„End of life“

Nein, nicht bei mir, sondern bei meinem ICD, meinem implantierten Defibrillator, der seit 2012 in meiner Schulter eingebaut war. Bis zum 4. Juni 2020, nun ist er in Rente und ein kleines Souvenir, das nicht jeder nach einer Berlin-Reise besitzt:

Der ICD hat dabei durchaus eine beachtliche Leistung an den Tag gebracht. Eigentlich ist die durchschnittliche Batteriedauer bei dieser Generation bei 7 Jahren, meiner schaffte 8 Jahre und einen Monat und war dabei nur ganz kurz vor dem vom Gerät empfohlenen Austauschsignal. Das spricht dafür, dass der ICD bei mir relativ wenig zu tun hatte in den letzten Jahren. Aber doch mit großer Wahrscheinlichkeit zwischendurch mein Leben gerettet hat. Daher habe ich zu dem kleinen Kästchen, das nun außer Betrieb ist, eine ganz besondere Beziehung.

Dass der ICD noch vor dem prognostizierten Austauschdatum (das war eigentlich für den Herbst geplant), hatte allerdings einen akuten Grund – ich hatte nämlich in den letzten Monaten wieder ernstere Herzrhythmusstörungen an den Tag gebracht. Das ist so erst einmal nichts wirklich verwunderliches, da sich jedes schlagende Herz im Laufe des Lebens ändert und damit auch der Herzrhythmus. Bei jedem Menschen schlägt es bis ins hohe Alter immer langsamer. Und bei Menschen, die potentiell Herzrhythmusstörungen haben, steigt damit auch das Risiko, dass zusätzliche Extraschläge Probleme auslösen können, weil schlicht und einfach zwischen den Herzschlägen mehr Zeit ist, dass seltsame elektrische Dinge im Herzen den Rhythmus durcheinanderbringen.

Das ist mir ab April dann auch mehrmals passiert und „mein“ Kreislauflabor ahnte schon, dass da wohl demnächst ein Eingriff notwendig werden könnte, nämlich ein zweiter Anlauf für eine so genannte Ablation. Das ist eine Untersuchung, bei der per Herzkatheter das Herz elektrisch vermessen wird und Bereiche im Herzmuskel erkannt werden können, die elektrische Anomalitäten auslösen. Das hat man dann tatsächlich auch gefunden und mit einer „Kryo-Behandlung“ per Katheter soweit fixen können. Und das alles per Katheter durch die Leiste durch und röntgenkontrolliert. Vor 25 Jahren wäre so etwas noch pure Science-Fiction gewesen.

Sprich: Es bestehen realistische Chancen, dass meine Herzrhythmusstörungen dauerhaft behoben sein könnten, was man allerdings erst in einigen Wochen und Monaten endgültig sagen wird können. Das wäre eine sehr gute Nachricht, denn dann könnte ich möglicherweise auch eine ganze Reihe von Medikamenten, die ich nehme, nach und nach dauerhaft absetzen und praktischerweise sind das die Medikamente, die auch die potentiell schwereren Nebenwirkungen auslösen können.

ICD Nr. 2

Dennoch: Das Batterieende des obigen ICD hat mir einen würdigen Nachfolger beschert, von dem ich leider noch kein Foto habe. Das einfach aus dem Grund, dass ich trotz der erfolgreichen Ablationsbehandlung, die im Städtischen Klinikum Karlsruhe durchgeführt wurde, immer noch ein höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen habe, als ein völlig herzgesunder Mensch. Da ist ein ICD letztlich eine Lebensversicherung für den Fall der Fälle und da musste man nicht wirklich lange davon überzeugen.

Der Nachfolger ist nun wieder ein deutsches Gerät vom Hersteller Biotronik, wurde in einer halbstündigen, völlig problemlosen OP eingebaut und beschert mir nun eine wirklich hübsche Narbe, da sich dieses Mal der Chirurg wirklich Mühe gegeben hat. Was allerdings auch daran liegen könnte, dass bei der OP zwei Mitarbeiter des obigen Herstellers anwesend waren, die sich so einen Wechsel einmal anschauen wollten und sich auch sehr anerkennend darüber amüsieren konnten, dass ich ein Patient bin, der vorab schriftlich hat festlegen lassen, dass das nächste Gerät wieder unbedingt ein Biotronik-Gerät sein muss. 🙂

