• “Tag der Stille.”

    Wenn Sie gern private Internet-Radios aus den USA hören, sollten Sie an morgigen Dienstag eventuell noch ein paar nicht-USA-Radios in Ihrer Sendeliste haben, denn am 26. Juni 2007 bleiben viele US-amerikanische Internet-Radios zum Protest gegen die stark ansteigenden Lizenzgebühren des Copyright Royalty Board, einer Einrichtung, die Lizenzgebühren von Internet-Radiosendern einkassiert, still oder senden nur ein Notprogramm. Selbst so große und etablierte Sender wie Yahoo oder MTV wollen sich dem Protest am „Tag der Stille“ anschließen und damit ein deutliches Zeichen setzen.

    Let’s hope, dass das noch zu einem Umdenken führt, denn die Erhöhung der Lizenzgebühren wird schon am 15. Juli 2007 fällig.

  • Öffentlich-rechtliche Sender im Internet.

    Nun halt also auch die ARD verkündet, massiv auf digitale Inhalte zu setzen und das Internet stärker zur Verteilung des Programms zu nutzen. Das ZDF hat es vor einigen Monaten vorgemacht und stellt seit dato viele Inhalte gleichzeitig oder sogar vorab ins Internet.

    Die Gefahr, die eine weitere Internet-Verwurzelung öffentlich-rechtlicher Sender birgt, ist allerdings überdeutlich: Während öffentlich-rechtliche Programme auf klassischen Wegen lediglich Radio und Fernsehen anbieten, sind sie im Internet auch gleichzeitig Konkurrenz zu Printmedien, die im Internet publizieren. Zwar haben ARD und ZDF weiterhin einen Riegel vor, der ihnen das Internet weitgehend nur als programmbegleitendes Medium erlaubt, doch der könnte in Zukunft durchaus wanken.

    Das Problem in diesem Zusammenhang ist, dass die Steuerungsorgane der öffentlich-rechtlichen Rundfunkszene, nämlich die Ministerpräsidenten der Länder, nicht unbedingt neutral in ihrer Entscheidung sind. Im Rundfunkauftrag der öffentlich-rechtlicher Sender ist festgelegt, dass ARD und ZDF regelmäßig über Geschehnisse auf Landesebene berichten müssen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, dass so manch Ministerpräsident diese fast schon exklusive Nachrichtenplattform der Bundesländern auch gern vertieft im Internet sehen würde. Ein klassisches Henne-Ei-Problem.

    Ich denke, der Rundfunkauftrag ist klar umfasst und zum Schutze der Medienlandschaft sollten öffentlich-rechtliche Sender das Internet weiterhin nur begleitend nutzen dürfen. Es könnten ansonsten die große Gefahr entstehen, dass gebührenfinanziertes Programm in der publizistischen Internet-Welt bedeutende Marktverschiebungen auslöst.

  • Möchten Sie wirklich?

    Zumindest eines ist klar: Diese Übersetzung der Firmware auf den aktuellen Zyxel Prestige 661-Routern hat kein Muttersprachler ins Deutsche übersetzt:

    Wollen Sie sich wirklich beenden?

    Immerhin, wurde in der darauffolgenden Version der Firmware gleich geändert. 🙂

  • Greylisting – Willkommen in der Grauzone.

    Wo wir gerade beim Thema Spam-Bekämpfung sind, können wir auch gleich einen Blick auf eine andere Technik werfen, die kaum kontroverser diskutiert werden kann: Das Greylisting.

    Die Idee hierbei ist, dass ein Mailserver E-Mails nicht mehr sofort via SMTP annimmt, sondern zunächst „greylisted“. Damit ist gemeint, dass der Empfang beim ersten Versuch mit der Fehlermeldung 4.7.1 geblockt wird („ich kann deine Mail gerade nicht annehmen, probiere es später noch einmal“) und ein weiterer Zustellversuch erst nach einem bestimmten Zeitraum akzeptiert wird. Der Hintergedanke: Man nimmt an, dass Spammer beim Spam-Versenden Quantität vor Qualität stellen und ihre Spam-Software so einsetzen, dass bei einem missglückten Zustellversuch keinen zweiten Versuch unternommen wird.

