Synchronisation von Kontakten zwischen iPhone und Google Contacts via CardDAV.

Seit einiger Zeit gibt es im Funktionsumfang von normalen Google-Konten einen kleinen Einschnitt in Sachen Funktionsumfang. Dieser Einschnitt betrifft die Synchronisation von Daten zwischen dem Google Kalender und Adressbuch zu iPhone und/oder iPad. Konnte man nämlich Kalender und Adressbuch bei allen Konten bis dato per ActiveSync synchronisieren (dass unter iOS „Microsoft Exchange“ heißt und auf Seiten von Google „Google Sync“), so ist das seit 30. Januar 2013 nur noch für Google-Konten möglich, bei denen bis zu diesem Datum Google Sync mindestens einmal eingerichtet wurde. Mit allen Google-Konten, die nach dem 30. Januar 2013 mit iPhone/iPad Kontakte und Kalender synchronisieren sollen, ist dieser Weg nun versperrt.

Aber: Es gibt Alternativen. Und zwar sehr gute, weil nämlich mit offenen Protokollen.

Kalender synchronisieren

Dazu sei an dieser Stelle nicht viele Worte verloren, weil ich hierzu vor einiger Zeit schon mal einen sehr umfangreichen Artikel geschrieben habe, der den Installationsweg ausführlich beschreibt:

Aber jetzt: Kontakte synchronisieren via CardDAV

Das CardDAV-Protokoll gehört ebenfalls zur Familie der WebDAV-Protokolle und ist speziell auf die Synchronisation von Kontaktdatenbanken ausgerichtet. Die Synchronisationsmechanismen sind dabei ähnlich zu CalDAV bei Kalendersynchronisationen, grundsätzlich ist CardDAV aber ein eigenes und auch relativ neues Protokoll. So neu, dass es beim iPhone bzw. im iOS-Betriebssystem von Anfang an gar nicht im Funktionsumfang war. Erst ab iOS 5 wurde CardDAV standardmäßig in iOS implementiert und ist seitdem auch verfügbar. Die Einrichtung einer CardDAV-Verbindung zum eigenen Google-Konto ist dabei relativ simpel und auf keinen Fall schwerer, als bisher mit Google Sync.

Der Startpunkt auf dem iPhone sind, wie immer, die Einstellungen und dort der Punkt “Mail, Kontakte, Kalender”. Hier geht es auf “Account hinzufügen …”. Der nächste Schirm zeigt die möglichen Synchronisationstechnologien dazu an:

iOS Synchronisationsauswahl

Alle DAV-Protokolle finden sich im letzten Menüpunkt, der etwas stillos unter dem Wort „Andere“ versteckt ist. Deshalb bitte hier drauf tippen, um zum nächsten Schirm zu kommen:

iOS Auswahl der DAV-Protokolle zur Synchronisation

Hier geht es nun richtig los, unter „Kontakte“ findet sich die Auswahlmöglichkeit zur Einrichtung eines CardDAV-Accounts. Bitte diesen Menüpunkt antippen und dann geht es schon darum, die eigenen Zugangsdaten zu hinterlegen:

iOS Einrichtung CardDAV

Die vorzunehmenden Einstellungen sind weitgehend selbsterklärend, deshalb nur im Schnelldurchlauf:

  • Account: Muss selbstverständlich aktiviert werden, hier lässt sich später aber dann auch vorübergehend die Synchronisation anhalten, falls das mal notwendig sein sollte.
  • Server: Ist die Gegenstelle, mit dem das iPhone-Gerät Verbindung zur Synchronisation aufnehmen soll. Das ist tatsächlich einfach nur „google.com“.
  • Benutzername: Das ist der Google-Kontoname, also im Normalfall die eigene Gmail- bzw. Googlemail-Adresse.
  • Kennwort: Selbsterklärend.
  • Beschreibung: Das ist eine Beschreibung, die frei gewählt werden kann. Bei mehreren konfigurierten Konten auf dem iOS-Gerät macht eine eindeutliche Beschreibung durchaus Sinn…

Wir gehen jetzt aber noch nicht zurück (und drücken natürlich auch nicht auf „Account löschen“), sondern wählen noch den Menüpunkt „Erweiterte Einstellungen“ für einen Kontrollblick aus. Der dortige Schirm sieht folgendermaßen aus:

iOS CardDAV Erweiterte Einstellungen

Hier geht es um die Verschlüsselung der CardDAV-Übertragung. SSL sollte hier aktiviert werden, der Standard-Port hierzu ist 443.

Nach dieser Überprüfung oben auf den Pfeil nach links „Google Contacts“ (oder wie auch immer die Beschreibung lautet) tippen, um zum vorherigen Schirm zurückzukommen. Dort dann nochmal auf den an der gleichen Stelle positionierten Pfeil tippen, der da lautet „Zurück“. Danach geht es nämlich nicht sofort zurück, sondern dann wird zunächst der Account geprüft. Hat alles seine Ordnung, erscheinen hinter allen Eingabefeldern kleine Häkchen und der Synchronisationsaccount ist erfolgreich eingerichtet.

Bitte dann einfach wieder zurück auf den Home-Bildschirm und mit einem Tippser auf die Kontakte-App gleich mal austesten, ob nun die ersten Adressen aus dem Google-Konto – sofern dort welche hinterlegt sind – eintrudeln.

Der Weg der Synchronisation

Ein spannendes Thema kommt an dieser Stelle: Hat man nämlich bisher Google Contacts nicht genutzt und sein Adressbuch ausschließlich auf dem iPhone gepflegt, dann passiert auch nichts. iOS synchronisiert ein lokales Adressbuch nicht ohne weiteres mit einem Adressbuch, das mit einem externen Dienst synchronisiert wird.

Damit also eventuell auf dem iPhone vorhandene Adressbestände ins Google-Contacts-Adressbuch kommen, müssen diese dorthin einmalig übertragen werden. Am einfachsten funktioniert das mit der iOS-App namens „My Contacts Backup“, die das Adressbuch auf iPhone/iPad als CSV-Datei exportieren kann. Diese kann man sich dann bequem per E-Mail an das eigene E-Mail-Postfach schicken lassen.

Hat man dann diese CSV-Datei, lässt sich diese auf der Website von Google Contacts unter https://www.google.com/contacts/ (ggf. zunächst anmelden) importieren. Auf der Hauptseite gibt es oben mittig angeordnet einen Button namens „Mehr“ und in diesem Untermenü dann den Menüpunkt „Importieren“. Dort dann einfach die oben generierte CSV-Datei importieren und schon nach einigen Augenblicken stehen die exportierten Adressen in Google Contacts zur Verfügung.

