Fritz Vogt in Pforzheim.

Es trug sich im Jahre 2005 zu, dass ich meinen erweiterten und sicherlich nicht vollständigen Freundeskreis zu meinem 30. Geburtstag ins Kommunale Kino Pforzheim zu einer privaten Filmvorführung einlud und mit einem Kinofilm beglückte. Zu sehen gab es nichts, was man von mir ohne weiteres hätte erwarten können, sondern einen Film namens Schotter wie Heu, der von der kleinsten Bank Deutschlands, der Raiffeisenbank Gammesfeld, berichtet.

Heute konnten wir, wieder im Kommunalen Kino Pforzheim, Fritz Vogt live begrüßen, der zusammen mit seiner Frau einer Vorführung des Filmes beiwohnte. Ein sehr angenehmer Herr, der geduldig Fragen beantwortete, eindringlich davor warnte, dass uns mit der modernen Banklandschaft das hohe Gut des Vertrauens verloren geht und die Idee von Muhammad Yunus und seiner Grameen Bank, Kleinstkredite vor allem an arme Menschen zu vergeben, pries. Wir bräuchten mehr Bankdirektoren vom Kaliber Fritz Vogt, die sehr anschaulich darstellen können, dass die Millionenabfindungen, die Direktoren von Großbanken erhalten, auch zuerst jemand verdienen muss.

Und eine gute Nachricht aus erster Hand: Die Nachfolge der Raiffeisenbank Gammesfeld ist geregelt und eingetütet. Am 6. Oktober wird der Nachfolger offiziell eingeführt und es wird weiterhin keinen Computer und auch keinen Geldautomaten geben. Und auch zukünftig gibts bei der Raiffeisenbank Gammesfeld nur dann ein Konto oder einen Kredit, wenn man Gammesfelder ist. Das ist gut so. Denn tatsächlich ist es so, dass die Raiffeisenbank Gammesfeld die einzige Bank Deutschlands ist, bei der die Kontobewegungen ihrer Kunden nur der Bank selbst bekannt sind. Niemand, selbst nicht die Bankenaufsicht, kann die Kontobewegungen in Echtzeit nachverfolgen, wie es bei jeder anderen Bank im Verdachtsfall funktioniert. Und auch das ist ein Ergebnis von 40 Jahren Bankdirektorentum von Fritz Vogt.

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