Öffentlich-rechtliche Sender im Internet.

Nun halt also auch die ARD verkündet, massiv auf digitale Inhalte zu setzen und das Internet stärker zur Verteilung des Programms zu nutzen. Das ZDF hat es vor einigen Monaten vorgemacht und stellt seit dato viele Inhalte gleichzeitig oder sogar vorab ins Internet.

Die Gefahr, die eine weitere Internet-Verwurzelung öffentlich-rechtlicher Sender birgt, ist allerdings überdeutlich: Während öffentlich-rechtliche Programme auf klassischen Wegen lediglich Radio und Fernsehen anbieten, sind sie im Internet auch gleichzeitig Konkurrenz zu Printmedien, die im Internet publizieren. Zwar haben ARD und ZDF weiterhin einen Riegel vor, der ihnen das Internet weitgehend nur als programmbegleitendes Medium erlaubt, doch der könnte in Zukunft durchaus wanken.

Das Problem in diesem Zusammenhang ist, dass die Steuerungsorgane der öffentlich-rechtlichen Rundfunkszene, nämlich die Ministerpräsidenten der Länder, nicht unbedingt neutral in ihrer Entscheidung sind. Im Rundfunkauftrag der öffentlich-rechtlicher Sender ist festgelegt, dass ARD und ZDF regelmäßig über Geschehnisse auf Landesebene berichten müssen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, dass so manch Ministerpräsident diese fast schon exklusive Nachrichtenplattform der Bundesländern auch gern vertieft im Internet sehen würde. Ein klassisches Henne-Ei-Problem.

Ich denke, der Rundfunkauftrag ist klar umfasst und zum Schutze der Medienlandschaft sollten öffentlich-rechtliche Sender das Internet weiterhin nur begleitend nutzen dürfen. Es könnten ansonsten die große Gefahr entstehen, dass gebührenfinanziertes Programm in der publizistischen Internet-Welt bedeutende Marktverschiebungen auslöst.

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