Alles in allem kam der 12tägige Krankenhausaufenthalt zwar akut, aber dennoch absehbar. Immerhin ist es gut, ein gutes Kreislauflabor zur ICD-Nachsorge zu haben, einen guten Arzt, der auf Augenhöhe spricht und eine sehr gute herzchirurgische Abteilung, die weiß, was sie tut. Es ist keinesfalls ein Fehler, sich vorab über Krankenhäuser zu erkundigen und im Zweifel eine Klinik zu wählen, die mehr Erfahrung mit Behandlungen der jeweiligen Altersklasse hat. Gerade beim Thema Herz kann das wirklich sehr entscheidend darüber sein, wie danach die Lebensqualität ist.

Musikbewertungen auf iTunes in beliebige Player exportieren

Wer eine größere Audiodatenbank in iTunes verwaltet, dort im Laufe der Jahre seine Musiksammlung mit der internen Bewertung bewertet hat, kennt das Problem: Man kann zwar alle Musikstücke exportieren, aber nicht die Musikbewertungen. Denn die werden nicht in den einzelnen Musikdateien gespeichert, sondern in der iTunes-Datenbank selbst. Und da liegen sie zwar schön, aber proprietär. Denn es ist nicht ohne weiteres möglich, die Bewertungen so exportiert zu bekommen, dass man sie einfach wieder in einen anderen Player importieren könnte.

Dabei ist der Weg herzlich einfach und vor allem universell…

Make some playlists!

Zuerst einmal ist es wichtig, die Musikdatenbank physisch dort zu lassen, wo sie ist. Der Dateistandort ist nämlich nicht ganz unwichtig, wenn es darum geht, später Playlists zu ex- und in das neue Programm zu importieren.

Und dann geht es auch schon los:

  1. Im neuen Musikprogramm die Musikstücke zunächst einmal importieren und die dortige Audiodatenbank erstellen lassen. Das kann, je nach Größe der Musiksammlung einige Minuten bis sehr viele Minuten dauern. Einfach laufen lassen.
  2. Auf iTunes nun fünf Playlists anlegen: „1-Sterne-Playlist“, „2-Sterne-Playlist“, „3-Sterne-Playlist“, „4-Sterne-Playlist“, „5-Sterne-Playlist“.
  3. Nun die Ansicht der Alben/Musikstücke auf Liste umstellen und nach den Wertungen sortieren. Auch das dauert einen Moment.
  4. Wenn nun nach den Wertungen sortiert ist, lassen sich die fünf Sterne-Bertungsgruppen sehr bequem markieren und zur jeweiligen Playlist hinzufügen. Die Musikstücke ohne Bewertung müssen in keine eigene Playlist, denn standardmäßig haben im neuen Player alle Musikstücke ja keine Bewertung.
  5. Nun die fünf Playlists auf iTunes exportieren und in den neuen Player importieren.
  6. Und dort dann den umgekehrten Weg gehen. Gewünschte Playlist auswählen und alle dort befindlichen Musikstücke mit der jeweiligen Sternebewertung versehen. Ist das mit allen fünf Playlists passiert, können diese auch schon wieder gelöscht werden. Fertig!

2019

Ein launischer Jahresrückblick, wirklich sehr kurz und knapp.

Geschäftlich

Okay, würde ich so sagen. Das Jahr 2018 und vor allem 2017 habe ich nicht eingeholt, das stand aber auch nicht zur Debatte. Ziemlich stolz bin ich darüber, dass ich vor allem auf der Ausgabenseite erheblich optimieren konnte, unter anderem mit größerem Aufräumen und Migrieren auf der Server- und Webhosting-Front. Jetzt ist alles auf einem einzigen Cloud-Server und der läuft wie geschnitten Brot.

In Sachen Geschäftsausrichtung merke ich mehr und mehr, dass es immer stärker weggeht vom klassischen Webdesign, was mir gar nicht so unrecht ist. Die Kommunikation im Gesamten ist gefragt und ich bin recht angetan davon, dass man mit Verfassen von wirklich guten Inhalten auch Kunden begeistern kann und das deutlich nachhaltiger, als einfach nur hübsche Websites basteln.

