TiddlyWiki 5 im Betatest.

Es gibt wenig Software, die mich auch nach Jahren noch so begeistern können, wie am ersten Tag. Dazu gehört TiddlyWiki, das „Hosentaschen-Wiki“. Letzteres deshalb, weil das Wiki komplett in einer HTML-Datei Platz findet und in dieser HTML-Datei alles mitbringt – JavaScript-Programmlogik, CSS-Aussehen und die gesamten Wiki-Inhalte als gespeicherte Datensätze. So eine TiddlyWiki-Datei wird dann mitunter auch gern mal einige Megabyte groß, aber hat eben den unschlagbaren Vorteil, dass es als schnell angelegte Datei eben in den unterschiedlichsten Browsern lokal funktioniert. In der Vor-Google-Keep-Zeit und für Daten, die ich nicht in der Google-Cloud sehen will, setze ich auch heute noch TiddlyWiki oft und gern ein und bin dank dieser Begeisterung seit 2006 der Maintainer der deutschen TiddlyWiki-Übersetzung.

Aktuell befinden wir uns im 2.8-Versionsstrang und TiddlyWiki kommt inzwischen an seine Grenzen. Die sind sicherlich nicht in der Performance zu finden, sondern vor allem im Umstand, dass es inzwischen viele JavaScript-Bibliotheken und eine Menge an heute üblichen Browser-Features gibt, die eine komplette Neuprogrammierung von TiddlyWiki bedingen. Daran basteln die Macher schon eine ganze Weile herum und dass sie es mit der Neuprogrammierung ernst meinen, sieht man vor allem dadurch, dass das „neue TiddlyWiki“ nicht als Version 3 daherkommen wird, auch nicht als Version 4, sondern gleich als Version 5.

TiddlyWiki 5 kann vieles wirklich besser. Es ist schneller, es sieht modern aus, es lässt sich sehr einfach grafisch anpassen (das ist mit dem klassischen TiddlyWiki leider ein ziemlicher Krampf), der Import von Inhalten ist extrem vereinfacht worden und das Editieren von Inhalten macht nun endlich auch Spaß mit einer floating Textbox. Hinter den Kulissen werkelt ein ziemlich komplett umgeschriebener Programmcode, der natürlich auch weiterhin auf JavaScript basiert. Es passt immer noch alles in eine HTML-Datei hinein.

Ich habe jetzt einige Tage mit der Version 5.0.5-beta getestet und gespielt und bin sehr angetan. Das Ding läuft besser, als ich erwartet habe und wenn nicht noch einige wichtige Teile der Roadmap fehlen würden, wäre TiddlyWiki 5 eigentlich schon fast reif für die Außenwelt. Die Macher machen aber vieles sehr richtig und dazu gehört eben das Hinzufügen von Programmmodulen nach und nach und nicht alles gleichzeitig. So fehlt aktuell zum Beispiel noch komplett die Multilingualität; es gibt also aktuell keine Übersetzungen der Bedienoberfläche in andere Sprachen außer Englisch.

Und da sind wir auch am Punkt, denn logischerweise habe ich auch noch keine Übersetzung für TiddlyWiki 5 parat und mangels Spezifikation auch noch nicht angefangen. Da sich die Text-Strings voraussichtlich nicht sonderlich groß ändern werden, dürfte der Großteil der bisherigen Übersetzung ziemlich einfach übernommen werden, aber das kann ich alles erst sagen, wenn es dann soweit ist und die Multilingualität in den Betatest kommt.

Und eine Änderung an meiner Übersetzungsarbeit wird es dann auch geben: Übersetzungsdateien für zukünftige TiddlyWiki-Versionen werden als Common Creative lizenziert werden. Mir war das Lizenzthema noch nie sonderlich wichtig, allerdings haben doch immer wieder mal Nutzer wegen der Lizenz nachgefragt, da TiddlyWiki hin und wieder auch in Unternehmen eingesetzt wird. Das war mir dann so wichtig genug, dass ich den Sprung auf TiddlyWiki 5 dann auch für klare Lizenzangaben nutzen möchte.

