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Die Wikipedia im Wandel der Zeit.

23. Oktober 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Über die erschreckenden Diskussionen in der deutschsprachigen Wikipedia-Community über die so genannten “Relevanzkriterien” gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Man kann da auch nicht viel dazu sagen, man kann eigentlich nur den ganzen Tag den Kopf darüber schütteln und sich fragen, was sich da einige Leute eigentlich denken, wenn sie tagtäglich an der Wikipedia arbeiten. Ich habe da so meine eigene Theorie im Laufe der Jahre entwickelt, erstaunlicherweise zu einem Großteil aus meiner Parteiarbeit.

Collaboration ist eine unglaublich komplexe Angelegenheit mit viel Potential für nachhaltigen Ärger. Jeder, der in einer Firma mit anderen Menschen zusammenarbeiten muss, kennt die Thematik und die wird immer komplexer, je komplizierter das Themengebiet ist. Zu dieser Tatsache kommt dann noch das Engagement der Benutzer, das zunächst meist gekrönt ist vom Enthusiasmus über die unglaubliche Erfahrung, als Einzelperson an einem Lexikon mitzuarbeiten, ohne vorher ein Bewerbungsverfahren durchlaufen zu haben. Und so weiter. Diesen Enthusiasmus muss ich, denke ich, nicht wirklich beschreiben, dieses Gefühl hat jeder gemacht, der irgendwann mal in der Wikipedia irgendetwas geändert hat und seien es Korrekturen von Rechtschreibfehlern.

Und da kommen wir auch schon zu einem solchen Thema: Rechtschreibfehler. Diese nämlich “on the fly” beim Besuchen einer Wikipedia-Seite zu korrigieren, habe ich eine Zeitlang sehr gern gemacht. Wenn man schon keine Zeit oder Muße hat, einen Artikel zu ergänzen, kann man doch wenigstens so zur Qualität der Wikipedia beitragen. Es war für mich auch dahinsichtlich nie ein Problem, einen Wikipedia-Account dazu zu haben. Die mittelgroßen Dramen, die bei den Diskussionen, ob man das anonyme Schreiben weiterhin zulassen will oder nicht, habe ich nie verstanden.

Was ich irgendwann verstanden habe, war, dass man solche vermeintlichen Pupsarbeiten eigentlich gar nicht will. Das begann, als irgendwann die Reglementierungen durch die “Sichtung” von Änderungen eingeführt wurden. Das führte dazu, dass ich zwar munter rechtschreibkorrigieren konnte, aber diese Änderungen gerade in den wenig frequentierten Artikel mangels Sichtungen quasi niemals freigeschaltet wurden. Und gerade diese fehlenden Sichtungen führten dann paradoxerweise auch noch dazu, dass ich auch nicht im entferntesten in die Situation kam, irgendwann selbst sichten zu dürfen, weil ich meine Mindestanforderungen von 100 Seitenänderungen nicht zusammenbekam.

An solchen Metadiskussionen krankt die Wikipedia von Anfang an und es erstaunt mich zutiefst, wie man sich über Jahre hinweg mit solchen Diskussionen beschäftigen kann und megabyteweise Diskussionsseiten volltextet, anstatt diese Schreibenergie in vernünftige Dinge zu kanalisieren. Workflows, die keiner versteht, eine immer noch katastrophale Eingabesyntax, die keiner blickt und ein Ton von “Chefautoren”, den keiner nachvollziehen kann. Das Kleinbürgertum ist nicht frisch in die Wikipedia eingezogen, es war von Anfang an dort.

Das Fatale dabei ist, dass man zwei Dinge machen kann, wenn man mit Kleinbürgertum und Scheuklappendenken zu tun hat: Man kann es bekämpfen oder man kann versuchen, damit klarzukommen. Erstaunlicherweise versuchen sich viele mit ersterem, was in meinen Augen völlig hoffnungslos ist. Salopp gesagt scheitert es daran, dass man einen Dummen nur dann klug bekommt, wenn er denn das auch wirklich wollte. Oder man schaut lieber zu, mit dem Dummen soweit klarzukommen, dass er seinen Beitrag auf der niedersten Ebene so tut, dass andere damit aufbauen können. Das ist das Geheimnis der Collaboration.