In Sachen PF-BITS gehe ich weiter auf Monetarisierung, was zwar mühselig ist – nie etwas anderes behauptet – aber doch ermutigend. Auch hier lassen sich Werbetreibende überzeugen. Ein klassisches Anzeigengeschäft, wo der Anzeigenverkäufer einfach nur das Bestellformular vorlegen musste, ist es nicht, aber auch das wollte ich so nie.

Gesundheitlich

Ebenfalls alles im Normalzustand. Wir mussten zwar im Herbst etwas an der Medikation drehen, aber die Gründe dafür waren alle erklär- und absehbar. An Bord ist nach über 7,5 Jahren immer noch mein erster ICD, dessen Batterieerschöpfung eigentlich für Mitte des Jahres geplant war. Aber da er so selten gebraucht wird, wird er wohl 7,75 Jahre schaffen, im nächsten Frühjahr wird dann der Gerätetausch fällig.

Persönlich

Auch dieses Jahr gab es Verluste im Bekannten- und Freundeskreis, die mich teilweise sehr berührt haben, da vor allem der Tod von Claus Kuge, einem guten Freund und Geschäftspartner, von dessen Organisations- , Projekt- und Kommunikationstalent ich viel gelernt habe. Sein Tod war es dann auch, das mich dazu bewogen hat, meine erste Aufbahrung zu besuchen. Wirklich hässlicher Anlass für einen sehr wertvollen Besuch.

Kopfmäßiges

Ich muss schon zugeben, dass ich in einigen Sachen inzwischen sehr nachdenklich geworden bin, vor allem beim Thema Klimawandel. Einige Bücher habe ich dazu gelesen und bei keinem habe ich wirklich gute Laune empfunden. Der Klimawandel kommt nicht – er ist schon längst da und er wird wohl in einigen wirklich üblen Ausprägungen auch viele Jahrzehnte hier bleiben. Wir, ich sage es sehr deutlich, ficken gerade unseren Planeten tot.

Dementsprechend allergisch reagiere ich inzwischen auf Plastik und kaufe immer häufiger Dinge nicht, weil sie so umständlich verpackt sind oder eigentlich nicht notwendig wären. Es nervt mich regelrecht, weil es so gedankenlos ist, was wir tagtäglich machen. Gedankenlosigkeit ist so unglaublich müßig, es ist eine Plage.

In Sachen Bücher, wo wir gerade dabei sind, ist etwas Stagnation eingetreten und es waren dieses Jahr nur 33 Bücher anstatt 37 wie letztes Jahr. Dafür habe ich mir angewöhnt, jeden Tag mindestens den Artikel des Tages der deutschen Wikipedia zu lesen. Kann ich nur empfehlen.

Highlight

Klingt jetzt wirklich wie eine Lappalie, aber der ZDF-Fernsehgottesdienst, der in Pforzheim im April Station gemacht hat, war ein echtes Highlight. Gottesdienste sind jetzt für mich als Kind, das in einen evangelischen Kindergarten gegangen ist und zumindest in der Kindheit fest im Singen von Kirchenliedern und Aufsagen von Gebeten war, keine völlig unbekannte Veranstaltung, aber es ist schon etwas ganz anderes, in der Kirche zu sitzen, die man schon als kleines Kind kennt und da dann Fernsehen gemacht wird von ehemaligen Kollegen, von denen ich sogar zwei noch von meiner Fernsehzeit kannte.

Man muss in seinem Leben die verschiedenen Lebenslinien mutig miteinander kreuzen lassen, auch wenn das Zeitgenossen vielleicht gar nicht so lebenswert finden. Und man muss für wirklich berührende Sachen nicht unbedingt ans andere Ende der Welt fahren, nur um das Bild zu machen, das eine Million Menschen davor auch schon gemacht haben.

2020?

In 2020 gehe ich relativ entspannt hinein. Ein paar wirklich (liebenswürdig) bescheuerte Blog-Ideen habe ich im Hinterkopf und bei einer wirklich ganz besonders bescheuerten Blog-Idee wird sich im Januar möglicherweise entscheiden, ob sie etwas wird oder nicht. Dazu müssen wirklich einige Menschen – inklusive mir – über ihre Schatten springen, aber meine wirklich besten Arbeiten stammen aus einstigen „Schnapsideen“ und niemand musste dafür leiden. Ein Teil meines Freundeskreises bekommt da sicher Augenlidzucken, aber so ist das nun mal. Halbe Sachen sind echt nicht mein Ding, das können andere besser.