Zeitplan gibt es zu alldem aktuell noch keinen. TiddlyWiki 5 soll final im Laufe der nächsten Monate erscheinen. Die Multilingualität erwarte ich für die nächsten drei Monate und dann werde ich zeitnah eine deutsche Übersetzung vorbereiten und bereitstellen. Bis dahin empfehle ich jedem Interessierten einen Test von TiddlyWiki 5 (allerdings bitte nicht mit Produktivdaten).

Banking für Fortgeschrittene: Subsembly Banking 4.

Bis zum Mai diesen Jahres habe ich für meine Online-Banking-Aktivitäten die Software Starmoney verwendet und die immerhin für viele Jahre seit der Version 3. In der Zwischenzeit ist Starmoney bei Version 9 angelangt und das einzig schöne daran ist, dass ich Starmoney nicht mehr benutzen muss. Im Laufe der Zeit wurde Starmoney immer größer, immer schwerfälliger, immer langsamer und das wirklich ätzende an Starmoney ist, dass zum Rendern unter Windows die Engine vom Internet Explorer verwendet wird. Der Spaßfaktor – sofern man beim Online-Banking von Spaß reden kann – hielt sich bei Starmoney in sehr engen Grenzen.

Mehr oder weniger durch Zufall stolperte ich im Mai daher auf eine Software namens Banking 4 vom Unternehmen Subsembly aus München. Banking 4 ist eine Bankingsoftware, die es für verschiedene Plattformen gibt, derzeit für Windows und als mobile Version für iOS und für Android. Und es fängt schon mal bei der Dateigröße an: Der Installer der Windows-Version ist gerade einmal 3,4 Megabyte groß (wohlgemerkt, das ist der komplette Installer, da wird nichts nachgeladen). Zum Vergleich: Der Installer von Starmoney 9 ist satte 175 Megabyte groß.

Mit 3,4 Megabyte kommt eine komplette Bankingsoftware daher, die sich in kürzester Zeit installieren und einrichten lässt. Spannend ist da vor allem ein Installationsdetail, denn die Software lässt sich unter Windows komplett autonom auf einen externen Datenträger installieren, zum Beispiel auf einen USB-Stick. Da ich immer wieder auf ein Notebook wechsle, ist mir das gerade beim Banking wichtig und ich habe mir bei Starmoney bisher dadurch beholfen, in dem ich die Datenbank, in der meine Konten gespeichert sind, auf einem USB-Stick hatte und Starmoney auf PC und Notebook installiert hatte. Eine Notlösung, denn so musste ich natürlich zwei Starmoney-Installationen pflegen. Subsembly Banking 4 installiert sich bei einer USB-Stick-Installation komplett in ein Verzeichnis auf denselbigen, mit allem Pipapo. Und braucht dort auch nur schlappe 6 Megabyte Speicherplatz. Quasi nichts.

Und auch plattformübergreifend funktioniert der Datenaustausch einwandfrei, denn die gespeicherte Benutzerdatenbank funktioniert so auch unter iOS und Android. Die Macher denken da vor allem an die Dropbox als externe Cloud, auf die die mobilen Banking-4-Apps auch zugreifen können. Kann man machen und ist mit einem hinreichend komplexen Passwort sicherlich auch nicht sehr problematisch, aber für mich nix. Selbst wenn man aber die Benutzerdatenbank von Hand geräteübergreifend verschiebt, funktioniert der Zugriff plattformübergreifend.

Beispiel: Meine normale Benutzerdatenbank für das Banking liegt auf dem USB-Stick. Würde ich jetzt eine Woche in Urlaub gehen, könnte ich diese Benutzerdatenbank einfach auf mein Android-Tablet verschieben und könnte auf diese Datenbank mit Banking 4A (die Android-Version von Banking 4) direkt auf diese Datenbank zugreifen können und hätte nach der Passworteingabe den gleichen Zugriff auf meine Konten, wie zu Hause am PC. Und wäre ich wieder zurück aus dem Urlaub, würde ich die Benutzerdatenbank einfach wieder zurück auf meinen USB-Stick schieben und dort weitermachen.

