42 Zoll Fernsehen.

So, der Toshiba 42 X3030D ist geliefert, angeschlossen und thront nun da, wo bisher der alte Nokia Röhrenfernseher – immerhin doch auch schon 71 Zentimeter Bildschirmdiagonale – stand.

Der Formfaktor von 42 Zoll (107 Zentimeter) Bildschirmdiagonale ist schon ein Ding. Der Apparat ist kaum mehr ein Fernseher, sondern konkurriert eigentlich eher mit einem Fenster. Und die schiere Größe tut ein ihriges: 35 Kilogramm ist das Ding schwer, der Fuß ist mit einem Stahlkern versehen, die Schrauben zum Montieren des Bildschirmes kann man nach Ausmustern des Fernsehers vermutlich auch noch dazu nutzen, um Flugzeugtriebwerke an Flügel zu schrauben. Damit ist aber auch eines klar: Nur mit zwei Leuten ist so ein Ding ausgepackt und aufgebaut und das ist im Zweifelsfall, wenn man sich das aufbauen lässt, ein zu beachtender Kostenfaktor.

Da die Kiste Full HD kann, also mit 1080 Bildzeilen daherkommt, fächere ich mal die Bildeindrücke etwas auf:

  • DVB-S: Also wenn ich mir mal überlege, wie genial DVB-S auf einem analogen Fernseher im Gegensatz zu analogem Satellitenfernsehen ist, so muss ich erstaunt feststellen, wie katastrophal selbst das teilweise doch recht saubere MPEG vieler Fernsehsender aussieht, die über DVB-S ausstrahlen. Man sieht schon sehr deutlich, dass MPEG vor allem den Umstand ausnutzt, das normale Röhrenfernseher die üblichen MPEG-Artefakte schlicht überstrahlt und nicht anzeigt; auf einem LCD ist solcher Müll sofort zu sehen. Dazu kommt, dass der DVB-S-Receiver über Scart am LCD-Schirm hängt und das sein übriges dazu beiträgt. Der Normalbürger, der sich an Fischen im Bild nicht sonderlich stört, mag damit klarkommen, ich finde das ätzend und muss mir mal in Ruhe anschauen, wie per HDMI angeschlossene Receiver an vergleichbaren LCD-Schirmen aussehen.
  • DVB-T: Habe ich nicht getestet, da nichts zu empfangen in unserer Region, allerdings ist da nichts gutes zu erwarten, da DVB-T noch geringere Datenraten hat, als DVB-S. Mit DVB-C (also Digital-TV via Kabel) dürfte vermutlich ein Zwischending zwischen DVB-S und DVB-T herauskommen, aber da viele Kabelkopfstationen ihr einzuspeisendes Material ebenfalls via DVB-S aus dem All angeln, ist da nichts weltbewegend frischeres zu erwarten. Ausnahmen sind auch hier sicherlich Fernsehsender, die in HD oder gar Full HD senden.
  • VHS-Video: Nur ein Satz: Don’t do it. Wenn man sich schon den Geist in Form eines solchen Fernsehers ins Hause holt, ist spätestens nach dem Kauf angesagt, die alten VHS-Schätzchen auf DVD zu übertragen. Viele Programme zum Konvertieren pfuschen noch ein paar Bildverbesserungen hinein, was bei der miesen Qualität von VHS nun wirklich nicht schwer ist.
  • DVD: Geht so. Allerdings wirklich gerade so. Die Bildschärfe leidet natürlich gewaltig darunter, dass der Player (in meinem Fall die PS3) gewaltig das Bild heraufrechnet. Wo keine Daten sind, kann halt kein Player und auch kein Fernseher etwas hinzaubern und das merkt man bei einer DVD eben wirklich, vor allem, wenn die MPEG-Datenströme nicht in Premium-Qualität daherkommen, sondern aus Platzgründen in schlechteren Datenraten. Das rächt sich sofort.
  • PS3: Da wirds dann schon spannender, wobei es erst mal sehr langweilig anfängt: War die PS3 vorher per Scart an einem analogen Fernseher angeschlossen, so ist als letzte Amtshandlung dort notwendig, in den AV-Einstellungen die PS3 auf HDMI-Anschluss umzuschalten. Ansonsten darf man schön den alten Fernseher wieder heraufholen und die PS3 nochmal anschließen. *hüstel* Danach geht allerdings sofort die Post ab, denn per HDMI wird die Bildschirmauflösung erkannt und danach findet sich der PS3-Bildschirm mit 1920 x 1080 Pixel wieder. Und das hat es wirklich in sich, denn erst hier ist die Konsole wirklich zu Hause. Das Menü der Bedienoberfläche erscheint nun fein gezeichnet, die Icons der Spiele und Videos kommen detailiert daher und die ganzen Trailer, die als HD heruntergeladen werden können, sind eine Augenweide. Eine Augenweide sind auch Spiele in HD, dazu aber mal später mehr.
  • Bluray: Ließ sich nicht vermeiden, ich brauchte zumindest mal eine Bluray-Disc, um mitzureden. Da die Auswahl im Kaufhof nicht gerade berauschend war, blieb ich mit „2001“ bei Bewährtem, zumal ich den auch noch auf DVD zum Vergleichen habe. Die Bluray-Version schlägt sich aber superior, denn gerade so Filme wie von Stanley Kubrick, die vor allem von Details leben, die man im Pantoffelkino schwer oder gar nicht sieht, sind diese in der Mega-Auflösung erkennbar. Plötzlich kann man die Schriftzüge auf Knöpfen erkennen oder den Umstand, dass praktisch auf jedem wichtigen und visionären Gerät „IBM“ als Logo steht. Ich kann mich aber noch sehr deutlich an das erste Mal erinnern, als ich „2001“ im Kino gesehen habe, das kommt mit der Glotze schon sehr, sehr nahe.
  • HDV: Mit meinem HDR-HC7E-Camcorder, der in HDV aufzeichnen kann, also Full HD mit 1080i, sieht das Bild auch schon ganz ordentlich aus – im Gegensatz zu früheren Videokameras wirklich Welten, allerdings bin ich doch nicht so ganz zufrieden über die Auflösung des Camcorders. Sah das auf einem normalen Fernseher noch klasse aus, so ist das nun bei voller Auflösungsanzeige etwas mau. Aber okay, ich will jetzt mal nicht völlig übertreiben. 😉

Generell ist der Apparat nach dem erstmaligen Einschalten ziemlich grell eingestellt. Die Farben leuchten nicht nur, sie spritzen förmlich aus dem Bildschirm, weshalb man gut daran tut, diverse Spielereien erst einmal abzuschalten. Als erstes bitte die Automatik, bei dunklen Bildern nachzuleuchten. Das sorgt nämlich nur dafür, dass eine Szene mit vielen Helligkeitskontrasten ständig „pumpt“. Danach den Schwarzwert herunterdrehen und danach den Farbkontrast. Allein schon mit diesen paar Einstellungen ist das Bild deutlich „realer“.

Der Klang des LCD-Fernsehers ist übrigens okay. Kein Ersatz für eine Heimkinoanlage, allerdings gibt es technische Spielereien, dem Sound noch zusätzliche Räumlichkeit einzupusten. Man wirbt zwar damit, dass Onkyo-Lautsprecher verbaut wurden, aber sagen wir mal so: Bestimmt sind das nicht die Gerätschaften, die Onkyo in die eigene Spitzenklasse verbaut.

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