Gernekunden.

Vermutlich hat jeder, der in seinem Beruf Kundenkontakt hat, so seine Lieblingskunden. Manche ein paar mehr, manche ein paar weniger. Ich kann für mich sagen, dass ich eigentlich mit den allermeisten unserer Kunden gut auskomme. Ich habe im Beruf relativ wenig Berühungsängste und was weggeschafft werden muss, das muss eben weggeschafft werden. Dennoch hat man seine Lieblingskunden, bei denen man sich wirklich freut, wenn sie mal anrufen und man ihnen helfen darf. Tatsächlich, „darf“.

Zu diesen Lieblingskunden gehört ein älteres Ehepaar, die ich im Jahr 2000 als einer der ersten Kunden hatte und ihnen zunächst eine Homepage für ihren kleinen Uhrenzulieferbetrieb erstellte. Inzwischen betreiben sie den Betrieb von zu Hause aus und nach rund zehn Jahren ist nun ein neuer Computer fällig geworden. Und in den passte die bisherige ISDN-Karte nicht mehr hinein, so dass nun doch tatsächlich ein T-DSL angeschafft wurde. Zum heutigen Installationstermin des Routers, den ich mitgebracht habe, gab es Kaffee und Kuchen und fast schon ein halbes Kaffeekränzchen, während der Mann im Vorraum an der Maschine leise vor sich hinarbeitete.

Diese kleinen Familienbetrieb – im wahrsten Sinne des Wortes – waren früher einmal weit verbreitet in der Region, ob nun die kleine Firma oder schlicht die Heimarbeit in Form von Kettenlöten oder ähnlichen Arbeiten, die für die hiesige Uhren- und Schmuckindustrie von großer Bedeutung waren. Dieses hochinteressante Miteinander von Minifirma und Privatleben, in das man als Dienstleister so eintauchen kann, ist leider etwas, was unserer Region, die eigentlich mal ein Schmuck- und Uhrenzentrum weltweit war, langsam aber stetig unrettbar verlorengeht.

Ich sehe solche Kundenbesuche als Highlight an und mache sowas erheblich lieber, als in irgendwelchen Datencentern herumzustehen oder oder im stillen Kämmerlein Server zu installieren. Der „Nahkampf“ an vorderster Kundenfront ist mitunter gelegentlich stressig, allerdings gibt es eben Einblicke, die man nirgendwo anders findet.

Ein Gedanke zu „Gernekunden.

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