Banking 4 kennt die gängigen Banking-Standards HBCI, HBCI+ und FinTS und funktioniert daher mit den meisten Banken auf Anhieb. Für die meisten Banken ist daher die Bankleitzahl und die Zugangsdaten zum Online-Banking schon ausreichend, um das Konto erfolgreich anzulegen. Nach dem Start präsentiert sich eine kleine, sehr aufgeräumte Software, die sofort auf den ersten Blick sagt, wie es auf den Konten ausschaut. Da ich bei meinem Full-HD-Bildschirm Programme höchst selten auf Fenstergröße aufziehe, ist das Banking hübsch und klein und übersichtlich.

Mit was Banking 4 wirklich glänzt, ist Tempo. Das Programm ist sofort geöffnet, der Kontenrundruf in Sekunden erledigt, auf der Übersichtsseite bekommt man mit den aktuellen Salden und den letzten Vorfällen einen groben Überblick und dann ist das Ding auch schon wieder geschlossen. Klickt man auf ein Konto, springt es sich in die Kontenansicht, in der alle Vorfälle detailiert aufgelistet sind.

Von hier aus lassen sich natürlich auch Vorfälle starten, hier auch mit allem, was so üblich ist. Überweisungen, Überträge, Lastschriften sind allesamt schon SEPA-fähig und schnell vorgenommen, zudem gibt es bei wiederkehrenden Vorfällen die Möglichkeit, eine bereits vollzogene Kontenbewegung als Vorlage für einen weiteren Vorfall zu nehmen. In Sachen TAN funktionieren die meisten Verfahren wie Smart-TAN, Chip-TAN, Mobile-TAN und Photo-TAN.

Und selbst das Ausprobieren ist risikolos, denn die Windows-Version gibt es 30 Tage zum kostenlosen Testen, die Android- und iOS-Apps als kostenlose Starter-Version für ein Kreditinstitut. Die Windows-Vollversion schlägt mit 19,90 Euro zu Buche, die mobilen Apps mit je 4,99 Euro. Das ist für Banking-Software eher das untere Limit und in meinen Augen jeden Cent wert.

In Sachen Support kann ich ebenfalls nur Gutes berichten. Ich habe den Support zwei Mal per Mail in Anspruch genommen und hatte in beiden Fällen am gleichen Tag eine Antwort, die mir weiterhalf.

WordPress, RSS und die Möglichkeit einer Digest-Seite.

Seit einiger Zeit brüte ich über eine akute Schwäche vieler Weblogs: Da hast du ein Weblog, sogar richtig viele Hundert Artikel drin und es kommt ein Neuleser. Der findet auf den ersten Blick auf der Startseite erst einmal nur die zehn Artikel und mehr nicht. Vielleicht gibt es noch einen Einführungsartikel, aber der steht meist nicht auf Seite 1 und macht generell nur verhältnismäßig wenig Eindruck auf den Leser.

Nun gibt es bei Web-Entwickler zwei Fraktionen: Die einen, die ein Blog darin sehen, dass auf der ersten Seite bereits das Blog passiert und die ersten zehn Artikel dort aufgeführt werden und die anderen, die die Seite 1 eines Blogs lieber als Portal haben möchten und Artikel dort anteasern. Ich bin – für ein Weblog wohlgemerkt – Anhänger der Theorie 1. Ein Blog muss auf Seite 1 passieren. Das ist das größte Unterscheidungsmerkmal zu einer normalen Website.

Nun aber zu der besagten Schwäche: Wäre es nicht wenigstens schön, wenn es eine Seite 2 gäbe mit echten Highlight-Artikeln aus der Blog-Vergangenheit? Wie oft schreibt man einen Blog-Artikel, nimmt sich richtig viel Zeit und Schmalz und dann läuft das Ding nach zehn Artikeln unten durch und verschwindet im Archiv? Zu oft. Und auf so einer Seite 2 könnte man so ein Archiv aufbauen, sozusagen mit den Highlightartikeln, schön angeteasert oder auch einfach nur mit Überschrift versehen.

An so einer Seite 2, wie gesagt, zahne ich schon eine ganze Weile herum und habe auch schon an einer Programmlogik gemalt, bis mir eine Standardtugend bei solchen Fragestellungen eingefallen ist: Erst mal schauen, ob WordPress das nicht mit RSS-Bordmitteln kann. Und ja, WordPress kann. Denn WordPress kann nicht einfach nur den RSS-Feed der letzten zehn Artikel bereitstellen, sondern auch Feeds zu einzelnen Kategorien. Und zu einzelnen Schlagwörtern. Und – nun wird es spannend – auch Kombinationen von Kategorien und Schlagwörtern.

Nehmen wir an, wir haben in einem Weblog die Artikelkategorie „Technik“, die die interne Kategorie-ID 2 hat. Nun schreibe ich in dieser Kategorie beispielsweise zehn Artikel und zwei dieser Artikel finde ich so gut, dass ich sie gern auf die Seite 2 nehmen würde, sozusagen auf die „Besim’s Digest“. Die sehr einfache Vorgehensweise ist nun, diese zwei Artikel mit einem zusätzlichen WordPress-Tag zu versehen, beispielsweise mit „Highlight“.

Der nächste Schritt ist nun, auf der besagten Seite 2 eine Programmlogik zu integrieren, die einen RSS-Feed ausliest und parst. Und der lautet folgendermaßen:

http://blogname.de/feed/?tag=Highlight&cat=2

Dieser Aufruf des RSS-Feeds ruft demnach nur die Artikel auf, die mit dem Begriff „Highlight“ getaggt sind und in der Kategorie-ID 2 laufen. Fertig.

UStER v1.1.

UStER, mein kleiner, sehr simpler Umsatzsteuerrechner, erfreut sich schon nach kurzer Zeit großer Beliebtheit. Jeden Tag mindestens ein Besuch, an den meisten Tagen ist das der treue Googlebot – das spricht für eine sehr schnelle Akzeptanz in der Netzcommunity. Ist ja auch so, dass praktisch jeder jeden Tag zigmal die Umsatzsteuer aus Beträgen herausrechnen muss oder umgekehrt.

Immerhin: Heute ein Featureupdate. Bisher waren nur zwei Mehrwertsteuersätze abgebildet, nämlich die Sätze in Deutschland, also 7 und 19 Prozent. Ab jetzt kann UStER schlappe 28 Mehrwertsteuersätze, nämlich alle die, die innerhalb der EU eingesetzt werden. Man kann da nebenbei über so Sätze wie 27 Prozent staunen, ebenso über so krumme Dinger wie 9,5 oder 2,1 Prozent.

Voreingestellt bleibt weiterhin der Satz von 19 Prozent, den wir hier in Deutschland hauptsächlich verwenden. Vielleicht setze ich im nächsten Update einen Cookie oder denke mir irgendeine andere Sauerei aus, um das Denken des Nutzers zu erleichtern. Der ganze Umsatzsteuerkrempel ist schon krass genug.

Say hello to „UStER“.

Heute Nachmittag wollte ich ein paar Dinge ausprobieren:

  • Das Grid-Framework Bootstrap (sehr cool, sehr mächtig, aber es reicht kein einzelner Nachmittag, um halbwegs durchzusteigen).
  • Die JavaScript-Bibliothek Add to home screen zum Einbinden eines Link-auf-Homescreen-Hinweis auf iPhone/iPad (sehr simpel und wirkungsvoll).
  • Die neuen responsiven Werbebanner von Google AdSense.