Hilfe! Alles doppelt!

Tatsächlich kann es zunächst passieren, dass nach der ersten Synchronisation im iOS-Adressbuch alle Kontakte doppelt auftauchen. Insbesondere dann, wenn wie im letzten Absatz der bisher lokal verwaltete Adressbestand in Google Contacts importiert wurde. iOS verwaltet alle Adressbücher strikt getrennt voneinander, also damit auch das lokale Adressbuch getrennt vom Adressbuch, das nun per CardDAV synchronisiert wird. Dass es hier mitunter dann Dubletten gibt, juckt iOS herzlich wenig.

Meine Empfehlung ist da ganz klar: Wer jetzt sein Adressbuch mit CardDAV synchronisiert und auch die lokalen Kontakte in Google Contacts importiert hat, auch nur noch mit diesem Adressbuch arbeiten und die lokalen Kontakte ersatzlos löschen. Sie gehen ja, wenn sie in Google Contacts importiert wurden, nicht verloren, sondern werden jetzt eben über die Google Cloud synchronisiert und das macht technisch gesehen keinen Nachteil aus. Denn der Zugriff auf einen synchronisierten Adressbestand ist selbst dann möglich, wenn das iOS-Gerät vorübergehend z.B. keine Verbindung haben sollte. Eine eventuell notwendige Synchronisierung erfolgt immer dann, wenn eine Netzverbindung besteht.

Also: Wenn es tatsächlich Dubletten in Ihrem Adressbestand gibt, dann ist die Vorgehensweise folgende (Bitte machen Sie dennoch unbedingt sicherheitshalber ein Backup mit der obig empfohlenen App):

  1. Schalten Sie vorübergehend die Synchronisation mit allen fernen Adressbüchern aus, sofern welche vorhanden und diese aktiv sind. Das können Sie bequem in den Einstellungen der einzelnen Adressbuchsynchronisationen tun, in dem sie den Schieber vorübergehend auf den „Off-Zustand“ schieben (siehe oben).
  2. Wenn Sie dann alle Adressbuchsynchronisationen ausgeschaltet haben, gehen Sie in die Kontakte-App und sehen hier dann logischerweise nur noch die Adressen, die tatsächlich lokal auf dem iOS-Gerät liegen. Wenn das dann tatsächlich die eine Hälfte der Dubletten ist, können Sie alle die lokalen Adressen hier getrost löschen.

Und wie lege ich nun neue Kontakte an?

Das ist jetzt nämlich echter Komfort: Es ist egal, wo Sie neue Kontakte anlegen – ob nun im iPhone, auf dem iPad (falls es auch mit Google Contacts synchronisiert), auf der Website von Google Contacts oder mit einem anderen Programm oder Gerät, das mit Google Contacts synchronisiert – sie haben nur noch eine Adressdatenbank und das ist die bei Google Contacts.

Sie machen es jetzt also wie die Profis mit dem Adressbuch – in der Cloud. Und wenn Ihnen aus irgendeinem Grund das iPhone abhandenkommt (sie es von der Ferne aus natürlich sperren), ist Ihnen wenigstens nicht Ihr Adressbuch abhanden gekommen, denn das liegt eben nun in der Cloud.

Nokia Tunes Classical.

Immer wieder ergötzlich:

Während die obigen Kollegen das klingelnde Nokia-Handy gekonnt parierten, hatte der folgende Violinenspieler da schon so seine Schwierigkeiten. Oder war er einfach konsterniert?

Zugegeben – in unserer heutigen Smartphone-Welt ist ein kleines, piezo-klingelndes Nokia-Handy so eine Seltenheit geworden, dass man fast schon sentimentale Gefühle für das kleine Gerätchen entwickelt. Zumindest die Menschen, die so ein Gerät einst einmal besaßen und für die das Ding so ziemlich das feinste in Sachen Technik war.

Der Quatsch mit Internet-Flatrates im Mobilfunk.

Ihr erinnert euch an den Krampf, den ich mit einer SIM-Karte vom Betreiber Medion Mobile vor einigen Monaten erlebt habe? Gibt noch eine kleine Episode, die sehr schön zeigt, wie Geldverdienen heutzutage funktioniert. Das damalige Problem mit der Karte, bei dem es aus unerfindlichen Gründen nicht funktionierte, einen Tarif auszuwählen, wurde nach einigen Wochen tatsächlich behoben. Da brauchte ich die Karte dann auch nicht mehr, so dass sie in den Tiefen meines Schreibtisches verschwand. Immerhin waren noch 15 Euro Guthaben auf der Karte, man weiß ja nie, wann man sowas nochmal braucht.

Zum Beispiel jetzt: Der DSL-Anschluss zu Hause verabschiedete sich nach 9 Monaten mal wieder final. Natürlich an einem Sonntagmorgen und natürlich ist der nächste freie Technikertermin erst am Dienstag. Also eigentlich ein perfekter Auftritt für die „Alditalk“-Karte von Medion Mobile, die ich sogar fand. Und sogar noch einen UMTS-Stick, die man schön an eine Fritzbox stecken kann und die dann über den Stick automatisch ein Internet-Fallback macht, wenn der eigentliche DSL-Zugang nicht funktioniert.

Damit auch vertraglich Internet funktioniert, buchte ich online den dicksten Internet-Flatrate-Tarif bei Medion für schlappe 14,99 Euro. Und das funktionierte alles dann sogar auch nach wenigen Minuten. Allerdings wiederum nur für 10 Minuten. Danach ging das Internet über diese SIM-Karte nicht mehr, im Log der Fritzbox fanden sich Unmengen von Authentifizierungsfehler. Über die kurzfristig eingesteckte O2-Karte meines Handys funktionierte das Internet, es schien also wieder einmal etwas an der Medion-Mobile/Alditalk-Karte nicht zu funktionieren.

Des Rätsels Lösung gab es wieder einmal an der Hotline. Das Problem war nämlich, dass ich nach der Buchung der Internet-Flatrate nicht lange genug gewartet habe, bis die Bestätigungs-SMS kam. Bis die kommt – und die kommt erst nach einer Weile – werden Internet-Zugriffe nach Minuten abgerechnet. Und so passierte es dann, dass ich zwar Guthaben bis zur Buchung hatte, dann aber während der Buchung ja schon eine Minute vergurkte (und mein Guthaben dann nicht mehr 15 Euro betrug), die Buchung aber dennoch funktionierte, aber dann nicht bestätigt wurde. Da ich das aber natürlich nicht wusste und auch nicht sehen konnte, ging das Internet-Glück eben nur 10 Minuten, bis das restliche Guthaben minutenweise verprasst war.

