Staatsfolklore.

Das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan ist, sagen wir es mal aus der Sicht eines Optimisten, ausbaufähig. Das könnte daran liegen, dass beide Staaten gewaltige gesellschaftliche Potentiale haben, beide Staaten Atommächte sind – oder beide Staaten auch miteinander im Bereich der Staatsfolklore konkurrieren.

Sehr schön sieht man das am Grenzübergang zwischen dem pakistanischen Wahga und dem indischen Atari an der allabendlichen Zeremonie der Grenzschließung. Ein süddeutsches Kammertheater ist nichts dagegen:

Ich weiß jetzt ehrlich nicht, über was ich am lautesten lachen muss: Über die Bärte? Den Stechschritt der Grenzbeamten? Die ganze Show an sich? Oder bei dem Gedanken, wie das wohl alles aussehen würde, wenn deutsche und österreichische Grenzbeamte am gemeinsamen Grenzübergang in, sagen wir, Kiefersfelden, so eine Show tagtäglich morgens und abends veranstalten.

Immerhin: Der pakistanische und der indische Oberschnösel schütteln sich die Hand, bevor sie die Schotten dicht machen. Diese Symbolik lässt hoffen.

3 Gedanken zu „Staatsfolklore.

  1. Ich weiß nicht, was du hast. Hier waren Zuschauer dabei und die sind richtig drauf abgefahren. An anderer Stelle der Grenze halten sie Autos an übergießen sie mit Benzin und zünden die Insassen an.

    Immerhin: Inder und Pakistani veranstalten an der Grenze eine etwas größere Show und alle bleiben leben. Das ist schon was.

  2. Brilliant! Habe mich köstlich amüsiert. Und kenne nun den Unterschied zwischen militärischem Gruß in *.de und äääh britisch beeinflußten Gebieten. Deutsche Soldaten halten die Handfläche beim Grüßen nach unten, britische (und ehemalige Kolonien) nach vorne.

    Aber irgendwie bewundere ich auch die ausgefeilte Choreographie und die Fitness der Agierenden. Ich könnte keinen einzigen der Stechschritte vollführen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *