Playstation 3.

Sicherlich, ich hätte noch ein paar Tage/Wochen/Monate warten können, bis sich der Preis der PS3 in harmonischere Gefilde bewegt, dennoch gefiel mir das Angebot des Starter Kit, das seit 1. August erhältlich ist, ziemlich gut. Neben der PS3 in der 60-GB-Ausgabe (eine andere gibt es de facto in der PAL-Version in Europa auch nicht) liegt zum mitgelieferten Gamepad noch ein zweiter dabei und zusätzlich noch zwei Spiele, nämlich Motorstorm und Resistance – Fall of Man. Da mir gerade Motorstorm gefällt, sind da letztendlich mindestens 60 Euro gespart.

Äußerliches.

Schick kommt sie daher, zumindest optisch gesehen. Und so lange man sie nicht anfasst, denn was da aussieht wie Klavierlack, ist glänzender Kunststoff, der wirklich jeden Fingerabdruck und jedes Staubkorn sichtbar macht. Nach 15 Jahre Playstation-Expertise ist das ein klassischer Griff ins Klo, denn wenn ein Gerät wie ein Schmuckstück ausgestellt werden soll, dann sollte es wenigstens einigermaßen praktikabel herzeigbar sein. Nun gut…

Angeschlossen ist der immerhin 5 Kilo schwere Kawenzmann konsolen-like einfach. Anschlusskabel für die Glotze liegt bei (allerdings auch nur fürs analoge), ebenso ein USB-Kabel, das für das Gamepad gebraucht wird. Weshalb an dieser Stelle Sony einen maximal einstelligen Eurobetrag für ein zweites USB-Kabel spart, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Denn ganz so unwichtig ist das Kabel nicht, da darüber das Gamepad geladen und einmalig am System angemeldet werden muss, da die eigentliche Datenübertragung später via Bluetooth läuft. Und das übrigens richtig gut und richtig sparsam.

In Sachen Fernsehnorm muss man sich übrigens kaum Gedanken machen. Die PS3 erkennt den angeschlossenen Fernsehtyp (also analog oder digital, bei letzterem dann auch entsprechend mit der Auflösung und der Wiederholrate) und versorgt ihm mit den weitgehend richtigen Signalen. Zumindest beim Digitalbetrieb ergibt sich das für den Schnellkäufer auch gleich von einer anderen Seite, denn ein HDMI-Kabel liegt ärgerlicherweise nicht bei und muss zusätzlich gekauft werden. Wehe dem, der die PS3 samstagabends gekauft hat.

Mangels hochauflösendem Fernseher muss ich mir leider derzeit noch Äußerungen über die Hochauflösung verkneifen.

Bedienung

Die Benutzerführung der PS3 ist überraschend aufgeräumt und intuitiv, immerhin ist das ja nun keine einfache Spielekonsole mehr, sondern ein ausgewachsener Blu-Ray-Player, ein DVD-Player, ein CD-Player, ein Player für viele verschiedene Audioformate und Pipapo. Nun, das mag alles sein, als erstes ist zumindest eine Softwareaktualisierung fällig, die selbst mit 6 MBit/s Bandbreite gut und gerne fünf Minuten braucht.

Das Einrichten der Gamepads geht kurz und schmerzlos vonstatten: Per USB-Kabel anschließen, auf den Playstation-Knopf des Gamepads drücken und schon sind wir da. Bleibt das Gamepad angeschlossen, wird der eingebaute Akku gleich geladen.

Sehr angenehm ist, dass man bei Sony in Sachen Sitzung gelernt hat. Will man ein Spiel beenden, muss man nicht zur Konsole laufen und einen Reset vornehmen, sondern hält die Playstation-Taste am Gamepad gedrückt und kann aus einem Menü dann aus dem Spiel springen oder gleich die Konsole herunterfahren. Schön gelöst, wenn auch das zumindest einmal nicht geklappt hat. Ist aber höchstwahrscheinlich einfach ein Softwareproblem.

Mein Interesse lag vor allem darin, sofort per UPnP auf meine Audiodatenbank meines PC zugreifen zu können. Das funktioniert zwar soweit auch, allerdings schafft es die PS3 nicht, eine vollständige Auflistung aller meiner Audiodateien anzuzeigen. Ob das nun an der Zahl der Dateien liegt oder an meinem eher bescheidenen Zyxel-Router, der mit dem höheren Datentransfer in meinem Hausnetzwerk offenbar gelegentlich überfordert ist, weiß ich nicht, es ist jedenfalls enttäuschend. Ebenso enttäuschend ist der Media Player der PS3, der außer abspielen eigentlich nichts weiter kann. All die lustigen und mühsam gepflegten Mediendatenbankinformationen werden nicht abgerufen, was die PS3 im jetzigen Softwarezustand als Mediencenter nicht sonderlich praktisch macht. Zugegeben, selbst der Media Center unter Windows ist von komfortabler Bedienung und Zugriff auf komplexe Medieninformationen weit entfernt, dennoch mag mir das bei der PS3 derzeit wirklich nicht gefallen.