Einfach, nicht? So macht man mit einem Mobilfunknetz richtig Schotter.

Immerhin, an der Hotline war der freundliche Mitarbeiter soweit kulant, dass er nachvollziehen konnte, was da schiefgelaufen war und das Guthaben wieder erstatten lassen will. Dauert jetzt wohl vier Stunden, danach die Buchung nochmal eine Stunde und eigentlich – das ist das Feine mit dieser SIM-Karte – brauche ich dann eigentlich auch gar kein Internet mehr, denn dann ist quasi ja morgen schon der Telekom-Techniker da und richtet hoffentlich den DSL-Anschluss wieder.

Ich werde diese SIM-Karte also wohl nicht los, wenn ich sie nicht mutwillig zerstöre.

iOS und Google Sync nur noch bis Ende Januar.

Da die Artikel zum Thema Google Sync und iPhone in meinem Blog die mit Abstand am häufigsten aufgerufenen Artikel sind, hier doch nochmal ein wichtiger Hinweis für alle, die zukünftig ihr iPhone oder iPod per Google Sync mit ihren Kalendern und Adressbüchern in ihrem Google-Account synchronisieren möchten. Denn Google Sync steht auf der Abschussliste bei Google und für viele Nutzer ist Google Sync ab 30. Januar 2013 nur noch Geschichte.

Google Sync und der technische Hintergrund

Das Ende von Google Sync ist relativ einfach zu erklären, wenn man sich anschaut, was dahintersteckt: Eine Synchronisierungstechnologie namens ActiveSync von Microsoft. Und dazu ist dann ein kleiner Exkurs recht interessant:

ActiveSync hat eine recht lange Geschichte und hat seine Wurzeln im Mobilbetriebssystem Windows Mobile und der Möglichkeit zur Synchronisieren von Smartphone-Inhalten mit Windows-Betriebssystemen ab Windows 95 und NT 4. Für diese Anforderung wurde ActiveSync entwickelt und das war schon zu den Zeiten, als Windows Mobile mit dem einst allmächtigen Betriebssystem PalmOS von US Robotics konkurrierte, revolutionär. Denn während Palm-Geräte im am PC angeschlossenen Zustand nur dann synchronisierten, wenn die Synchronisierung am Gerät oder an der Dockingstation (die „Cradle“) die Synchronisierung explizit der Knopfdruck gestartet wurde, erledigten Windows-Mobile-Gerätschaften die initiale Autorisierung direkt nach dem Anstecken an den PC und synchronisierten während der Verbindung permanent, selbstständig und zuverlässig. Wurde in Outlook ein neuer Termin eingetragen, erschien dieser Termin im gleichen Moment auch im angeschlossenen Windows-Mobile-Gerät. ActiveSync machte es möglich und nicht zuletzt diese Technologie war ein wichtiges Abgrenzungskriterium zur Palm-Welt.

Aufgebohrt wurde ActiveSync dann später, in dem das Protokoll als Basis für die Synchronisierung zwischen Windows-Mobile-Geräten und dem Microsoft-Exchange-Server diente und fortan Exchange ActiveSync hieß. Das Prinzip der Echtzeitsynchronisierung blieb, lediglich der Übertragungsweg und die Gegenstation änderte sich. Nicht mehr der Bürorechner auf dem Schreibtisch war das andere Ende, sondern der Exchange-Server des Unternehmens, der dann die zu synchronisierten Inhalte direkt mit dem Postfach des Nutzers synchronisierte.

Und obwohl ja Microsoft verschrieen ist als ein Unternehmen, das rücksichtslos seine eigenen Standards entwickelt und verbreitet – ActiveSync hatte schon sehr früh eine relativ offene Lizenzierungspolitik und konnte von Herstellern von Personal Digital Assistants, später dann Smartphones, aber auch Herstellern von Mailsystemen und Betreibern von Maildiensten (kostenpflichtig) lizenziert werden. Das hatte natürlich einen Hintergrund, denn neben den Einnahmen durch die Lizenzierung war durch den Einsatz von ActiveSync potentiell das jeweilige Produkt auch fähig zum Kontakt mit Windows-Mobile-Gerätschaften oder auf der anderen Seite mit dem Exchange-Server.

Und da ergaben sich dann die seltsamsten Allianzen. Während z.B. RIM mit dem Blackberry und dem dazugehörigen Protokoll sowohl Endgeräte als auch Synchronisierungssoftware mit dem Mailsystem aus einer Hand liefert, können z.B. iPhone und Android-Geräte per ActiveSync mit dem Exchange-Server synchronisieren. Vorteil: Diese Synchronisierung kostet den Nutzer nichts, während bei Blackberry lange Zeit der Synchronisierungsdienst Geld kostete und zwar nicht zu knapp. Dass also ActiveSync so zuverlässig funktioniert und für Hersteller von Smartphones recht freizügig lizenziert werden kann, ist mit einer der Gründe, warum Microsoft lange Zeit die eigene Mobilbetriebssystemstrategie hat schleifen lassen und es hat ihnen zumindest im Business-Bereich nicht sonderlich viel finanziellen Schaden beschert. Das Lehrgeld in der Smartphone-Jungsteinzeit haben tatsächlich andere bezahlt.

Google und ActiveSync

Auch Google gehört zu den ActiveSync-Lizenznehmern und das wiederum aufgrund einiger Umstände:

  1. Google benötigt ActiveSync im hauseigenen Mobilbetriebssystem Android, um Android-Handys mit der Exchange-Welt synchronisieren lassen zu können.
  2. Google muss seine eigenen Kalender- und Kontaktedienste mit Schnittstellen zu ActiveSync ausstatten, um Smartphones mit anderen Betriebssystemen als Android eine Synchronisierung zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für das iPhone, denn obwohl das iPhone direkt (ohne ActiveSync) mit Google Mail synchronisieren kann, wird ActiveSync wiederum zum Synchronisieren von Kalender und Kontakten benötigt, da das iPhone hier keine eigenen Schnittstellen zu den Google-Diensten hat (warum auch immer).

Punkt 2 muss man sich ob des Irrsinns auf der Zunge zergehen lassen – weil Apple und Google zu doof sind, iOS und Google-Dienste vollständig miteinander synchronisieren lassen zu können, muss ausgerechnet ein lizenzpflichtiges Microsoft-Protokoll den Lückenfüller machen.