Herausgekommen ist dabei ein kleines Web-Tool namens „UStER“, ein Umsatzsteuerrechner. Jeder, der umsatzsteuerpflichtig ist, kennt immer wieder das Problem, dass man aus einem Betrag die Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer abziehen muss und dazu einen Taschenrechner braucht. Der rundet aber nicht (wenn er nicht programmierbar ist) auf zwei Stellen und weil man ja denkfaul ist, braucht man eben ein Tool dafür. Das dann aber bitteschön eben nicht nur im Browser am PC, sondern auch am mobilen Browser funktionieren soll.

UStER macht das und zwar auf Basis von JavaScript, das beim Aufruf in den Browser geladen wird und auch nur dort die Berechnungen tut. Es gibt also kein Datenschutzthema, so lange nicht dein Browser kaputt ist und selbst undicht. Und die Bedienung ist herzlich einfach.

Und wie gesagt: UStER eignet sich als Lesezeichen auf PC, Tablet und Smartphone, speichert nix und kostet nix. Dafür hat es einen hässlichen Namen, aber ELSTER ist ja auch nicht unbedingt besser.

TiddlyWiki und neuere Firefox-Versionen.

Heute gab beim Aktualisieren der deutschen Übersetzungsdatei für TiddlyWiki eine ärgerliche Situation: Die TiddlyWiki-Datei, aus der die Übersichtsseite für die Übersetzung besteht, ließ sich nach dem Editieren nicht mehr mit Firefox speichern. Alles, was ich probierte, schlug weitgehend fehl, so dass ich dann in meiner Verzweiflung sogar kurzzeitig Google Chrome anwerfen musste, um überhaupt die Übersetzungsdatei online zu bekommen.

Da dieses Problem mit Firefox offenkundig laut einigen Kommentaren immer häufiger auftritt, habe ich mich mal eingehender mit dem Thema beschäftigt, leider mit einem eher unbefriedigenden Ergebnis.

Fakt ist wohl leider, dass Firefox mit eigenen Bordmitteln und auch mit dem TiddlySaver.jar (der auch dann nur funktioniert, wenn eine Java-Runtime-Umgebung installiert ist) insofern nicht mehr korrekt arbeitet, als dass das Speichern nicht mehr möglich ist, ich vermute aus Sicherheitsgründen, was allerdings unbestätigt ist. Diverse Tricks mit der prefs.js von Firefox funktionieren nicht, zumindest nicht bei den hier getesteten Firefox-Versionen 17 und 18.

Damit ist das Thema TiddlyWiki mit Firefox leider ein deutliches Stück umständlicher geworden, denn Abhilfe schafft nur ein Firefox-Plugin namens TiddlyFox. Das ist von Jeremy Ruston, dem Macher von TiddlyWiki, geschrieben und gepflegt und muss in jeden Firefox installiert werden, mit dem TiddlyWiki-Dateien bearbeitet werden können sollen. Zum reinen Anschauen ist das Plugin also nicht erforderlich, sondern nur für die Fälle, in denen TiddlyWiki-Dateien auch wieder gespeichert werden sollen. Wie gesagt … ärgerlich, weil damit die eigentlich ganz hübsche Autonomie von TiddlyWiki-Dateien zumindest mit der Nutzung von Firefox als Webbrowser hops geht, dennoch ist Firefox immer noch eine Empfehlung wert, dann nun eben mit der Plugin-Krücke.

Wer mehrere Firefox-Installationen auf verschiedenen Rechnern betreibt, muss also leider überall dafür sorgen, dass das TiddlyFox-Plugin in jeder Installation installiert wird. Alternativ gibt es hier die Möglichkeit, mit Mozilla Sync zu arbeiten, das sorgt nämlich seit einiger Zeit auch dafür, dass neben Lesezeichen und Browser-Einstellungen auch eventuell installierte Plugins mit anderen Installationen des gleichen Accounts synchronisiert.

HTML-Tabellen in WordPress.

