MyFRITZ als DynDNS-Ersatz für die Fritzbox.

Da meine Fritzbox alle 24 Stunden mit einer neuen IP-Adresse ins Netz geht, braucht es eine vernünftige Lösung, um die Box dennoch von außen jederzeit zu erreichen. Dazu habe ich bisher den Klassiker in Sachen dynamisches DNS verwendet, DynDNS bzw. „Dyn“, wie der Dienst nur noch heißt. Technisch funktioniert es so, dass nach jedem Neustart der DSL-Verbindung die Fritzbox Kontakt zu Dyn aufnimmt, sich dort mit meinen Zugangsdaten einloggt und den dort hinterlegten DynDNS-Namen mit der jeweils aktuellen IP-Adresse aktualisiert.

Das funktioniert soweit auch technisch gut, allerdings nervt Dyn seit einer Weile recht beständig. Okay, klar, der Basisdienst ist kostenlos und auch die Leute bei Dyn müssen von irgendetwas leben, aber die Mail, die alle 30 Tage kommt und bestätigt werden muss, da ansonsten der Account gesperrt wird, ist nervig. Da habe ich einfach keine Lust mehr dazu, zumal AVM für seine Fritzboxen einen eigenen Dienst namens MyFRITZ anbietet, der ebenso funktional ist, nichts kostet und eben nicht regelmäßig nervt. Und eingerichtet ist das ganze auch ziemlich schnell.

Eigentlich ist MyFRITZ ein Dienst, mit dem man von überall aus dem Internet auf die Bedienoberfläche der eigenen Fritzbox zugreifen können soll, aber die Funktion des dynamischen DNS-Hostnamens fällt quasi als Abfallprodukt an.

Anmeldung bei MyFritz.

Das Anmelden geht flott und muss von der Fritzbox aus initiiert werden. Dazu braucht es eine Fritzbox mit einer Software der Version 5.2 oder neuer. Dort findet sich in der Navigation unter „Internet“ der Menüpunkt „MyFRITZ!“. Genau dorthin wollen wir und dort erscheint dann die Option „MyFRITZ! für diese FRITZ!Box aktiv“.

MyFRITZ-Bedienoberfläche auf der Fritzbox 7270

Wir machen da einen Haken hinein und lassen uns auf die MyFRITZ-Website führen. Dort müssen wir einen MyFRITZ-Account erstellen, der aus der eigenen Mailadresse und einem selbst erdachten Passwort besteht. Nach der Registrierung gibt es eine E-Mail zur Bestätigung – dort einfach auf den integrierten Link klicken und schon ist der Account registriert. Der nächste Schritt ist nun, die eigene Fritzbox mit diesem Account zu registrieren, aber auch das ist menügestützt und weitgehend selbsterklärend.

Ist alles passiert, erscheint in der Fritzbox auf der MyFRITZ-Seite („Internet“ und dort unter „MyFRITZ!“) der Hinweis, dass MyFRITZ nun aktiv sei. Grünes Signalbällchen und so.

Meldet man sich nun auf https://www.myfritz.net/ mit den MyFRITZ-Zugangsdaten an, kommt man auf die Übersichtsseite und kann von hier aus direkt auf die Benutzeroberfläche der eigenen Fritzbox rüberwechseln. Das funktioniert intern mit nichts anderem wie dynamischem DNS. Die Fritzbox bekommt intern einen DNS-Hostnamen und die Fritzbox meldet sich mit diesem Hostnamen und den MyFRITZ-Zugangsdaten im Hintergrund bei jedem Neustart der DSL-Verbindung beim MyFRITZ-Dienst an und übermittelt seine IP-Adresse.

Wie aber kommen wir nun an den Hostnamen der Fritzbox heran? Dazu müssen wir ein kleinwenig hinter die Kulissen schauen.

Den dynamischen DNS-Namen der Fritzbox ablesen.

Wir melden uns bei MyFRITZ unter https://www.myfritz.net/ an und wählen oben den Button „Mehr“ aus. Ein Menü erscheint und dort wählen wir den Menüpunkt „Geräteübersicht“:

MyFRITZ-Startseite

Auf der Seite mit der Geräteübersicht findet sich nun die registrierte Fritzbox wieder. Wer mehrere Fritzboxen mit einem Account registriert hat, findet natürlich hier mehrere vor. (Kleiner Tipp an dieser Stelle: Man kann hier bei mehreren Fritzboxen jeder Fritzbox einen individuellen Namen verpassen. Das macht aus Übersichtsgründen richtig Sinn.)

Geräteübersicht bei MyFRITZ

Wir wollen aber nun den dynamischen DNS-Namen meiner Fritzbox auslesen und dazu schauen wir uns einfach an, mit welcher Adresse der Link versehen ist, der hinter dem Bild der jeweiligen Fritzbox und der Überschrift steckt. Unter Windows also den Mauspfeil einfach über die Fritzbox-Grafik steuern, rechte Maustaste und den Menüpunkt „Link-Adresse kopieren“ auswählen. Die Linkadresse wird dann in die Zwischenablage übernommen.

