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iPhone – hübsch, aber langweilig.

10. August 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Gut, ich will mal einleitend vorausschicken, dass ich in Sachen Mobilgeräte eine inzwischen auf eine zehnjährige Erfahrung zurückblicken kann und auch zurückblicke, wenn ich anderes Gerät ausprobiere und einsetze. Das nur mal als Vorwarnung, dass das iPhone bei mir durchaus durchwachsen landet.

Kommt das iPhone in Sachen Hardware gut bei mir an? Teilweise. Wirklich durchdacht ist, dass das iPhone eine richtige Glasscheibe als Bildschirmoberfläche hat und die auch dementsprechend robust ist. Die Konkurrenz leidet allesamt drunter, dass die Bildschirmoberfläche entweder gänzlich aus Kunststoff ist oder eine Kunststofffolie als äußerste Oberfläche hat. Da geht man von Hause aus anders damit um und ist entweder besonders vorsichtig oder investiert ein Heidengeld in teilweise seltsamste Schutzfolien. Dafür ist die Rückseite des iPhone eine Frechheit. Kunststoff in Klarlackoptik. Dieser Kunststoff ist fingerabdruck- und kratzempfindlich und das ist peinlich. Es gibt selbst unter Kunststoffen Materialien, die nicht so empfindlich sind und ebenfalls recht brauchbar ausschauen.

Sehr ärgerlich ist die Akkuproblematik. Nutzt man das iPhone im Laufe des Tages regelmäßig und stetig, ist der Akku am Ende des Tages gut und gerne nur noch bei 30 % seiner Füllung oder weniger, was bedeutet, dass man plötzlich wieder in den ätzenden Zeiten ist, als man andauernd das Ladegerät im Handgepäck hatte und bei längeren Touren bei jeder Gelegenheit eine Steckdose gesucht hat, um nicht plötzlich offline zu sein. Das soll beim iPhone 3G S zwar besser geworden sein, aber es ist nicht wirklich gut und eine gewaltige Umstellung.

Kommt das iPhone in Sachen Bedienung gut bei mir an? Die Bedienung ist zweifellos gut und wegweisend, zumindest im Konzept. Noch vor wenigen Jahren hat man sich schlicht nicht ausdenken können, ein Telefon zu bauen, das nur eine einzige, “echte” Taste hat und die noch nicht mal zum Wählen gedacht ist. Die Steuerung mit dem Finger ist schlicht genial, denn da die Auswertung der Gestik kapazitiv erfolgt und nicht durch einfachen Druck, ergeben sich ganz andere Bedienmöglichkeiten und spart sich vor allem den Stift – wobei man einen Stift ja nun durchaus schon gelegentlich mal brauchen könnte.

Kommt das iPhone in Sachen Software gut bei mir an? Hier geht es dann richtig los: Das Betriebssystem ist zwar stabil und durchdacht und harmoniert sehr gut mit den Bedienkonzepten, allerdings gibt es eine Reihe von ärgerlichen Dingen:

  • Ein strenges Bedienkonzept lebt davon, dass die Individualisierung behutsam vonstatten geht. Das scheint man jedoch bei Apple so gründlich missverstanden zu haben, dass man die Individualisierung praktisch gänzlich abgeschafft hat, mit Ausnahme der Möglichkeit, Programmsymbole verschieben zu können. Schriftart oder –größe ändern, Farben, Bildschirmhintergründe, individuelle Programmsymbole? Alles nicht möglich. Man stelle sich vor, ein Autohersteller käme auf die Idee, nur graue Autos zu bauen, nur mit einer Art von Interieur und nur mit einer Zubehörzusammenstellung. Das würde keiner freiwillig kaufen.
  • Die mitgelieferten Applikationen und essentiellen Applikationen wie Kalender, SMS, Verwaltungsprogramme von Adressen, Notizen und Bildern sind schlicht mies und kaum für den Enterprise-Einsatz geeignet. Dazu kommt, dass es keine eingebaute Aufgabenverwaltung gibt und auch keine vernünftige Office-Anwendung wie bei Windows Mobile.

Kommt das iPhone in Sachen Netzwerk gut bei mir an? Auch hier gibt es zwei Seiten. Zum einen der Netzwerkzugriff per UMTS/GSM, der wegweisend ist. Der Benutzer muss sich nicht um den Verbindungsaufbau oder –abbau kümmern, das iPhone ist, im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, hier sicherlich am unkonventionellsten aufgestellt. Die Schattenseite folgt jedoch dann auf Seiten von WLAN und Bluetooth, denn während beide Netzwerktechniken technisch zwar implementiert sind, scheitern viele Möglichkeiten am restriktiven Betriebssystem. Per Bluetooth ist quasi nichts möglich, außer der Zugriff an Bluetooth-Headsets oder entsprechenden Freisprecheinrichtungen. Das ist ebenfalls nichts anderes wie eine Gängelung des Benutzers, die noch dadurch gekrönt wird, dass das Filesystem komplett abgeschottet ist und lediglich Zugriff auf die Fotos auf dem iPhone ermöglicht. Die kann man ironischerweise nicht auf dem iPhone selbst in eigene Ordner anlegen, sondern muss das über einen per iTunes synchronisierten PC vornehmen.

