Was für ein Spiel!

Meine Herren.. eigentlich wollte ich ja gestern nach der 122. Minute im Spiel Kroatien gegen die Türkei den Fernseher ausschalten und das Unvermeidliche hinnehmen. Es wäre ja auch ein doller Zufall geworden, wenn die türkische Mannschaft im dritten Spiel in Folge wieder die gleiche Motivation finden würde, das Ruder herumzureißen. Und dann der Torhammer von Sentürk. Wenn dieses Tor nicht in der Kategorie „Verzweiflungstat“ einzuordnen ist, muss man vermutlich das Wort „Verzweiflung“ neu definieren.

Das Elfmeterschießen war dann an sich nur noch ein Ritual. Das deshalb, weil ein Elfmeterschießen eigentlich mehr als fair ist, weil es weniger von Können, sondern von Motivation und Moral abhängig ist und wenn zwei Fußballmannschaften nach 120 Minuten gleichauf stehen, zählen nur noch Motivation und Moral. Und fairerweise muss man eben sagen, das Tore in den letzten Sekunden vermutlich so ziemlich das motivationsstärkste sind, was einem auf dem Fußballplatz passieren kann, je nach dem, auf welcher Seite man dort steht. Schwein gehabt! Aber damit kann man auch lernen, dass alles gehen kann, wenn man es probiert. Woran es halt in der türkischen Mannschaft hapert, ist die Einsicht, dass man sich vielleicht auf diesen Gedanken schon vor einem fast hoffnungslosen Rückstand erinnert. 😉

Aber nun gut, Nervenschwache müssen sich wohl um andere Spiele kümmern. Das Ding ist gerissen, nun geht es Mittwoch zu einem vermutlich sehr spannenden Spiel gegen Deutschland und da bin ich sehr gespannt, wie das wird. Die Türken haben sich, von der Mannschaft bis hin zu den Fans, bisher bei der EM sehr bemüht, die Blamage rund um das Spiel gegen die Schweiz im Jahr 2005 in Istanbul mit Goodwill wieder auszuräumen und für weiter gelebte Fairness wäre nun am Mittwoch die nächste Gelegenheit.

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