• Gaskauf.

    So eine knallrote 11,1-Liter-Propangasflasche macht einfach Eindruck, wenn man die wie auf einem Präsentierteller durch den Baumarkt schiebt. Ich habe mir wirklich auch jegliche Scherze damit verkniffen, die man mit ausgewähltem Zynismus und Sarkasmus damit machen kann.

    Im übrigen auch völlig unnötig, denn wir standen dann später zu viert an der Kasse, jeder mit einer knallroten 11,1-Liter-Propangasflasche auf seinem Wagen. Man merkt, dass Grillsaison ist.

  • Wer die ISDN-Geister rief…

    … wird sie nicht mehr los. So geschieht das schon seit einigen Jahren mit einigen ISDN-Routern, die wir einfach nicht loswerden. Anders gesagt: Wir werden sie eigentlich schon hin und wieder los und bekommen sie an Kunden verschenkt, die Bedarf haben, bekommen sie allerdings wieder zurückgeschenkt, so bald der Kunde dann auf DSL upgegraded oder sonst irgendetwas kauft.

    Wegwerfen von funktionaler Hardware ist mir persönlich dann zu schade und ich sammle gern immer wieder einiges an gerade älterer Hardware, Speicherriegeln und Routern, weil man mit solchem Zeug so manch verzweifelt suchendem Kunden eine Freude bereiten kann und außerdem im Ernstfall nicht teuer beispielsweise ISDN-Router kaufen muss. Aber so langsam werde ich die Geister wirklich nicht mehr los.

  • Der Technikphilosoph.

    Seit etwas mehr als einem Jahr bereichert ein Redakteur die Netzwelt von SPIEGEL Online, der wohl so viel Polarisierungspotential hat, wie selten ein anderer Journalist in dieser Thematik: Konrad Lischka. Der gebürtig in Polen geborene Lischka hat mit seinen 28 Jahren schon eine beeindruckende journalistische Karriere an den Tag gelegt, aber das ist alles nicht der Punkt, worauf ich hinaus will. Denn: Konrad Lischka stellt die seltsam eingängigen, Fragen zu nicht fertig gedachter Technik, die sich jeder, der mit Technik tagtäglich zu tun hat (und das ist genau genommen jeder), andauernd stellt. Beispiele? Gern, die finden sich in einer eigenen Rubrik in der Netzwelt namens Fehlfunktion.

    Da finden sich dann so Fragen, warum wir eigentlich ernsthaft 1.120 verschiedene Modelle von Staubsaugerbeuteln brauchen. Oder warum man in jedem Aufzug das gewünschte Stockwerk per Knopfdruck anwählen, aber nach einer Fehleingabe nicht abwählen können. Warum müssen Steckernetzteile auch heute noch so klobig gebaut sein, dass sie im schönsten Fall gleich drei Steckdosen belegen? Müssen Tastaturen wirklich so bescheuert wie vor zwanzig Jahren sein?

    „Wenn Ingenieure schlampen, leiden Millionen.“ Er hat so Recht damit. Es sind die kleinen, technischen Unzulänglichkeiten, die einen zum Wahnsinn treiben. Vielleicht muss man erst ein Nerd sein und dann auch noch Journalist, um das infrage stellen zu können.

  • Fußballberichterstattung aus alter Zeit.

    Wirklich stilvoll ist die Liveberichterstattung eines Fußballspieles einfach immer noch per Radio. Bei uns im Raum Pforzheim sendet der SWR das EM-Radio über die Mittelwelle auf 576 Kilohertz vom Sender Mühlacker und das ist es einfach, während einer Autofahrt oder in einem stockdunklen Raum: Es rauscht, die Höhen fehlen traditionell in der (analogen) Mittelwelle und mit der praktisch atemlosen Livemoderation von in der Regel zwei Moderatoren, die sich abwechseln, ist das einfach Stimmung pur und ein Relikt aus einer Zeit, in der die ganze Familie um den Radioempfänger herum sass und die Welt erlebte, die wir uns heute per Knopfdruck nach Hause streamen lassen und uns schon ärgern, wenn die Zeitlupe nicht schnell genug kommt.

    Einfach mal ausprobieren, es ist ein unvergessliches Erlebnis.

  • Schweizkei.