Im Parteien- und Vereinsleben hat man es mit vielerlei Menschen zu tun und zwar gleich mit allen Kategorien. Dumme, Intelligente, Gesunde, Kranke, Gestörte, Gelenkte, Freidenkende, Chaoten. Alles in allem vereint eine Aktion alle diese Menschen: Sie kleben die gleiche Beitragsmarke in ihr Partei- oder Vereinsbuch ein. Und bei allen anderen Themen ist Toleranz gefragt. Selbstverständlich kann ich mit einem vermeintlich dummen Menschen tagelang darüber diskutieren, warum er an einem Infostand nur dazu taugt, Luftballons aufzublasen. Nur: Was bringt uns das? Ich kann weder den vermeintlich dummen Menschen rauswerfen, noch wird sich signifikant etwas an der intellektuellen Basis ändern. Also muss ich eher zuschauen, genügend Luftballons dabeizuhaben, damit dieser vermeintlich dumme Mensch sein Scherflein dazu beitragen kann. Und erstaunlicherweise funktioniert das, denn nach wie vor sind Luftballons unverzichtbar auf Infoständen von Parteien.

Zugegeben, diese einfachsten Grundregeln der Collaboration zu verstehen und auch ein Stückweit danach zu leben – das hat mich jahrelanges Lernen gekostet und das kostet mich auch jetzt noch immer wieder Nachsitzen. Sicherlich kann man auch darüber diskutieren, ob mein Parteiaustritt im Sommer nicht auch mit einer gewissen Portion Toleranz hätte vermieden werden können. Toleranz, die ich als Funktionär aufzubringen habe, denn auch dazu hat man mich ursprünglich einmal gewählt.

Nun ist das zusammenarbeitende Milieu in der Wikipedia weder eine Partei, noch ein klassischer Verein, sondern besteht aus einem unsortierten Haufen von Individuen, die aus haarsträubend Dummen und auch haarsträubend Klugen besteht. Begreift das doch als Chance, selbst wenn die Chance bedeuten würde dass die so genannten Relevanzkriterien aufgeweicht werden. Die Wikipedia ist an keine maximale Seitenzahl gebunden und lesen muss niemand alles. Der Rest regelt sich.

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TiddlyWiki 2.5.3.

20. August 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Auch bei TiddlyWiki gibt es ein Sommer-Update, allerdings hier nur ein kleines, das sich weitgehend auf Bugfixes beschränkt. Änderungen an der deutschen Übersetzung gibt es erfreulicherweise wiederum keine, so dass ein reines Update einer bestehenden TiddlyWiki-Datei genügt, wenn schon die Version 2.5.1 oder 2.5.2 eingesetzt wird.

Deutsche Übersetzung und Hinweise zur Installation wie immer nebenan.

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TiddlyWiki 2.5.0.

9. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Die Mini-Wiki-Software TiddlyWiki ist heute in der Version 2.5.0 erschienen. Die größte (und weitgehend einzige) Neuerung ist die Implementierung der JavaScript-Bibliothek jQuery, mit der die TiddlyWiki-Entwickler nun einen größeren Meilenstein für zukünftige Entwicklungen legen, vor allem im Bereich der Interoperabilität von TiddlyWiki in unterschiedlichen Browsern.

Dazu muss gesagt werden, dass JavaScript zwar eine weitgehend einheitliche Sprache ist, es aber bei der Interaktion zwischen JavaScript und Webbrowsern teilweise grundlegende Unterschiede gibt. JavaScript-Bibliotheken wie jQuery versuchen diese unterschiedlichen Ansätze mit einem eigenen Befehlssatz zu vereinen. Der Ansatz von TiddlyWiki war bisher so, dass die Entwickler weitgehend auf eigene Faust versucht haben, diese Unterschiede auszumerzen, was in den meisten Fällen auch eindrucksvoll funktioniert – noch immer staunen selbst gestandene Fachleute über den Funktionsumfang von TiddlyWiki und über das Phänomen, dass es immer noch ein Wiki ohne Server ist. Dazu kommt, dass die meisten der heutigen JavaScript-Bibliotheken noch gar nicht so alt sind und zu Beginn der ersten TiddlyWiki-Versionen diese noch nicht so hochentwickelt waren, wie sie es heute sind.

Wie dem auch sei – die Version 2.5.0 ist ein heller Meilenstein und ein deutliches Zeichen, dass trotz der inzwischen konservativ wirkenden Update-Zyklen TiddlyWiki noch lange nicht zum Alteisen gehört – ganz im Gegenteil.

Und wie immer ist auch schon meine deutsche Übersetzung bereit. Das vor allem auch deshalb, weil die bisherige Übersetzung für die vorherige Version 2.4.3 komplett unverändert übernommen werden kann.

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QYPE-Sucht, oder: Vorahnungen aus alten Zeiten.