    Das mag funktionieren, vor allem, wenn Greylisting mit einer Strategie eingesetzt wird, beispielsweise der, nur bei unbekannten Mailservern, die bisher noch keine Mail an den Mailserver gesendet haben, Greylisting zu praktizieren. Vor allem bei „dummer“ Spam wie zum Beispiel dem Versand von Malware, mag das System funktionieren, wie beispielsweise das Rechenzentrum der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen exemplarisch zeigt. Dort ist während einer MyDoom-Spam-Welle das Greylisting eines Mailservers („relay3“), die allesamt im Verbund arbeiten, ausgefallen und dieser hat in über sieben Stunden rund 7.000 MyDoom-Spammails empfangen, während der Rest des Verbundes einige wenige hundert empfangen haben.

    Was Greylisting auf keinen Fall ist, ist eine absolut pflegeleichte Technik. Mal eben kurz Greylisting implementiert, wird früher oder später zu komplizierten Problemen führen.

    Sehr beliebtes Problem: In der Spam-Szene hat es sich fast eingebürgert, beim Vorhandensein von Backup-Mailservern in MX-Konfigurationen Spam ausschließlich an die Backup-Mailserver zu senden. Hintergedanke hier ist, dass Backup-Mailserver möglicherweise keine Filterregeln haben, was beispielsweise bei Backup-Mailservern, die von Internet Service Providern gestellt werden, auch meist so ist. Wenn nun der greylistende primäre Mailserver den Backup-Mailserver nicht in seiner Whitelist hat, wird er Mails von diesem Backup-Server genauso greylisten. Das Problem verschärft sich, wenn der primäre Mailserver sich auf Dauer stur stellt, denn dann wird der Backup-Mailserver seine gepufferten Mails nicht los und sendet sie irgendwann wieder unzustellbar an den Absender zurück. Greylisting muss also absolut tabu gegenüber eventuellen Backup-Mailservern sein.

  • Wildwest in der (Anti-)Spam-Szene.

    Wir müssen nicht darüber diskutieren: Spam ist eine Katastrophe. Für das Internet und für jeden Besitzer eines E-Mail-Accounts. Es gibt vermutlich kaum eine andere Tätigkeit in der modernen Netzwelt, die derart kontraproduktiv ist, als das Aussortieren von Spam.

    Deshalb muss man an sich auch nicht über die wichtigsten Werkzeuge der effizienten Spam-Bekämpfung reden – den professionell DNS-Blacklists. Zu den ambitioniertesten Blacklists gehören die des britischen Spamhaus.org-Projekts. Allerdings leisten sich gerade die Jungs in den letzten Wochen einige seltsame Äußerungen, die nicht so ganz vereinbar mit vernünftigem Verhalten vereinbar scheinen.

    Und zwar finden sich derzeit auf den Listen von Spamhaus auch die IP-Adressen der österreichischen Registrierungsstelle für .at-Domains, nic.at. Und das deshalb, weil die Betreiber von Spamhaus nic.at aufgefordert haben, eine Reihe von .at-Domains zu löschen, die im Verdacht stehen, in tiefer Verschachtelung für Phishing-Websites genutzt zu werden. Und da nic.at (zu Recht) darauf hingewiesen hat, dass das Löschen von Domains aus vertragsrechtlichen Gründen nicht einfach so vom Registrar vorgenommen werden kann, reagiert Spamhaus nun ganz delikat, in dem es einfach die Mailserver von nic.at auf ihre Filterlisten setzt, mit dem Kommentar, dass nic.at „Spam dulden“ würde. Sehr merkwürdige Argumentation, die völlig über das Ziel hinausschießt.

    Heise.de: Spamhaus.org setzt Österreichs Domainverwaltung unter Druck

  • Spielwiese Internet2.

    Immer wieder kann in der einschlägigen Presse etwas über das so genannte Internet2 vernommen werden. Zur Zeit zum Beispiel kursiert die Pressemeldung, dass die Betreiber des Internet2 in den USA nun eine neue Anbindung von der Ostküste zur Westküste geschaltet haben. Nichts besonderes, sollte man glauben. Es ist allerdings durchaus etwas besonderes, wenn man dabei beachtet, dass es sich hierbei um eine Strecke handelt, die eine Bandbreite von 100 Gigabit/Sekunde hat. Zum Vergleich: Eine vier Gigabyte große DVD wäre in einem Drittel einer Sekunde übertragen – wenn Sie denn überhaupt eine Netzwerkkarte für solche Bandbreiten haben!