WordPress kommt mit dem Editor namens TinyMCE daher. Das kann man als Nachteil sehen, denn jedes wirklich gute Content Management System kommt gern mit einem Editor daher, der WYSIWYG-Editieren ermöglicht, also das Template der eigentlichen Website dazu nutzt, im Editor eine Fast-wie-echt-Ansicht zu ermöglichen.

Nun gut, wir können darüber streiten, ob nun WordPress mit TinyMCE gut bedient ist oder nicht. Ich finde: Ja, es ist soweit ganz gut damit bedient. Und WordPress lebt vor allem davon, dass es in der Entwicklung selten mal gigantomanische Entwicklungszyklen hat, sondern alles nach und nach eingebaut wird.

Was wiederum viele Nutzer von WordPress am Editor stört, ist eigentlich gar keine echte TinyMCE-Schuld: Fehlende Features. Tatsächlich ist TinyMCE in WordPress in einer eher abgespeckten Variante am Start. Einer der Dinge, die am schmerzlichsten vermisst werden, sind zweifellos die Möglichkeiten, eine HTML-Tabelle in einem Artikel zu integrieren. Das kann man, wenn man den WordPress-eigenen TinyMCE-Verschnitt nutzt, nur dadurch, in dem man ein HTML-Tabellenkonstrukt über die HTML-Ansicht in den Editor hineinklatscht und den dann entsprechend editiert. So ätzend, dass man im Zweifelsfall tatsächlich eher darauf verzichtet, HTML-Tabellen in Artikel zu nutzen. Ich spreche aus Erfahrung und das nicht nur mit meinem Blog, sondern auch mit Kundenprojekten, in denen mitunter sehr schwer vermittelbar ist, dass derWordPress-Editor HTML-Tabellen aus nicht nachvollziehbaren Gründen von Hause aus nicht mag.

Eine elegante Lösung gibt es, wie immer (und die eigentliche Stärke von WordPress) per Plugin. Und da gibt es gleich eine ganze Reihe von Plugins, die sich dem Thema HTML-Tabellen widmen. Der tatsächlich eleganteste Weg ist aber, WordPress per Plugin eine „richtige“ Version von TinyMCE zu spendieren. Willkommen bei TinyMCE Advanced!

TinyMCE Advanced ermöglicht nicht nur eine vollständig selbstdefinierbare Anordnung und Zusammenstellung der üblichen Buttons im Editor (mal ganz ehrlich… wer braucht schon das Symbol für die Rechtschreibprüfung?), sondern liefert auch eine Reihe von TinyMCE-Erweiterungen mit. Unter anderem eine für das Einfügen von HTML-Tabellen. Das folgende Bild spricht Bände:

Ich habe mir tatsächlich meine Symbolleiste gleich so zusammengeklickt, dass die zweite Reihe nur noch die HTML-Tabellenerweiterungen enthält und die Auswahl für die Überschriften in die erste Reihe gewandert ist. Dafür sind dann in der ersten Reihe so sinnarme Dinge wie die Rechtschreibprüfung oder die Suchfunktion weggefallen. Braucht kein Schwein bzw. das Schwein Besim nicht. (Anmerkung: Rechtschreibprüfung deshalb nicht, weil das Firefox für mich übernimmt).

Installation? Sehr einfach. Im WordPress-Dashboard in die Plugins-Rubrik wechseln (links in der Navigation der Stecker) und dort „Installieren“ wählen. Dann in der Plugin-Suche „TinyMCE Advanced“ eingeben, auswählen und automatisch installieren lassen. Die individuellen Einstellungen kann man dann, wenn das Plugin installiert ist, bequem in den WordPress-Einstellungen vornehmen, dort gibt es dann nämlich eine eigene Einstellungsseite für TinyMCE Advanced. Und diese Einstellungsseite ist auch wunderbar klickibunti, so dass auch Automatikfahrer zu schnellen Erfolgen kommen. Und wer absolut nicht klarkommt, kann auf dieser Einstellungsseite die gemachten Einstellungen auch wieder mit einem Klick zurücksetzen. Und wer dann doch lieber wieder kuppeln mag, kann auch einfach das Plugin wieder deinstallieren und lebt einfach so weiter, wie vorher.