Wenn wir den Inhalt der Zwischenablage dann in einen Editor o.ä. kopieren, sieht dieser wie folgt aus:

https://zufallszeichen.myfritz.net/myfritz?user=eigene@mailadre.sse

„Zufallszeichen“ sind übrigens tatsächlich Zufallszeichen – MyFRITZ erzeugt den Hostnamen bei der Geräteregistrierung individuell und legt daraus den DNS-Namen der Box fest. Das ist vom Nutzer selbst nicht änderbar, aber auch gar nicht notwendig.

Wir müssen jetzt das ganze einfach dadurch vereinfachen, indem wir alles Unnötige aus dieser Linkadresse entfernen, nämlich alles, was hinter „myfritz.net“ kommt. Der Hostname meiner fiktiven Fritzbox heißt also:

https://zufallszeichen.myfritz.net

Unter dieser Adresse ist nicht nur die Administrationsseite meiner Fritzbox erreichbar (sofern von Zugriffen aus dem Internet freigeschaltet), sondern eben die gesamte Fritzbox mit allen aktivierten Diensten wie z.B. auch VPN. Hat man auf seiner Fritzbox VPN aktiviert und eingerichtet, ist die Zieladresse genau diese MyFRITZ-Adresse.

14 Gedanken zu „MyFRITZ als DynDNS-Ersatz für die Fritzbox.

  1. Funktioniert, geil.

    2 Tipps noch.

    1. Für die Zeit der Einrichtung muss der Internet-Zugriff aktiviert sein – auch wenn man später ’nur‘ DynDNS benötigt. Siehe auch Bild oben. Man kann ihn danach wieder abschalten.

    2. Der Einbau der URL in eigene Webseiten muss ggf. ’nur‘ mit HTTP und nicht mit HTTPS erfolgen. Hängt wohl vom jeweiligen Provider ab.

  2. Hallo,

    Wenn ich nun ein LAN angeschlossenes NAS System per Inet erreichen will, reicht es dann im NAS diese DynDNS Adresse zu hinterlegen, oder muss ich bei der FritzBox noch die MyFritz Daten unter dem Reiter Dynamische DNS einrichten eintragen??

    1. Du musst die MyFritz-Daten selbstverständlich in der Fritzbox hinterlegen, denn nur die ist von außen erreichbar, die NAS standardmäßig nicht. Der Weg führt immer über den Router in dein Netzwerk (wobei du dann mit geeigneten Mitteln vom Router zur NAS musst, bsp. per VPN oder einer entsprechenden Freigabe der NAS).

      1. DIe Daten sind ja hinterlegt in der Box, sprich ich kann von außen auf die Fritzbox und deren NAS(den angesteckten USB-STick) zugreifen.
        Die Frage ist, ob ich zusätzlich in dem DYN DNS Reiter die Angaben noch machen muss. Ich kann nämlich auch unter My Fritz Freigaben erstellen. Dies habe ich inzwischen probiert aber hat auf Anhieb nicht funktioniert.

        Gruß
        Paul

        1. Also beides musst du nicht benutzen, es reicht, wenn du MyFRITZ verwendest. MyFRITZ bringt die Funktionalität, die DynDNS liefert, ebenfalls mit und umgekehrt. Einer der beiden Dienste reicht, ich beschreibe ja lediglich, wie man mit MyFRITZ DynDNS.org ersetzt.

  3. javascript:void(0); ist alles was man bekommt wenn man die Linkadresse speichern will. Vieleicht hat das mal funktioniert im Jahre 2016 scheint ihre anleitung aber nicht mehr aktuell zu sin und scheitert beim herrausfinden der IP. Epic fail für 2016

  4. Den dynamischen Link bekommt man inzwischen auch direkt aus der Oberfläche der Fritzbox, nämlich unter „Internet“ und dort im Online-Monitor. Meine Anleitung ist aus dem Jahre 2013 und hat keinen Anspruch darauf, bis in alle Ewigkeiten zu gelten.

  5. Hallo,
    ich habe die 7490 und war auch sehr zufrieden, was die Geschwindkeit betrifft, usw. Jetzt allerdings funktioniert die Myfritz-DNS nur noch teilweise. Ich komme damit auf die Fritzbox, aber unter Android habe ich keinen Erfolg mehr mit verschiedenen Apps (IpCams, Solar-Log usw.) Tausche ich MyFritz gegen noIp funktioniert alles. Auf meinen Raspi kann ich damit unter Android zugreifen. Mit der MyFritz-DNS meines Bekannten kann ich z.B auf seine IPCam zugreifen.
    Mit dem IPCam-Viewer unter Windows funktioniert es einwandfrei. AVM konnte nicht helfen. Irgend etwas scheint da zu blocken.
    Eine Neuinstallation der Box möchte ich möglichst vermeiden. Zurückspielen eines Images wäre auch möglich.
    Gruß
    Jens

  6. Funktioniert heute – am 25.07.2016 – mit einer FritzBox 7362 immer noch einwandfrei.
    Und selbst wenn die Anleitung nicht mehr 1:1 übertragbar sein sollte, kann man sich ja mit etwas Hirnschmalz die Schritte herleiten @ Tom 35…das zum thema Epic Fail 2016 *rolleyes*

    Ich war vorher bei DynDNS, bis mir das monatliche Bestätigen meiner URL auf den Keks ging.
    Zwar kann ich mir die URL leider nicht merken, aber das konnte ich bei den weitergeleiteten Ports sowieso nicht 😉
    Oder ich lerne sie einfach mal auswendig. 🙂
    Danke sehr!

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