„Der Spaß ist vorbei.“

Auf dem heutigen Treffen der baden-württembergischen SPD-Wahlkampfleiter hatte ich mit einem Auge Gelegenheit, meinem Sitznachbarn in die FAZ hineinzuschauen, die in der Wissensrubrik einen sehr interessanten Artikel über die Agonie in der Welt der Mobiltelefonhersteller berichtet und bemerkenswert gut konstatiert. Ich will mal aus dem Kopf zusammenfassen.

  • Der Trend im Mobilgerätemarkt geht immer stärker weg von einfachen Mobiltelefonen und hin zu komplexeren Smartphones. Das ist ein Tribut der Entwicklung, dass Mobiltelefone immer stärker auch als Terminals für die Internet-Kommunikation eingesetzt werden.
  • Das größte Problem sind die prellenden Systemplattformen, die schlicht derzeit nicht zeitgemäß sind und zu einem großen Teil den Erfolg des iPhone begründen. Nokia krankt mit S60 herum, HTC baut sich Windows Mobile mit einer Reihe von Krücken zu einer halbwegs nutzbaren Plattform zusammen und Google sucht seinen Heil mit einer eigenen Plattform, die auch heute noch weitgehend im Beta-Stadium wankt. Andere Projekte sind wackelig (das WebOS-System von Palm) oder bereits gestorben (Openmoko auf Basis von Linux).
  • Es gibt gar nicht so viele Hersteller im Smartphone-Bereich mehr. Bei Windows-Mobile-Geräten gibt es eine Übermacht von HTC, die Taiwanesen produzieren für eine Reihe von Hersteller im Auftrag oder in Joint-Ventures deren Windows-Mobile-Smartphones. Auch die derzeitigen Google-Android-Gerätschaften stammen von HTC. Von anderen Platzhirschen hört man in Sachen Smartphones praktisch gar nichts, beispielsweise von Motorola, was sich schon in wenigen Jahren sehr böse rächen könnte.
  • Bei Mobiltelefonen entwickelt sich immer stärker das Problem, dass sie, wenn sie akzeptiert werden wollen, inzwischen eine Vielzahl von Standards und Technologien unterstützen müssen und schon das Fehlen einer Technologie über die Marktfähigkeit entscheiden kann. Beispiel: Bluetooth. Ein Smartphone ohne oder mit nur schlechter Bluetooth-Fähigkeit ist heute praktisch unverkäuflich, wenn es nicht für das Billigsegment gedacht ist. Ebenso verhält es sich mit so relativ neuen Funktionen wie GPS, die teilweise innerhalb kürzester Zeit zu einem Branchenstandard werden – ohne GPS ist heutzutage kein Smartphone, das eine deutliche Internet-Ausrichtung hat, im hohen Preissegment verkäuflich.

Bei Lösungsansätzen war der FAZ-Artikel erstaunlich wenigsilbig – weil es auch wenig darüber zu sagen gibt. Zu allererst sind die Systemplattformhersteller in der Bringschuld für vernünftige, moderne und schnelle Betriebssysteme, die nativ mit dem Finger bedient werden können und die immer komplexere Technik auch vernünftig ansteuern können. Erst danach kommen die Gerätehersteller, die mit dieser Softwarebasis entsprechende Hardware bestücken können.

Ich denke, es wird sehr deutlich, dass die Mobilfunkwelt inmitten des größten Umbruches ihrer recht kurzen Geschichte steckt und nur atemberaubend wenig Protagonisten darauf vorbereitet sind. Da wird es mit Sicherheit noch die ein oder andere Überraschung geben.

Zwischenstand der Handyreparatur.

Mein displayschwaches HTC Touch Pro ist leider immer noch auf Reparaturtournee und lässt auf sich warten. Geschlagene drei Wochen ist es nun in der Werkstatt und mein inzwischen traditioneller Donnerstagsanruf hat heute ergeben, dass man, so wie letzte Woche, immer noch auf ein Ersatzteil wartet.

Ich vermute, das wird die Displayeinheit sein. Und ich vermute, dass dieses Ersatzteil direkt aus Fernost kommen wird. Möglicherweise wird das Ding da handgeschmiede und dann per Containerschiff versendet, ich wage da jedenfalls gar nicht, platt anzuhörenden Späße am Telefon mit der Hotline zu machen, aus purer Angst, mein Zynismus könnte die Wahrheit sein.