Und weil genau das Kostenthema der ActiveSync-Lizenzierung für die (kostenlos nutzbaren) Google-Dienste eine Rolle spielen dürfte, ist ActiveSync nun wohl bei der Synchronisierung der Google-Accounts auf der Abschussliste. Immerhin gibt es aber einige begrenzende Ausnahmen für das Ende:

  • Wird ein Google-Account bis zum 30. Januar 2013 noch mit ActiveSync synchronisiert, bleibt diese Möglichkeit für diesen Account auch darüber hinaus noch erhalten. Das Ende gilt also ab 30. Januar 2013 nur für bis dato noch nicht per ActiveSync synchronisierende Google-Accounts. Inwiefern es bis zu diesem Datum tatsächlich aktiv genutzt werden muss oder ob die Nutzung irgendwann in der Vergangenheit schon ausreicht, wird sich zeigen.
  • Ebenfalls nicht betroffen von dem Ende sind Google-Accounts, die innerhalb der inzwischen auch kostenpflichtigen Google Apps angelegt sind. Google-Apps-Accounts werden also auch weiterhin per ActiveSync synchronisieren können und wer da noch das Glück hatte, in der vergangenen Kostenlos-Zeit einen Google-Apps-Account einzurichten, lebt immer noch komplett kostenlos.

Die kostenlosen Protokollalternativen zum Synchronisieren

Google beendet das Synchronisieren mit ActiveSync vor allem auch deshalb, weil es inzwischen kostenlose Protokolle zum Synchronisieren gibt, die auch hinreichend zuverlässig sind. Für das Synchronisieren von Kalender ist dies das CalDAV-Protokoll und für das Synchronisieren von Kontakten das CardDAV-Protokoll. Beide Protokolle sind (inzwischen offizielle) IETF-Standards und im Falle von CardDAV eine beschwerliche Geburt hinter sich.

Das ist auch einigermaßen nachvollziehbar, denn ein einheitlicher, herstellerübergreifender Standard liegt zunächst einmal nicht im Interesse der Hersteller von eigenen, proprietären Protokollen und da lange Zeit die Motivation an echten freien Protokollen fehlte, dauerte es auch dementsprechend, bis beide Protokolle jeweils die Hürden genommen hatten, um als IETF-Standard zu gelten – zumal alle involvierten Hersteller innerhalb der IETF auch an der Standardisierung beteiligt waren. Das Wort „Sabotage“ will niemand in den Mund nehmen, aber IETF-Standardisierung ist mitunter auch interessant für Beobachter, die sich für Rudelbildungen im Tierreich interessieren.

Was zu tun ist … Empfehlungen

Also, grundsätzlich: ActiveSync muss niemand unbedingt einsetzen, der auch CalDAV und CardDAV einsetzen kann. Beide Protokolle sind gleichwertig funktional, wenn es um die Synchronisierung von Kalender- und Kontaktdatenbanken geht. Selbstverständlich ist ActiveSync deutlich mächtiger, allerdings richten sich viele Funktionen von ActiveSync vornehmlich an Unternehmen, die z.B. in einer Exchange-Infrastruktur alle Arten von Clients – vom Windows-Rechner mit Outlook bis zum iPhone – synchronisieren und zentral verwalten müssen.

Innerhalb von Google-Diensten ist ActiveSync bzw. der eigene Name „Google Sync“ immer als bisher mehr oder weniger notwendige Alternative zu verstehen. Es besteht also kein Grund zur Panik und auch nicht zu übermäßiger Hektik in Sachen Synchronisierungen zum Google-Konto einrichten. Wer bis zum 30. Januar 2013 Google Sync bzw. ActiveSync nicht einsetzt, wird es auch danach nicht vermissen, den selbst das iPhone, die Ausgeburt an Apple-Scheuklappentum in Sachen offenen Standards, unterstützt CalDAV und CardDAV

Zu erledigende Aufgaben für Besim

Das inzwischen gewachsene Sammelsurium an Blog-Artikeln, die sich mit der Synchronisierung zwischen Google-Konto und iPhone beschäftigen, aktualisieren. Die Artikel, die Google Sync erklären, werden mit Hinweisen darauf versehen, dass Google Sync nicht mehr bei allen Arten Google-Accounts funktioniert, der Artikel zu CalDAV so überarbeitet, dass es wieder als Empfehlung gilt und ein Artikel zu CardDAV neu geschrieben, das ich bisher großflächig ausklammerte, weil die CardDAV-Unterstützung von Google vor zwei Jahren, als ich das erste und bis dato letzte Mal in dieser Konstellation mit CardDAV experimentierte, schlicht unmöglich war.

Manchmal hilft die wohltuende Wirkung der Zeit doch, dass Hersteller sich ihren Möglichkeiten zur Interoperabilität bewusst werden.

Musik und Android.

Seit einigen Wochen ist ja nur noch mein Samsung Galaxy S2 als Haupttelefon am Start. Das iPhone 4S fristet seitdem das Dasein als Backup-Telefon für den Fall, wenn ich am S2 wieder etwas mit CyanogenMod herumspiele und nebenbei erreichbar sein mag. Grundsätzlich aber läuft CyanogenMod 10 mit Android 4.1.2 als Unterbau erstaunlich zuverlässig, obwohl CM 10 eigentlich noch im Alphastadium ist (und ich eine Installation ausdrücklich nicht empfehle).

Aber zum Thema Musik auf dem Smartphone: Einer der großen Pro’s für das iPhone war bisher die Musikabspielfähigkeit. iTunes unter Windows ist zwar ein Krampf und die iPod-App unter iOS bei weitem unter seinen Bedienmöglichkeiten (schon mal jemand probiert, in einer Wiedergabeliste ein bestimmtes Lied anzusteuern?), allerdings funktioniert das Synchronisieren zwischen iTunes und iOS idiotensicher.

Ausgangszustand bei mir.

Ich habe inzwischen 51 GB Musik auf etwas über 7.000 Audiodateien. Und ich bin kein Fan von Musik in der Cloud, weil ich Musik auch im Wald höre und mit meiner Datenflatrate von O2 eigentlich besseres zu tun habe, als die Bandbreite für das Herumblasen von Musik zu verschwenden. Zudem habe ich keine Lust, meine Musik in einer proprietären Cloud eines Anbieters verschwinden zu lassen und ein für allemal von dessen Spielregeln abhängig zu sein. Meine Musik ist meine Musik.

