Ein persönlicher Jahresrückblick und ein Dank.

Vor genau vier Jahren habe ich es schon mal gebloggt und es gilt heute immer noch: Jahresrückblicke sind nicht mein Ding. Ich stehe zwar zu all dem, was ich in der Vergangenheit hier und da angerichtet habe, aber auch noch ein dickes Schlusswort für ein Jahr zu finden, ist eben – nicht mein Ding.

Ich könnte es dieses Jahr aufgrund eines unvorhersehbaren Ereignisses anders handhaben und vielleicht mit so Sprüchen auftrumpfen wie „Hey, hätte auch alles schiefgehen können!“ (es kann immer alles irgendwie schiefgehen), hier die aktuellen Parameter meines ICD auflisten (sehr langweilig) oder mein letztes EKG (noch langweiliger) einkleben.

Es ist hier, wie immer, die gebührende Portion Sarkasmus notwendig: Schon wieder ein Jahr vorüber und schon wieder haben wir es überlebt. Manche hatten nicht so viel Glück.

Und übrigens: Danke!

Dieser Dank ist ausnahmsweise mal anlasslos, ultimativ und an viele Menschen gerichtet, nämlich einfach mal alle, die das hier lesen und im Mai an meinem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt, persönlich, mit Worten und gedanklich teilgenommen haben.

Es ist ein großer Unterschied, ob man sich auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereiten kann oder ob man als Notfall per Rettungswagen hereingerollt wird. Über ein paar Dinge braucht man da direkt nach der Einlieferung nicht nachzudenken, was dann aber ein, zwei Tage später nachgeholt werden darf. Und dann kommt es meist gleich ziemlich dick, denn neben dem Verarbeiten darf man sich die ganzen Untersuchungen antun, eine Menge Papierkram ausfüllen und sich mit einigen Dingen, die die Zukunft betreffen (nicht die Vergangenheit), auseinandersetzen. Dass man irgendwann einmal ein Ende hat, das wird einem in so Momenten bewusst, auch wenn ich mit so Dingen wie Midlife-Crisis oder dem Tod (inzwischen) keine sonderlich großen Probleme habe. Ist halt so. Kommt irgendwann. Wäre aber blöd gewesen, wenn es schon dieses Jahr passiert wäre.

Da war es gut, dass ich per Twitter und Facebook immer wieder einmal „nach dem Rechten“ schauen konnte und es umgekehrt auch so war. Das Internet ist nicht bei mir zu Hause und auch nicht auf dem Smartphone, sondern es ist irgendwo zwischen den ganzen Endgeräten und unseren Köpfen. Liegen erst einmal 600 Kilometer zwischen den Menschen, die sicherlich zum Krankenbesuch kommen würden, dann hebt diese ganze Mikrokommunikation einiges an Barrieren im Zusammenleben auf und es macht keinen Unterschied, ob man persönlich da war oder eben nur auf Facebook.

Einigen Menschen, die sehr nahe bei mir waren, waren das gar nicht physisch und tatsächlich habe ich immer noch einige der Gesprächspartner, zu denen ich mich besonders verbunden fühlte, immer noch nicht persönlich kennengelernt. Das gehört alles zu dem Phänomen Internet und wer diese Art von menschlichen Beziehungen nicht kennt, kann da einfach auch nicht mitreden. Ich habe zumindest keine Probleme mehr mit so Aussagen, dass viele meiner Freunde „im Internet“ sind. Der „kleine“ Unterschied zu echten persönlichen Treffen ist in den Fällen, wo es darauf ankommt, herzlich egal.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und selbstverständlich alles Positive für das Jahr 2013, das auf euren geistigen und schriftlichen ToDo-Listen steht. Einigen Menschen wünsche ich das mehr und einigen vielleicht auch etwas weniger, aber unterm Strich kommt es auf das Gleiche heraus: Dem Schicksal sind meine Wünsche relativ egal und wir lesen uns auch 2013 wieder alle gegenseitig im Internet und wissen so, auf welchen Böden wir stehen.

Hatte ich erwähnt, dass Familie und Freunde sehr wichtig sind? Ist so.

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