Was auch nicht gefällt, ist der fehlende Zugriff auf die Festplatte der PS3. Ich will ja gar nicht das Filesystem hacken, sondern ich würde gern Audiodateien auf die PS3 verschieben, was nur über den Umweg des direkten Importes über einen Datenträger geht. Das ist mindestens ebenso ein Ärgernis, denn ich habe ja gerade alle Audiodateien zentral auf einem Rechner, damit ich nicht mit Datenträger zu jedem CD-Player latschen muss.

Networking

Kurzum: Funktioniert, und das überraschend gut. An der Konsole selbst gibt es einen Ethernet-Anschluss (10/100/1000) und per DHCP gab es von meinem Router anstandslos eine IP-Adresse. WLAN funktioniert in den europäischen Modellen ebenfalls, allerdings habe ich bei meinem WLAN leider gelegentlich Netzwerkabbrüche, deren Ursache ich noch evaluiere. Ich mag da derzeit keinem Gerät die Schuld einfach unterjubeln.

Über das Internet bekommt die PS3, wie gesagt, Softwareaktualisierungen, aber zum Beispiel auch die Systemzeit. Es gibt auch einen gar nicht so üblen Webbrowser und den angeschlossenen Playstation-Store. Und der hat es in sich, denn hier kann man Demos, Trailer und auch komplette Spiele herunterladen oder kaufen. Gerade für mich, der nicht unbedingt jeden Monat ein Spiel im Laden kauft, ist das eine nette Angelegenheit, wenngleich die im Onlinestore angebotenen Spiele nicht gerade absolute Simulationshighlights sind. Aber das kann ja noch werden, jedenfalls ist der Online-Vertriebsweg interessant und idiotensicher. Für 4,99 Euro habe ich mir dann zu Nostalgiezwecke gleich mal Wipe Out der Ur-Playstation gekauft und die 93 Megabyte heruntergeladen. 🙂

Gameplay

Gut, muss man nicht viel dazu sagen, kann man vermutlich auch noch nicht. Motorstorm ist eine grafisch toll gemachte Simulation, die etwas darunter krankt, dass es zu wenig Strecken und zu wenig Fahrzeuge gibt. Ich sehe Motorstorm auch zunächst einmal einfach als „Showroom“ der PS3 an, denn erfahrungsgemäß kommen erst im Laufe der Zeit Spiele, die immer mehr die Möglichkeiten einer Konsole ausreizen. Der Mercedes der Fahrsimulationen, Gran Turismo 5, ist leider noch in der Mache, die Demo, die im Playstation-Store heruntergeladen werden kann, lässt zumindest einen Einblick gewähren. Es hat mich zwar nicht wirklich umgehauen, allerdings hat das bei Polyphony, dem Hersteller von Gran Turismo, noch nicht unbedingt viel zu bedeuten. Mit Sicherheit wird Gran Turismo 5 wieder auf seine Weise die Messlatte für Fahrsimulationen nach oben legen.

Die Abwärtskompatibilität zu PS2 oder PS-Spielen ist durchwachsen, da leider die europäischen PS3-Modelle nicht mehr die PS2-Hardware besitzen, wie es in den japanischen Modellen anfänglich der Fall war. Nun emuliert die PS3 im Bedarfsfall eine PS2, was jedoch wohl eine Anpassung der PS2- und PS-Spiele zur Folge hat und nach und nach über Softwareaktualisierungen nachgeliefert wird. Das ist leider ein gehöriger Nachteil, denn ausgerechnet Gran Turismo 3 und 4 laufen auf der PS3 leider unangenehm. Wie man gerade die Gran-Turimo-Titel ausklammern konnte, ist mir ein Rätsel, denn es gibt genügend Playstationierer, die ausschließlich wegen Gran Turismo eine Playstation haben.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch ist passabel, während des Spielens von Resistance zog die PS3 rund 160 Watt aus der Leitung, was zwar um einiges mehr ist, als man von der PS3 gewohnt ist, aber im Gegensatz zu High-End-PC-Hardware eher unteres Mittelmaß darstellt. Berücksichtigen muss man hierbei, dass Resistance vermutlich nicht gerade die Maschine auslastet. Das sieht schon anders aus mit Folding@Home, das im aktiven Zustand über 500 Watt Stromverbrauch auslöst. Das ist schlicht inakzeptabel, selbst für ein gemeinnütziges Projekt, denn 500 Watt kosten mich pro Stunde rund 10 Cent und eine Projektdatei von Folding@Home soll rund 8 Stunden Rechenzeit erfordert. Kann man so nicht verantworten, denn diese Distributed-Computing-Projekte können andere Rechner deutlich stromsparender. (In Wirklichkeit sind es maximal rund 200 Watt, die für Folding@Home verbraucht werden. Macht also einen Verbrauch von 0,2 kWh und bei meinem Stromtarif also 4 Cent pro Stunde.)

Im Stand-By saugt die PS3 9 Watt aus der Leitung. Da kann man darüber streiten, ob das nötig ist oder nicht, jedenfalls gibt es hinten an der Netzsteckdose einen bewährten Kippschalter, der die PS3 komplett ausschaltet. Das ist meine Welt.

Ein Gedanke zu „Playstation 3.

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