Luxusprobleme.

Ein nicht so kleiner, schweizerischer Uhrenhersteller, der bei uns im Bürogebäude die zentrale Reparaturabwicklung für Deutschland beheimatet, erfüllt wirklich alle Klischees, die man hinter arroganten Unternehmen vermuten würde.

Das begann damit, dass schon weit vor deren Einzug der Hausverwalter mehr oder weniger ausflippte und sich daran erinnerte, dass man Objekte, die man vermietet, ja auch gelegentlich mal aufwerten könnte. So störte man sich plötzlich an der Farbgestaltung in unserem Stockwerk, an unseren blau gestrichenen Türen (die wir mit Genehmigung selbst blau streichen ließen), am Abwasserrohr für unsere Klimaanlage.

So ließ man unsere Türen grau streichen, mauerte das Abwasserrohr ein, demolierte in der Umbauphase eine Menge Kacheln im Gang, weil Bauarbeiter den Unterschied zwischen Lasten- und Personenaufzug nicht kannten

Nun sitzen die Herrschaften im luxuriös eingebauten Büro und tun alles, um sie nicht zu mögen. Sie parken wie die Wilden, sagen weder „Guten Morgen“, noch „Guten Abend“, sondern wünschen mittags lediglich „Mahlzeit“. Damit könnte man ja noch leben. Vorgestern jedoch machte sich eine hiesige Schilderfirma an unserem Firmenschild vor dem Hauseingang zu schaffen und schraubte einfach alle nach unten, um die Uhrenfirma mit ihren zwei Deckfirmen ganz nach oben zu verfrachten.

Jeder, der meinen Chef kennt, weiß, dass sowas mal gar nicht geht und er bei solchen ungefragten Manipulationen an seinem Eigentum, die vom Großkapitalismus gegenüber dem hart arbeitenden Mittelstand ausgeübt werden, durchaus hässlich werden kann. Verbale Scharmützel und spontane Verbrüderungen mehrerer Geschäftsführer im Haus ist nun die Folge.

Die lustigen und hässlichen Namensschilder im Personenaufzug, die am Montag auch gleich noch montiert wurden, sind heute nacht übrigens den Vandalismus zum Opfer gefallen. Wir waren es ausdrücklich nicht, aber wenn sie vorher mal gefragt hätten, hätten wir es ihnen auch gesagt, dass man bei uns im Aufzug in einem Haus, in dem noch zusätzlich ein Callcenter mit mehreren hundert Mitarbeitern residiert, sowas nicht sehr lange hält.

Hach ja..

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