Das war wieder klar, dass ich mir unbedingt den Release Candidate 1 von WordPress 2.8 installieren muss. Aber Testen muss eben sein, bevor ich eine neue Version auf die Horde der WordPress-Installationen loslasse. Deshalb muss mein Blog mal wieder daran glauben. Allerdings passiert inzwischen selten etwas, die wirklich grundlegende Rettungsmaßnahmen erfordern würden.

Wer warten möchte (und im Zweifelsfall das auch sollte), wartet auf die Final Version, die dürfte erfahrungsgemäß diese Woche noch erscheinen, angepeilt ist der morgige Mittwoch.

Installation

Ist so wie immer, es passiert atemberaubend wenig. Ich muss zugeben, ich bin weiterhin ein Fan der traditionellen FTP-Upgrade-Linie, ziehe also das Zip-File mit der WordPress-Installation, packe es auf meinem Rechner aus, entferne all den Salat, den ich nicht brauche (Themes, Plugins etc.) und ballere das dann per FTP auf den Server. Das deshalb, weil ich zu Hause eine Grundinstallation von WordPress mit allen von mir bevorzugten Plugins pflege, sozusagen also mein kleiner Universalwerkzeugkoffer.

Nach dem Herüberschieben wünscht WordPress beim nächsten Zugriff in den Admin-Bereich ein Update der Datenbank, was wie immer problemlos passiert. Danach sieht eigentlich alles erst einmal aus, wie immer. Mit einer 2.7.1-Sprachdatei sollte man weitgehend klarkommen, bis die Folks von WordPress Deutschland die 2.8-Sprachdatei veröffentlichen.

Die Benutzeroberfläche und das Dashboard

Dankenswerterweise haben die Folks von WordPress nicht schon wieder alles auf den Kopf gestellt, sondern behalten die GUI-Linie weiter. Nach dem Update sieht also alles wie vorher aus, selbst die Position der Boxen. In den Optionen lässt sich nun aber die Spaltenzahl auf 1 bis 4 ändern. Mehr als die bisherigen 2 lohnen sich aber erst bei einem Breitbildschirm, dann aber wird es sehr effektvoll. Im Editor kann man übrigens nun auch die Spaltenzahl für die Boxen einstellen, hier aber nur zwischen 1 und 2. Ersteres bringt dann wieder einen ähnlichen Aufbau wie zu Frühzeiten von WordPress.

Die Benutzeroberfläche hat auch noch ein paar andere Faceliftings erhalten. Etwas umgewöhnen darf man sich in der Plugins-Übersichtsseite, denn dort gibt es keine eigenständigen Blöcke für deaktivierte und kürzlich deaktivierte Plugins mehr – alles ist in einem Block und deaktivierte Plugins sind grau unterlegt.

Ebenfalls runderneuert ist die Übersichtsseite für Widgets in der Design-Rubrik, hier sieht es auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aus, was sich aber schnell ändert. Links stehen die verfügbaren Widgets, rechts die Sidebars, in die Widgets eingefügt werden. Es kann wie üblich verschoben werden. Neu ist unten die Box in deaktivierte Widgets, in die Widgets “zwischengeparkt” werden können, wenn man sie vorläufig nicht mehr braucht, man aber die Einstellungen nicht verlieren möchte. Leider gibt es von Hause aus immer noch keine vernünftige Widget-Steuerung, mit der man beispielsweise Widgets für bestimmte Seiten deaktivieren kann.

Eine nette Neuerung gibt es im Editor der Design-Rubrik, denn der zeigt nun den Quellcode “highlighted” an, also mit markiertem HTML-Code. Dazu gibt es nun endlich auch eine Zeilennummernansicht.

Pingback-Bug-Problem

Wer sich erhoffte, dass die Problematik mit dem Pingback-Timeout nun behoben wurde, wird sich vermutlich etwas enttäuscht zeigen. Wir erinnern: Vor einigen Monaten hat jemand herausgefunden, dass die Timeout-Zeit für die Rückmeldung von Pingbacks in der Datei cron.php (im Ordner “wp-includes”) auf 0,01 sec (bzw. in der amerikanischen Schreibweise: 0.01) steht und das bei einer größeren Zahl von anzupingenden Websites möglicherweise nicht ausreicht. Der Workaround war der, die betreffende Zeile namens:

wp_remote_post( $cron_url, array('timeout' => 0.01, 'blocking' => false, 'sslverify' => apply_filters('https_local_ssl_verify', true)) );

zu suchen und dort den Wert von “0.01” auf “1” umzustellen. Leider steht im RC1 (und vermutlich dann auch in der Final) der Wert immer noch auf 0.01, so dass man hier wohl oder übel wieder per Hand ran muss, wenn beim Schreiben von Artikeln Pingbacks vermisst werden. Offenbar will das WordPress-Team dieses Verhalten derzeit auch nicht ändern, wenn man sich das entsprechende Ticket anschaut.

Grobes Fazit zu WordPress 2.8 in einem Satz

Moderater Feature-Ausbau, durchaus installationswert.