Ansonsten bliebe nur zu sagen, dass ich mich bei allen Freunden und Feinden herzlich dafür bedanken möchte, dass sie mich mögen oder hassen. Geht halt nicht anders, bleibt weg, wenn ihr das nicht aushaltet. 🙂

Koalitionsfarben.de

Sozusagen als kleines Weihnachtsprojekt ist mein Mini-Projekt „Koalitionsfarben.de“ in diesem Jahr entstanden. Der Grund war ein ganz banaler: Ich wusste nicht, was die „Papaya-Koalition“ ist. Nämlich gleichbedeutend wie die „Spezi-Koalition“ und damit die Regierungskoalition zwischen der CSU und den Freien Wählern in Bayern.

Da war dann der Weg zur Domain nicht weit und ein WordPress mit dem formidablen Theme Twenty Twenty war auch schnell installiert.

Daher… here we go:

Erreichbar unter https://www.koalitionsfarben.de/ und selbstverständlich darf und muss dieser Link kräftig unters Volk gebracht werden!

Mailarchiv-Tweaking in Thunderbird mit maildir anstatt mbox.

Meine ältesten Mailarchive stammen aus dem Jahre 1997, damals noch erstellt mit dem Netscape Navigator bzw. der darin eingebetteten Mailfunktion. Und auch heute noch nutze ich Mozilla Thunderbird, das (zumindest ideell) ein Kind des Navigators ist.

Traditionell nutzte der Netscape Navigator und später auch Mozilla Thunderbird für das Mailarchiv das so genannte „mbox“-Format. Das sieht so aus, dass für jeden Ordner, der im Mailprogramm angelegt ist, eine Datei im Dateisystem angelegt wird. Liegen Mails in diesem virtuellen Mailordner, werden diese alle in dieser einen Datei gespeichert.

Das funktioniert so lange prächtig, wie man relativ wenig Mails und dann auch noch vor allem sehr kleine Mails darin archiviert. Nur ein Beispiel: Mein Mailarchiv aus dem Jahre 2001 besteht aus gut 4.000 Mails und die sind zusammen gerade einmal 11 Megabyte (!) groß. Die rund 10.000 Mails aus dem Jahre 2018 brauchen schlappe 2,2 Gigabyte. Und die sind alle tatsächlich in einer Datei gespeichert, wenn man diese Mails in einem einzigen virtuellen Verzeichnis hat.

Demzufolge ist das mbox-Format zwar immer noch funktional, aber fehleranfällig und vor allem langsam. Es gibt zwar in Thunderbird eine Indexdatei zum Auffinden der einzelnen Mails in den riesigen Dateien, aber richtig praktisch ist das nicht mehr, weil für jede neue Mail die gesamte Datei angefasst werden muss. Neue Mails werden zwar nur angehängt und alte so markiert, dass sie erst bei einem Bereinigungsvorgang entfernt werden, dennoch ist das alles mühselig. Und im übrigen im Zeitalter von SSD-Festplatten ein Hort für viele unnötige Schreiboperationen.

maildir als moderne Antwort

Daher gibt es das so genannte „maildir“-Format, dass im Prinzip nicht mehr alle Mails eines virtuellen Verzeichnisses in eine Datei packt, sondern als einzelne Dateien in ein echtes Dateisystemverzeichnis. Heute brauchen wir uns um Zugriffsgeschwindigkeiten nicht mehr sonderlich scheren und können den direkten Dateizugriff auf einzelne Mails locker leisten. Zwar gibt es auch bei maildir einen Index, aber der Zugriff auf einzelne Dateien und Mails ist erheblich schneller und vor allem stabiler.

Kleiner Nachteil: Das Kopieren von wirklich großen Mailarchiven dauert deutlich länger, weil viele einzelne Dateioperationen nötig sind, als nur das verschieben von sehr großen mbox-Dateien. Aber das ist aus meiner Sicht tolerierbar, da ich – inzwischen – selten wirklich große Mailarchive kopiere.

maildir aktivieren

Wollte ich hier eigentlich erklären, aber Mozilla hat hierzu einen inzwischen sehr umfangreichen und guten Artikel:

Sehr wichtig: maildir funktioniert zwar bei mir stabil und problemlos, ist aber tatsächlich immer noch eine experimentielle Implementierung. Daher ist es unumgänglich, vorher (!) das gesamte (!!) Mailarchiv wegzusichern. Das sollte man sowieso regelmäßig machen, egal ob durch das Kopieren der Mails oder durch eine zentrale Systemsicherung.