Die Begriffe “Abschottung” und “Gängelung” erreichen ihre Höhepunkte schließlich in dem ebenfalls komplett abgeschotteten Weg von Software-Applikationen auf das iPhone. Wer sein iPhone nicht “jailbreaked”, also eine Hintertür in das System öffnet”, hat nur den Appleschen AppStore mit rund 70.000 Applikationen. Doch das hört sich nur auf den ersten Blick aufregend an, denn dieser AppStore ist kaum noch sinnvoll durchsuchbar und die Spreu vom Weizen kann man sich nur dann auseinanderdividieren, wenn man sich auf anderen Wegen kundig macht, was sinnvoll ist.

Noch weiter vermiest wird das alles, wenn man die Veröffentlichungspolitik von Apple anschaut. Anwendungen, die in Konkurrenz zu Apples vorinstallierten iPhone-Anwendungen stehen, werden nicht durchgelassen, was im Anbetracht der mageren iPhone-eigenen Anwendungen besonders schade ist. Ebenfalls problematisch ist der Umstand, dass der AppStore in den USA beheimatet ist und damit der Weg für Verschlüsselungssoftware besonders komplex ist.

Ich verstehe diese Abschottungspolitik in Sachen Netzwerk und Software überhaupt nicht. Von was will Apple die iPhone-Benutzer beschützen, außer davor, dass sie ihr Geld keinesfalls außerhalb von Apples Reichweite ausgeben sollen? Denn letztendlich sind genau diese Barrieren gleichzeitig auch die größten Hürden des iPhones, vor allem, wenn man dabei berücksichtigt, dass sich das iPhone in Sachen Kaufpreis am oberen Limit des Smartphone-Marktes bewegt.

Sicherlich sind meine Anforderungen an ein Smartphone andere, als von Benutzern, die einfach eine bunte Welt haben wollen. Ich muss aber zugeben, dass mich das iPhone inzwischen richtiggehend langweilt. Man würde gern damit spielen, basteln, Dinge ausprobieren, frickeln. Aber das nur dann machen zu können, wenn man die Sperren knackt und die Dokumentation selbst in diesem Bereich eher spärlich ist, vergällt einem wirklich jegliche Motivation.

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Das technische Verständnis von Flugbegleiterinnen.

21. Juli 2009 | 8 Kommentare | Veröffentlicht in MüllWelt

Von Berufswegen höre ich mir im Laufe des Lebens im Customer Support wirklich viele Selbstanalysen und genügend Schwachsinn an. Immerhin werde ich auch für solchen Käse letztendlich bezahlt.

So vermutlich gestern Abend auch eine Flugbegleiterin auf unserem Germanwings-Flug von Berlin nach Stuttgart, denn die gute Frau mischte sich mal eben in ein laufendes Gespräch über Mobiltelefone ein – nämlich genau zu dem Zeitpunkt, als ich über den Flugmodus moderner Smartphones referierte – und kommentierte das Ende meines Referates mit den Worten, das ich jetzt das Handy abzuschalten habe.

Den Hinweis, dass ich den Mobilfunkteil bereits ausgeschaltet hatte und das iPhone zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als ein eher teurer MP3-Player war, wollte sie nicht gelten lassen, denn “sie habe ja auch ein Handy”.

Hach, Schätzchen, schaukele du doch zukünftig einfach weiter deine Schenkel durchs Flugzeug und verkaufe weiterhin deinen Kaffee höchstbietend an Passagiere und lasse andere Leute ihren Job machen. Bekommt deiner eh schon klischeebehafteten Außenwirkung deutlich besser. Gut, dass ich Germanwings so ungern fliege.

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Das Handy ist wieder da.

28. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Völlig überraschend ist heute mein HTC Touch Pro wieder aus der Werkstatttournee zurückgekommen. Wir erinnern uns: Am 13. März habe ich es zur Garantiereparatur eingesendet und nun, nach rund sechs Wochen, ist das Ding wieder da. Sogar repariert.

Ja, der Galgenhumor sei an dieser Stelle erlaubt, denn zufrieden bin ich mit der Geschichte nun wirklich nicht. So nette und innovative Gerätschaften HTC auch baut – ohne vernünftige Service-Hotline (die zwar unter einer Frankfurter Nummer residiert, offenbar aber von einem Callcenter dort und teilweise auch aus England aus bedient wird), ohne eigene Werkstatt (HTC lässt bei Reparaturdienstleistern reparieren) und mit massiven Mängeln in der Ersatzteilbeschaffung wird eine Etablierung nicht funktionieren.

Denn offenbar war letzteres auch der Grund für die elendige Dauer, denn nach Aussage der Reparaturwerkstatt wartete man wochenlang auf ein Ersatzteil. Ich musste letzte Woche erst einmal recht heftig Dampf in die HTC-Hotline und per Supportmail einlassen, bevor man dann am Freitag antwortete, dass das Ersatzteil nun bei der Werkstatt sei.

Dass sich jemand für die Verzögerung entschuldigt hätte? Muahaha. Vermutlich muss man einfach froh sein, dass man überhaupt ein repariertes Telefon zurückbekommen hat.

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Handyreparatur, hach ja.

15. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Jepp, mein HTC Touch Pro ist immer noch in Reparatur und man wartet überraschenderweise nach vier Wochen immer noch auf ein Ersatzteil. Das soll übrigens auch England geliefert werden und man würde es, so die Hotline des Reparaturservices, angeblich sogar zwei Mal in der Woche anmahnen. Klar. Und ich glaube an den Weihnachtsmann.

Ich habe heute deshalb auf der HTC-Hotline angerufen und dort zumindest so gut eskaliert, dass die Supportdrohne den Vorfall an ihren Supervisor weitergibt. Und damit der Supervisor das auch ja nicht vergißt, werde ich morgen wieder auf der HTC Hotline anrufen. So lange, bis der ominöse Supervisor anruft. Kein Problem, Leute. Wenn ihr es auf die harte Tour wollt, kann ich sehr nervig sein. Glauben viele nicht, weil sie mich da noch nicht kennengelernt haben, aber das geht wirklich.

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“Der Spaß ist vorbei.”

4. April 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Auf dem heutigen Treffen der baden-württembergischen SPD-Wahlkampfleiter hatte ich mit einem Auge Gelegenheit, meinem Sitznachbarn in die FAZ hineinzuschauen, die in der Wissensrubrik einen sehr interessanten Artikel über die Agonie in der Welt der Mobiltelefonhersteller berichtet und bemerkenswert gut konstatiert. Ich will mal aus dem Kopf zusammenfassen.

  • Der Trend im Mobilgerätemarkt geht immer stärker weg von einfachen Mobiltelefonen und hin zu komplexeren Smartphones. Das ist ein Tribut der Entwicklung, dass Mobiltelefone immer stärker auch als Terminals für die Internet-Kommunikation eingesetzt werden.
  • Das größte Problem sind die prellenden Systemplattformen, die schlicht derzeit nicht zeitgemäß sind und zu einem großen Teil den Erfolg des iPhone begründen. Nokia krankt mit S60 herum, HTC baut sich Windows Mobile mit einer Reihe von Krücken zu einer halbwegs nutzbaren Plattform zusammen und Google sucht seinen Heil mit einer eigenen Plattform, die auch heute noch weitgehend im Beta-Stadium wankt. Andere Projekte sind wackelig (das WebOS-System von Palm) oder bereits gestorben (Openmoko auf Basis von Linux).
  • Es gibt gar nicht so viele Hersteller im Smartphone-Bereich mehr. Bei Windows-Mobile-Geräten gibt es eine Übermacht von HTC, die Taiwanesen produzieren für eine Reihe von Hersteller im Auftrag oder in Joint-Ventures deren Windows-Mobile-Smartphones. Auch die derzeitigen Google-Android-Gerätschaften stammen von HTC. Von anderen Platzhirschen hört man in Sachen Smartphones praktisch gar nichts, beispielsweise von Motorola, was sich schon in wenigen Jahren sehr böse rächen könnte.
  • Bei Mobiltelefonen entwickelt sich immer stärker das Problem, dass sie, wenn sie akzeptiert werden wollen, inzwischen eine Vielzahl von Standards und Technologien unterstützen müssen und schon das Fehlen einer Technologie über die Marktfähigkeit entscheiden kann. Beispiel: Bluetooth. Ein Smartphone ohne oder mit nur schlechter Bluetooth-Fähigkeit ist heute praktisch unverkäuflich, wenn es nicht für das Billigsegment gedacht ist. Ebenso verhält es sich mit so relativ neuen Funktionen wie GPS, die teilweise innerhalb kürzester Zeit zu einem Branchenstandard werden – ohne GPS ist heutzutage kein Smartphone, das eine deutliche Internet-Ausrichtung hat, im hohen Preissegment verkäuflich.

Bei Lösungsansätzen war der FAZ-Artikel erstaunlich wenigsilbig – weil es auch wenig darüber zu sagen gibt. Zu allererst sind die Systemplattformhersteller in der Bringschuld für vernünftige, moderne und schnelle Betriebssysteme, die nativ mit dem Finger bedient werden können und die immer komplexere Technik auch vernünftig ansteuern können. Erst danach kommen die Gerätehersteller, die mit dieser Softwarebasis entsprechende Hardware bestücken können.

Ich denke, es wird sehr deutlich, dass die Mobilfunkwelt inmitten des größten Umbruches ihrer recht kurzen Geschichte steckt und nur atemberaubend wenig Protagonisten darauf vorbereitet sind. Da wird es mit Sicherheit noch die ein oder andere Überraschung geben.

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