Wie twittert man als Politiker?

Weil ich diese Frage nun zum dritten Mal gestellt bekomme und ich in der Zwischenzeit keine Sorgen habe, dass die unqualifizierte Konkurrenz (damit meine ich jetzt gar nicht pauschal die konservative Ecke, sondern eher die Gattung von Politiker, die sich mit der direkten Zwiesprache zum Bürger nicht so ganz wohlfühlen) jetzt mit so einer Anleitung eines Sozis von heute auf morgen ihre jahrelang verschluderte Online-Kompetenz aufgemotzt bekommen: Hier ein Guide, wie man einfach und schnell Twitter gestartet und eingesetzt bekommt:

  1. Anmelden und Einschalten!
    Genau, das ist damit gemeint. Web 2.0 lebt zuallererst davon, dass man mitmacht. Und Mitmachen bedeutet auch durchaus „Learning by doing“, es ist also im Zweifelsfall keine wochenlang dauernde Kommunikationsanalyse erforderlich, sondern man probiert es einfach einmal aus. Eine Anmeldung auf der Homepage von Twitter ist selbst für Ungeübte ein Kinderspiel. Berücksichtigen sollte man beim Twitter-Namen, dass der Name des Politikers darin auftaucht. Nur mal so am Rande erwähnt.
  2. Anpassen!
    Zu einem vernünftigen Twitter-Auftritt gehört zuallererst ein repräsentatives Foto, eine kurze, prägnante Beschreibung zur Person und ein Link zur offiziellen Homepage. In Twitter lässt sich auch der Hintergrund austauschen, entweder gegen eine andere, angebotene Grafik oder gegen eine gänzlich eigene, die einfach hochgeladen werden kann. Hier jedoch darauf achten, dass diese Grafik nicht albern ist und wenn möglich als Kachel bearbeitet ist, da die Hintergrundgrafik kachelartig wiederholt wird.
  3. Andere Twitter-Streams abonnieren!
    Es gehört zum guten Ton, andere Twitter-Streams zu abonnieren (zu „followen“). Das sollten zum einen weitgehend die Follower sein, die den eigenen Twitter-Stream ebenfalls followen, zum anderen aber auch ruhig andere, interessante Twitter-Benutzer. Es besteht übrigens auch kein Grund, den politischen Gegner nicht offiziell zu followen. Lesen kostet an dieser Stelle nichts.
  4. Motto: „Was tust du gerade?“
    Twitter gehört zur Kategorie der so genannten Micro-Blogging-Anwendungen – diese leben nicht von großem Sermon, sondern von kurzen, knackigen Statements, denn eine Twitter-Botschaft darf nur maximal 140 Zeichen lang sein. Die zentrale Botschaft, die auch überhalb der Twitter-Eingabebox steht, lautet dabei: „What are you doing?“ Schreibe, was du gerade tust, wohin du gerade gehst, mit dem du dich gerade triffst, welche Gedanken dich gerade bewegen. Micro Blogging ist durch seine Größenbeschränkung erheblich flexibler und bietet sich dadurch erheblich besser für ein „Mitnehmen“ an.
  5. Persönliche Ansprachen erkennen und beantworten!
    Zu beachten sind vor allem direkte Ansprachen, entweder in Twitter-Nachrichten, die den eigenen Twitter-Benutzernamen enthalten (z.B. „@besim“) oder als „Direct-Message“ direkt an dich gesendet werden. Solche Twitter-Nachrichten sollten beantwortet werden, wobei auch hier die Kürze das Credo ist.
  6. Den eigenen Twitter-Stream in die Homepage einbinden!
    Der eigene Twitter-Stream ist nicht nur auf Twitter oder Twitter-Anwendungen beschränkt, sondern kann auch in die eigene Homepage integriert werden.
  7. Überlege dir eine Mobil-Strategie!
    Gerade beim Thema „Mitnehmen“ spielt Twitter seinen Charme aus, denn 140 Zeichen sind überall schnell geschrieben. Für praktisch alle Smartphones und mobile Betriebssysteme, egal ob Windows Mobile, iPhone, Blackberry, gibt es eigene Twitter-Anwendungen, mit denen auch unterwegs – eine Internet-Anbindung vorausgesetzt – sehr schnell und effektiv Twitter-Botschaften abgesendet werden können
  8. Nutze Twitter auch quer!
    Ein Twitter-Stream lebt vom Menschen, der ihn bestückt – aber nicht unbedingt nur direkt über Twitter. Wer beispielsweise einen Weblog betreibt, kann mit Plug-In-Erweiterungen einen Verweis auf einen Weblog-Artikel mit Angabe der Überschrift automatisch twittern. Wichtig dabei ist, dass solche externen Nachrichtenquellen nicht die Überhand nehmen sollten und höchstens in homöopathischen Dosen eingesetzt werden sollten; 25 % des Nachrichtenaufkommens sollten die absolute Obergrenze sein.
  9. Trommle für deinen Twitter-Stream!
    Micro-Blogging-Dienste sind zwar eine Art Mikrokosmos, sollten aber auch aktiv in den bisherigen Kommunikationswegen beworben werden. Gerade Twitter hat eine relativ hohe mediale Präsenz, da bei aktuellen Ereignissen selbst herkömmliche Medien auf Informationen, die über Twitter-Streams veröffentlicht werden, zurückgreifen.

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