Bahnfahren im gesetzten Alter.

Mein Vater kam überraschend von einem Familienbesuch schon gestern mit einem Flug zurück, in dem kurzfristig ein Platz frei wurde. Dafür ging der Flug nach Nürnberg, also doch ein paar Kilometer weiter weg als zu unseren „Hausflughäfen“ Stuttgart oder Karlsruhe. Mein Vater ist mit seinen 68 Jahren da jedoch sehr schmerzfrei und setzte sich einfach in einen ICE und fuhr von Nürnberg nach Würzburg, wo meine Schwester lebt und dann kurzfristig mit ihm gestern nach Hause düste.

Mein Vater erwähnte schon gestern, dass Bahnfahren eigentlich ein teurer Spaß ist. Immerhin 44 Euro sei er gestern losgeworden. Nun gut, dass Bahnfahren nicht gerade ein Superschnäppchen ist, braucht er niemandem zu sagen, deshalb hat uns das auch nicht weiter irritiert. So sind Väter nun einmal, obwohl sein kurzfristiges One-Way-Ticket Istanbul-Nürnberg mit schlappen 400 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen war, allerdings ist eben gerade Saison.

„Sagt mal,“ so mein Vater dann heute morgen am Frühstückstisch, „hat so ein ICE eigentlich auch eine zweite Klasse?“ Ah, hatte sich die Frage des teuren Tickets dann einfach so erklärt. Hatte sich mein Vater mit seinem Rollkoffer einfach in den ersten Wagen des ICE gesetzt, in dem eben nun mal die erste Klasse residiert. Und er hatte sich noch gewundert, was das für ein sagenhafter Service der Deutschen Bahn sei, dass gleich ein Mitarbeiter um ihn herumschwirrte, ihm aus der Jacke half, ihm eine Zeitung brachte, den Sessel richtete und ein Glas Saft aufs Haus reichte. Nun gut, dass kann man sich mal erlauben, immerhin hätte die zweite Klasse 25 Euro gekostet, wie wir schnell noch nachrecherchierten. 19 Euro für 50 Minuten Luxus inklusive Zeitung und Getränk ist für Bahn-Maßstäbe fast schon ein Megaschnäppchen. 😉

3 Gedanken zu „Bahnfahren im gesetzten Alter.

  1. Seit wann gibt es denn bei der DB was aufs Haus? Ich mein, der Service in der 1. Klasse ist schon okay, mit Zeitung und 1 mini Snack, aber ein Getränk aufs Haus hab ich noch nie erlebt.

  2. Er hat auf sein Minisnack verzichtet und sah wohl etwas verschwitzt aus. Allerdings habe ich auch schon in der 2. Klasse einen Kaffee kostenlos bekommen. Nachdem der Verkäufer mit seinem Tablett einmal durch den ganzen Zug gelaufen war und ich ihn dann im Stehen spasseshalber fragt, wie denn die Ausbeute so ist, hat er mir einen Becher in die Hand gedrückt. Die Mitsteher waren danach sehr neidisch, eine lose Klappe hilft manchmal also doch. 🙂

  3. Ellen bezahlt für Ihre Fahrten nach Freiburg in der ersten Klasse des ICE hin und zurück nur 57 Euro :-), die zweite Klasse kostet meines Wissens 58 Euro.

    Wie sich die Preise gestalten, weiß ich nicht, aber suspekt sind sie mir schon.

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