Basic Theater.

Ja, ich weiss, es ist basic nicht gut, andauernd „Basic“ im Titel zu haben, aber es wird dann schon langsam basic dämlich in unserem kleinen Hinterzimmer, das wir „Blogosphäre“ nennen. Und das alles nur, weil Herr Basic sein Blog verkauft. Ja, perfekt, soll er tun! Das ist sein Recht als Inhaber für das von ihm Geschriebene und wenn er es für gutes Geld verjubelt bekommt, dann ist ihm das von Herzen gegönnt. Immerhin muss er diesen Verkauf auch ordentlich versteuern und spätestens dann hat auch die Gesellschaft etwas davon – wenn man ihm schon unterstellt, dass er käuflich sei.

Dieser Vorwurf haut dann sogar mich um. Ist denn ein Blogger bitteschön nicht schon dann käuflich, wenn er Google-Banner auf seine Homepage pappt und einige Cent verdient? Oder sich als Werbeschlampe für so Dienste wie Trigami hinstellt und über Dinge „aus Erfahrung“ berichtet, für deren Meinung man sich bezahlen lässt, obwohl dem Anbieter die Meinung relativ schnurzegal ist, weil er nur den Link aufs Angebot braucht? Wer aus der kalten Welt in die warme Blogosphäre eintritt und das Wort „Moral“ mit hereinschleppt, der sollte damit ganz, ganz vorsichtig umgehen. Zu schnell geht dabei Porzellan kaputt, das selbst nur werbefinanziert daherkommt.

Sorry, nein. Was jemand mit seinem Blog am Ende macht, das kann dem Leser völlig egal sein. Er kann es weiterlesen, wenn das Blog weitergeführt wird oder er kann auch einfach mit dem Lesen aufhören – die größtmögliche Freiheit, die es gibt. Kein zu bezahlendes Abo, nichts. Und wenn um den Verkauf von Basic Thinking nun so ein Heiderassa stattfindet (zumal medienmäßig zur Zeit Saure-Gurken-Zeit ist und man als Journalist alles dankbar nimmt, was bei drei nicht auf dem Baum ist), dann soll es so geschehen. Dabei ist es mir völlig egal, ob Robert Basic ein begnadeter Schreiber ist, ein Chaot oder jemand, der in Wirklichkeit kein Mensch, sondern ein rosaroter Hase mit Duracell-Batterien im Rücken ist.

13 Gedanken zu „Basic Theater.

  1. Besim du hast mehrere Beiträge zu dem Thema geschrieben, ich nur einen. Und ich mache auch kein Theater. Ich überlege nur, ob ich auch an solche Einnahmen rankommen kann und wie.

    Immerhin mache ich mit 129 Beiträgen 1/5 des Alexa-Ranks von RB. Da darf man doch mal Nachdenken, ob man was lernen kann aus dem Ganzen, oder?

  2. Sorry du hast recht, ich habe eben erst den Verlinkten Beitrag gelesen. Als das ist wirklich herbe was der Kollege da schreibt.

    Ich meine es läuft derzeit viel Marketing premborium aber irgendwie habe ich eine postive Hoffnung, dass Käufer und Verkäufer ein gutes Geschäft zu Stande bekommen. Das würde dazu führen, dass Blogs mit einem realen Wert in Verbindung gebracht werden.

  3. Huhu Besim,

    ich unterstelle, dass Du mein Blog und damit meine „Art der Auseinandersetzung“ mit einzelnen Themen kennst.

    Was das zerschlagen von Pozelan angeht, so tue ich dies nur zu gern, wenn durch diesen Lärm der Eine oder die Andere geweckt wird. Denn zu oft wird uns Marketing als „eigene Meinung“ untergeschoben. Trigami und Konsorten ist dafür ein gutes Beispiel.

    Und ja, ich appeliere weiterhin an „Moral“ und Einsicht. Ich für meinen Teil finde allein das „Gejammer“ einiger Blogger „Ich muss Google-Ads schalten um die Kosten für mein Blog wieder reinzubekommen“ für absolute Heuchelei. Was kosteten denn andere Hobbys? Was kostet ein Fittnessstudio im Monat? Was der Fussballsverein (samt Nebenkosten!) oder andere vergleichbare Arten die Freizeit sinnvoll tot zu schlagen?