Ich schreibe es sicherheitshalber nochmal: Mache eine Datensicherung vorher!

7,5 Jahre ICD.

Das praktische an einem Weblog ist ja, dass man Dinge wirklich lange begleiten und betrachten kann. Das gilt so auch für meinen ICD, einen Implantierbaren Kardioverter/Defibrillator, den ich seit 2012 zur Überwachung meines Herzens habe. Wer sich die wirklich umfassende ICD-Geschichte in diesem Weblog durchlesen will, möge auf diesen Satz klicken.

Dass ich ausgerechnet nach 7,5 Jahren meiner ICD-Implantierung einen Artikel dazu schreibe, ist wohl nur für den Fachmann erkennbar. Etwas deutlicher wird es, wenn ich die aktuelle Batteriekapazität nenne, die liegt nämlich zum heutigen Tage bei 13 %. Überhaupt nicht kritisch, sondern eher überraschend, denn eigentlich ist die Batterielaufzeit meines ICD, ein Berliner Qualitätsprodukt, mit durchschnittlich sechs bis sieben Jahren Laufzeit angegeben. Wir sind also im Bonuslevel und das ist vor allem ein erfreuliches Ergebnis.

Damit ist auch schon der nähere Zeitraum eingegrenzt, wann ein Austausch fällig wird. Zur nächsten Untersuchung, die nun sicherheitshalber nicht mehr halbjährlich, sondern vierteljährlich erfolgt, wird die Batterielaufzeit voraussichtlich bei 8 % sein und dann ist ein Austausch angebracht. Dann hätte der metallene Kollege 7,75 Jahre durchgehalten.

Batterie aufladen?

Diese Frage höre ich häufig, ist aber auch sehr einfach zu beantworten. Ein ICD und auch ein Herzschrittmacher sind Geräte, die überaus lange laufen müssen. Mit einem Akku, der mit beträchtlicher Selbstentladung kämpfen muss, ist das nicht zu bewerkstelligen. Daher haben solche Gerätschaften fest eingebaute Batterien, die darüber hinaus auch sehr lange funktionieren müssen.

Der Austausch hört sich kompliziert an, ist es aber üblicherweise nicht. Bei einer örtlichen Narkose wird die Narbe zum alten ICD geöffnet, die beiden Elektroden vom ICD abgenommen, der neue ICD eingesteckt und angeschlossen. Eine Geschichte, die in einer Dreiviertelstunde erledigt werden kann und zu Routineangelegenheiten im Krankenhaus gehört.

Richtig spannend wird es bei den aktuellen Geräteserien, denn da wird deutlich, was für Innovationsdruck herrscht: Der nächste ICD wird nicht nur kleiner sein, sondern Batterielaufzeiten von 10 bis sogar 15 Jahren mitbringen. Wir reden von einer schlappen Verdoppelung der Batterielaufzeit.

So richtig bange ist es mir daher gar nicht. Zum einen lässt sich die Restlaufzeit von ICD sehr gut überwachen und zum anderen kann man kaum böse darüber sein, dass nach fast acht Jahren ein komplett neues Stück Technik eingebaut wird.

Claus Kuge (1948-2019)

Claus lernte ich 2009 kennen, zum damaligen Pforzheimer Oberbürgermeisterwahlkampf für Gert Hager. Gert hatte mich schon ein paar Wochen früher für die Online-Kampagne engagiert, die ich damals in einem angelehnten Stile des Obama-Wahlkampfes durchführen wollte, mit einem richtigen Weblog. 2009 noch eine richtige Sache und Herausforderung, inklusive des damals fast schon obszönen Paradigmas, dass ein Blogger – in diesem Fall der Kandidat – ja aus seiner Sicht spricht und das auch in seinem Blog macht.

