I ❤️ RSS.

Der Alex Olma vom iPhoneBlog.de, das ich trotz fehlendem iPhone seit vielen Jahren mitlese, schreibt in einem aktuellen Artikel, dass er RSS liebt und schreibt, dass er seinen Nachrichtenkonsum vorwiegend per RSS stillt. Ein Lied, das ich liebend gern mitsingen möchte.

RSS bzw. RSS-Feeds werden gern als „unnützes Beiwerk“ von Websites angesehen. Unter anderem WordPress liefert standardmäßig viele RSS-Feeds, unter anderem einen Feed mit allen aktuellen Artikeln. Genau für diese Zwecke – aktuelle Beiträge – ist RSS die Faust auf’s Auge, denn es liefert exakt das, was es zu liefern hat. Aktuelle Nachrichten von Websites, praktisch gleichzeitig mit dem jeweiligen Beitrag auf diese Weise veröffentlicht.

Nun ist ein RSS-Feed erst einmal schnödes XML, in der Regel unformatiert und nicht hübsch lesbar. Nicht hübsch lesbar für das Auge. Aber dafür lesbar für einen RSS-Aggregator, also einer Plattform oder Software, mit der man viele RSS-Feeds aus den unterschiedlichsten Quellen abonnieren und zentral steuern kann.

In meinem Fall läuft das mit einer Installation des RSS-Aggregators TTRSS. Etwas frickelig auf einem Webserver zu installieren, auch nicht ganz einfach zu konfigurieren, dafür aber das Schweizermesser der RSS-Szene. In Hierarchien kann ich hier RSS-Feeds ablegen und abonnieren, mir entweder alle neuen Beiträge anzeigen lassen oder je nach Hierarchie, das in verschiedenen Ansichten im Browser und vor allem auch mit speziellen TTRSS-kompatiblen Apps auf Smartphone und Tablet.

Noch viel besser wird es, wenn man in TTRSS die Funktionen des Filterings lernt, was leider einige Kenntnisse in Sachen Reguläre Ausdrücke erfordert. Denn dann passieren beispielsweise so hübsche Sachen, dass ich mir eine ganze Reihe von RSS-Feeds abonnieren kann und diese automatisch nach Stichworten durchsucht werden. Die entsprechenden Treffer kann ich dann z.B. mit einer höheren Wichtigkeit markieren und mir vorrangig anzeigen lassen.

Noch eine Stufe weiter geht das Aggregieren, wenn man in TTRSS noch tiefer einsteigt, RSS-Feeds bündelt und diese wiederum als eigenen Feed zur Verfügung stellt. Das mache ich beispielsweise hier in meinem Regionalblog PF-BITS mit meiner Übersicht über Podcasts meiner Heimatstadt Pforzheim. Hier wertet meine TTRSS-Installation die entsprechenden Podcast-Feeds aus (die nichts anderes als RSS sind), bündelt die in einer Gruppe und die wiederum lasse ich dann auf der entsprechenden Seite anzeigen. Und auch das mit Bordmitteln, denn der Gutenberg-Editor von WordPress kennt einen eigenen RSS-Block.

Ergebnis: Eine ständig aktuelle Übersicht über Podcasts und allen darin befindlichen Folgen, ohne dass ich nach dem eigentlichen Erstellen der Seite nachträglich je etwas von Hand ändern muss. Aktueller geht es kaum noch.

RSS als Nachrichtenmaschine.

RSS ist aber nicht nur etwas für Nachrichtenfreaks, sondern vor allem ein Nachrichtenaustauschformat. Und damit, dank der weitgehenden Standardisierung, auch eine vortreffliche Quelle für Suchmaschinen. Hat Google, Bing & Co. erst einmal eine Website mit RSS-Feed gefunden, überrascht es immer wieder, wie ein neuer Beitrag teilweise innerhalb weniger Minuten in den Suchmaschinen auch zu finden ist.

Die spezialisierten Nachrichten-Websites wie Google News oder Bing News arbeiten mit eigenen, abgewandelten, aber immer noch verwandten Austauschformaten, die eine Aktualisierung innerhalb weniger Sekunden (!) ermöglichen. Selbst mit einem kleinen Regionalblog und einem Zugang zu Google News lassen sich so Beiträge in realen „Breaking-News“-Geschwindigkeiten veröffentlichen.

Zahlen als Vergleich.

Meinen RSS-Konsum kann ich am besten mit Zahlen visualisieren. Aktuell habe ich 174 RSS-Feeds abonniert, die mir täglich 200 bis 300 neue Beiträge liefern. Dazu gehören große Feeds wie beispielsweise der Heise-Newsticker oder der von Golem, aber auch einzelne Spiegel-Online-Rubriken oder der zentrale Feed von Rivva.de.

Für mein Regionalblogprojekt werte ich in der gleichen TTRSS-Installation aktuell 135 (!) RSS-Feeds aus, allesamt von Websites aus Pforzheim. Da passiert zwar deutlich weniger, aber dennoch gibt es auch hier angenehme Nebeneffekte. So ist mir auf diesem Weg nämlich vor vielen Monaten ein Beitrag einer Sanitärinstallateurs auf den Schirm gefallen, der in seinem Hinterhof eine kostenlose Ladestation für Elektroautos aufgebaut hat. Abonniert, gelesen und darüber geschrieben, mit dem Ergebnis, dass diese Nachricht, die der Betrieb eigentlich unter „ferner lief“ auf seiner Website veröffentlicht hatte, so ein Publikum erreicht. Dafür war keine Pressemitteilung und kein Presseverteiler notwendig, sondern einfach nur ein Beitrag auf der Unternehmenswebsite, die einen RSS-Feed generiert, den ich auswerten kann.

Was zu tun wäre.

Wenn du einen Kunden mit einer Website betreust, gib ihm die Möglichkeit zum Futterherstellen in die Hand, bevor du ihm ominöse Suchmaschinenoptimierung verkaufen willst, deren Wirkung du sowieso nicht versprechen oder messen kannst:

  1. Aktiviere RSS, falls nicht schon mit Bordmitteln vorhanden. WordPress kann es, andere Redaktionssysteme wie z.B. Typo3 können mit wenig Aufwand dazu gebracht werden.
  2. Binde den RSS-Feed über die Webmastertools von Google und Bing ein. Die Suchmaschinen freuen sich wie Bolle über diese Quellen der Neuigkeit.
  3. Animiere den Kunden dazu, auch aktuelle Nachrichten zu schreiben. Der wiederum kann sich dann darüber freuen, dass er mit seinen Beiträgen in kürzester Zeit auch in Suchmaschinen landet, mit allen für ihn relevanten Keywords, wenn er die eben in seinem Artikel auch verwendet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.