Sport ./. Politik.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn sich ein guter Sportler durch seine erreichte Leistung so qualifiziert, dass er sein Land bei den Olympischen Spielen in Peking vertreten darf. Ich habe sogar – für viele vielleicht überraschend – noch nicht mal ein Problem damit, wenn ein Sportler auf die obligatorische Frage über seine Meinung zur politischen Situation in China nichts antwortet oder äussert, dass er sich darauf aktuell eher nicht konzentriert, sondern auf seine sportliche Leistung. Vielleicht ist das moralisch gesehen die beste Antwort, denn immerhin hat der Sportler es ja auch nicht zu verantworten, dass die Olympischen Spiele eben in Peking ausgetragen werden und nicht im politisch vielleicht eher korrekteren Untergruppenbach.

Was im Preis der nationalen Sportförderung eher nicht inbegriffen ist, ist die politische Bildung von Sportlern über ihre Medienpräsenz. Wenn einer ein Problem mit der China hat, dann soll er daraus bitteschön Konsequenzen ziehen und echte Zeichen setzen. Nicht aber im schön ausgestatteten Trainingslager das Maul aufreißen, über China jammern, dann im Olympischen Dorf stehen und dann doch alles gar nicht so schlimm finden.

Die Olympischen Spiele sind ein Multimilliardengeschäft und werden von Anfang an für politische Missionarstätigkeiten mehr oder weniger missbraucht. Wenn das dann jetzt auch jeder Sportler neu entdeckt, diese Erkenntnis dann froh in die Kamera quaken tut und dann vor Ort doch wieder vergisst, ist das nicht toll, sondern peinlich.

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