    Manchmal komme ich mir vor, wie der zornige alte Mann, der den „guten alten Zeiten“ nachhadert. Aber ich werde diesbezüglich nicht leise werden, ich kann es einfach nicht 🙂

    1. Was heißt hier eigentlich müssen? Wir müssen sterben und sch. … und wenn wir uns direkt eine Kugel in den Kopf jagen, dann müssen wir nur noch sterben.

      Niemand muss Adsense auf seinem Konto geschaltet haben. Im Gegenteil, ich habe es sogar erst mal wieder rausgemacht. Aber wenn man mit etwas Werbung etwas nebenbei verdienen kann, was bitte ist daran falsch?

      Und was bitte ist daran falsch, es dann hautpberuflich zu tun und davon zu leben. Und was bitte ist daran falsch, einen laufenden Blog zum verkauf anzubieten?

      1. Ich bezog mich explizit auf den Spruch „Ich MUSS Werbung schalten“, den ich so nicht stehen lassen kann/mag/will.
        Natürlich kann jeder (fast alles) tun und lassen, was er will. Google-Werbung ist meist „Blogneutral“, dennoch wird meist der Effekt Datensammelei vergessen – sei es drum. Ich habe meine Probleme mit privat aussehenden Blogs, die mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden.

        Wo hört bei diesen Blog die eigene Meinung (die wertvoll sein kann) auf und wo fängt die Manipulation (verstecktes Produkmarketing) des Lesers auf? Dieses ist einer der Problemkreise, die mich an der Sache kritisch aktiv werden lassen.

        Die Frage, was falsch daran sein kann, ein laufendes Blog zu verkaufen ergibt sich aus 3 Punkten:
        1) Wie wird mit hinterlegten Mailadressen verfahren?
        2) Wie wird mit den Logfiles verfahren?
        3) Last but not least: Wie sieht es aus mit den Rechten.“This work
        is licensed under a Creative Commons Attribution-
        Noncommercial-Share Alike 2.0 Germany License“

        Kann ein Blogger die Kommentare seiner Leser mitverkaufen, oder gilt es diese zu löschen, da die Kommentatoren die Rechte an ihren „Inhalten“ nur in einer „unverkäuflichen Form dem ehemaligen Blogbetreiber zur persönlichen Nutzung“ übertragen haben?

        Ich stelle nicht alles in Abrede, aber ich stelle eben Fragen zu Punkten, die es zu beachten gilt

        1. > Ich habe meine Probleme mit privat aussehenden Blogs, die mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden.

          Ja aber das sind deine Probleme. Andere haben andere Probleme. Vielleicht sind das ganz banale wie: Woher kommt das Geld für die nächste Miete? Oder: Wann hört der Kleine endlich auf zu schreien?

          Und wenn man das Angebot von RB mal durchließt, dann findet man die Aussage, dass die E-Mails in den Kommentaren gelöscht werden. Und Logfiles sind nicht im Angebot enthalten. Die muss er normalerweise per Gesetz löschen oder eben auswerten und die Auswertungen anonymisieren.

          Des weiteren wird keine Sammlung von Paketen verkauft mit CC linzensierten Texten. Es wird eine Sammlung von Texten verkauft, die ein Mann geschrieben hat.

          Und wenn ein Kommentar denn eine Schöpfungshöhe hätte, die ein Urheberrecht begründet, dann kannst du dich an Robert wenden, er gibt ihn dir dann bestimmt wieder zurück.

          > Kann ein Blogger die Kommentare seiner Leser mitverkaufen, oder gilt es diese zu löschen, da die Kommentatoren die Rechte an ihren “Inhalten” nur in einer “unverkäuflichen Form dem ehemaligen Blogbetreiber zur persönlichen Nutzung” übertragen haben?

          Habe ich das als kommentator? Bei dir habe ich inzwischen nofollows im Link. Vielleicht bin ich nur ein wenig beim Linkaufbau und vielleicht ist mir ein Verkauf der Kommentare gleich, wenn ich meinen Backlink behalte?

