Einfluss der Playstation 3 in Sachen Distributed Computing.

Interessant, was die Playstation 3 so zum Distributed-Computing-Projekt Folding@home beiträgt. Wenn wir uns die aktuellen Rechenleistungen vom 19. Dezember 2007, 0 Uhr, anschauen, sieht das folgendermaßen aus:

OS Aktuelle TFLOPS Aktive CPUs
Windows 173 181948
Mac OS X/PowerPC 7 9170
Mac OS X/Intel 17 5588
Linux 44 26023
GPU 39 657
PLAYSTATION®3 1096 44208
Total 1376 267594

Auf Deutsch: Fast 80 % der gesamten Rechenleistung, die dem Folding@home-Projekt beigetragen wird, stammt von 44.208 PS3-Kisten, die 16,5 % aller aktiven Rechner darstellen.

Beeindruckend ist auch, wenn man sich mal die Durchschnittswerte an Rechenleistung anschaut, die rechnerisch pro aktiver CPU anfallen (GFLOPS(!) pro CPU):

OS GFLOPS/CPU
Windows 0,95
Mac OS X/PowerPC 0,76
Max OS X/Intel 3,04
Linux 1,69
GPU 59,36
PLAYSTATION­®3 24,79

Es fällt auf, dass die PS3 ziemlich gewaltig skaliert. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass beispielsweise ein gängiger AMD Athlon 64 X2 Dualcore 4200+ (hat zwei Prozessorkerne) mit 2,2 Gigahertz Prozessortakt etwa 4,5 GigaFLOPS Rechenleistung an den Tag legt – die PS3 kommt also mit seinem Prozessorkern und seinen sieben aktiven Coprozessoren mal eben auf eine mehr als fünffache Rechenleistung, als ein einfacher PC mit vernünftigem Dualcore-Prozessor.

„Einfacher“ PC meine ich deshalb, weil in der obigen Liste ein Punkt etwas querschlägt, nämlich „GPU“. Das sind nämlich genau genommen keine Betriebssysteme oder eigenständige Rechner, sondern Grafikchips leistungsfähiger Grafikkarten, für die es ebenfalls einen Folding@home-Client gibt.

Zuguter letzt wollen wir uns auch mal anschauen, wie die PS3-Phalanx, die in Folding@home mitrechnet, in der Liga der Supercomputer rechnerisch mitspielt. Der derzeit schnellste Großrechner ist der BlueGene/L am Lawrence Livermore National Laboratory in den USA, der mit 130.000 PowerPC-Prozessoren 280,6 TFLOPS Rechenleistung bereitstellt. Demnach weniger als ein Drittel, als die 44.200 PS3, die aktuell bei Folding@home mitrechnen.

Und wenn man sich jetzt mal überlegt, in welchen Stückzahlen die PS3 verkauft wird, kann man sich zumindest sehr schemenhaft mal vorstellen, was da an potentieller Rechenleistung in unseren Haushalten vor sich hinschlummert.

7 Gedanken zu „Einfluss der Playstation 3 in Sachen Distributed Computing.

  1. Na ich hoffe doch stark. Wobei es schon ein hoch-faszinierender Gedanke ist, wenn man sich überlegt, dass eine Gruppe von Spielekonsolen, die in Kinderzimmern, Privatkinos, Elektromärkten etc. herumstehen und leise vor sich hindröhnen, jeden Supercomputer in Sachen Rechenleistung links liegenlassen.

  2. Zumindest die PS3en der ersten und zweiten Generation sind wahrliche Stromfresser. Das, was nun bei uns als 40-GB-Version kursiert, verbraucht dramatisch weniger Strom, weil hier Prozessoren in 65-nm-Bauweise verbaut sind.

    Allerdings muss man auch dazu sagen, dass jede Menge Stromverbrauchswerte kursieren, die jenseits von gut und böse sind. Ich messe mit zwei unterschiedlichen Verbrauchsmessgeräten durchschnittlich 160 Watt. Das ist viel und die dritte Generation soll so um die 120 Watt verbrauchen. Auch nicht wenig, aber erfahrungsgemäß muss man mal abwarten, wie die zukünftigen Modelle ausschauen. Auch von der PS2 gab und gibt es im Laufe der Jahre zig überarbeitete Modelle.

  3. Besim, das stimmt nicht ganz. Zwar bieten sich die Spielkonsolen als Testumgebung und zum Programmieren für Studenten oder so an, doch an ein ausgewachsenes Cell-Blade kommen sie nicht an. Das hat z.B mit der 1 fehlenden SPU, dem lächerlichen Memory und der lahmen Anbindung zu tun. Außerdem stecken in so einem Blade gleich zwei von diesen hübsches 9-Core-Prozessoren.
    Ein Nachteil ist natürlich, dass Software an den Prozessor angepasst werden muss, um wirklich so stark davon zu profitieren – aber dann geht es ab wie Schmitz Katze.

  4. Ich hattein nem POdcast gehört, dass ein Typ 4-8 PS3s gekoppelt hatte und jetzt in den Top 10 der Terafloprechner mitspielt. In deiser Reihe ‚Digitales Logbuch. Wenn du’s nicht findest guck ich gern nochmal…

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