    Ich verstehe von Fußball mindestens so viel, wie der klassische Berufsfußballer vom Subnetting und mir ist es bei einer Fußballmeisterschaft auch ziemlich egal, wer am Ende der Sieger ist, denn letztendlich ist das immer der, der sich den Hintern am meisten aufgerissen hat.

    Aber war ein schönes Fußballspiel, so aus der Sicht des Laien. Beide Mannschaften haben sich wirklich die größten Mühen gegeben, ein spannendes Fußballspiel auf den Rasen zu legen und wie man sieht, geht es offenkundig auch ohne Stress und ausufernden Emotionen. Die gut agierenden Spieler, die auffallend besonnen sprechenden Funktionäre und das gigantische Fanbild mit zehntausenden rot gekleideten und friedlichen Fans haben vermutlich alles dafür getan, dass zukünftige Länderspiele zwischen der Schweiz und der Türkei zum Klassiker werden – weil man eben auf dem Platz wieder eine Gegenrechnung zu klären hat und eben auch nur dort.

    Wenn es dann beim nächsten Mal vielleicht etwas weniger wie aus Eimern kübelt, kann man zu einem Länderspiel sogar mal hinfahren. 🙂

  • Reaktion.

    Fairerweise sei angemerkt, dass man reagiert hat. Der zuständige Redakteur hat sich nach Prüfung der von mir übersendeten Links umgehend überzeugen lassen, dass da gewisse Äußerungen in einem öffentlich zugänglichen Forum einfach nicht gehen, praktizierte Meinungsfreiheit hin oder her. Und er hat sich die unangenehme Arbeit gemacht, die übelsten Artikel zu moderieren, was sicherlich kein Spaß war.

    Ich denke, das ist ein wichtiges Zeichen. Aus jahrelanger Erfahrung weiß ich, dass man als Forumsmoderator gelegentlich schlicht mal den Hammer hörbar fallen lassen muss, um die Sitten zu erhalten. Das rechte Pack fühlt sich sonst zu wohl.

  • CN-Domain überholt die DE-Domain.

    Laut Domain News gab/gibt es dieser Tage ein historisches Überholmanöver im DNS, bei dem erstmals mehr Domain-Namen unter der chinesischen Top-Level-Domain „.cn“ registriert sein werden, als unter der deutschen „.de“. Derzeit werden monatlich zwischen 400.000 und 500.000 neue CN-Domains pro Monat (!) registriert und anhand der Vormonatszahlen dürfte der aktuelle Stand bei rund 12,3 Millionen CN-Domains liegen. Aktuell hat das DENIC gestern die 12,1-Millionen-Marke gerissen.

    Damit lautet die Reihenfolge der größten Top-Level-Domains aktuell (und vermutlich für eine längere Zeit) nun:

    1. „.com“
    2. „.cn“ (China)
    3. „.de“ (Deutschland)
    4. „.net“
    5. „.uk“ (Großbritannien)
    6. „.org“
    7. „.info“
    8. „.nl“ (Niederlande)
    9. „.eu“ (Europa)
    10. „.biz“

    An „.com“ werden sich vermutlich alle Top-Level-Domains noch eine ganze Weile die Zähne ausbeißen. Mit über 76 Millionen registrierten COM-Domains gibt es mehr COM-Domains als alle weiteren Top-Level-Domains in der obigen Top 10 zusammen.

    Monatliche Statistikzahlen der Top 10 gibt es unter anderem beim DENIC.

  • Nachbuchungen.

    Ich wollte eigentlich gerade zum Hörer greifen und mich bei meiner Bank wegen einer unerklärbaren Lastschrift beschweren, musste allerdings belustigt erkennen, dass das eine Nachbuchung für eine Geldkartenaufladung ist, die mal eben vor vier Monaten stattfand. Kann die Commerzbank, an deren Bankautomat ich die Geldkarte einst aufgeladen hatte, gern weiterhin so handhaben.

  • Von Bürgerpflichten und Zivilcouragen.

    Dass ich mit der Pforzheimer Zeitung so meine Problemchen habe, sei dahingestellt. Ich mag die Art der Online-Publizistik nicht, was letztendlich eine Geschmacksfrage ist. Ich gebe auch gern zu, dass meine Maßstäbe für Fernsehen aus der Geschichte meines beruflichen Werdeganges heraus durchaus hoch sind. Das sei alles dahingestellt.