Beim iPhone tut es (gerade noch so) die 64-GB-Version des iPhones, um hier meine gesamte Medienbibliothek zu versammeln. Das ist dann ziemlich lässig, wenn man wirklich überall seinen gesamten Musikbestand parat hat. Muss ich niemandem erzählen. Vielleicht nur noch den Herstellern von Android-Gerätschaften, denn hier sind selbst Android-Smartphones mit 32 GB Speicherplatz eher Raritäten. Mit 16 GB geht allerdings wirklich gar nichts mehr bei mir.

Mein Samsung Galaxy S2 hat zwar auch nur 16 GB Speicher onboard, allerdings einen großen Luxus: Einen MicroSD-Kartensteckplatz. Das war das Kaufargument Nr. 1. Denn zusammen mit diesem kleinen Winzling hier, ist mein Smartphone mit nun schlappen 80 GB Speicherplatz der Chef im Wald:

SanDisk Ultra 64GB MicroSD XC

Habe ich übrigens einmal erwähnt, dass mich so ein Stück Kunststoff wirklich schwer begeistern kann? 7.000 Musikstücke, gut 420 Alben – alles in diesem Plättchen drin. Allein der Musikimport auf das Kärtchen hat gut zwei Stunden gedauert.

Musikplayer unter Android.

Die iPod-App ist schon käsig zu bedienen – unter Android sieht es glatt noch dunkler aus. Android selbst hat keinen eigenen Musikplayer, so dass die Hersteller von Android-Geräten ihre eigenen Player mitbringen. Die sind an Abspielkomfort mindestens genauso langweilig zu bedienen, wie die iPod-App unter iOS.

Eine Alternative ist der Musikplayer Apollo aus dem CyanogenMod-Projekt, der seit neuestem auch über den Google-Play-Store bezogen werden kann und hochgelobt wird. Allerdings nicht von mir, weil mir Apollo nicht behagt. Mit einer Medienbibliothek in den Dimensionen, wie ich sie herumzutragen pflege, ist Apollo sichtlich beschäftigt. Die Albenauswahl ist eine Blätterorgie und zu alldem kommt noch, dass die Albumbilder, mit denen ich weitgehend alle Musikstücke verziert habe, nur sehr unzuverlässig geladen werden und mitunter auch wild durcheinandergewürfelt angezeigt werden. Solche Schlampereien kann ich gar nicht haben.

Ein alter Bekannter: Winamp.

Wenn mir einer vor über zehn Jahren gesagt hätte, dass ich irgendwann einmal wieder Winamp nutzen würde, hätte ich ihn ausgelacht. Winamp war so ein Biest von Player. Für mich als (damaliger) MP3-Verlegenheitsnutzer völlig überladen, mit einem völlig verquakten Bedienoberfläche und einer Musiksortierung die allenfalls für 700 Audiofiles taugte, sicherlich aber nicht für 7.000. Winamp war direkt aus der Hölle und als das Windows-Media-Player-Zeitalter kam war ich froh, Winamp los zu sein.

Für Android gibt es ebenfalls Winamp, das mit der Windows-Version vermutlich kaum etwas zu tun hat, außer ein paar Reminiszenzen auf die einfach grässliche Grafik. Der pixelige Winamp-Blitz ist jedenfalls geblieben – ansonsten ist Winamp auf Android erstaunlich gut. Nach dem Start findet man sich in der zentralen Auswahl, in der der Benutzer nach Interpret, Titel oder Album suchen kann. Die Suche ist blitzschnell, Musik wird in Echtzeit angezeigt und abgespielt.

Dass für all das noch nicht mal Geld fällig ist, sondern Winamp unter Android per In-App-Kauf um einige Funktionen zusätzlich ergänzt werden kann, macht es noch sympathischer. Die knapp 4 Euro für die Pro-Version sind es zumindest wert.

CyanogenMod 10 auf dem Samsung Galaxy S2.

Dass ich mich mit meinem Samsung Galaxy S2 auf das CyanogenMod-Eis gewagt habe, also einer so genannten Aftersales-Firmware, die nicht offiziell von Samsung gepflegt und auch nicht empfohlen wird, passierte aufgrund akuter Langeweile und Genervtheit auf die Art und Weise, wie Samsung für seine Smartphones Android pflegt.

Zum einen dauert es gewaltig lange, bis Samsung die Android-Basis für seine Firmware aktualisiert. Für mein Galaxy S2 ist beispielsweise noch 4.0.4 aktuell, während es auf dem Markt bereits 4.1.2 und nun auch schon 4.2 gibt. Es ist fest damit zu rechnen, dass das kommende Update schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder auf eine alte Android-Basis setzen wird. Und interessanterweise interessiert das alles bei Samsung niemanden, auch nicht das Bugfixing, was den kleineren Android-Updates zugrunde liegt.

Zum anderen pflegt Samsung bei seinen Firmware-Paketen eine typisch fernöstliche Kultur: Alles reinpacken und vorinstallieren, ohne Rücksicht auf Übersichtlichkeit. Das erste, was ich beim Starten meines Samsung Galaxy S2 im Mai 2011 dachte: Du liebe Zeit … die vorinstallierten Apps verteilten sich auf zwei Seiten des Launchers und genügend dieser vorinstallierten Software habe ich nicht ein einziges Mal gestartet. Dass man bei Samsung es mal so verstehen könnte, dass man Software optional zum Download anbietet und nicht von Hause aus die Smartphones zumüllt – unmöglich.

CyanogenMod geht in seinen Firmware-Paketen da den minimalistischen Weg: So pures Android wie nur möglich, dafür jedoch auf Geschwindigkeit optimiert und von Hause aus offen, also mit Superuser-Rechten. Was man von CyanogenMod und von der Installation jeglicher Aftersales-Firmware andererseits nicht erwarten darf: Eine sehr einfache Installation. Alle Aftersales-Firmwares sind mehr oder weniger komplex zu installieren, zumindest beim ersten Mal. Denn tatsächlich muss man zunächst das Smartphone so „knacken“, dass es die Installation von alternativen Firmware-Paketen überhaupt erlaubt. Das macht man für gewöhnlich dadurch, in dem man den Bootloader manipuliert, also das Stück Software, das ein Smartphone nach dem Einschalten unmittelbar ausführt und damit das eigentliche Betriebssystem lädt. Praktisch alle Smartphones überprüfen im Bootloader während der Installation einer Firmware deren Echtheit und installieren von Hause aus logischerweise nur die eigene Firmware. Hat man einen modifizierten Bootloader auf das Smartphone installiert bekommen, dann ist der Weg zu alternativen Firmwares frei.

Der Weg mit dem Samsung Galaxy S2 ist nicht sonderlich tricky, dauert aber zwei, drei Stündchen und erfordert zumindest ein paar Kenntnisse über Android und die Art und Weise, wie man per lokalem Computer Firmware einspielt. Und auch wenn die Installation von CyanogenMod eigentlich ziemlich sicher ist, muss man sich im Klaren darüber sein, dass nach der Installation einer alternativen Firmware der Hardware-Hersteller für gewöhnlich eventuelle Support- und Gewährleistungsansprüche ab diesem Zeitpunkt ablehnt. Zumindest ist der Rückweg zu einer Samsung-Firmware nicht gänzlich verbaut, wenngleich man dies dann zwingend an einem lokalen Computer initiieren muss.

Nun gut, es gibt schlimmeres auf dieser Welt, denn der Gegenwert ist mehr als fair: CyanogenMod 10 basiert auf Android 4.1/4.2 und auf diesem Weg bekomme ich auf mein Smartphone sehr elegant ein praktisch natives Android installiert, gänzlich unbeladen im Gegensatz zu den völlig überladenen Samsung-Firmwares. Wer das wiederum nicht mag, bleibt besser bei Samsung-Firmwares, da die meiste Fremdsoftware in Samsung-Paketen nicht separat erhältlich ist bzw. dann kostenpflichtig ist. Das gilt insbesondere auch für den Samsung-eigenen App Store und auch für die Erweiterungen, die Samsung in seine Android-Firmwares einbaut (z.B. Samsung DIVE zum Lokalisieren eines geklauten Smartphones).

Wer sich kundig machen möchte und vielleicht sogar mal CyanogenMod auf eigene Gefahr hin ausprobieren möchte, dem sei das CyanogenMod-Wiki empfohlen. Hier gibt es zu allen unterstützten Smartphones Installationsanleitungen, FAQ und Links zu Downloads. Ein Hinweis dazu: Stable-Downloads sind stabile Firmware-Versionen für den alltäglichen Gebrauch, Experimental-Downloads Firmware im Beta-Status zum Experimentieren und Nightlies absolute Experimentierfelder, die zwar weitgehend gut laufen, aber eben ausdrücklich auch im Alpha-Status sein können.

In die Mobilfunk-Taiga mit Aldi Talk.

Vermutlich bin ich mit O2 inzwischen zu verwöhnt. Seit 2008 bin ich O2-Kunde und habe in dieser Zeit kaum mehr Probleme gehabt, als dass irgendwo das Netz einmal überlastet war. Dass ist auch dahingehend erträglich, weil ich monatlich kaum mehr als 15 Euro dafür bezahle, rund eine Stunde zu telefonieren, eine Internet-Flatrate zu haben und das verteilt auf drei SIM-Karten, die als Multicard zusammengeschaltet sind. Für dieses Paket zahlt man bei anderen Anbietern gern das Doppelte. Oder Dreifache. Oder auch das Vierfache.

Warum ich deshalb bei einem Kunden von mir auf die Idee gekommen bin, für einen vorübergehenden Internet-Zugang etwas anderes auszuwählen, als O2, ist mir schleierhaft. Und warum ich dann ausgerechnet auch noch Aldi Talk nehmen musste? Es muss ein totaler Aussetzer in meinem Verstand gewesen sein.

Aldi Talk“ ist ein Produkt von „Medion Mobile“ und wird technisch von ePlus betrieben. So weit, so gut. Das gekaufte Starter-Set enthielt die SIM-Karte, eine Anleitung und Papierkram für 12 Euro, wobei das Starter-Set eine Prepaid-Geschichte ist und ein Guthaben von 10 Euro beinhaltet. Standardmäßig eingerichtet ist ein Tarif namens „Medion mobile“, das Telefonieren beinhaltet. In unserem Fall brauchen wir das nicht, denn die Karte soll an einen Tablet-PC eingesetzt werden. Dazu gibt es eine Reihe von Internet-Flatrates, unter anderem das Paket „Internet-Flatrate L“. 1,5 Gigabyte Datenmenge per UMTS-Tempo, danach den Rest per GPRS und das für einen Monatspreis von 9,99 Euro. Kann man nicht meckern – wenn man denn die Option buchen könnte.

Denn das geht nicht. Nicht über die Website von Aldi Talk und auch nicht über die Hotline. Tatsächlich meldete die Website von Anfang an, dass bereits ein Auftrag anhängig wäre und man bitteschön warten möge, bis per SMS bestätigt wird. Natürlich gab es nie einen von mir gestellten Auftrag und auch eine SMS ist nie gekommen. Die inzwischen ein halbes Dutzend geführten Telefonate mit der Hotline brachten nichts: Keine Möglichkeit der Statusprüfung, keine Möglichkeit des Zurücksetzens des „Auftrages“, keine Reaktion auf ein von einem Mitarbeiter eingerichteten Supportticket an die Technik. Damit hängen wir nun seit genau einer Woche in der Luft mit einer SIM-Karte, die wir eigentlich nicht brauchen können, weil sich keine Mobilfunkoption aufbuchen lässt. Und niemand weiß etwas, geschweige denn kann etwas tun, damit das überhaupt einmal funktioniert. Ob es jemals funktioniert? Keiner weiß selbst das.

Pardon, Aldi/Medion/ePlus. Was für ein seltsames Zeug verkauft ihr da? Ist das Satire?

Update am 27.09.2012: Funktioniert immer noch nicht, inzwischen der sechste Anruf auf der Hotline. Immerhin habe ich durch deutliche Kenntlichmachung meines Unmutes erreicht, dass die Mitarbeiterin im nächsten Supportlevel nachgefragt hat, was mit dem Ticket passiert und herausbekommen, dass es offenbar noch weitere Kunden mit ähnlichen Problemen gibt. Gut, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen. Im Gegenzug weiß aber auch sie nicht, wie der Status des Tickets ist, wann es weiterbearbeitet wird oder ob das Problem überhaupt gelöst wird (ich habe mal so offensiv die Frage dahingehend gestellt). Ich möge es doch einfach später nochmal probieren, was auch immer.

Opel Ampera.

Mein Kunde, das Autohaus Gerstel, veranstaltete dieses Wochenende ein Openair-Kino mit einer damit verbundenen Präsentation des Opel Ampera in Bad Wildbad auf dem Sommerberg. Traumhafte Umgebung, tolle Filme, viele Leute und drei Opel Amperas. Zwei davon gehören der Adam Opel AG und sind für eine Woche ausgeliehen. Und einen von diesen fahre ich derzeit. Was ein Fehler ist. Denn dieses Auto ist ein Traum und kommt den Idealen, die ich bei einem Auto voraussetze, schon sehr, sehr nahe.