    Unschwer lässt sich erkennen, dass bei solch wirklich schnellen Anbindungen vor allem um Versuchsinstallationen und Einrichtungen für Forschungsinstitute handelt. Und genau diese sind auch die primäre Zielgruppe des Internet2, das immerhin schon seit 1997 existiert und in bester Internet-Tradition steht, da das heutige Internet seine Wurzeln ebenfalls in vielen Forschungsinitiativen hat, egal ob das nun das legendäre ARPANet war, das NSFNet oder das EARN in Europa.

    Die Internet2-Initative versteht sich vor allem als Testnetzwerk für Hardware und Software von Morgen. Niemand wird ernsthaft daran zweifeln wollen, dass kontinentale 100-Gigabit/Sekunde-Verbindungen in nicht allzuferner Zukunft dringend benötigt werden und Hersteller tun gut daran, entsprechende Entwicklungen auch an einem Netzwerk unter realen Verhältnissen zu testen. Aber auch so Anwendungen wie die hoffentlich spamfreie E-Mail-Kommunikation der Zukunft oder das Handling von immer mehr Einträgen in globalen Routing-Tabellen müssen real getestet werden, weil es hierzu schlicht und einfach keine Erfahrungswerte gibt.

  • Ein Blog im Internet – von jemandem, der das Internet erklärt.

    Mein Name ist Besim Karadeniz. Falls Sie jemals intensiver im deutschsprachigen Internet nach Informationen über das Internet gesucht haben, werden Sie möglicherweise früher oder später auf netplanet gestossen sein. Das ist das deutschsprachige Internet-Lexikon, dass ich seit 1997 pflege. Für alle diejenigen, die wissen möchten, wie das Ding hinter dem Modem, der ISDN-Karte oder dem Router eigentlich funktioniert.

    Dieses Blog mag eine Ergänzung zu netplanet sein und soll Dinge und Meinungen reflektieren, die das Internet selbst betreffen. Das Internet ist keineswegs ein „fertig entwickeltes“ Stück Computerwelt, sondern unterliegt ständig Weiterentwicklungen, sowohl technischen, als auch politischen. Viele dieser Weiterentwicklungen sind begrüßenswert, viele auch nicht unbedingt, die meisten sind jedoch erläuterungsbedürftig. Ich möchte an dieser Stelle da ansetzen, wo ein eher statisches und weitgehend wertneutral zu haltendes Lexikon aufhören muss und Ihnen ein klein wenig darüber erzählen, was mich in Sachen Internet bewegt.

    Was dieses Blog nicht werden soll, ist eine reine „Techie-Ecke“. Sie werden hier eher keine Programmcodes oder tiefgehende Protokollanalysen finden, sondern begreifbare Dinge zu Sachverhalten, die Sie als Internet-Benutzer ebenfalls betreffen und die Sie, wenn Sie sich für die Materie Internet interessieren, durchaus auch wissen dürfen. Sie werden hier auch keinesfalls Betriebsinterna aus meinem Beruf als Systemadministrator finden, dennoch kann, darf und werde ich Ihnen auch aus der „Anwender-Internet-Schnittstelle“ berichten, zumal eine Menge geistiger Input für netplanet aus meiner beruflichen Tätigkeit kommt und umgekehrt.

    Schließlich sei noch angemerkt, dass dieses Blog alle Dinge eines „richtigen“ Blogs mitbringt, also auch von Ihnen rege genutzt werden darf. Ich werde zumindest die meisten Artikel kommentierbar halten und eine weitgehend liberale Veröffentlichungspolitik anstreben. Da ich ein erfahrener Blogger bin und das nicht mein erstes Blog ist, dürfen Sie auch ruhig eine klare Sprache wählen – ich nehme mir in diesem Fall einfach das Recht heraus, gegebenenfalls in entsprechender Weise zu antworten. 🙂

    Genug parliert, wir sollten einfach beginnen.

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