Firefox 7 – und es geht doch!

Eigentlich bin ich Firefox-Fanboy, seit der ersten Stunde und eigentlich auch noch weit davor. Angefangen mit dem Netscape Navigator 2.0, der eine Ausgeburt an wackeligem Surfen war, war Netscape, Mozilla, Firefox und Thunderbird immer meine allererste Wahl in Sachen Webbrowser.

So richtig blöd wurde Firefox ab der Version 4. Der Hunger nach Arbeitsspeicher wurde immer mehr und mehr und ich kann wirklich nicht akzeptieren, wenn ein Webbrowser mit maximal 10 geöffneten Tabs mal eben so ein halbes Gigabyte Arbeitsspeicher abgreift und dennoch nicht wirklich flott unterwegs ist. Arbeitsspeicher habe ich ja nicht extra für Firefox gekauft. Mit Firefox 5 und 6 wurde das alles auch nicht besser, aber der Hinweis, dass für Firefox 7 geplant ist, den Speicherhunger zu begrenzen und zudem in Sachen Geschwindigkeit einiges zu tun, ließ hoffen.

Heute nun ist Firefox 7 veröffentlicht worden und lässt sich über die normale Update-Funktion herunterladen und installieren. Und der erste Eindruck ist positiv. Der Arbeitsspeicherverbrauch pendelt sich bei fünf Tabs (Backend meines Weblogs, Facebook, Google Reader, Empire Avenue und SPIEGEL Online) gerade bei rund 150 MB ein, das ist akzeptabel. Das Tempo beim Rendering ist deutlich flotter, gefühlt bewegt es sich nun erheblich näher an Google Chrome, auch wenn letzteres immer noch in einer eigenen Liga spielt. Es geht aber deutlich etwas. In Sachen Stabilität und weitere Performance werde ich mal die nächsten Tage weitertesten und ggf. nochmal was darüber bloggen. Aber generell gilt für alle, die von Firefox in der letzten Zeit erheblich genervt wurden – Firefox 7 testen.

Kleiner Nachtrag: Auch Thunderbird hat ein Update verpasst bekommen und ist nun auch auf Version 7. Konnte ich aber noch nicht antesten, weil zwei wichtige Plugins, die ich einsetze, (noch) inkompatibel für Version 7 sind. Erfahrungsgemäß sind Thunderbird-Updates jedoch eher konservativ.

TiddlyWiki 2.6.3.

Letzte Woche kam einigermaßen unbemerkt ein TiddlyWiki-Update auf 2.6.3 auf die Welt. „Einigermaßen unbemerkt“ vor allem deshalb, weil ich von der Entwicklung deshalb nichts mitbekommen habe, weil die Entwickler schon vor einigen Monaten angefangen haben, die Entwicklungsumgebung auf Github zu wechseln. Anstatt die alte Umgebung irgendwann mal zu killen, basteln sie einfach auf der neuen, während meine RSS-Feeds noch munter auf die alte zeigten. Das „Grrr!“ war aber nur kurz, denn eigentlich war dieser Schritt schon längst überfällig, nachdem TiddlyWiki lange Zeit sowohl auf einer Subversion-Umgebung, als auch auf Trac entwickelt wurde.

Nun, TiddlyWiki gibt es nun also in Version 2.6.3, die deutsche Übersetzung ist nun auch angepasst. Die Änderungen gegenüber 2.6.2 sind, die Versionsnummer lässt es schon anklingen, eher minimal. jQuery ist auf 1.6.1 aktualisiert, Tiddler kommen nun mit korrekten DOM-IDs daher, die Timeline hat nun Template-Support, der Tiddler „SystemSettings“ ist nun ein echter Schattentiddler und so weiter und so fort. Vom Prinzip her ein Wartungsupdate.