Da wäre zum einen die Idee des Elektroantriebes. Das inzwischen jahrzehntelange Betreiben von Autos mit Explosionen und stinkenden Kraftstoffen halte ich schon immer für eine Fehlentwicklung, die vor allem der Mineralölindustrie nutzt und sonst niemandem. Benzinmotoren sind umweltfeindlich, die Umsetzung der Energie in Fahrleistung fast schon skandalös ineffizient. Die Lust des Autofahrens zum Beispiel auf das Explosionsgeräusch herunterzudividieren und damit sogar zu einem wichtigen Marketingargument zu machen, ist für Leute, die Autofahren und Sport so gar nicht zusammenbekommen können, ein müdes Lachen wert. Oder heiratet jemand eine Frau wegen ihrer Art zu rülpsen?

Ein Elektroantrieb kommt weitgehend ohne das Gestänge und Gekupple eines Getriebes aus, sondern empfängt Strom und setzt diesen direkt um, im Idealfall so nah am Rad, wie möglich. Und das spürt man beim Opel Ampera bei 370 Newtonmetern so direkt, wie sonst in einigen Klassen drüber. Beim Spazierenfahren suche ich mir an der Ampel tatsächlich eine freie Spur deshalb, um den Blendern daneben zu zeigen, wie ein Kavalierstart aussieht, ohne eine Rauchwolke zu hinterlassen. Ja, ich, der eigentlich so langsam fährt, wie ein Rentner. Es ist nicht einfach eine Freude, den Elektroantrieb kommen zu lassen – es ist eine sehr schnell kommende Sucht. Mit dem Nachteil, dass der Blick auf das Tacho zum ständigen Ritual gehört, weil 70 Stundenkilometer einfach auch sehr schnell erreicht sind, wenn das Aufheulen des Motors und die drei Schaltvorgänge dazwischen wegfallen, wie man sie beim Benziner zu erledigen hat.

Der Opel Ampera sitzt wie ein Magnethobel auf der Straße, ohne dass es peinlich ist. Mit dem reinen Elektroantrieb schwebt man ein und wieder aus und nichts passiert. Zwar ist weder die Lenkung direkt (es müssen immerhin 1,7 Tonnen Material bewegt werden), noch die Bremse (zwischen Pedal und Bremssysteme ist immerhin noch ein raffiniertes Bremsenergierückgewinnungssystem geschaltet), allerdings spielt das keine Rolle für Leute, die gut auf das zweifelhafte Gefühl der dahinplatzenden Elemente verzichten können. Wenn ich eine Show brauche, dann setze ich mich an die Spielekonsole.

Allerdings kommt der Opel Ampera nicht ohne Show aus. In der Stadt geparkt ist er selbst nach einem Jahr ein Blickfang, den man ebenfalls sonst eher mit Autos erreicht, die ein paar Preisklassen teurer sind. Autofahrer schauen herüber, Fußgänger staunen und wenn aus einer Schülergruppe einer den vorbeihuschenden Opel Ampera sieht, dann hat man die Blicke aller weiteren Schüler sicher. Auch wenn sie dann meist nur noch das Hinterteil sehen. Ich musste mich zurückhalten, nicht zu wenden und nochmal an der Schülergruppe vorbeizufahren. 😉

Gut, der Preis von rund 48.000 Euro für die vollausgestattete ePionier-Version ist eine Ansage, die man erst einmal verdauen muss. Danach wird es aber unglaublich. Eine Ladung reicht für 60 bis 80 Kilometern und kostet selbst mit einem teureren Stromtarif kaum mehr als 2,50 Euro. Mein Opel Astra (H) verpulvert für diese Entfernung in der Stadt schlappe 9 Liter auf 100 Kilometern und damit mal eben rund 14 Euro. Und auch nur dann, wenn diese Entfernung in einem Zug gefahren wird. Sammeln sich viele Kleinfahrten, dann ist man auch eben mal schnell beim zehnfachen Energiepreis dessen, was der Opel Ampera braucht.

Und selbst wenn nach dem reinen Batteriestrom irgendwann dann der Benzinmotor den Strom liefert: Das macht er fast schon entsetzlich effizient. Bei normaler Fahrweise einen 5-Liter-Durchschnittsverbrauch zu erreichen, ist normalerweise der Klasse der Kleinstwagen vorbehalten und selbst die müssen schwer an diesen Wert arbeiten, weil sie Bremsenergie und Gefällestrecken nicht zur Energierückgewinnung nutzen (können).

Aber auch das ist es nicht, was einen Pionier interessiert. Es ist vielmehr das, was die ersten Autofahrer wohl gefühlt haben, als sie in einer Welt von Pferdefuhrwerken die Kopfsteinpflaster vermeintlich unsicher machten. Autofahren kann sogar so einem autofahrerischen Langweiler wie mir einen so großen Spaß machen, dass ich jetzt am liebsten sofort wieder den Stecker ziehen und „meinen“ Ampera wieder auf die Straße schaukeln würde.

Ein paar Dinge des Opel Ampera erfordern allerdings auch eine Umgewöhnung:

  • Das Anstecken des Autos allabendlich ist ein Ritual, das man nicht vergessen sollte. Und auch wenn das vielleicht nur zwei, drei Minuten dauert – es dauert eben zwei, drei Minuten. Wer faul ist, fährt im Zweifelsfall auf Benzin.
  • Effizient fahren ist nicht einfach nur eine Sache, die man machen darf, sondern beim Opel Ampera und jedem anderen Elektroauto machen muss. Wer nicht effizient fährt, lässt den Vorteil des günstigen Antriebs verpuffen. Der Opel Ampera bewertet den Fahrstil in Prozentwerten und an diese ständige Bewertung gewöhnt man sich sehr schnell und bringt einen Antrieb zustande, der ständig daran arbeitet, eben auch die 100 % zu erreichen.
  • Vorausschauend fahren ist bei einem Elektroauto eine Sache, die noch stärker vor allem auf Fußgänger am Straßenrand bezogen sein muss. Denn die hören ein kommendes Elektroauto nicht und gerade in verkehrsberuhigten Bereich ist da ganz schnell mal ein Fußgänger auf der Straße und staunt, dass da plötzlich ein Auto vor der Nase steht.
  • Obiger Punkt gilt auch für im Freien lebende Katzen. Nachbars Katze hat heute mit Sicherheit ein Trauma davongetragen, als sie plötzlich ein schwarzes Auto vor der Schnauze hatte, was definitiv ein paar Sekunden vorher nicht dort war.