29. Januar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Ich gebe zu, ich habe am Montagabend gesehen, dass es bei QYPE, dem Empfehlungsnetzwerk für “Events” und “Locations”, diversen Nippes fürs Schreiben gibt: Für 250 Punkte gibt es ein T-Shirt, für 500 Punkte einen USB-Stick und für 1.000 Punkte einen Apple iPod Shuffle. Ich habe zwar für alle drei Dinge keinen sonderlich deutlichen Bedarf, allerdings ist eine gut gefüllte Kiste mit Geschenken und Tauschwaren nicht nur bei den Ferengi ein gern betriebenes Hobby. Und in den jetzigen Zeiten können solche Werbegeschenke ja auch durchaus historisch wertvoll werden. *hüstel*

Interessant bei QYPE ist, dass man sehr schnell zu Punkten kommen kann, wenn man schreiben kann, in einer Stadt wohnt, in der es durchaus genügend Locations gibt, aber wenig QYPE-Teilnehmer und wenn man etwas Zeit mitbringt. Für Empfehlungen zu Restaurants & anderen Locations, zu denen noch keiner etwas geschrieben hat, gibt es 20 Punkte, für alle anderen Empfehlungen immerhin noch 8. Rein rechnerisch ist man also mit 50 Erstempfehlungen schon bei 1.000 Punkten. Ich habe dann knapp fünf Stunden und rund 70 Empfehlungen dazu gebraucht. Kein schlechter Tauschhandel, zumal ich Pforzheims Gastronomie und Dienstleistungssektor in QYPE gleich um mehrere Locations, die bisher noch fehlten, bereichert habe.

Während man da so vor sich hin tippt, ist mir mit einem durchaus leicht wehleidigem Gefühl leider sehr bewußt geworden, dass die Idee von QYPE auch durchaus die Idee von Timo und mir hätte gewesen sein können. Ich kann mich da noch dunkel an ein Gespräch anno 1999 erinnern, als ich damals während einem Kneipenbesuch die Daten der Kneipe in meinen damals brandneuen Palmpilot eingegeben habe. Wäre es nicht schick, so wir zwei Helden damals, wenn man solche Gastronomietipps nicht irgendwo zentral im Internet ablegen könnte und viele andere Menschen das auch tun könnten, um auf diese Weise eine große Gastronomiedatenbank zu bilden?

Schrecklich, wir waren ja durchaus innovativ. Das erinnert mich mit leichter Gänsehaut auch an meine ersten, handfesten Versuche mit Hypertext im Jahre 1990 auf meinem Amiga, als ich weder das Internet kannte, noch überhaupt die Idee, mit Hypertext nicht nur Information für mich aufzubereiten, sondern auch für andere.

Oder eine andere Geschichte im Jahre 1993, als ich an einem IBM-Wettbewerb im Zeichen von “Leonardo da Vinci” teilgenommen habe und man unter anderem einen Essay darüber schreiben sollte, wie man sich die Zukunft vorstellen würde. Da habe ich doch tatsächlich das TabletPC-Konzept in einem edukativen Umfeld entwickelt bzw. glatt die One-Laptop-per-Child-Idee ausgegoren. Jedem Schüler einen tragbaren, einfachen Rechner, das ihn dann als Buch- und Schulheftersatz durchs Schulleben begleitet. Schulbücher gibt es als Chips, die Hausaufgaben per Netzwerk. Und das, was mich am meisten im Nachhinein entsetzt: Ich habe die Dinger in meinem Essay als “Personal Digital Assistants” bezeichnet, ohne dass ich ahnen konnte, dass das später ein Name für eine ganze Gattung von Minicomputern wird.

Leider finde ich keine Version dieses Aufsatzes mehr in meinen Unterlagen. Einerseits bin ich unendlich traurig darüber, dass nicht mehr zu finden. Andererseits ist es vielleicht besser so.

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TiddlyWiki 2.4.2.

9. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Nach gut drei Monaten haben die TiddlyWiki-Entwickler wieder mal ein Update eingeschoben und präsentieren nun Version 2.4.2. Der Zeitraum von drei Monaten zwischen den letzten Updates macht sehr schön deutlich, dass TiddlyWiki nun wirklich erwachsen geworden ist, wenn man dabei berücksichtigt, dass es unter 1.x Zeiten gab, in denen teilweise mehrere Updates innerhalb eines Tages (!) veröffentlicht wurden.

TiddlyWiki 2.4.2 ist weitgehend Bugfixing und kleinere Erweiterungen in Syntax und “Hacking”. Bei “normaler” Anwendung sicherlich kein weltbewegend wichtiges Update, aber sicherlich auch kein Fehler. Auf jeden Fall aktualisiert ist meine deutsche Übersetzung, die nun auf den Coderelease 8269 basiert. Aus diesem Grund heißt diese nun “GermanTranslation2.4c”.

Alles zum Herunterladen wie immer bei TiddlyWikiDeutsch nebenan.

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