Zwei SDSL-Anbindungen mit merkwürdigen Problemen, eine weitere SDSL-Leitung zugegeben mit einem selbst verursachen Problem.

    Allerdings, ich muss neidvoll zugeben, die Businessservice-Hotline, die hat die Deutsche Telekom voll im Griff. Keine (!) Wartezeiten, immer ein Techniker dran, der mit praktisch allen Daten etwas anfangen kann. Nur die Fernmeldekontonummer parat? Kein Problem. Nur die Leitungsbezeichnung auf dem SDSL-Modem? Auch kein Problem. Nur die T-Online-Kennung? Geht auch. Eingegeben, zehn Sekunden gewartet und schon ist ein kompletter Statusbericht über den gesamten SDSL-Anschluss parat.

    Bei dem selbst verursachten Problem hat mich gar der Hotliner erst auf den richtigen Trichter gebracht, denn der von mir konfigurierte Router, der eigentlich ursprünglich eine funktionsfähige PPPoE-Authentifizierung machte, tat dies nach einer Konfigurationsänderung plötzlich nicht mehr, vermutlich hat er dabei das Passwort verbummelt, was für mich jedoch nicht sichtbar war. Der Hotliner wies mich aber darauf hin, dass die Authentifizierung nicht korrekt ist. Und wies mich auch noch beiläufig darauf hin, dass der SDSL-Anschluss des Kunden noch volumenbasiert ist und auf Flatrate umgestellt werden sollte, was erstens monatlich billiger würde und zweitens auch noch kostenlos umstellbar sei.

    Es fällt auf, wie die Telekom langsam, aber gewaltig vorlegt. Ein SDSL-Anschluss ist zwar preislich nun wirklich kein Pappenstiel, allerdings stimmt der Service dazu, wenn man sich darauf verlassen muss.

  • Mein neuer WordPress-Anzug.

    Kurz vor dem Einjährigen dieses Blogs könnte auch ruhig mal die der Anzug gewechselt werden. Ich habe mir deshalb erlaubt, ein anderes WordPress-Theme einzupassen, um genau zu sein das Theme namens „BlueBeam“. Das Original ist englisch und an vielen Stellen unglücklicherweise hartcodiert, so dass es an vielen Stellen leider noch Übersetzungsfehler und falsch formatierte Zahlen und Daten gibt. Das wird noch nach und nach gefixt.

    Ebenso die etwas gewöhnungsbedürftige Farbwahl und auch der blaue Balken unter der Überschrift. Work in progress.

    Vorläufig noch nicht, das Template macht noch diverse Probleme, die ich in der Sandbox mal ausmerzen muss. Hätte mich ja auch fast gewundert. 😉

  • Medienpolitik a la Friedbert Pflüger.

    Friedbert Pflüger, CDU-Fraktionschef im Berliner Senat, gehört zu der Kategorie Politiker, die mir peinlich sind. Nicht, weil sie in der falschen Partei sind, sondern weil sie peinlich für die gesamte Kaste der politisch interessierten Menschen sind. Unvergessen sein höchst peinlicher Wahlkampf für den Posten des Berliner Senatschefs, quasi geschrieben für das Handbuch des wenig engagierten Politikers, der nur Schlüsselpositionen besetzen will und sich um alles weitere nur drücken möchte.

    So auch diesmal wieder Friedbert Pflüger. Nun will er Anne Will aus dem Programm verbannen. Und das deshalb, weil Anne Will in ihrer letzten Sendung die rot-rote Wirtschaftspolitik (über die man durchaus sehr unterschiedlicher Meinung sein kann) gelobt hat. Genau genommen wurde in „Anne Will“ in einem Einspielfilm erzählt, dass Rot-Rot 60 Milliarden Euro Altlasten geerbt hat und diese nun erfolgreich abbaue, während Pflüger behauptet, es seien nur 38 Milliarden Euro Schulden gewesen. Seltsames Schauspiel, wenn der Oppositionsführer freiwillig den verdammt drückenden Schuh der Vorgängerregierung anziehen will und nicht ganz verstanden hat, dass der Begriff „Altlasten“ nicht unbedingt auch „Schulden“ im Sinne von fehlendem Bargeld bedeutet.

    Als Mitglied im RBB-Rundfunkrat wolle er sich dafür einsetzen, dass „Anne Will“ abgesetzt werde. Übrigens aus dem Fachmagazin für politische Bildung heraus, aus der Bild-Zeitung. Nun legt er nach, nachdem ARD-Programmdirektor Günter Struve verständlich die Absetzungsforderungen als absurd beiseite schob: Herr Pflüger möchte rechtliche Schritte gegen die falschen Behauptungen einleiten.

    Wir grüßen freundlich mit dem Fähnchen des unabhängigen Rundfunks im Fernsehen. Eigentlich wünsche ich mir sogar, dass Friedbert Pflüger tatsächlich mit seinem Absetzungswunsch Glück hat, denn das würde endlich mal plastisch zeigen, wie es bei den Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich läuft: Kaum läuft es mal brenzlig für einen medial eher untalentierten Entscheidungsträger, schon wird laut mit der Keule gewedelt.

    Und wer genau möchte tatsächlich, dass ARD und ZDF sich im Internet auch in Sachen Textnachrichten breitmachen sollen?

  • Tunnelwurm unterwegs!

    Na zumindest ist heute bei vielen Kunden der Wurm im Netzwerk, das man gern mal auf den Provider schiebt, der die VPN-Tunnel aufgebaut hat. Nur: Bei allen Kunden, die heute Probleme mit ihren Netzwerken haben, funktionieren zumindest die VPN-Tunnelinstallationen alle einwandfrei. Ich weiß, dass IPSec durchaus etwas komplexer einzurichten ist, nur wenn IPSec einmal läuft, dann läuft es eigentlich auch. Dass es dann einfach mal nicht mehr läuft, der Tunnelmonitor in den Endpunkten aber jeweils die Gegenstelle anpingen kann und auch das Routing in den Endpunkten stimmt, geht nicht so ohne weiteres. Da habe ich wirklich Vertrauen in die Technik, zumindest wenn ich sie eingerichtet habe.

    Ich beneide gerade sehr die Taube draußen am Sims, die sich in aller Seelenruhe die Sonne aufs Gefieder scheinen lässt und sich um so Sachen einfach nicht scheren muss. 🙁

  • Gran-Turismo-TV für Warteschleifer.

    Die GT5-Programmierer haben ganze Arbeit geleistet. Nun gibts in Gran-Turismo-TV zwei neue HD-Videos zum Download, die insgesamt rund ein halbes Gigabyte groß sind. Jetzt könnte man doch einfach sagen, okay, hole die Videos herunter, vielleicht einfach im Hintergrund und währenddessen kann ich in der GT5-Garage an Tunings herumbasteln oder mir anders die Zeit vertreiben.

    Nein, natürlich nicht. Man muss zum Herunterladen in den Bereich von Gran-Turismo-TV springen, dort jedes Video anklicken, einzeln herunterladen und darf sich dabei den schönen Fortschrittsbalken anschauen. Was für ein vermeidbarer Krampf.

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