Claus Kuge betreute die Werbung des Wahlkampfes und bekam von Gert Hager den Auftrag mit der Maßgabe, dass das Thema Internet von mir weiter betreut werden solle und er, Kuge, sich da mit mir kurzschließen solle. Also rief mich an einem kalten Wintertag Claus Kuge an und lud mich in die Räume seiner Werbeagentur ein.

Ein skurriler Nachmittag folgte. Claus erzählte mir, für welche Firmen er bisher tätig war, dass seine Agentur einst zu den Top 200 in Deutschland gehörte und in seinem wirklich weitgehend blanken Besprechungsraum hingen zwei Bilder von Fotomodels. Auf einem Bild waren sie angezogen und auf einem anderen, exakt gleich inszenierten Bild waren sie alle nackt. Mein Verdacht nach diesem Gespräch war, dass das nix werden würde, rein gar nichts. Einem Werbemann der alten Schule kann ich das Thema Web 2.0 nicht erklären.

Doch es funktionierte und das sogar wahlentscheidend. Denn Claus Kuge hatte die Begabung, aus dem Stegreif umfangreiche Kommunikationsstrategien zu entwickeln und die perfekt in jedes Medium einzupassen. Beim Thema Weblog war er zunächst entsetzt darüber, dass unser gemeinsamer Schützling aus der Ich-Perspektive berichten soll, aber dann bauten wir alle Wahlkampfaktivitäten entsprechend um dieses Paradigma herum. Wir lebten das Bloggen innerhalb weniger Tage und richteten den Wahlkampf danach aus.

Ein sehr guter und enger Freund ist mir Claus Kuge danach geworden, trotz unseres Altersunterschieds von 28 Jahren. Claus konnte – und wollte – zuhören, er wusste für alle kommunikativen Probleme eine Strategie und war professionell genug, sie dann auch zu vertreten. Einen Erfolg fuhr er liebend gerne ein, einen Misserfolg trug er problemlos mit und konnte fair mit Kritik umgehen.

In seiner Aufgabe als einer der sogenannten Obermeister der „Löblichen Singer von 1501“ in Pforzheim, einer der ältesten Bürgerinitiativen Deutschland, war seine Aufgabe vor allem die des Vermittlers. Vermittler gegenüber den Mitgliedern, den Freunden, aber auch gegenüber Skeptikern. Und das in einer kaum nachahmlichen Art in großer Vertrauenswürdigkeit und Autorität, egal ob Jung oder Alt. Ein Mensch, dem Freundschaft viel bedeutete.

Nun starb er Mitte Juli urplötzlich. Die Formulierung „aus dem Leben gerissen“ trifft es erschreckend exakt, denn natürlich hatte er viele Projekte noch im Hinterkopf, viele Gespräche wollten noch weitergeführt werden, an vielen Ideen hatten wir noch nicht fertig gearbeitet. Nicht weil er faul gewesen wäre, sondern weil sie einfach noch nicht fertig gedacht waren und reifen mussten. Guter Wein muss reifen.

Die Lücke, die Claus in Pforzheim hinterlässt, ist zur Zeit bei vielen Menschen – zuallererst bei seinen Angehörigen und seinen Freunden – unermesslich, was sich in der Trauerfeier mit mehreren hundert Gästen ansatzweise zeigte. Immer wieder will man zum Telefon greifen, sich für einen schnellen Kaffee anmelden und etwas kurz besprechen, bei dem man wusste, dass man danach der Lösung schon ein gutes Stück näher war. Das wird fehlen.

Providerwechsel Nr. 2

Im Sommer letzten Jahres wechselte ich von Domainfactory zum Webhoster WebGo. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Das Webhosting war mit undokumentierten Einschränkungen versehen (z.B. beschränkte REST-Zugriffe, die den Einsatz der offiziellen WordPress-App unmöglich machte), hatte im Laufe der Zeit immer häufiger Performance-Probleme zu bestimmten Zeiten (die sich nach mehrmaligen Supportgesprächen über Monate hinweg als Überlastungen durch einen anderen Kunden herausstellten) und einen Support, der mich mehr verärgerte, als er mir helfen konnte.

Mehr will ich zu WebGo gar nicht verlieren, immerhin entließen sie mich nach einer Bitte um vorzeitige Vertragsauflösung ohne Murren einen Monat vor Vertragsende und erstatteten mir zudem die letzte bezahlte Monatsgebühr.

