Einer der wirklich schönen Aspekte der Presselandschaft in Deutschland sind die IVW-Verbreitungszahlen. Jede Publikation, die etwas auf sich hält, meldet die Verbreitungszahlen ihrer Druckwaren quartalsweise an die IVW, so dass man als Werbetreibender oder als interessierter Laie sehr anschaulich sehen kann, wie die Branche unter Druck gerät. Richtig unter Druck.
Eindrücklich ist das an der Auflagen- und Abonnentenzahl der Pforzheimer Zeitung zu beobachten (die beiden oberen Graphen, wobei die oberste Linie die Druckauflage angibt, die gepunktete Linie darunter die Abonnentenzahl). Vom Hoch im 4. Quartal 2003 mit einer Druckauflage von 48.443 Exemplaren pro Tag ist man im dritten Quartal diesen Jahres mit 42.685 Exemplaren pro Tag inzwischen über 12 Prozent entfernt. Das wäre ja nicht unbedingt das große Problem, denn das ist die fallende Tendenz:
Der Pforzheimer Kurier als Lokalausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten scheint inzwischen eine Art Sockel erreicht zu haben, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau (im dritten Quartal eine Auflage von 6.179 Exemplaren pro Tag bei 4.069 Abonnenten).
Die Quasi-Nulllinie ganz unten bei der X-Linie stellt übrigens das Dilemma da, in dem die Verlagswelt eigentlich ihr Heil sieht: Das elektronische Exemplar der Pforzheimer Zeitung als Abonnement. Die Abonnentenzahl liegt im dritten Quartal bei 73 Abonnenten und fängt noch nicht mal ansatzweise das ab, was an Abonnenten der Printausgabe wegläuft. Im zweiten Quartal 2008 startete diese „e-Paper-Version“ mit 36 Abonnenten gegenüber damaligen 37.656 Print-Abonnenten. Macht also im Gegensatz zum 3. Quartal 2009 ein Plus von 37 e-Paper-Abonnenten gegenüber einem gigantischen Minus von genau 2.999 Print-Abonnenten.
(Online-Zahlen? Ja, gibt es, die sind aber meiner Meinung nach ohne weitere Aufbereitung nicht wirklich repräsentativ, weil die Pforzheimer Zeitung ihr Online-Forum einfach mitzählt.)
Schreibe einen Kommentar