Im Test: SonyEricsson XPERIA X1.

Ein offenbar treuer Leser dieses Blogs (der es übrigens nicht wünscht, genannt zu werden, an was ich mich deshalb auch halten werde) hat mitbekommen, dass mein HTC Touch Pro auf Werkstatttour ist und mir deshalb bis zum Ende der Tournee ein nagelneues SonyEricsson XPERIA X1 zur Verfügung gestellt. Das trifft sich hervorragend, denn ursprünglich war das XPERIA X1 mein Wunschtelefon, bevor ich das Touch Pro kennengelernt hatte.

Eines muss man den SonyEricsson-Entwicklern lassen: Sie haben ein hochwertig daherkommendes Mobiltelefon gebaut. Der Bildschirm ist metallumrahmt, ebenso die Tastatur, die dann hervorkommt, wenn der Bildschirm nach oben hochgeschoben wird. Das geschieht „satt“, es knarzt und klemmt nichts, da zwischen Tastatur und Bildschirm ein Spalt von ca. einem Millimeter steht. Die Tasten selbst sind ebenfalls aus Metall und machen einen Eindruck, als ob es sich um einen Geldautomaten handelt. Ein noch hochwertigeres Gehäusekonzept muss man wirklich lang suchen. Da stört auch der etwas schmale Stift nicht, der nicht ganz so gut in der Hand liegt, wie es die Länge des Stiftes ahnen lässt.

In Sachen Konnektivität gibt es dann wieder ein paar Dinge, die gut und schlecht sind. Gut ist, dass es eine richtige Klinkenbuchse für handelsübliche Ohrhörer gibt. Das ist ja im Mobilfunkbereich schon fast selten geworden. Gut ist auch, dass die Mini-USB-Buchse eine echte Mini-USB-Buchse ist, somit das XPERIA X1 auch per USB geladen werden kann. Die Buchse ist aber links oben am Mobiltelefon angeordnet, so dass es von Hause aus keine sinnvollen Docking-Lösungen geben wird, bei denen man das Mobiltelefon hochkant in eine Dockingstation einsetzen und gleichzeitig anbinden kann. Bei so einem hochwertigen Gerät mit einem synchronisierenden Betriebssystem wirklich ein Minuspunkt. Einsetzbar ist ferner eine MicroSD-Karte zur Erweiterung des 256-MB-großen Speichers.

Als Betriebssystem werkelt im XPERIA X1 derzeit Windows Mobile 6.1. Das allein stellt schon einen Teil der Softwareprobleme dar, da Windows Mobile 6.1 schlicht keine Touch-Funktionalitäten von Hause aus mitbringt. Smartphones, die aber eben solche Touch-Funktionalitäten mitbringen, müssen auf Drittsoftware zurückgreifen und sind deshalb auch teilweise sehr unterschiedlich zu bedienen.

Beim XPERIA X1 merkt man das leider deutlich. Der Stift ist erheblich öfter notwendig, als beim HTC Touch Pro, da beispielsweise die Menüanzeigen nicht größer eingeblendet werden, wie das die HTC-Kollegen bewerkstelligen. Selbst mit filigranen Fingern ist da nichts zu machen. Ärgerlich ist auch das Onscreen-Keyboard, das einfach auf den Windows-Mobile-Standard zurückgreift und der ebenfalls nicht ohne Stift zu bedienen ist. Hier macht sich HTC bei seinen eigenen Geräten deutlich mehr Mühe und hat ein iPhone-ähnliches Onscreen-Keyboard. Verwunderlich ist das alles auch deshalb, weil das XPERIA X1 eigentlich in Zusammenarbeit mit HTC entwickelt wurde und man da ja eigentlich einen Partner hat, der sich in dem Metier blendend auskennt.

Was beim XPERIA softwaremäßig wiederum toll gelöst ist, ist die Idee der so genannten Panels. Das sind letztendlich eine Art Widgets, die man sich einblenden lassen kann und die unterschiedlichste Ansätze haben. Es gibt Panels, die als „Heute“-Übersicht dienen, als animierte Uhr, als Bildergalerie, als Mediaplayer-Oberfläche oder auch (optional herunterzuladen) als Facebook-Client. Und gerade das Facebook-Panel ist sehr hübsch und auch leider nur – wie die gesamte Panel-Entwicklung – auf dem XPERIA X1 vorhanden. An Bord sind neben den üblichen Windows- und Office-Mobile-Anwendungen auch eine Reihe von zusätzlichen Anwendungen und Spielen. Für moderne Internet-Anwendungen kommt Opera 8.5 daher, ebenso ein Google-Maps-Client.

Als Fazit kann man sagen, dass das SonyEricsson XPERIA X1 als Windows-Mobile-betriebenes Smartphone sicherlich einer der besten Geräte auf dem Markt ist. Die Verarbeitung ist für ein Mobiltelefon erstklassig, wenn auch nicht an allen Stellen durchdacht. Im direkten Vergleich mit dem HTC Touch Pro kommt das XPERIA X1 jedoch ins Schleudern, denn der Konkurrent ist (auch dank des 4:3-Bildschirmformates) kompakter und die Software dort etwas umfangreicher und durchdachter. Das ist im übrigen auch der Grund, weshalb das Touch Pro immer noch teurer ist, als das XPERIA X1.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *