Das Für und Wider von WordPress-Frameworks

Wer sich beruflich mit WordPress auseinandersetzt und mit WordPress-Themes zu tun hat, kommt früher oder später zu einer Frage, die glaubensartig durch die Community gezogen wird. Theme-Frameworks – Ja oder nein? Ob sie nun Divi, Elementor oder wie auch immer heißen. Der eine sagt „Frameworks sind böse“, der andere schwört auf sie. Was denn nun?

Der Blickwinkel

Bei aller Kritik ist es immer wichtig, den Blickwinkel zu beobachten, mit dem auf etwas geschaut wird. Wenn ein Grafikdesigner sagt, dass Theme-Frameworks übel sind, dann verstehe ich das noch am ehesten. Ein Grafiker ist es gewohnt, von einem leeren Blatt aus etwas zu erschaffen. Bestehendes Design – möglicherweise auch noch richtig übles Design – anzupassen und zu adaptieren, ist tatsächlich in vielen Fällen eine unschöne Arbeit.

Aus Sicht eines Webentwicklers sieht es da schon anders aus, denn der macht üblicherweise die Grafik zweitrangig. Hier kommt es auch auf die inneren Werte an. Möchte der Kunde verschiedene Custom Post Types? Braucht er spezielle Formulare? Was will er überhaupt bezwecken und welche Kommunikationsmöglichkeiten will er anbieten? Aus Entwicklersicht bestehen viele Projekte nur aus einem Viertel oder gar noch weniger reine Grafikleistung.

Der Kunde

Natürlich macht es am meisten Spaß, wenn ein Kunde einen Freibrief erteilt und nur das feinste haben will. Seien wir ehrlich: Diese Kunden gibt es nicht. Sowohl Webentwickler, als auch Grafiker zwängen Kunden zwangsläufig in ihre Frameworks ein, denn sonst kommen wir zu nichts.

Wir müssen dem Kunden etwas hinstellen, das ihm gefällt und das technisch auch Sinn macht. Das seine Anforderungen erfüllt und auch die Anforderungen, die er nicht stellt, aber erfüllt sein müssen z.B. für mobile Nutzung oder Suchmaschinenoptimierung. Und das vor allem am Ende bezahlbar bleibt.

Der Preis

Dann kommt eben auch die Situation, dass ein Kunde Dinge haben möchte und auch ein Budgetrahmen vorgibt. Dann muss ich zuschauen, wie ich damit klarkomme. Als Entwickler und vor allem als jemand, dem die Online-Kommunikation wichtig ist – also das, was am Ende mit der Website in den Gezeiten des Webs passiert – muss ich einen Schritt weiterdenken und dann auch Abstriche da machen, wo es am ehesten geht und das ist nun mal da, wo man entweder opulente Speziallösungen liefern kann oder auch „erweiterte Stangenware“. Und dann sind wir erstaunlich schnell bei Theme-Frameworks wie Divi oder Elementor.

Ja, es ist eine seltsame Arbeit damit. Aber sie führt auch zu einem gangbaren Ziel und zu nachhaltigen Ergebnissen. Und mit einem guten Framework baut man eine sehr gute Basis, um vielleicht in Zukunft den Kunden mit der Technik so überzeugen zu können, dass es dann vielleicht doch noch ein neues Design gibt.

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