Unbefriedigender Zustand. Ich schaue mir das noch genau eine Woche an und dann beschwere ich mich bei HTC.

Reparaturlaufzeiten bei Mobiltelefonen.

Seit genau nun einer Woche ist mein Smartphone auf Werkstatttour und immerhin ist die Welt noch nicht ganz zusammengebrochen. Dank Remote Desktop habe ich meine privaten Termine via Outlook noch in Griffnähe, allerdings ist es unpraktisch. Ich hätte nicht geglaubt, wie abhängig man von einem organisierenden Mobiltelefon sein kann.

Der heutige Anruf in der Werkstatt ergab erschreckendes: Die derzeitigen Reparaturlaufzeiten bewegen sich derzeit zwischen 10 und 15 Arbeitstagen (!). 15 Arbeitstage sind glatte drei Wochen, was schon wirklich ärgerlich ist und übrigens bei den meisten Reparaturwerkstätten für höherwertige Mobiltelefone leider mehr oder weniger Usus ist. Bei einem normalen Mobiltelefon wäre mir das relativ egal, weil man immer irgendwo ein anderes Mobiltelefon als Ersatz ausleihen könnte, aber bei einem Smartphone ist nicht eben mal schnell Ersatz zu beschaffen.

Da sehe ich durchaus noch Entwicklungspotential für solche Havariefälle. Werkstätten mit dem Angebot eines sofortigen Austauschgerätes, entsprechende Software für ein Komplettbackup und einer Wiederherstellung auf dem Ersatzgerät und so weiter.

Telefonieren in XXL.

Sachen gibt es, die kann ich erst glauben, wenn ich sie selbst gesehen habe. Vorhin kommt mir ein Mann entgegen, klein und untersetzt, etwa 50 Jahre alt. Ausgestattet mit einem Headset wie ein Hubschrauberpilot, also mit riesigen Ohrmuscheln und einem vor seinem Mund hängenden Mikrofon, mit dem er lautstark vor mir herlaufend telefoniert hat.

Gut, der Klang wird vermutlich professionell sein, aber ist dem das tatsächlich nicht peinlich?

Zurück nach Gestern.

Mein HTC Touch Pro muss leider auf eine Reise, nämlich in die Werkstatt zu einer Garantiereparatur. Leider haben sich in den letzten Wochen einige Schwächen mit dem Bildschirm gezeigt, über die mal ein technisch Versierter schauen muss, nachdem das auch die HTC-Hotline empfohlen hat. Und bei der Gelegenheit sollen die Fachleute auch gleich mal schauen, was es mit dem Bluetooth-Problem auf sich hat, denn das besteht im Zusammenhang mit der Freisprecheinrichtung meines Autos immer noch.

So muss meine SIM-Karte also vorübergehend in ein Ersatzgerät und das ist vorläufig mein wenig eingesetzte Diensttelefon, ein uraltes, aber noch voll funktionsfähiges Siemens S55 und das ist wirklich mehr als retro: Bildschirmauflösung von 101 mal 80 Pixel, der doch immerhin schon 256 Farben anzeigen kann, ein Megabyte (!) Speicher für Bilder und Java-Programme, die Möglichkeit, eine externe Kamera anzuschließen, aber immerhin eine doch ganz erstaunlich funktionale Benutzerführung. Der Formfaktor ist allerdings nach wie vor aktuell, es bewegt sich von der Größe her im Rahmen, in denen sich auch heutige Mobiltelefone bewegen – kleiner geht es halt kaum noch. Nähere Informationen gibt es in der Wikipedia zum Siemens S55.

Was Handys früher mal nicht konnten.

Letztens habe ich eine Ausrede für eine nicht gelesene SMS gehört, die weckte schlagartig Nostalgien: „Der SMS-Speicher in meinem Handy war voll.“ Sowas gab es tatsächlich einmal und es lohnt durchaus, sich mal in die nostalgischen Zeiten zurückzudenken.

  • Die ersten GSM-Handys hatten gar keine SMS-Funktion, die SMS-Funktion kam erst später durch eine zweite GSM-Evolutionsstufe und wurde erst in den Jahren 1994/95 Schritt für Schritt in GSM-Netze eingeführt. SMS-Versenden war da sogar in den meisten Netzwerken noch kostenlos, so lange das alles offiziell in den Erprobungsphasen war.
  • Tatsächlich konnten die ersten SMS-fähigen Handys nur sehr wenig SMS speichern, 10 Stück waren dabei eine gängige Größe. Und die wurden, da man es den Herstellern relativ leicht machen wollte, auch noch auf der SIM-Karte abgespeichert. War der Speicher voll, gab es auch keine SMS, die wurden dann für maximal zwei Tage beim Mobilfunkprovider zwischengespeichert.
  • Frühere GSM-Telefone funktionierten nur in den so genannten D-Netzen, das waren früher einmal D1 (heute T-Mobile) und D2 (heute Vodafone). E-Plus war der erste Betreiber, der ein weiteres Frequenzband nutzen durfte, das dann kreativerweise E-Netz genannt wurde. Da E-Plus beim Start logischerweise kaum auf schon im Umlauf befindliche D-Netz-Telefone zurückgreifen konnte, gab es ein hübsches, türkisfarbene Telefon von Motorola dazu, das übrigens einer der ersten Mobiltelefone mit ausschließlichem Branding des Mobilfunkproviders war – netztechnisch funktionierte es nur in E-Netzen, der Gerätehersteller stand aber auch nicht auf dem Telefon selbst.
  • Es gab vereinzelte GSM-Telefone mit Anrufbeantworter. Damit ist nicht die Mailbox des Mobilfunkproviders gemeint, sondern tatsächlich ein eingebauter Anrufbeantworter im Telefon selbst. Einer dieser Telefone war das Hagenuk MT 2000.
  • Frühe GSM-Telefone hatten richtige Antennen. Die allerersten Telefone hatten richtig massive Antennen, fest verschraubt. Bei manchen Telefonen gab es eine Gummiantenne zum Hochklappen (Motorola), die richtig schicken und wichtigen Telefone hatten Stummelantennen, die man zum Telefonieren ausziehen musste. Das gehörte dann zum Ritual bei den schickeren Motorola-Telefonen („Startac“), dass man beim Klingeln zuerst die Antenne herauszog und dann das Telefon aufklappte.
  • Mobiltelefone hatten bescheidene Akkulaufzeiten. Kam man zu Beginn noch mit richtigen Nickel-Cadmium-Akkus daher und hatten manche Telefone davon gleich fünf Zellen (die zusammen schwerer sind als die meisten heutigen Mobiltelefone) und einer Standby-Zeit von 8 bis 12 Stunden aus, so wurde das nach und nach besser. Das Siemens S4 warb anno 1995 damit, dass es immerhin schon phantastische 70 Stunden Standby bleiben konnte, dank der ersten Lithium-Ion-Akkus.
  • Seltsamerweise hat das mit dem portablen Telefonbuch früher besser funktioniert, als bei vielen Telefonen heute. Das liegt daran, dass es nicht wenige GSM-Telefone gab, die schlicht kein geräteeigenes Telefonbuch hatten und die Telefonnummern ebenfalls auf die SIM-Karte speicherten. Das war allerdings auch nur so lange praktisch, so lange eine SIM-Karte nicht kaputtging.

Hat jemand noch weitere alte Geschichten zu Mobiltelefonen? Wir sollten das für die Nachwelt festhalten. 🙂

Bluetooth-Verbindungsprobleme im Auto.

Mit meinem HTC Touch Pro hatte ich schon eine ganze Weile lang (genau genommen seit Anbeginn des Besitzes) das Problem, dass ich es zwar mit der eingebauten Freisprecheinrichtung in meinem Opel Astra per Bluetooth gepaart bekomme, das Telefonieren auch einwandfrei funktionierte, jedoch nach einigen Minuten eine bestehende Bluetooth-Verbindung wieder abgebaut wurde, wenn kein Gespräch geführt wurde. Das ist natürlich relativ unglücklich, denn was nützt mir eine Freisprecheinrichtung, wenn ich sie während der Fahrt andauernd einschalten muss?

Hin und wieder habe ich etwas in Foren gesucht, aber nichts vernünftiges dazu gefunden. Bis ich selbst mal darauf gekommen bin, wo das Problem liegt: Es ist die ausgeschaltete Sichtbarkeit des Telefones im Bluetooth-Space.

Grundsätzlich ist unter Windows Mobile ein eingeschaltetes Bluetooth-Gerät selbst erst einmal nicht per Bluetooth von anderen Geräten aus sichtbar. Das ist insofern meist kein Problem, weil man häufig vom Mobiltelefon aus Bluetooth-Verbindungen initiiert. Manche begründen dieses Verstecktbleiben des Telefones auch mit zusätzlicher Sicherheit, worüber man jedoch geteilter Meinung sein kann, denn für eine Bluetooth-Partnerschaft braucht es ja immer zwei Seiten, auf denen eine gewünschte Partnerschaft authentifiziert werden muss. Und richtig sicher geht dann, wenn man Bluetooth am Mobiltelefon einfach abschaltet.

