wikileaks.de – dritter und hoffentlich letzter Akt.

Ich erspare mir an dieser Stelle den Link auf den Text mit den angeblichen zusätzlichen Details, die die Betreiber der deutschen Wikileaks-Website heute ins Internet gestellt haben. Nicht deshalb, weil ich Angst davor hätte, der zweite Pforzheimer in der Republik zu werden, bei dem die Behörden wegen einem Link auf wikileaks.de einlaufen und sich so günstig gute Hardware besorgen, sondern weil die Geschichte nun langsam alberne Züge annimmt und mir persönlich die Person Theodor Reppe als eine fürwahr recht seltsame Person erscheint – und nein, ich bin sicherlich keiner, der auf der „bösen Seite“ stünde.

Ganz ehrlich: Ich bin mir nicht sicher, ob wir den Kampf gegen den Überwachungsstaat unbedingt Leuten überlassen sollten, die in Ernstfällen seltsame Kommunikationsstrategien an den Tag legen und nichts besseres zu tun haben, ihre offenkundig eigene Schlamperwirtschaft mit Frontalangriffen gegen alles, was halbwegs wie eine Behörde oder ein Mitglied der „bösen Gegenseite“ aussieht, zu beantworten. Ein bizarres Extrem mit einem anderen bizarren Extrem zu beantworten, scheint mir der Sache nicht wirklich dienlich zu sein. Man kann im Web auch deutlich weniger schrill Aufklärung betreiben.

Sorry, Herr Reppe, aber komme doch bitte bald wieder auf den Boden der Tatsachen. Mist gebaut hat jeder schon mal irgendwo irgendwie. Es wäre jetzt gut, wenn wir dann wieder zum Thema kommen könnten und du deine Domains ohne weitere Pressemitteilungen zu einem anderen Provider umziehen würdest. Aus eigener Erfahrung: Das DENIC ist äußerst kooperativ, wenn es darum geht, Domains schnell wieder aus dem TRANSIT zu bekommen. Ob sich jetzt auf die Schnelle ein neuer Provider findet, der nach diesem Galama als Registrar einspringt, ist eine andere Frage, daran hat aber nun mit Sicherheit nicht das DENIC Schuld.

Aber, lieber Herr Reppe: Halte bitte nicht das halbe Web zum Narren. Das rächt sich durch nachhaltige Mißachtung.

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