Router kaputt. Router kaputt?

Mein Bloggerkollege Claus Malter klagte mir gerade auf Twitter sein Leid: Als Münchner war er auch vom Großen Stromausfall™ betroffen und danach war sein Router tot. Welchen neuen Router ich denn empfehlen würde (natürlich immer eine Fritzbox).

Aber vor dem Kauf eines neuen Routers sollte man immer prüfen, ob denn tatsächlich der Router kaputt ist und nicht vielleicht nur das Netzteil. Das Netzteil praktisch aller gängigen DSL-Router ist ein einziger vergossener Block, aus China importiert und kaum mehr wert, als eine Handvoll Euro. Je billiger der Router, desto billiger das Netzteil und das einzige, was Netzteile in Deutschland nicht dürfen, ist explodieren. Alles andere traue ich den Billigbrühwürfeln aus Fernost problemlos zu, vor allem das jämmerliche Eingehen bei Stromspitzen im Stromnetz.

Ist also der Router tot, dann versuche es erst einmal mit einem anderen Netzteil. Hat man einen guten Draht zum Verkäufer, schließt er den Router mal an ein neues Netzteil an, ansonsten kann man auch mal herumhören, ob im Bekanntenkreis jemand elektronisch versiert ist und ein Spannungsmessgerät besitzt (und auch bedienen kann). Damit lässt sich zuverlässig prüfen, ob das Netzteil des DSL-Routers auch tatsächlich noch das liefert, was aufgedruckt ist.

Ist nur das Netzteil hinüber, braucht es logischerweise ein neues. Ein Originalnetzteil ist natürlich das einfachste, allerdings in der Regel auch das teuerste, denn Hersteller von elektronischen Geräten lassen sich ihr Ersatzteilzubehör üppigst bezahlen. Im Falle eines Netzteiles kann man aber durchaus auf einstellbare Universalnetzteile zurückgreifen, die es im Handel gibt. Vielleicht nicht unbedingt die Gerätschaften aus der Billigfraktion, denn die sind in der Regel genau so müllig, wie die OEM-Netzteile von billigen DSL-Routern und vor allem gern unstabilisiert. Sprich: Die Spannung und die Stromstärke variiert je nach Verbraucher und zieht der Verbraucher ordentlich Strom, fällt die Spannung, was mitunter dann dafür sorgt, dass der Verbraucher einfach aus geht.

In Sachen Netzteile kann man sich dann auch sehr falsch beraten lassen. Wichtig sind nämlich eigentlich nur zwei Dinge:

  • Die Spannung, auf die das Netzteil herunterspannt (also z.B. 12 Volt),
  • der Stecker auf der Seite des heruntergespannten Stromes.

Beim Stecker ist es meist so, dass für die meisten elektronischen Kleingeräte ein Rundstecker eingesetzt wird. Der sieht auf den ersten Blick immer gleich aus, den gibt es aber in zig Außen- und Innendurchmessern und dann auch noch in der Spezialität, dass es keine einheitliche Spezifikation darüber gibt, wer von Innen- und Außenleiter Plus und Minus ist. Man nimmt also am einfachsten das alte Netzteil zum Fachhändler mit, damit der das passende Ersatznetzteil finden kann oder schaut sich vorher den Aufkleber auf dem Netzteil sehr genau an und schreibt sich das auf, was das Netzteil herunterspannt (nicht sinnigerweise das, was das Netzteil von der normalen Haushaltssteckdose will, denn das wissen meist auch die dümmsten Verkäufer).

Und woran du erkennst, ob ein Fachhändler taugt oder nicht: Er bewertet die Leistung des Netzteiles richtig.

Wenn zum Beispiel auf dem Netzteil steht, dass es einen Ausgangsstrom mit 12 Volt Spannung und 1,2 Ampere Stromstärke liefert (das liest sich dann meist so: „12 V 1,2 A max.“), dann bedeutet der Wert der Stromstärke, dass dies die Obergrenze ist, nicht die Untergrenze.

Sprich: Liefert das alte Netzteil bei 12 Volt eine Stromstärke von 2 Ampere maximal, dann ist ein Ersatznetzteil, das nur 1 Ampere maximal liefert, zu unterdimensioniert. Findet man in diesem Beispiel ein Ersatznetzteil mit einer Ausgangsleistung von meinetwegen 2,5 Ampere, dann kann man das problemlos nehmen und muss keine Angst haben, dass „zu viel Strom vom Netzteil kommt“. Der Wert der Stromstärke gibt nur das an, was das Netzteil maximal liefern kann, wenn der Verbraucher es auch vom Netzteil zieht. Braucht der Verbraucher weniger, als das Netzteil liefern kann, dann ist das Netzteil zwar genau genommen überdimensioniert, aber dem Netzteil ist das relativ egal.

Und nein, ein überdimensioniertes Netzteil verbraucht auch nicht automatisch viel mehr Strom, wenn ein unterdimensionierter Verbraucher daran nuckelt. Es verbraucht genau den Strom, der eben auf der Ausgangsseite gebraucht wird (plus natürlich einem Verlust aufgrund der Umspannung).

Ein Gedanke zu „Router kaputt. Router kaputt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *