Der Quatsch, zu allem etwas sagen zu müssen.

So schön Rivva nun auch wirklich ist – es zeigt ein eklatantes Problem: Autoren einiger, weniger Blogs müssen zu jedem umfallenden Sack Reis eine Meinung haben. Meist beschränkt sich die Meinung auf das Zitieren einer anderen Nachrichtenquelle, was pauschal erst mal nicht unbedingt falsch ist, allerdings wird das ein leidiges Thema, wenn die Autoren bestimmter Blogs offensichtlich Rivva abonniert haben und die Schlagzeilen dazu nutzen, um ebenfalls auf die verschlagzeilten Artikel zu verlinken, irgendeinen sinnvollen oder merkwürdigen Senf dazuzugeben und hoch die Luzie.

Ob so ein wilder Themenmix außerhalb von Rivva funktioniert, sei dahingestellt. Ich denke, diese Art der Publicity erkauft sich ein Blog-Autor teuer, denn viele Besucher, die auf eher substanzlose Inhalte fallen, sind auch schnell wieder viele, verschwindende Besucher, wenn man nicht gerade zertifizierter Klatschreporter oder BILD-Chefredakteur ist.

Was bei dem ganzen unfundierten Geheische auf eine Rivva-Positionierung vollkommen auf der Strecke bleibt, ist die Vernetzung in der Blogosphäre. Wenn sich Leitmedien untereinander vernetzen, ist das nicht schön, sondern bedenklich, denn auf diese Weise fallen die vielen kleinen Blogs, die dann vielleicht tatsächlich etwas zu sagen hätten, weitgehend aus dem Raster und bleiben nur in ihrem Dunstkreis gelesen, selbst wenn sie auch mal etwas wirklich fundiertes schreiben. Sprich: Viel lautes Geblubber polarisiert und überstrahlt, ohne dass es wirklich Substanz hätte. Gewagte und sicherlich ausbaufähige These.

Bemerkenswert am Rande: Während ich diesen Artikel schreibe, hat Robert Basic ähnliche Argumente ebenfalls gerade in einem eigenen Blog-Artikel aufgezeichnet und fragt, warum ein Volksnetz wichtig wäre. Seine zusammengetragenen Zahlen über den schwindenden Verlinkungsgrad in der Blogosphäre sind mehr als bedenklich.

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