    Was allerdings gar nicht geht, ist, dass das Forum der Pforzheimer Zeitung inzwischen gar nicht mehr so belustigend ist, sondern richtig schlimm. Ich hatte noch gelächelt, in der Zwischenzeit packt mit das kalte Grausen – Alltagsrassismus der ersten Güte, politische Agitation einschlägig bekannter Neonazis aus der Region, dazu garniert mit offenkundig falschen Sachargumenten. Und das alles weitgehend unmoderiert in der Online-Präsenz einer Tageszeitung, die ich auch noch abonniere.

    Nun könnte ich für meinen Teil sagen, gut, bestelle das Ding ab und lasse die Pforzheimer Zeitung eben Pforzheimer Zeitung sein: Konservatives Kampfblatt mit altbekannten Schwächen in der publizistischen Arbeitsweise. Was solls. Wir leben in einem Bundesland, in dem alte Ministerpräsidenten mit NS-Vergangenheit vorübergehend zu Nazifeinden erklärt werden. In einem Land, das noch nie jemals begriffen hat, dass es schon immer von Einwanderung gelebt hat. In einer Welt, die selten so latent fragil und unvorhersehbar war, wie heute.

    Das geht aber nicht. Es ist unsere verdammte Bürgerpflicht, das demokratische Gemeinwesen und den Frieden in der Gesellschaft zu stützen, zu pflegen und dafür zu kämpfen. Ich habe deshalb am Samstag bereits die Redaktion der Pforzheimer Zeitung angeschrieben und darauf weder eine Antwort erhalten, noch eine Reaktion gesehen. Nun habe ich soeben den Chefredakteur der Pforzheimer Zeitung angeschrieben, ihm das Dilemma auf seiner Website erklärt (so weit kommt es schon) und ihn aufgefordert, das zu klären. Und ich habe auch meine bescheidenen Karten auf den Tisch gelegt, die ich ausspielen werde, wenn immer noch nichts passiert und/oder nicht geantwortet wird: Abo kündigen, demokratische Parteien, Institution und Kulturvereine informieren und letzendlich den Presserat anrufen.

    Unangenehme Dinge. Wobei mir wirklich sehr anders bei dem Gedanken wird, dass das wohl noch niemand anderes bis jetzt gemacht hat. Ich muss zugeben, dass ich bei solchen Gedanken, also tiefergehenden Überlegungen darüber, wie unsere Gesellschaft in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aussehen könnte, danach inzwischen ähnliche Bauchschmerzen verspüre, wie sie Kinder verspüren, wenn sie mit den grässlichen Unvermeidbarkeiten des Lebens – Schmerz, Siechtum, die eigene Endlichkeit, Vernichtungsängste – konfrontiert werden. Ich bin weit davon entfernt, Pessimist zu sein, mir gelingt es aber immer seltener, solche ausgiebigen Gedankenreisen mit optimistischen Gedanken zu beenden. Ich habe mich mein ganzes Leben lang bei solchen Sachen letztendlich auf meine für mich phänomenale Fähigkeit, diese Gedankenreisen mit optimistischen (und gelegentlich auch opportunistischen) Argumenten beenden zu können, verlassen können. Das in diesen gesellschaftlichen Fragen inzwischen immer seltener für mich überzeugend machen zu können, macht mir ehrlich gesagt eine Heidenangst.

  • Das mit den Autocorsos.

    Okay, Deutschland könnte Europameister werden, das mit den Autocorsos funktioniert so langsam schon nach mediterraner Art. Nicht ganz so spontan wie bei den Italienern, schon gar nicht so hoffnungslos ausdauernd wie bei den Türken, aber vermutlich galaktisch besser, als die Franzosen. Und das mit dem Alkohol ist nicht sehr gut, zumindest nicht in der Vorrunde. Ich habe bei der Fahrt nach Hause zweimal Erste Hilfe leisten müssen.

    Einer ist vermutlich von der Rückbank eines Cabrios herausgefallen und seine Mitfahrer hatten offensichtlich keine Ahnung, wie man eine Platzwunde am Kopf verbindet und ein anderer lag am Anfang unserer Straße an der Bushaltestelle und war derart blau, dass es für den Rettungswagen reichte.

    Der, dem ich den Kopf verband, meinte, dass er beim nächsten Spiel der Türken auf jeden Fall die Daumen drücken wolle. Zumindest ein rotes Trikot hat er ja jetzt. *hüstel*

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