Dass Nikon mit der D700 eine neue Digitalkamera in der „Enterprise-Klasse“ vorstellt, ist erst einmal eine Aussage. Dass die D700 eine Auflösung von 12,1 Megapixel mitbringt, ist ebenfalls nicht besonderes. Was allerdings besonders ist, ist der Umstand, dass der CMOS-Sensor eine Fläche von 36 mal 23,9 Millimetern aufweist.
Das ist nämlich das Vollformat aus der „analogen“ Welt mit dem 35-Millimeter-Film. Und das wollte Nikon eigentlich vor einigen Jahren abgeschafft wissen und hatte sich auf ein neues, kleineres CMOS-Format festgelegt. Was den Nachteil hatte, dass zwar die meisten alten Nikkor-Objektive aus der „analogen“ Welt vom Bajonett her passten, jedoch nicht mehr von den Brennweiten. Starke Weitwinkel waren auf einer Nikon-Digitalkamera dann eben keine starken, sondern normale Weitwinkel und Normalbrennweiten wurden zu kleinen Teleobjektiven. Sehr ärgerlich für Nikon-Enthusiasten, die mit einem Stall voll Nikkor-Objektiven aus ihrer „analogen“ Zeit in die digitale Welt wechseln wollten, denn da war gerade bei Spezialobjektiven meist ein Neukauf entsprechender Objektive mit kürzerer Brennweite notwendig. Wer sich da im Hinterkopf behält, dass Nikon jahrzehntelang Nikkor-Objektive mit dem Kaufargument des allumfassenden F-Bajonetts bewarb, kann sich ausmalen, was für eine Katastrophe das war und ist. Hat aber Nikon lange Jahre nicht wirklich gestört, man erklärte sich damit, dass der kleinere CMOS-Sensor sich auf die Bildqualität auswirke, da CMOS-Sensoren auf schräg einfallende Lichtstrahlen schlechter reagiere, als klassisches Filmmaterial.
Nun also offenbar der Schwenk. Entweder macht Nikon also Kompromisse, hat die CMOS-Sensoren inzwischen so im Griff, dass man es wieder versuchen kann oder hat eine Methode entwickelt, diese Bildfehler zu korrigieren. Wie auch immer, denn dem Kunden wird es höchstwahrscheinlich recht sein – wenn er seine alten Objektive noch hat.
Schreibe einen Kommentar