Ist nun auf dem Mobiltelefon die Bluetooth-Sichtbarkeit aktiviert (in den Bluetooth-Einstellungen von Windows Mobile), funktioniert alles mit der Freisprecheinrichtung, wie bisher – mit dem Unterschied, dass die Bluetooth-Verbindung auch nach ein paar Minunten weiter bestehen bleibt. So einfach ist die Welt.

Wohin mit den Pizzazetteln?

Pizzazettel? Das sind die lustigen, kleinen, gefalteten „Speisekarten“ der Pizzalieferanten, die hier und da im Briefkasten stecken und die man entweder wegwirft oder abheftet, um im Falle eines gröberen Hungers sich schnell etwas liefern zu lassen. Dummerweise lassen sich diese Dinger genau dann meist nie finden, wenn man sie wirklich sucht.

Also, wie archivieren? Abtippen (und in ein TiddlyWiki) damit? Es geht viel einfacher.. man nehme das Handy mit Kamera und fotografiere das schlicht in vernünftiger Größe ab und hebe das genau dort auf. Dann hat der moderne Informationsnomade von heute diese Dinge nämlich auch dann zur Hand, wenn er nicht zu Hause ist und beispielsweise aus dem Büro heraus etwas bestellen möchte.

Kleines Problem bei der Abwicklung: Die Zettelchen sind meist auf weißem Papier gedruckt. Da allerdings die Belichtungssteuerung jeder vernünftigen Kamera auf 18 % Grau geeicht ist, werden die abfotografierten Speisekarten herzlich dunkel und müssen nachträglich in Sachen Helligkeit aufgehübscht werden.

Swype – Die neue T9-Revolution?

Auf der TechCrunch50-Konferenz haben Cliff Kushler und Randy Marsden, die weitgehend unbekannten Erfinder der revolutionären Eingabetechnik namens T9, eine neue Texteingabemethode namens Swype vorgestellt, die ebenfalls ohne richtige Hardware-Tastatur auskommt und rein bildschirmbasiert ist, dem Benutzer aber die Möglichkeit bieten soll, bis zu 50 Wörter pro Minute zu schreiben. Zugegeben, das wäre tatsächlich eine Eingaberevolution, die sich problemlos mit professionellen Maschinenschreiber messen könnte.

Die Idee hinter Swype ist bestechend einfach für den Benutzer und entsprechend komplex für den Computer: Auf einer Bildschirmtastatur tippt der Benutzer nicht mehr auf die abgebildeten Tasten, sondern zieht mit dem Finger oder Stift von Taste zu Taste, um Buchstaben eines Wortes einzugeben. Gleichzeitig wertet eine Logik diese „Eingabefäden“ permanent aus und versucht aus einer Wortbibliothek (die selbstverständlich erweiterbar ist) das Zielwort zu ermitteln.

Video chat rooms at Ustream

Die Demonstration ist äußerst beeindruckend und zeigt neben der Tatsache, dass Mike McSherry, der CEO des Unternehmens Swype, dringend seine Zähne richten lassen sollte, dass Swype in der Demonstration einwandfrei funktioniert und nachvollziehbar zu bedienen ist.

Leider gibt es von Swype nichts zum Herunterladen und Ausprobieren, was leider auch schon für T9 galt. Das ist etwas schade und auch nicht besonders kundenorientiert, aber verdient wird in erster Linie ja auch direkt bei den Herstellern. Anyway, anderes Thema…

[via Golem.de]

Das SonyEricsson XPERIA X1 kommt.

Zumindest wird es nun sehr stark konkret. SonyEricsson hat die Produktseite für das XPERIA X1 überarbeitet und immerhin auch einen neue Hintergrundfarbe spendiert und die ersten Händler avisieren Liefertermine für die Kalenderwoche 43 an, das wäre Mitte Oktober. Da das nur noch sieben Wochen sind, ist das schon auffallend konkret und landet zur besten Weihnachtszeit.

Die ersten Preisangaben sind jedoch hochentzündlich: 700 bis 950 Euro ohne Vertrag. Erfahrungsgemäß geht da bis zum Verkaufsstart noch einiges, das muss es allerdings auch dringend.