          > Ich stelle nicht alles in Abrede, aber ich stelle eben Fragen zu Punkten, die es zu beachten gilt

          Diese Punkte gilt es nur zu beachten, wenn es im Kommentar eine Schöpfungshöhe gibt, die ein eigenes Urheberrecht begründen. Und diejenigen, die diesen Beitrag dann geleistet haben, die wissen darum und klären das …

          My Sixpence …

          1. WENN ich kein Geld habe meine Miete zu bezahlen, dann kann ich mir keinen Webserver/Blog erlauben. Ich kann mich nicht selbstständig machen, ohne eine ausreichende Kapitaldecke zu besitzen – und wenn ich diese habe werde ich mein „Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht“ auch als ein solches kennzeichnen – siehe Steuerrecht. Inkl. Steuernummer etc.. Unterscheide zwischen Privat- und Kommerzblog

            Da im Ebay-Text klar auf die „+105.000 Kommentare“ hingewiesen wird, sind sie automatisch ein Teil der Ware. Sind

            Logfiles nicht im Umfang enthalten? Werden auch die Backupfiles – welche vom Provider (hier Strato) vorgehalten werden) diesbezüglich „gereinigt“? Der Verkauf einer Webpräsenz gestaltet sich deutlich kniffliger als der eines KFZs, denn es gibt viele Abhängigkeiten zu beachten, die gerade bei einem so grossen Projekt wie Basicthinking gravierendere Auswirkungen haben können.

            Zu den Punkten: Ich meinte damit nicht nur DEN Punkt Kommentar, sondern eben auch Privat/Business, Datensicherheit/Privacy etc. pp.. Dinge die in dem Medienhype unterdrückt werden.

            Interessant ist dabei auch die Frage, ob FeFes Blog automatisch 3x (PIs/Google-Rank) soviel wer ist, wie das von Robert?

            Diese Aktion muss nicht zwingend gut für die „Kapitalisierung der deutschen Bloggerszene“ sein. Auf Xing gibt es in der Gruppe „Akquisition / Kundengewinnung“ einen interessanten Thread zu exakt diesem Verkauf.

            Sollte Roberts Blog „nur“ 50.000€ erbringen, würde damit – gerade nach den „Medienstätigung“, dass Robert der „Nummer 1“-Blogger ist – das Obermass des Blogpreises in Deutschland definiert sein. Gut?

  4. Howdy, Folks, immer langsam. 🙂

    @reizzentrum: Wie jemand sein Blog vermarktet, ob er nun AdSense schaltet, sich für Trigami an die Bordsteinkante stellt oder beim Blogverkauf absahnt, ich glaube, das ist mir völlig egal, denn: Niemand muss solche Blogs lesen, so wie niemand Basic Thinking lesen muss. Selbst dann nicht, wenn es so hoch her geht, wie derzeit.

    Ich halte es für völlig unproblematisch, auch ein Hobby zu Geld zu machen, denn wenn wir einmal in die Geschichte vieler Unternehmen schauen, dann waren es oft Hobbies, die zu einer Unternehmensgründung geführt haben. Und sich seine Arbeit bezahlen zu lassen, die Bezahlung letztendlich den Leser unmittelbar nichts kostet und die Bezahlung auch noch leistungsabhängig ist, das ist sowas von normal, das geht nicht normaler. Außer, man mag Marktwirtschaft nicht.

    1. @Besim
      Soweit sind wir auch 100% einer Meinung – was die wirtschaftliche „Ausbeutung“ des Hobbys angeht.

      Ein Fussballer, der erst – unentgeltlich – in der Amateurmannschaft spielt und später ins Profilager wechselt. Absolut OK.

      Ein schöner – immer noch wahrer Spruch lautet:“ Prüfe deine Quellen“ und in der Beziehung unterscheide ich zwischen bezahlter und eigener Meinung. Sind wir da auch noch einig, wenn ich mir wünsche, dass der Leser transparent erkennen _kann_ ob ein Blog privat oder eventuell „manipulativ“ geführt wird – oder aber die Meinungen/Darstellungen wirklich echte, persönliche Meinungen des Schreiberlings sind.

