Ein Kaminofen kühlt.

Ja, richtig gelesen. Und wir reden hier nicht von einem nicht angeheiztem Kaminofen, sondern von einem Kaminofen, der richtig auf Betriebstemperatur ist. Wie geht das? Sehr einfach: Im Zusammenspiel mit einer Zentralheizung.

Wir haben im Haus zwei Stockwerke. Beide Stockwerke werden mit einer Zentralheizung und dort fest installierten Heizkörpern von einer Gastherme im Keller versorgt. Die Gastherme selbst ist ein neueres Modell, die die Außentemperatur und die Wasserrücklauftemperatur auswertet und anhand einer einstellbaren Heizkurve den Brenner steuert. Die Gastherme kann also bei kühler Witterung dies über den Außensensor ermitteln und die notwendige Heizleistung zusätzlich über die Wasserrücklauftemperatur, die, wenn das Haus zu gering beheizt ist, kühler ist, als wenn es beheizt wäre. Und schon geht der Brenner auf Touren oder eher nicht. So weit, so gut.

Wenn nun ein Kaminofen im ersten Stock angeworfen wird, dann heizt natürlich der Kaminofen den Raum mit und damit auch das Wasser in den Heizkörpern. Das hat zur Folge, dass die Wasserrücklauftemperatur zur Gastherme hin höher ist, die Gastherme deshalb einen Gang herunterschaltet. Für den ersten Stock ist das ja dann auch in Ordnung, für den zweiten Stock aber nicht. Und schon wird es dort merklich kühler. Zusätzlich unangenehm dabei ist, dass dieser Effekt nachlaufend ist. Feuer in Kaminöfen gehen nämlich in der Regel nicht schlagartig aus und darüberhinaus verlieren Kaminöfen auch nicht sofort ihre Temperatur, so dass sich die Normaltemperatur im Haus erst nach einigen Stunden wieder regelt.

Ergo: Ich muss eine Thermostat-Lösung kaufen, die vor dem Beheizen mit dem Kaminofen die Möglichkeit bietet, die Heizkörper im ersten Stock herunterzuregeln, damit die Raumtemperatur nicht die Gastherme durcheinander bringt. Und ich dachte, wir sind im 21. Jahrhundert angekommen…

3 Gedanken zu „Ein Kaminofen kühlt.

  1. Hmmm, ich bin ja kein Installateur und musste Deinen Beitrag ca 3 mal lesen bis ich es richtig (so ich hoffe) durchschaut habe.
    Was ich mich frage, habt Ihr denn keine Thermostate an den Heizkörpern? Wir haben hier auch so eine fürchterlich moderne Gastherme (das Ding kann wahrscheinlich sogar Kaffee kochen und zum Mond fliegen … 😉 aber natürlich trotzdem an jedem Heizkörper ein Thermostat – man möchte ja auch in verschiedenen Räumen unterschiedliche Temperaturen.
    Was mir auch komisch erscheint ist, dass der Kaminofen (ist das so ein offener Kamin?) das Wasser in den Heizkörpern so stark erhitzen (bzw. am abkühlen hindern) soll, dass nun die Therme durcheinander kommt. Hmmm, ohne jetzt groß die Thermodynamik-Fibel auszupacken würde ich dann vermuten, dass der Raum extrem klein ist (kleiner 4qm) oder jenseits von gut und böse behitzt (größer 50°c) – was wahrscheinlich ja beides nicht der Fall sein wird.
    Evtl ist die Heizkurve ja auch extrem sensibel eingestellt. Da würde ich einmal einen Kollegen vom Fach fragen – das könnte evtl. günstiger sein als ein extra Thermostat einzubauen

    1. Doch, die Heizkörper haben Thermostate, allerdings einfache Handregler. Und dummerweise gibt es drei Heizkörper im Raum (groß, etwa 25 qm), man dürfte also laufen. Ich muss zusehen, da eine zentrale Lösung zu finden.

      Das mit der Heizkurve ist allerdings tatsächlich ein Thema, da kann ich mich erinnern, die etwas hochgesetzt zu haben (1,0 ist bei der Gastherme Standard, ich denke, ich habe sie auf 1,2 hochgezogen, damit das Haus schneller warm wird). Da nämlich das Haus derzeit auch noch von außen isoliert wird, werde ich mal die Heizkurve etwas „adjusten“.

      Hach, gut, das wir darüber reden. 🙂

  2. Übrigens ist es auch so, dass ein Kaminfeuer aus allen anderen Räumen die (warme) Luft anzieht und diese dann durch den SChornstein abzieht.
    Also wird es im Wohnzimmer muckelig warm, in allen anderen Räumen dafür aber um so kälter!

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