SMS-Versandbestätigung beim XPERIA X1 ausschalten.

Die Möglichkeit für Hersteller von Mobiltelefonen, eine Windows-Mobile-Installation bis zum Erbrechen vorzukonfigurieren, ist zwar sehr hübsch, kann andererseits auch sehr ärgerlich sein, wenn da ein Entwickler ans Werk geht, der wirklich an allen Dingen herumspielt und dabei die Praktikabilität vergisst. Leider krankt da auch die Windows-Mobile-Installation des SonyEricsson XPERIA X1 etwas daran.

Ein Ärgernis: Wenn der geneigte Benutzer des Gerätes eine SMS versendet, bestätigt das XPERIA X1 dies brav. Jedes Mal. Mit einem hupenden Warnsignal. Und zwar selbst dann, wenn man in den Optionen einstellt, dass man eigentlich keine Versandbestätigungen möchte. Und das ist dann auch tatsächlich richtig, denn die Versandbestätigung wird nicht vom Mobilfunknetz zurückgesendet, sondern vom Mobiltelefon selbst gemeldet. Und das kann nicht in den Optionen ausgeschaltet werden.

Windows Mobile wäre aber kein Windows, wenn es keine Registry gäbe, in der man als Benutzer die gröbsten Schnitzer der Entwickler wieder eingrenzen kann. Und so eben auch die Einstellung für die SMS-Versandbestätigung, die sich in der Registry von Windows Mobile des XPERIA X1 an folgender Stelle findet:

  • HKEY_LOCAL_MACHINE
    • Software
      • Microsoft
        • Inbox
          • Settings
            SMSNoSentMSG

“SMSNoSentMSG” ist ein DWORD-Eintrag und hat standardmäßig den Wert 0, was offensichtlich bedeutet, dass die Funktion zum Ausschalten der Benachrichtigung ausgeschaltet ist. Hier den Wert auf die dezimale Ziffer 1 abändern, mit “Done” bestätigen und fertig. Beim nächsten Start der SMS-Anwendung und beim nächsten Versenden einer SMS gibt es dann keine Versandbestätigung mehr.

Ein funktionaler und kostenloser Registry Editor zum Installieren unter Windows Mobile findet sich übrigens auf der Website TouchXperience.

Im Test: SonyEricsson XPERIA X1.

Ein offenbar treuer Leser dieses Blogs (der es übrigens nicht wünscht, genannt zu werden, an was ich mich deshalb auch halten werde) hat mitbekommen, dass mein HTC Touch Pro auf Werkstatttour ist und mir deshalb bis zum Ende der Tournee ein nagelneues SonyEricsson XPERIA X1 zur Verfügung gestellt. Das trifft sich hervorragend, denn ursprünglich war das XPERIA X1 mein Wunschtelefon, bevor ich das Touch Pro kennengelernt hatte.

Eines muss man den SonyEricsson-Entwicklern lassen: Sie haben ein hochwertig daherkommendes Mobiltelefon gebaut. Der Bildschirm ist metallumrahmt, ebenso die Tastatur, die dann hervorkommt, wenn der Bildschirm nach oben hochgeschoben wird. Das geschieht „satt“, es knarzt und klemmt nichts, da zwischen Tastatur und Bildschirm ein Spalt von ca. einem Millimeter steht. Die Tasten selbst sind ebenfalls aus Metall und machen einen Eindruck, als ob es sich um einen Geldautomaten handelt. Ein noch hochwertigeres Gehäusekonzept muss man wirklich lang suchen. Da stört auch der etwas schmale Stift nicht, der nicht ganz so gut in der Hand liegt, wie es die Länge des Stiftes ahnen lässt.

In Sachen Konnektivität gibt es dann wieder ein paar Dinge, die gut und schlecht sind. Gut ist, dass es eine richtige Klinkenbuchse für handelsübliche Ohrhörer gibt. Das ist ja im Mobilfunkbereich schon fast selten geworden. Gut ist auch, dass die Mini-USB-Buchse eine echte Mini-USB-Buchse ist, somit das XPERIA X1 auch per USB geladen werden kann. Die Buchse ist aber links oben am Mobiltelefon angeordnet, so dass es von Hause aus keine sinnvollen Docking-Lösungen geben wird, bei denen man das Mobiltelefon hochkant in eine Dockingstation einsetzen und gleichzeitig anbinden kann. Bei so einem hochwertigen Gerät mit einem synchronisierenden Betriebssystem wirklich ein Minuspunkt. Einsetzbar ist ferner eine MicroSD-Karte zur Erweiterung des 256-MB-großen Speichers.

Als Betriebssystem werkelt im XPERIA X1 derzeit Windows Mobile 6.1. Das allein stellt schon einen Teil der Softwareprobleme dar, da Windows Mobile 6.1 schlicht keine Touch-Funktionalitäten von Hause aus mitbringt. Smartphones, die aber eben solche Touch-Funktionalitäten mitbringen, müssen auf Drittsoftware zurückgreifen und sind deshalb auch teilweise sehr unterschiedlich zu bedienen.

Beim XPERIA X1 merkt man das leider deutlich. Der Stift ist erheblich öfter notwendig, als beim HTC Touch Pro, da beispielsweise die Menüanzeigen nicht größer eingeblendet werden, wie das die HTC-Kollegen bewerkstelligen. Selbst mit filigranen Fingern ist da nichts zu machen. Ärgerlich ist auch das Onscreen-Keyboard, das einfach auf den Windows-Mobile-Standard zurückgreift und der ebenfalls nicht ohne Stift zu bedienen ist. Hier macht sich HTC bei seinen eigenen Geräten deutlich mehr Mühe und hat ein iPhone-ähnliches Onscreen-Keyboard. Verwunderlich ist das alles auch deshalb, weil das XPERIA X1 eigentlich in Zusammenarbeit mit HTC entwickelt wurde und man da ja eigentlich einen Partner hat, der sich in dem Metier blendend auskennt.

Was beim XPERIA softwaremäßig wiederum toll gelöst ist, ist die Idee der so genannten Panels. Das sind letztendlich eine Art Widgets, die man sich einblenden lassen kann und die unterschiedlichste Ansätze haben. Es gibt Panels, die als „Heute“-Übersicht dienen, als animierte Uhr, als Bildergalerie, als Mediaplayer-Oberfläche oder auch (optional herunterzuladen) als Facebook-Client. Und gerade das Facebook-Panel ist sehr hübsch und auch leider nur – wie die gesamte Panel-Entwicklung – auf dem XPERIA X1 vorhanden. An Bord sind neben den üblichen Windows- und Office-Mobile-Anwendungen auch eine Reihe von zusätzlichen Anwendungen und Spielen. Für moderne Internet-Anwendungen kommt Opera 8.5 daher, ebenso ein Google-Maps-Client.

Als Fazit kann man sagen, dass das SonyEricsson XPERIA X1 als Windows-Mobile-betriebenes Smartphone sicherlich einer der besten Geräte auf dem Markt ist. Die Verarbeitung ist für ein Mobiltelefon erstklassig, wenn auch nicht an allen Stellen durchdacht. Im direkten Vergleich mit dem HTC Touch Pro kommt das XPERIA X1 jedoch ins Schleudern, denn der Konkurrent ist (auch dank des 4:3-Bildschirmformates) kompakter und die Software dort etwas umfangreicher und durchdachter. Das ist im übrigen auch der Grund, weshalb das Touch Pro immer noch teurer ist, als das XPERIA X1.

Golem testet das SonyEricsson XPERIA X1.

… wenn auch etwas emotionslos. Erwartungsgemäß gut schneidet dabei das Display ab, erstaunlich schlecht die eingebaute Kamera. Der eingebettete Film im Artikel lässt auch etwas Einblick in die Benutzerführung, allerdings, liebes Golem-Team – bitte lasst doch diese seltsame, Action verheißende Musik weg. Okay, Testberichte müssen nicht langweilig sein, aber mit Musik allein wird daraus auch kein Actionstreifen.

Erhältlich ist es übrigens erst jetzt bei den ersten Händlern. Man hat sich wohl außerordentlich viel Zeit gelassen oder noch ziemlich hektisch Bugs fixen müssen.

SonyEricsson XPERIA X1 kurz vor dem Launch.

So sind zumindest die Zeichen zu definieren, auch wenn noch kein Online-Händler das XPERIA X1 in den virtuellen Regalen stehen hat. Der Hinweis, dass das XPERIA X1 „bald erhältlich sei“, ist auf der SonyEricsson-Homepage verschwunden und auf der Produktseite (dort links unter „Telefon ausprobieren“, öffnet sich in einem neuen Fenster) gibt es nun einen etwas schlampig aufgemachten Funktionssimulator für das Panel-System des XPERIA X1.

Grundsätzlich haut dieses Panel-System nicht wirklich vom Hocker, es hat die gleiche Aufgabe wie das TouchFLO-System von HTC, nämlich den Finger als Steuerung einsetzen zu können. Und ob man jetzt x-verschiedene Uhrenansichten für die Startseite braucht, bleibt jedem selbst überlassen.

Erstaunlicher bepreisen einige Online-Händler das XPERIA X1 derzeit rund 30 Euro günstiger, als das HTC Touch Pro, und das obwohl das XPERIA X1 mit einem HD-förmigen Bildschirm daherkommt. Aber auch 570 Euro ohne Vertragsbindung wollen wohlüberlegt sein.

Das SonyEricsson XPERIA X1 kommt.

Zumindest wird es nun sehr stark konkret. SonyEricsson hat die Produktseite für das XPERIA X1 überarbeitet und immerhin auch einen neue Hintergrundfarbe spendiert und die ersten Händler avisieren Liefertermine für die Kalenderwoche 43 an, das wäre Mitte Oktober. Da das nur noch sieben Wochen sind, ist das schon auffallend konkret und landet zur besten Weihnachtszeit.

Die ersten Preisangaben sind jedoch hochentzündlich: 700 bis 950 Euro ohne Vertrag. Erfahrungsgemäß geht da bis zum Verkaufsstart noch einiges, das muss es allerdings auch dringend.