Die Bahn kommt.

Ich habe ja inzwischen ein ziemlich versautes Direktmarketingprofil, was man schön an dem Werbemüll erkennen kann, der mich tagtäglich per Post erreicht. Letztens war es ein Weinhändler, vor kurzem ein Hersteller von sündhaft teuren Motorbooten, für dessen billigstes Modell zwei Jahresgehälter draufgehen würden und natürlich regelmäßig Unsinn von deutschen Firmen, geschrieben in türkischer Sprache. Als ob ich die in annehmbarer Zeit lesen könnte.

Die Bahn macht es immerhin clever – sie schreibt vorne ihren Werbetext auf türkisch und hinten nochmal auf deutsch. Die haben begriffen, so wie beispielsweise die türkische Tageszeitung Hürriyet, die einmal in der Woche eine deutschsprachige Beilage in ihre Zeitung packt. Nicht damit die Zeitung für Deutsche interessant werden könnte, wie ich im ersten Moment einfältigerweise kurz dachte, sondern damit der türkische Nachwuchs im Land wenigstens auch mal die Hürriyet lesen kann.

Zurück zum Mailing der Bahn: Natürlich hat sich auch schon bei der Bahn herumgesprochen, dass man bitteschön bei Schreiben an Türken den Nazar Boncuk nicht vergessen sollte, der allerdings etwas unbeholfen einmontiert wirkt. Und man schreibt feierlich, dass man nun auf der Bahn-Hotline zweisprachig geschulte Mitarbeiter habe, die eien auf Türkisch oder Deutsch beraten, über die „vielen tollen Angebote der Bahn“. Und sogar ein 5-Euro-Gutschein hängt an.

Ein pikantes Detail an dieser tollen Hotline ist, dass sie teurer ist, als die normale. Kostet die normale Kundenhotline in der Minute nur 39 Cent, so kostet die Türkisch/Deutsch-Hotline in der Minute 62 Cent.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *