Die Santander Bank will kein Geld.

Bin ich froh, dass ich schon vor eineinhalb Jahren die Waffen gestreckt und die GE Money Bank verlassen habe. Denn diese (also die GE Money Bank Deutschland) wurde von der Santander Bank aufgekauft und die haben ganz abenteuerliche Schilder an der Türe, mit denen eigentlich nicht anderes getan werden soll, als Gewinner – also Leute, die noch Geld besitzen – abzuwehren:

"Wichtige Informationen" der Santander Bank

Was macht eine Bank, die kein Geld nimmt oder gibt, eigentlich sonst so? Fußmassage? Professionelle Zahnreinigung? Oder einfach einen Mister Minit?

(Disclaimer: Ich bin großer Fan von Mister-Minit-Shops. Es gibt wenig Dinge, die man dort nicht repariert bekommt.)

Tagesgeldkonto versus Verrechnungskonto.

Kunden der Comdirect Bank haben seit heute ein neues Konto namens "Verrechnungskonto". Das ist eigentlich nicht neu, sondern der neue Name des bisherigen Tagesgeldkontos, das, so die Comdirect Bank, zur besseren Unterscheidung zum "echten" Tagesgeldkonto (das "Tagesgeldkonto PLUS" heißt) umbenannt wurde.

Möglicherweise heißt es aber nun auch nur noch deshalb Verrechnungskonto, weil der Zinssatz, der vor einigen Wochen immerhin noch gewaltige 0,1 % p.a. betrug, inzwischen bei genau 0,0 % p.a. gelandet ist. Da von Tagesgeldkonto zu sprechen, ist in der Tat eher infam.

Das "echte" Tagesgeldkonto wird mit derzeit 2,0 % p.a. noch einigermaßen vernünftig verzinst, allerdings inzwischen auch gestaffelt, so dass es für größere Geldsummen keine sinnvolle Parkmöglichkeit mehr ist. Das ist aber auch nicht Sinn eines Tagesgeldkontos.

Überraschung vom Telekom-Aktionärsservice.

Dass mich die Telekom umfassend überrascht und verblüfft, kommt inzwischen eher selten vor. Das liegt ausdrücklich nicht daran, dass ich nicht zufrieden wäre mit den Dienstleistungen, die ich von der Deutschen Telekom in Anspruch nehme, sondern ausnahmsweise mal mit dem Aktionärsservice der Deutschen Telekom.

Der Aktionärsservice bietet schon seit einigen Jahren die Möglichkeit, sich Einladungen zur Hauptversammlung nicht mehr per Briefpost, sondern per E-Mail zukommen zu lassen. Das kommt mir durchaus so entgegen, dass ich mir eigentlich Hinweise darauf, auf der Website des Aktionärsservice vorbeizuschauen, weil dort nun eine Einladung zur Hauptversammlung vorliegt, selbst dann zuschicken lassen würde, wenn diese nicht verschlüsselt in der Mailbox landen würden.

Man kann aber optional eine E-Mail-Verschlüsselung anfordern. Und das wirklich überraschende: PGP-verschlüsselt, wenn man seinen Public-Key in sein Aktionärsprofil aufnimmt. Das habe ich in spontaner Ergriffenheit und der traurigen Gewissheit, einer von den ungefähr 17 Menschen in Deutschland zu sein, die regelmäßig PGP/GnuPG einsetzen, sofort getan und tatsächlich: Die Bestätigungsmail darauf kam PGP-verschlüsselt. Es geschehen Zeichen und Wunder. Und das auch bei der Lufthansa, denn dort funktioniert es ganz genauso.

Zufall ist das übrigens keiner, denn beide Aktiengesellschaften nehmen, wie einige andere Aktiengesellschaften auch, für die Aktionärsregisterverwaltung die Dienstleistungen eines Unternehmens namens Adeus – ein Tochterunternehmen der Allianz AG – in Anspruch, das genau diese Dinge im Auftrag übernimmt.

Ein Steuergeschenk.

An mich adressierte Post vom Finanzamt begegne ich immer mit etwas Respekt. Ich habe mir zwar nach wie vor nichts vorzuwerfen, habe an sich auch nur gute Erfahrungen mit „meinem“ Finanzamt gemacht, allerdings ist das eben das Finanzamt und die Behörde, mit der ich am meisten zu tun habe.

So wie viele andere auch, kam heute unaufgefordert ein korrigierter Bescheid für das Steuerjahr 2007 nach Hause, bei dem die Pendlerpauschale entsprechend angepasst wurde, nachdem das Bundesfinanzministerium für seine wackelige Gesetzgebung, erst ab 20 Kilometer Anfahrt zum Büro die Pauschale zu genehmigen, abgestraft wurde. Eingebracht hat mir dieses einkassierte Gesetz, so wie bei vielen anderen auch, genau: Nullkommanull Euro.

Grund: Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Erst wer diesen komplett übersteigt, darf sich über eine Rückzahlung des eh schon mikrigen Betrages freuen. Der Rest darf sich dann gern darüber ärgern, dass der Spass jetzt wieder Geld gekostet hat, den der Steuerzahler letztendlich wieder blechen muss. Schön, wenn sich Steuermacher so dezent in der Gesetzgebung verrechnen, das dann eine gewaltige Maschinerie beim Rückbau erzeugt und am Ende nichts mehr übrigbleibt.

Wenn der Staat Software schreibt.

So wichtig ElsterFormular für Gewerbetreibende ist, so blöd ist es leider auch. Was mich seit Anfang an stört und vermutlich historisch bedingt immer das Problem bleiben wird, ist der Umstand, dass ElsterFormular nicht abwärtskompatibel ist. Mit jeder neuen Version gibt es eine neue Dateiendung und wer abgespeicherte Elster-Dateien auch zukünftig nochmal prüfen möchte, muss entweder die alten Setup-Dateien abspeichern oder in weiser Voraussicht alles, was ans Finanzamt abgesendet wird, nochmal separat als PDF abspeichern. Was würden wohl all die Büroarbeiter weltweit sagen, wenn eine neue Word-Version plötzlich Dateien der Vorgängerversion nicht mehr öffnen könnte?

Leider sind die ElsterFormular-Entwickler aber noch an anderen Stellen sehr fundamentalistisch. Beispiel: Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2008 bzw. 4. Quartal 2008, die ja bis zum 10. Januar 2009 eingereicht werden muss (außer, man hat eine Fristverlängerung). Eigentlich, so denkt der erfahrene, edv-kundige Mensch, könnte man doch diese auch mit der aktuell im Januar erschienenen ElsterFormular-Version 2008/2009 absenden.

Aber nein, das geht nicht, denn diese Version kann nur Umsatzsteuervoranmeldungen für das Jahr 2009 senden. Will man (bzw. muss man) die obige Umsatzsteuervoranmeldung senden, muss man zwingend ElsterFormular 2007/2008 installieren. Und so richtig bescheuert ist das dann, da man ja auch durchaus mal eine Berichtigung loslassen müsste, denn auch das geht nur mit der jeweils für das Jahr veröffentlichten ElsterFormular-Version. Also musste ich mir doch tatsächlich nochmal ElsterFormular 2007/2008 herunterladen und installieren und dann die Voranmeldung auch noch ohne elektronische Signatur übers Netz jubeln, weil diese ElsterFormular-Version partout nicht dazu überredet werden konnte, mit meiner Signaturanwendung zu kommunizieren, während die neue ElsterFormular-Version das kann.

Warum kann man denn nicht ElsterFormular als eine Art Browser entwickeln und sich die entsprechenden Formularsätze der jeweiligen Jahre inklusive einer Art Interpretermodul separat und nach Wunsch herunterladen? Oder wieso kann man nicht wenigstens einen Web Service anbieten, der ältere ElsterFormular-Dateien öffnen und interpretieren kann? Warum kann man als Finanzbehörde sich nicht einfach einmal anstrengen und bei einem so wichtigen Thema, das man eh nur über das Internet abwickeln kann, nützliche Software schreiben, anstatt nur Software, die gerade eben mal so funktioniert und doch jedes Jahr als Installationsdatei immer größer wird? Das Steuerrecht soll vereinfacht werden? Ich kann darüber nicht wirklich mehr lachen.

In so Momenten kann ich übrigens sehr ungehalten werden. Der Staat will einen Bundestrojaner entwickelt haben und zuverlässig den Bundesbürger vor so genannten „schädlichen“ Inhalten aus dem Internet schützen? Ich glaube, der Staat hat noch gar nicht so recht begriffen, wie es eigentlich um ihn geschieht.

ElsterFormular 2008-2009 ist da.

Seit heute gibt es wieder auf der Website von ELSTER die kostenlose Software ElsterFormular, die der geneigte Steuerzahler für seine Einkommensteuererklärung 2008, die Umsatzsteuererklärung 2008, die Umsatzsteuer-Voranmeldung 2009, die Lohnsteuer-Anmeldung 2009 sowie die Lohnsteuerbescheinigung 2008 und 2009 brauchen wird.

Wie üblich gibt es das wieder nur für Windows-Versionen von 2000 bis Vista und diesmal sind schlappe 51 Megabyte herunterzuladen, während das letztes Jahr noch 33 Megabyte waren. Ob da der so genannte Bundestrojaner schon frei Haus mitkommt?

Finanzkrise? Wo?

So ein nicht bundesweiter Feiertag ist sehr nett, um mal die Finanzwelt etwas näher zu beobachten. Ich habe deshalb meine alten Metal-Scheiben in den CD-Player geworfen und mich mal etwas dichter im Wertpapierbereich meiner Hausbank umgeschaut und mit etwas durch den Nachrichtenbereich gequält.

Fakt ist wohl: Alle reden von der Krise, viele sind eigentlich in gar keiner, beschließen aber, den Gürtel enger zu schnallen und lösen die Krise eigentlich dadurch erst aus. Sozusagen das Spielen einer Katze mit ihrem eigenen Schwanz, was sie möglicherweise tatsächlich für eine Weile unterhalten kann.

Was die Börsen nämlich derzeit machen, ist folgendes:

  • Überaus viele Papiere sind derzeit mit einem Signal für einen bevorstehenden Kursanstieg („U1“) markiert und vor allem machen gerade aggressive Fonds mit Hebelwirkungen deutliche Anstiege.
  • Die Nachrichtenlage ist eher mau.
  • Die Handelsvolumina an den Börsen ist eher durchschnittlich, wenn nicht gar unterdurchschnittlich.

Sprich: Es ist offensichtlich Kapital da und dafür werden – sicherlich auch wegen des stark gesunkenen Zinsniveaus – Anlagen gesucht.

Projekt „Geldrettung“.

Gut, ein dümmlicher Name für den konzertierten Wertpapierkauf zum Ende des Jahres, aber irgendwie musste ich das Musterdepot als Einkaufszettel ja benennen. Ein paar weitere Dinge habe ich nun gelernt:

  • Fondsanteile direkt von einer Fondsgesellschaft zu kaufen, mag zwar kostenlos sein, wenn die Bank und die Fondgesellschaft auf den Ausgabeaufschlag verzichtet, dafür dauert der Kauf lange. Sehr lange. Ich habe in weiser Voraussicht meine Kauforder am 18. Dezember aufgegeben und die letzte Fuhre Fondsanteile kamen heute auf das Depot. Bin ich wirklich nicht gewohnt, da ich ansonsten direkt über die elektronische Handelsplattform XETRA ordere, meine 9,90 Euro Handelsgebühr zahle und dafür aber den Wertpapiereingang auch weitgehend sofort sehe.
  • Neben dem Verzicht auf Ausgabeaufschläge ist bei allen ein sehr krummer und jedes Mal sehr anderer Wert als Bonifikation verzeichnet, dessen Grund mir partout nicht deutlich wird. Freuen die sich einfach, dass doch noch jemand Fondsanteile kauft?
  • Das Musterdepot als „Einkaufszettel“ macht auch nach dem Kauf noch Sinn, da der im Wertpapierdepot angegebene Einkaufspreis in keinem Fall der sechs gekauften Fondswerte wirklich identisch ist. Letztendlich geht es da weitgehend immer nur um Kommawerte, aber Spesen, die beim Kauf von Fondsanteilen fällig werden, sind nun mal Spesen und die verteuern den Kaufpreis.
  • Mein Wertpapierdepot sind nun aus wie bei Hämpels und mir muss so schnell keiner mit dem Ratschlag der Diversifizierung kommen.
  • Es macht nun Sinn, ab dem neuen Jahr ein Zweitdepot zu starten, was bei vielen Depotanbietern kostengünstig oder gar kostenlos möglich ist, um nach einem Kauf im neuen Jahr zwischen Käufen vor und nach der Einführung der Abgeltungssteuer unterscheiden zu können. Das vor allem dann, wenn man von einen Wertpapierwert im neuen Jahr noch nachkaufen sollte.
  • Meine sorgsam berechnete und heilig gepflegte Quote zwischen Wertpapieranlagen und verzinslichen Anlagen ist nun schwer aus dem Gleichgewicht geraten und das ist trotz meinem nicht sonderlich getrübten Optimismus eine nicht gute Sache. Der Wertpapierkauf hat also vorerst ein Ende.

Wer übrigens mit dem Gedanken spielt, der Abgeltungssteuer noch ein Schnippchen zu schlagen, hat weitgehend Pech gehabt, wenn nicht gerade Papi einen Stapel Wertpapiere zu verschenken hat: An Silvester findet traditionell kein Börsenhandel statt.

Kaufen oder nicht kaufen? Kaufen!

Das ist so eine Frage, die ich mir die letzten Tage und Wochen ständig gestellt habe – Wertpapierdepot nochmal mit einem Schlag Fonds aufschütten oder nicht? Und ich habe mich ausdrücklich dafür entschieden, meiner Meinung nach sprechen dafür mehrere Gründe:

  • Die drohende Abgeltungssteuer, klar. Wertpapiere vor dem 1. Januar 2009 zu kaufen, bringt langfristig den Vorteil, dass auf die Veräußerungsgewinne keine Abgeltungssteuer fällig wird (man aber natürlich die dann noch geltende, einjährige Spekulationsfrist berücksichtigen sollte).
  • Ich glaube, dass wir vorläufig mit den Börsen den „Boden“ erreicht haben. Dafür spricht, dass die Märkte gerade konsolidieren und trotz weiterer, negativer Meldungen nicht sonderlich weiter fallen. Das hat mehrere Untergründe:
    • Wir sind schon sehr tief, durchschnittlich haben die meisten Kurse Dellen von 40 % und mehr zu verkraften und das innerhalb eines halben Jahres.
    • In den jetzigen Kursen sind die negativen Prognosen für das nächste Jahr eingepreist, weitgehend allerdings im Worst-Case-Szenario, d.h. man geht vom Allerschlimmsten aus. Da kann man jetzt wetten, wie man möchte, ich glaube, dass es nicht so schlimm kommen wird.
  • Grundsätzlich kaufen tut man, wenn alle jammern.

Aus diesem Grund habe ich mein gutes, altes Musterdepot wieder ausgemottet und ordentlich gesattelt. Die vorläufige Planung sieht folgendermaßen aus:

  • 40 % Durchschnittliches (ein Fonds mit Ausrichtung Aktien Europa und einer mit Ausrichtung Aktien USA auf US-Dollar-Basis)
  • 25 % Konservatives (ein Fonds mit Ausrichtung Aktien kleiner Unternehmen Deutschland und ein Dachfonds)
  • 35 % Chancenreiches (ein Fonds mit Ausrichtung internationaler Unternehmen und ein Spezialfonds regenerativer Energien)

Sind also derzeit sechs Aktienfonds von sechs unterschiedlichen Fondsanbietern, wobei das bei Investmentfonds nicht so kritisch ist, wie mit Zertfikaten. Geht ein Fondsanbieter pleite, ist das Fondsvermögen erst einmal nicht in der Insolvenzmasse, aber ich bin da nun mal jemand, der diversifiziert.

Erklärungsbedürftig ist auch, warum der konservative Anteil mit 25 % geringer daherkommt. Das liegt daran, dass ein weiterer, großer Teil meines Vermögens festverzinslich angelegt ist, also gar nicht erst in Wertpapiere angelegt werden darf. Das bilde ich so in der Wertpapierstrategie ab. Das ist auch der Grund, weshalb man hier nichts von Renten- oder Geldmarktfonds sieht. Die jetzigen Zinsen in Euroland machen es imho gerade eher weniger interessant, hier in Wertpapieren zu investieren, weshalb ich hier vorläufig nichts tun werde.

Was ist eigentlich die Abgeltungsssteuer?

Fangen wir einmal von vorn mit dem an, was heute schon Usus ist: Die Kapitalertragssteuer. Diese Steuer ist eine Form der Einkommensteuer und ist auf Einnahmen aus Kapitalerträgen fällig. Sprich: Hat jemand ein Sparbuch und kassiert damit 100 Euro Zinsen, dann sind diese 100 Euro als Einnahmen aus Kapitalerträgen einkommensteuerpflichtig und werden mit dem jeweiligen Steuersatz versteuert.

Um diese Fummelarbeit bei kleinen Zinseinnahmen zu vereinfachen (offiziell heißt das natürlich so, dass man damit die Kleinsparer schützen möchte), gibt es den Sparerfreibetrag in Höhe von 750 Euro bei Ledigen und 1.500 bei Verheirateten. Das heißt, dass die Einnahmen aus Kapitalerträgen nicht versteuert werden müssen, wenn diese in der Gesamtheit von 750 Euro im jeweiligen Steuerjahr nicht überschreiten. (Gern ist beim Sparerfreibetrag die Rede von 801 Euro bzw. 1.602 Euro. Das ist nicht ganz richtig, denn bei den letztgenannten Freibeträgen ist auch noch der abziehbare Anteil für Werbungskosten beinhaltet, über die man beispielsweise Kosten für ein Wertpapierdepot geltend machen konnte. Das gibt es so auch nicht mehr.)

So weit, so gut, das ist ab 1. Janur 2009 Historie. Denn ab da gibt es die Abgeltungssteuer.

Die Abgeltungssteuer ist eine eigene Steuer und, im Gegensatz zur Einkommensteuer, auf 25 % gedeckelt. Das heißt, hat jemand einen höheren Einkommensteuersatz als 25 %, ist die Abgeltungssteuer dennoch bei 25 %, zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Hat jemand einen niedrigeren Einkommensteuersatz, kann er die durch die Abgeltungssteuer zu viel bezahlten Ertragssteuern in seiner Einkommensteuererklärung geltend machen. Um das Bezahlen bzw. Nichtbezahlen der Abgeltungssteuer muss sich der Vermögende übrigens nicht kümmern, die Beträge führt seine Bank direkt an das Finanzamt ab. Damit hat sich dann allerdings – und das ist das Gute an der Abgeltungssteuer – eine weitere Versteuerung auch erledigt, die Einkommensteuerpflicht für die Vermögenserträge ist damit abgegolten.

Ein Trostpflaster in Form eines Freibetrages gibt es auch, der nun Sparerpauschbetrag heißt und nicht mit dem Sparerfreibetrag verwechselt werden darf, den es ab 1. Januar 2009 sowieso nicht mehr gibt. Denn der Sparerpauschbetrag ist zwar augenscheinlich mit 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete höher, dafür fällt aber ein abziehbarer Anteil für Werbungskosten, so dass eben beispielsweise Kosten für Wertpapierdepots nicht mehr aus der Steuerlast abgezogen werden können.

Das Unhübsche bei der Abgeltungssteuer ist weiterhin (und das ist eigentlich einer der Hauptdiskussionspunkte), dass nun noch mehr Einkunftsarten als bisher mit der Kapitalertragssteuer besteuert werden, nämlich beispielsweise auch Veräußerungsgewinne an Wertpapieren. Die wurden bisher nämlich ebenfalls einkommensteuerpflichtig (gern als „Spekulationssteuer“ tituliert), wenn die jeweiligen Wertpapiere weniger als 12 Monate gehalten wurden. Sprich: Hatte man ein Wertpapier zu 100 Euro gekauft und diese nach weniger als 12 Monaten zu 200 Euro wieder verkauft, wurden die 100 Euro Veräußerungsgewinn einkommensteuerpflichtig.

Mit der Abgeltungssteuer gibt es diese Haltefrist von 12 Monaten nicht mehr, es wird jeglicher Veräußerungsgewinn steuerpflichtig, egal, wann er entsteht. Ausnahme: Wertpapiere, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden, für diese gilt die bisherige Regel. Deshalb hier mein Ratschlag vor einigen Tagen, dass man sich mit diesem Thema noch in diesem Jahr beschäftigen sollte, wenn man das noch nicht getan hat und man noch Geld herumliegen hat.

Ein anderes Thema, warum sich verhältnismäßig wenig junge Leute um das Thema kümmern, ist der Fehlglaube, man hätte gar nicht so viel Geld. Aber das kann man leicht ausrechen, beispielsweise, wie viel Vermögen man braucht, um 801 Euro mit 4,25 % (das ist ein ganz guter Tagesgeldzinssatz) zu erreichen:

801 geteilt durch 0,0425 ergeben 18.847 Euro ursprüngliche Anlagesumme

Und das ist dann doch schon durchaus ein Betrag, den man auf der hohen Kante haben kann. Noch kürzer wird das Handtuch, wenn man Wertpapiererlöse realisieren will. Nehmen wir an, es realisiert jemand 20 % Veräußerungsgewinn mit einem Wertpapier (was zwar in der jetzigen Wirtschaftslage eher exotisch wäre, aber in Zeiten einer Börsen-Hausse gar nicht abwegig ist), dann sieht das so aus:

801 geteilt durch 0,2 ergeben 4.005 Euro ursprüngliche Anlagesumme

Das sind dann doch schon „erreichbare“ Vermögenserträge.