Lession learned: An einem eigenen Server geht kein Weg vorbei

Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen: Mit Webhosting kann ich keinem Kunden und auch meinen Webprojekten wirklich dienen. An einem dedizierten Server störte mich aber lange Zeit die ökologische Sinnlosigkeit, einen Server vor sich hingurken zu lassen, der die meiste Zeit nichts tut und ein kleinwenig das Thema, dass ich mich um die Administration eines eigenen Servers nicht kümmern kann und auch nicht will.

Dennoch: Keine Wahl. Die Optionen für einen Managed Server sind zwar bei einigen Providern gegeben, aber deutlich in einer anderen Kostenklasse. Muss man sich leisten können und/oder entsprechend auf Kundenpreise draufschlagen.

Im Endeffekt ist es nun ein vServer, ein virtueller Server, geworden, der bei 1&1 stationiert ist. Über 1&1 kann man prinzipiell streiten, allerdings habe ich dort schon Exchange-Konten von Kunden im Hosting, da war der Weg nicht weit. Der vServer kommt mit der Administrationsoberfläche Plex Onyx daher und ist weitgehend gut auch für Laien und vor allem für Leute, die nicht ständig an der Kiste basteln können, geeignet.

Die nicht zu unterschätzende Lernkurve

Kein Providerwechsel ohne Lernkurven. Dennoch ist ein eigener Server nochmal eine andere Kategorie. Ich habe es erfolgreich geschafft, 24 Jahre ohne nennenswerte Unix/Linux-Kenntnisse durch das Internet zu kommen und habe jetzt schlicht keine Zeit und keine Muße, mich größer in die Administration einzuarbeiten.

Plesk zu administrieren, ist am Anfang nicht ganz einfach und ohne Grundkenntnisse in Dateiorganisation und Netzwerk nicht zu bewerkstelligen. Die Grundausstattung der vServer von 1&1 ist nicht ganz verkehrt und die Dokumentation stimmt soweit auch, um nach einem Wochenende eine gut funktionierende Umgebung zu haben. Erschwerend kam bei mir hinzu, dass ich bestehende WordPress-Installationen umzuziehen hatte und davon mehrere Installationen Multiuser-Umgebungen sind, die in Sachen Domainmapping vollständig manuell eingerichtet werden müssen. Dem Umstand bin ich mir bewusst und auch dem Vorteil moderner Administrationsumgebungen wie Plesk, WordPress-Installationen aus vordefinierten Paketen zu erstellen und einzurichten. Meine Multiuser-Umgebungen kommen halt teilweise auch Zeiten, wo es solche Sachen mit dem heutigen Komfort eben noch nicht gab. Trotzdem: Never change a running system.

Kosten

Mein vServer kostet im Monat 30 Euro zuzüglich Domains und da bin ich dann wieder in etwa in der Preisklasse meines früheren Domainfactory-Webhostings. Das stört mich aber inzwischen weniger, als letztes Jahr, weil ich gelernt habe, dass ein billiger Webhoster die faire Chance hat, auch ein schlechter Webhoster zu sein. Mit Müll-Hosting kann ich keinem Kunden kommen.

Rivva.de braucht Hilfe und du kannst helfen.

Der Online-Dienst Rivva.de ist mir ehrlich ans Herz gewachsen. Als ein Graswurzel-Nachrichtenprojekt von Frank Westphal gestartet macht es seit zwölf Jahren immer noch genau das: Nachrichten als einen stetigen Fluss sehen und nicht als See. Alles, was ich in Sachen Online-Nachrichten gelernt hatte, war auch ein Stück aus der Kultur von Rivva.de heraus gesehen.

Gebloggt habe ich in diesem bescheidenen Blog jedenfalls regelmäßig über Rivva.de und es ist vieles noch aktuell.

Nun ist Rivva.de immer noch ein Projekt von Frank Westphal und ich habe – so wie viele Nachrichtenjunkies auch – Rivva.de immer noch in meinem Newsreader. Rivva.de hatte in der Vergangenheit immer wieder mal Kooperationen mit Werbe- und Medienpartnern, nun aber braucht es eine neue, nachhaltigere Finanzierung.

