Ein Kaminofen kühlt.

Ja, richtig gelesen. Und wir reden hier nicht von einem nicht angeheiztem Kaminofen, sondern von einem Kaminofen, der richtig auf Betriebstemperatur ist. Wie geht das? Sehr einfach: Im Zusammenspiel mit einer Zentralheizung.

Wir haben im Haus zwei Stockwerke. Beide Stockwerke werden mit einer Zentralheizung und dort fest installierten Heizkörpern von einer Gastherme im Keller versorgt. Die Gastherme selbst ist ein neueres Modell, die die Außentemperatur und die Wasserrücklauftemperatur auswertet und anhand einer einstellbaren Heizkurve den Brenner steuert. Die Gastherme kann also bei kühler Witterung dies über den Außensensor ermitteln und die notwendige Heizleistung zusätzlich über die Wasserrücklauftemperatur, die, wenn das Haus zu gering beheizt ist, kühler ist, als wenn es beheizt wäre. Und schon geht der Brenner auf Touren oder eher nicht. So weit, so gut.

Wenn nun ein Kaminofen im ersten Stock angeworfen wird, dann heizt natürlich der Kaminofen den Raum mit und damit auch das Wasser in den Heizkörpern. Das hat zur Folge, dass die Wasserrücklauftemperatur zur Gastherme hin höher ist, die Gastherme deshalb einen Gang herunterschaltet. Für den ersten Stock ist das ja dann auch in Ordnung, für den zweiten Stock aber nicht. Und schon wird es dort merklich kühler. Zusätzlich unangenehm dabei ist, dass dieser Effekt nachlaufend ist. Feuer in Kaminöfen gehen nämlich in der Regel nicht schlagartig aus und darüberhinaus verlieren Kaminöfen auch nicht sofort ihre Temperatur, so dass sich die Normaltemperatur im Haus erst nach einigen Stunden wieder regelt.

Ergo: Ich muss eine Thermostat-Lösung kaufen, die vor dem Beheizen mit dem Kaminofen die Möglichkeit bietet, die Heizkörper im ersten Stock herunterzuregeln, damit die Raumtemperatur nicht die Gastherme durcheinander bringt. Und ich dachte, wir sind im 21. Jahrhundert angekommen…