Ich habe meine Übersetzungsseite nun auch einmal genutzt, etwas Handbucharbeit zu machen und ein paar Dinge aufzunehmen, die ich schon seit einer ganzen Weile auf Halde hatte. Den Anfang macht eine Übersicht über das TiddlyWikiMarkup, also die Art und Weise der Textauszeichnung. Der geneigte TiddlyWiki-Anwender soll bitte auch langfristig kein richtiges Handbuch von mir erwarten. 😉

WordPress MU.

Die Zeiten, in denen ich für eine Blog-Operation mal eben so dieses kleine, bescheidene Weblog für Stunden oder gar Tage lahmlegen konnte, scheinen vorbei. Sonst hätte der geneigte Leser gemerkt, dass gestern Abend ein Großumzug stattfand und das weitgehend ohne Ausfälle. Gestatten, dieses Weblog ist nicht mehr auf einer WordPress-Einzelinstallation zu Hause und schnattert auch nicht mehr im Chor mit den vielen anderen Einzelinstallationen auf meinem Hostingaccount, sondern alle sind jetzt Eins; alle sind jetzt in einer WordPress-Multiuser-Installation zu Hause. Hier spielt nun WordPress MU die Geige.

Im Prinzip ist WordPress MU ein ganz normales WordPress, das jedoch nicht nur ein Blog beheimatet, sondern beliebig viele. Dazu bohrt ein entsprechend konfiguriertes WordPress die Datenbankinstallation so auf, dass für mehrere Blog-Instanzen dort Tabellen angelegt werden können. Die gesamte Multiuser-Funktionalität bringt also WordPress (inzwischen) von Hause aus mit. Und tatsächlich funktionieren inzwischen auch die meisten Plugins und Themes mit der Multiuser-Umgebung, bis auf wenige Ausnahmen, für die es aber, wenn man entsprechend sucht, auch Alternativen gibt.

Die Vorteile einer Multiuser-Umgebung überwiegen deutlich:

  • WordPress MU läuft deutlich flotter, als eine Einzelplatzinstallation. Warum das so ist und ob das tatsächlich mehr als nur ein gefühlter Eindruck ist… i dunno.
  • Eine gemeinsame Benutzerdatenbank für alle Instanzen, was sich sehr schön vor allem dort macht, wo ein Autor auf mehreren Parketts zu tanzen hat.
  • Etablierung einer einheitlichen Umgebung mit einem definierten Satz an Plugins. Jeder, der ein WordPress aufsetzt, kennt die Zeit, die man dazu verschwendet, die vielen essentiellen Plugins zu installieren, die man so braucht. Wenn ich hier ein neues Blog einrichte, greife ich auf den bereits installierten Plugin-Bestand zu und schalte mir nur das dazu, was ich in der Instanz auch wirklich brauche.
  • Es gibt nur noch eine WordPress-Installation zu pflegen, der Update-Aufwand für WordPress und die mehr oder weniger vielen Plugins beschränkt sich nur noch auf diese eine Installation.

Der Zweck dieses Spaßes, an dem ich schon zwei Wochen arbeite und bei dem, wie sich das gehört, zuerst ein Kunden-Weblog daran glauben musste, bevor der Administrator sein eigenes Spielzeug umzieht, ist das Aufblasen und der Testflug eines Versuchsballons. In der Tat ist es so, dass im Providerumfeld beim Anbieten von Diensten (dem so genannten Application Service Providing) die Wertschöpfung schon beim Hosting des Dienstes beginnt. Je effizienter das Hosting ist, desto performanter laufen die Dienste, desto schneller sind sie eingerichtet und desto weniger Pflegeaufwand hat man mit ihnen.

Tatsächlich haben auch wir mit WordPress-Einzelinstallationen angefangen (man kennt das ja, „mach‘ mal schnell ein WordPress klar“), aber eine Multiuser-Umgebung ist letztendlich eine unumgehbare Pflicht. Je früher man das erkennt, desto schmerzärmer wird es.