Westphal stellt sich ein Abo-Modell vor, das über den Online-Abo-Vermittlungsdienst Steady abgeschlossen werden kann. Das möchte ich jedem Leser an dieser Stelle sehr ans Herz legen, so wie ich jedem Leser Rivva.de selbst ans Herz legen will. Und das nicht nur meinen Nachrichten- und Journalistenkollegen, sondern wirklich allen. Was Google News im Groben ist, ist Rivva.de im Feinen.

Hier geht es lang: Hilfe benötigt: Bitte unterstützt Rivva über Steady

Wechsel der Buchhaltungssoftware und Spaß haben.

Schon Mitte letzten Jahres hatte ich mich entschieden, zum Ende des Jahres die Buchhaltungssoftware zu wechseln. Bis dato nutzte ich Lexware BüroEasy. Beziehungsweise ärgerte mich darum herum. BüroEasy ist das, was früher einmal die deutsche Version von Intuit QuickBooks war und seit 1999 von Lexware vertrieben wird. Und in Sachen Grafik und Bedienung auch ungefähr da stehengeblieben ist.

Da ich buchhalten kann, wäre mir das eigentlich noch relativ egal gewesen, aber leider schleppte Büro Easy eine Reihe von Abstürzen mit sich und die Einbindung von OpenOffice zum Rechnungsausdruck ist bescheiden. Zum Support möchte ich gar nichts mehr schreiben und sagen – der hat eigentlich nur dafür gesorgt, im Dezember endgültig den Schlussstrich am 31. Dezember zu ziehen, den Wartungsvertrag zu kündigen und das neue Jahr mit einer neuen Software zu beginnen.

In meinem Fall ist das nun WISO MeinBüro Plus. Es ist zwar ebenfalls nicht das schnellste Programm auf dem Planeten und leidet etwas in der Auflösung der Ansicht, die mit HiDPI-Bildschirmen nichts anfangen kann, aber ansonsten gibt es rein gar nichts zu meckern, weil sich Leute offenkundig darüber Gedanken machen, eine Buchhaltungs- und Fakturasoftware für Menschen zu entwickeln, die auch lernfähig ist.

Nur ein Beispiel: Die Buchung von Bewirtungsbelegen ist etwas, die BüroEasy nicht automatisch kann. Man bucht also einen Bewirtungsbeleg und bucht als zweiten Vorgang manuell einen Buchungssatz zum Abzug der 30 % nicht abzugsfähigen Kosten. Vorlagen für diesen Standardbuchungssatz gibt es nicht, man muss sich das alles selbst anlesen und jedes Mal daran denken. In WISO MeinBüro gibst du den Beleg an und so bald „Bewirtungskosten“ ausgewählt wird, denkt die Software automatisch daran und bucht alles notwendige. Zwei Minuten geschenkte Zeit.

Und so geht es dann durch und durch, bis hin zur Rechnungserstellung. Obwohl ich lange Jahre ein Feind von Formulareditoren war und lieber mit einem Export auf Office meine Rechnungen machte, nutze ich den eingebauten Formulareditor liebend gern. Denn der funktioniert und hat von Anfang an ein vernünftiges Aussehen mit allen notwendigen Informationen. Allein hier spare ich mir jeden Monat mindestens eine halbe Stunde Zeit. Der Kontenabruf funktioniert ebenfalls und bei der Zuordnung schlägt WISO MeinBüro auch entsprechende Buchführungskonten vor. Kennt der BüroEasy-Kunde so auch nicht.

Hinter den Kulissen funktioniert WISO MeinBüro Plus mit einem richtigen, kleinen Datenbankserver und benutzt bei so Leuten, die so wie ich eine Einnahmen-Überschussrechnung machen müssen, einen vereinfachten Kontorahmen, der sich nach den Feldern des Formulars EÜR der Steuererklärung richtet. Das ist bei Lexware BüroEasy ein echtes Manko, denn dort bucht man auch als Kleinunternehmer mit einem Kontenrahmen für die doppelte Buchführung und hat da auch noch das Problem, dass eine Vielzahl von Konten gar nicht voreingerichtet sind und manuell eingerichtet werden müssen.

Unterm Strich kostet mich WISO MeinBüro Plus rund 40 Euro mehr im Jahr. Die zahle ich aber liebend gern, weil das Ding echte Zeitersparnis für mich bedeutet.