Und was jetzt bleibt: Am Donnerstag wird die schwere Aufgabe kommen, den Opel Ampera wieder nach Rüsselsheim zu fahren und abzugeben. Ich bin jetzt ganz ehrlich und sage, dass das ein wirklich schwerer Moment wird. Der Werksschutz wird mich mit Gewalt aus diesem Auto herausziehen müssen, wenn sie es wieder haben wollen.

Eskalierende Post von O2.

Dass sich O2 völlig ohne Not vor allem administrativ und verbal gleich eine Reihe von Äxten ins eigene Knie hackt, war ja schon in meinem letzten Blog-Artikel zu meinen aktuellen Erfahrungen eines von mir vorab beendeten O2-MyHandy-Vertrages der Rückschluss. Und tatsächlich kann man das sogar noch weiter toppen und eskalieren lassen. Denn letzte Woche erhielt ich ein Schreiben von O2. Wohlgemerkt: Noch lief letzte Woche der Zeitraum, der in der SMS zur Zahlung der letzten, noch nicht beglichenen Rate aufforderte.

Dieses Schreiben, die „2. Mahnung“, war vom Ton dann schon so direkt, wie man sich O2 als an sich pünktlicher Zahler eher nicht vorstellt. Zu den 32,50 Euro noch zu zahlende Rate kamen noch 19 Euro „Rücklastschriftgebühr“ dazu – von einer Rücklastschrift, die nie stattgefunden haben konnte, da schon die dazu korrespondierende Lastschrift mangels der von O2 selbst aufgehobenen Einzugsermächtigung nicht ausgelöst werden konnte. Und abschließend die Drohung, dass dieser Vorfall, wenn er denn nicht zu lösen sei mit diesem Schreiben, an Schufa & Co. übermittelt würde.

Dass zum Zeitpunkt des Schreibens die fällige Rate nach dem vorherigen Anruf schon beglichen war – geschenkt, das kann der Automat, der diese 2. Mahnung ausspuckt, ja nicht wirklich wissen. Da aber nun der Rechnungsbetrag hier ein anderer ist und zudem in dieser Mahnung mit Meldung an Schufa & Co. gedroht wird, war ein weiterer Anruf von mir auf der O2-Hotline nötig.

Immerhin erkannte die erste Callcenter-Mitarbeiterin nach meinem Hinweis, dass hier etwas gewaltig schieflaufe, sofort, dass jetzt zugehört werden muss. So landete mein Anliegen auch gleich wieder in der Mahnabteilung. Trotz schneidigerem Ton, immerhin: Die Rate kam bei O2 an, das jetzige Schreiben ist demzufolge hinfällig. Ich musste allerdings meinen Unmut loswerden, dass es mich schon irritiert, wie O2 mit Einzugsermächtigungen umgeht, Kunden da faktisch ins Messer laufen lässt und in Mahnungen Sachverhalte behauptet, die definitiv falsch sind (eben die angebliche Rücklastschrift). Dass das Automatenpost ist, ist mir sehr wohl klar, aber auch bei Automatenpost kann man sicherlich mehrere Vorfallsoptionen abbilden.

Unumwunden sagte der Mitarbeiter der Mahnabteilung, dass ich vollkommen recht hätte, das sei mitunter schwer verständlich. Es wäre aber meine Pflicht… Achtung… bei der vorzeitigen Auflösung eines Vertrages darauf zu achten, alle bis dato angefallenen Raten auch sauber zu bezahlen. Damit hat er durchaus eine richtige Ansage gemacht, aber dass ich ja nicht die Einzugsermächtigung als aufgehoben betrachtet hatte, sondern O2, das kam bei ihm zwar an, führte aber nicht zur an sich logischen Überlegung, dass im Hause etwas nicht ganz richtig läuft.

Bemerkenswert. Und bedenkenswert. Ein Kreditgeber, der bei der deutlich beworbenen Flexibilität von Handyfinanzierungen und bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung offensichtlich per System nicht aufpasst und vereinbarte Raten dann einfach, wider der ursprünglichen Vereinbarung, gar nicht mehr abholt, will den Kunden dafür in Haftung nehmen und dann auch noch Gebühren für angeblich geplatzte Lastschriften einkassieren. Könnte man besser machen, liebe Telefónica.

Killerfunktion eines Tablet-Computers: Handbuch-Ablage.

Ich bin Verfechter des papierlosen Büros. Das ist zwar reine Theorie, aber auch schon Papierarmut ist mir sehr recht. Das gilt auch für ein ganz anderes Feld, nämlich für Handbücher. Für wirklich jedes Gerät gibt es ein Handbuch und die versaueren – im besten Falle – in irgendeinem Schuhkarton. Und sind auch gern mal fleckig, zerrissen, zerlatscht oder einfach verloren gegangen.

Zwar hat es sich auch schon bis zu den kleinsten Produktherstellern herumgesprochen, dass ein großer Mehrwert einer eigenen Unternehmens-Website sein kann, die gängigen Handbücher als PDF-Dateien zum Download bereitzuhalten und die lädt man sich sogar manchmal auch herunter, aber so ein Handbuch muss man dann entweder ausdrucken, wenn man es ständig verfügbar haben möchte oder rennt zum PC/Notebook. Einer der wenigen Fälle, wo ein iPad oder jedes andere Tablet eindeutig die Nase vorn hat. Wir Digitalbewohner lachen über diese Killerfunktion – andere tun das nicht, denn für viele ist das eine echte Revolution und ein Tablet-Kaufargument mehr.

Auf dem iPad erfüllt so einen Job sehr praktisch eine App namens GoodReader. Das ist vom Prinzip her ein aufgemotzter PDF-Reader mit eingebauter Ablagefunktion, da das iPad ja bekanntlich daran krankt, eine für alle Apps zugängliche Verzeichnisstruktur bereitzustellen. Der GoodReader macht dies aber wett, da es eine Reihe von Möglichkeiten gibt, auf die GoodReader-eigene Dateiablage zuzugreifen: Via iTunes, per eingebautem Webserver oder auch per Download im Mobile Safari.

Ich habe mir dann im GoodReader einfach ein eigenes Handbuch-Verzeichnis angelegt und dort für jedes Produkt und/oder Gerät ein eigenes, separates Verzeichnis, in dem dann das oder die PDF-Handbuch/-Handbücher liegt/liegen. Und dann ist gut. Nie wieder das Herauskramen der papiernen Anleitungen, wenn die Gastherme umprogrammiert werden muss oder der Kaffeeautomat entkalkt werden muss.