      Was ich mit dem „wirtschaftlich“ meine ist die Grenze zwischen Werbung und Erfahrungsbericht. Gerade im Zeitalter des viralen Marketings sollten wir – die Verbraucher – dieses Thema nicht aus dem Auge verlieren.

      1. Ich sage es noch einmal (und damit in diesem Thread auch das letzte Mal): Niemand zwingt dich, ein Blog zu lesen. Genau genommen liest du auch die meisten Blogs, die es gibt, nicht, machst also von diesem Recht ja schon massenhaft Gebrauch. Werbung ist in erster Linie erst einmal eine Dienstleistung und hat mit Manipulation in der Form, dass jemand die Einflussnahme nicht kontrollieren könnte, nicht viel zu tun, denn es gilt ja immer noch der einleitende Satz, dass man ja wählen kann, ob man sich das antut oder nicht. Wenn jemand sich für Erfahrungsberichte zahlen lässt, dann ist das für mich (und erst mal nur für mich) inakzeptabel, aber ich verdamme da auch erst mal das Blog und nicht die Person mit dem Ergebnis, dass ich das betreffende Blog nicht mehr lese.

        Und zum Thema „bezahlte“ und „eigene“ Meinung. Ich glaube, dass es in unserer Informationswelt in den wenigsten Fällen zu Nachrichtenaustäuschen ohne monetärem Hintergrund kommt.

        1. Besim, es geht nicht um MICH (und auch nicht um dich)- ich schätze mich selbst (und auch dich) als ausreichend „wahrnehmend“ ein, als dass wir Manipulationsversuche (meistens) erkennen.

          Wie ich eingangs schon schrieb: Ich bin der „zornige, alte Mann“, der GENERELL die Gefahr der Manipulation der Leserschaft – und das sind sehr wohl auch deutlich unkritische Websurfer – thematisiert.

          Verzeiht bitte, dass es noch Menschen gibt, die diese Welt kritisch betrachten und diese Kritik auch aussprechen und nicht alles nur hinnehmen und die weniger kritischen Menschen NICHT versuchen aufzuklären. Ich halte ja schon (hier..) den Mund.

          Nachtrag: In Printmedien muss bezahlte Werbung als „Anzeige“ gekennzeichnet sein um sich von redaktionellen Themen abzuheben. Warum scheint sowas in Blogs so abwegig?

  5. Ich fange mal hier unten wieder an. Weiter oben sind wir auf der letzten Verschachtelungsebene angekommen

    > Interessant ist dabei auch die Frage, ob FeFes Blog automatisch 3x (PIs/Google-Rank) soviel wer ist, wie das von Robert?

    Eine ähnliche Überlegung habe ich auch gemacht mit Basicthinking wird verkauft und ich überlege – Was ist mein Blog wert?

    > Sollte Roberts Blog “nur” 50.000€ erbringen, würde damit – gerade nach den “Medienstätigung”, dass Robert der “Nummer 1?-Blogger ist – das Obermass des Blogpreises in Deutschland definiert sein. Gut?

    Es ist mir völlig egal, ob die Medien glauben, dass RB der Blogger Nr. 1 ist. Es ist mir auch völlig egal ob das dann eine Obergrenze ist oder nicht.

    Ich weiß nur, dass ich mit 129 Beiträgen ca. 1/5 seines Alexa-Traffics habe. Und ich denke mal, dass die rein kaufmännischen Berechnungen nur relativ streng abhängen von den Einnahmen, die ein Blog erzielt. Meine Frage ist, ob mein Blog 1/5 Wert sein kann?

    > Diese Aktion muss nicht zwingend gut für die “Kapitalisierung der deutschen Bloggerszene” sein.

    Es ist auch völlig gleichgültig ob es gut ist oder schlecht für die Szene. Er ist der erste, der den Weg geht. Sehen wir es uns an wie es läuft – My Sixpence.

    > Auf Xing gibt es in der Gruppe “Akquisition / Kundengewinnung” einen interessanten Thread zu exakt diesem Verkauf.

    Mit Beiträgen von mir …
    Ich möchte ggf. von der Art der Verwertung auch was für mich lernen. Ist das soo falsch?

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